DWB2
BAUEN vb. DWB2 (1)
herkunft. ahd. bû(w)an, bû(w)en,
mhd. bûwen, biuwen, bouwen,
as. bûan,
mnd. bûwen, bouwen,
mnl. bouwen, būwen,
nl. bouwen,
afrs. būwa, bowa,
ae. (ge)būan,
an. búa
gehen zurück auf die idg. verbwz. *b
hu̯eh2-,
deren bedeutung ‘wachsen, gedeihen’ sich zu ‘entstehen, werden sein’
u. schließl. zu ‘an einem ort sein, wohnen’ erweitert (Rix
lex. idg. verben 298, Lloyd/S.
et. wb. ahd. 2,412, et. wb. dt. 5106 dtv; ein häufig genannter zusammenhang mit der schallwz. idg. *b
heu̯-,
*beu̯- ‘
aufblasen, schwellen’ ist jedoch umstritten, vgl. Pokorny
idg. et. wb. 1,146 mit Seebold
germ. st. verben [1970]115, s. a. bausch
). aus der schwundstufe idg. *b
hū-
ergibt sich der ansatz wgerm. *bû(w)a-
für die formen mit -û(w)-, -ouw-
sowie an. búa;
die dehnstufe idg. *b
hōu̯-
hingegen ist germ. vertreten durch got. bauan ‘
(be)wohnen, ein leben führen’ ,
an. bjó ‘
wohnte’ u. vermutl. die nebenformen afrs. bōgia,
ae. bōgian ‘
(be)wohnen’ (Lloyd/S.
a. a. o. 412 f., abweichend Seebold
a. a. o. 124 ff., bes. 128, der nur die dehnstufe ansetzt; vgl. auch Rix
a. a. o. 101, anm. 31). außergerm. lassen sich zahlreiche formen anschließen, wie ai. bhávati ‘
wird, entsteht, ist’, bhū́- ‘
welt, ort’,
gr. φύειν ‘
wachsen lassen’, φύσις ‘
natur’,
lat. fuisse ‘
gewesen sein’,
aksl. byti ‘
sein, werden’,
russ. бьӏть,
lit. bū́ti ‘
sein’, bùtas ‘
haus’,
mir. baile ‘
heim, ort’,
air. both ‘
hütte’
(weitere s. Pokorny
a. a. o. 146 ff.). –
wegen des spät bezeugten auftretens in gruppe A 3
wird bauen
in dieser bed. gelegentl. als denominativum von bau
m. aufgefaßt (Kluge/S.
et. wb. 2496b,
vgl. aber schon die glossen). (2)
form. neben der schwachen flexion des ahd. verbs bû(w)en
finden sich für ahd. bû(w)an
mit ahd. biruun, biruuuis
vereinzelt präterialformen (mit intervokalischem r
) in der art ehemals reduplizierender verben. im mhd. wird das verb schwach flektiert, jedoch begegnet auch ein starkes part. prät. gebouwen,
das bis ins frnhd. als nbf. gebauen
fortgeführt wird. in der älteren spr. formen mit u. ohne gleitlaut -w-. (3)
gebrauch. an die früheste bed. ‘siedeln, wohnen’ schließen sich semantisch die grundhandlungen des siedelns an: das bestellen der felder, das errichten von wohnstätten, das herstellen von werkzeugen, das gewinnen von bodenschätzen. später differenzieren präfigierungen (vgl. ab-, an-, auf-, be-, erbauen
) den gebrauch, die ursprüngliche bed. geht verloren – hauptgebrauch A 3 a, 4 a, B 2 b. DWB2 DWB2A
konkreter gebrauch. DWB21
in älterer spr. ‘
(be)wohnen, (be)siedeln, sich an einem ort aufhalten’,
mit übergang zum bildlichen. DWB2a
intrans., wohnen, siedeln, ansässig sein; bleiben, verharren, im weiteren sinne ‘
leben’
; (von sachen) sich an einem ort befinden; zuerst glossiert: 8.jh. puuuit
habitat, ahd. gl. 3,3,6 S./S. 8./9.jh.
que habitabat diu puta
ebd. 1,458,50. ⟨u800/10⟩ dia ketruhent in truhtine soso berac Sion nist eruuegit in euuun der buit in Hierusalem
(ps. 125), altal. psalmenübersetzung 296,18 S. ⟨822/40⟩ endi lâtad sie mid sundiun forð, / mid balu
uuercun bûan
Heliand 91945 ATB. 863/71 hintarquamun alle thie biruun tharinne
(in Jerusalem) Otfrid
IV 4,59 E./S. ⟨v1022⟩ sâlig ist der man . den dû iruueletost . unde ze dir nâme . er bûuuet in dînen frîthouen Notker
2,243,9 P. ⟨u1120/30⟩ do warde er mennisc also wir mit vleiske, er buwet in uns mit dem heiligen geiste
reimphysiologus 6,1 M. ⟨u1170⟩ swem got daz hail wil geben, / der mac nu uor dir samphte puwen
(‘vor dir sicher sein’) Konrad
rolandslied 4733 W. ⟨n1210⟩ ich wil noch in sîm rîche / ein wîle mit im bûwen
herzog Ernst B 1227 B. ⟨u1362⟩ er woͤlte der kunst leben .. und wolte da buwen und vil unmuͤssiges werkes haben Seuse
54 B. 1476 dye vyand oeuer swassers qwall / hetten gebuwet an den wall
in: frnhd. wb. 3,178. 1534 diß volck bauwet nicht, sunder laufft hin vn̄ her in den
[]wuͤsten Franck
weltb. 8a. –
noch lexikal.: 1787 veraltete bedeutungen noch gangbarer wörter. .. bauen für wohnen, weil es auch aedificare bedeutet Adelung
styl 21,88. DWB2b DWB2
trans., etwas einen ort, raum bewohnen, besiedeln, zum aufenthalt, lebensbereich haben, häufig religiös auf himmel oder hölle bezogen: 863/71 zi wewen ward uns iz kund, thaz er
(Adam) nan
(den apfel) scoub in sinan mund; / want er nan kou joh firslant, nu buen anderaz lant Otfrid
II 6,26 E./S. ⟨u1160⟩ daz wir mit samt dir bowen / daz frône himelrîche Heinrich v. Melk
erinn. 1036 H./K. ⟨n1240⟩ swer in den sünden blîbet tôt, / der muoz die helle iemer bouwen Lamprecht v. Regensburg
st. Franziskus 587 W. ⟨u1300⟩ der bekorunge zit, / die durch des tuveles nit / ist kumftic ober alle die / die dise werlt nu buwen hie Heinrich v. Hesler
apokalypse 5730 DTM. ⟨v1475⟩ dz land wirt eingewonet vn̄ gepauwet mit dar kōmenden froͤmden leüten Eyb
sitten (1511)34b. 1494 er will vasten, vnd zaͤllen buwen, / er gdar weder got noch der welt truwē Brant
narrenschiff 101b Z. ⟨1563⟩ als er
(Eulenspiegel) verlor günstigen trawen, / fort nicht mehr dorfft all flecken bawen Sachs
21,332 LV. 1737 und wenn die braut / ihr wochen-bette künfftig baut Henrici
ged. (1727)4,269. DWB2—
älter phraseol. das elend bauen
u. ä. ‘in der fremde, verbannung, im exil leben’: ⟨1150/60⟩ ich ne wille daz elelende. / buwin immir mere. / zo troste minir sele
könig Rother 2339 F./K. ⟨n1395⟩ der jung von Padaw must lang pawen daz ellend, doch ist er darnach mit hilff und ratt annder herren hinwider komen gen Padaw
öst. chr. 219 MGH. ⟨u1440⟩ und sie
(die ketzer) müsten daz elende buwen Windeck
denkw. 187 A. 1540 dann so lang er das ellend leben bawet, beraubt seins vatterlandts vmb meiner vnbilligkeit willen Boltz
Terenz 63b. 1648 daß die ehrbaren frauen ihre hahr ausgerissen, weil sie nun das elend bauen, und di wohnung, darinnen sie geboren und erzogen, verlassen solten Zesen
Dögen, kriges bau-kunst 122. 1700 Jesus Christus .. ist zu uns armen sündern auf erden gekom̄en, .. 33. jahr das zeitliche elend gebauet Arnold
kirchen-hist. (1699)3,242b. ⟨1818⟩ das elend soll ich einsam bauen Brentano
s. w. 3,2,88 HKA. DWB2c
in anlehnung an b.
trans., mit tendenz zu einem bewegungsverb. auf der straße liegen, sich auf dem meer, unterwegs an einem ort befinden, ein land bereisen: ⟨1200/20⟩ den wîten
(weg) varent sie mit scharn, / wan der ist âne mâze / die die selben strâze / bûwent mit der girscheit Otto II. v. Freising
Barlaam 5973 LV. ⟨u1240⟩ ûf dem wilden sê / sô was in etewenne von ungemache wê. / .. swer die ünde bouwet, der muoʒ mit ungemache genesen
Kudrun 287,4 M./Sch. hs.u1300
(intrans.:) und tuost alsô und volgest mîner lêre, / sô bûwes dû ûf êren strâze Walther
(unecht) 10149,26 K. ⟨1366⟩ das alle geste, .. dy die lant und die strazzen buwen, sicher wandern und varn in unserm kunigrich zu Behem
stadtb. Brüx 38 Sch. ⟨v1475⟩ den hunger vnd durst zuͦ vertreiben, ist nit not froͤmbde lande zuͦ pauwen, über moͤre zuͦ schiffen Eyb
sitten (1511)42b. 1540 ge hin! alhie hastu dein gelt, / so du ja pawen wilt die welt Ackermann/V.
dr. 87 LV. 1559 es thet aber der kauffmann vil reysen und bawet die märckt, das er sein narung darvon hett Schumann
nachtbüchl. 221 LV. ⟨v1605⟩ ach lieber gott, wie ists ein ding, / mit solchen großen schwangern frauen / weit zu reyßn vnd das land bauen! Ayrer
d. ä.
2,1334 LV. 1621 die von der Neuerstadt repliziret, dass solche wege von altersher zu bauen ihnen nicht wäre untersagt worden
in: siebenb.-sächs. wb. 1,427b. 1874
(familiär, vertraulich) den weg, die straße bauen
(viel unterwegs sein) être toujours en route Sachs/V.
dt.-frz. wb. 198c. –
noch seemannssprl.: 1850 bauen, die see ..
die see häufig befahren Bobrik
naut. wb. 94b. DWB22
acker-, wein-, gartenbau betreiben. DWB2a
einen acker, boden, ein feld bestellen, bebauen, einen garten bepflanzen, kultivieren, ein gut, ländereien (zur pacht) bewirtschaften: ⟨1060/5⟩ Kain wart uile wacher / ze puwene den accher
wiener genesis 1155 ATB. ⟨11.jh.⟩
rusticandi pûennis Notker
3,2,404 (gl.) ATB. ⟨u1120/30⟩ Noe begunde mit triwen wingarten boͮwen
milst. genesis 31,1 D. ⟨1150/60⟩ do rededen die iungen grauen. / die in deme houe waren. / w‘e se ane urowen. / ir erbe solden buwen
(‘
pflegen’
), könig Rother 22 F./K. 1290 dev guͦt .. mit allem daz dar zuͦ gehoͤrt versuͦcht vnd vnversuͦcht, ze holtz ze velld vnd ze dorff – gebowen vnd vngebowen
corp. altdt. originalurk. 2,543 W. ⟨1394/5⟩ do Adam und Eva wurden auz dem paradeis gestossen, begunden si zum ersten das erdreich ze pawen in Asia
öst. chr. 6 MGH. 1472 Noe, als er ging aus der archen, .. do pawet er mit vleyß das ertrich vnd pflantzet den
[]ersten weingarten Eyb
dt. schr. 1,75 H. u1550 es was ein nasser summer, ein nasser, pöser herbst, das der pau zu feld übll gepaut ward Widmann
in: (Regensb.) chr. dt. städte 15,157. ⟨v1678⟩ ein bauers-mann, der .. sein lebtage anders nichts gelernet, als wie er das land bauen und das vieh füttern soll Butschky
rosen-thal (1679)703. u1700 und wenn das bauern-volck nicht wär / wer baute denn das feld
bergliederbüchl 96 LV. ⟨1762⟩ wird einer seinen weingarten einem zu bauen überlassen, von dem er nicht weiß, ob er die pflege des weinstokes versteht? Geszner
(1767)2,205. ⟨1826⟩ dort lebte er bei einem reichen mann fünf jahre und mußte die blumen begießen und den garten bauen Hauff
6,186 F. 1917 ihr müßt eben euer kleines land bauen – weiter kann da nichts sein Nespital
wanderer 79. 1999 die größte erfindung des menschengeschlechts, seit Kain den acker baute
frankf. rundschau, DWDS-arch. DWB2b
mit objektwechsel ‘getreide, gemüse, wein u. ä. anbauen, (an)pflanzen, ziehen, säen’: ⟨u1120/30⟩ hirse und ruͦben poͮvet er
(Abel) genuͦgen
milst. genesis 23,16 D. ⟨u1250/72⟩ sô woltest dû gerne ein ritter sîn, sô muost dû ein gebûre sîn unde muost uns bûwen korn unde wîn Berthold v. Regensburg
1,14 P./S. ⟨1315⟩ korn pauen, mist auffieren und korn auf das haus fiehrn
öst. weist. 5,172. u1477 die krüter, die mit flyß geseet und gebuwen werdent Steinhöwel
Äsop 48 LV. 1561 und als, was wir haben gebaut / im veldt, waitz, korn, ruben, kraut, / das wirdt .. gar abgefretzt / von iren rossen und cameln Sachs
10,148 LV. 1562 vor der suͤndflut hat ein jeder haußuater sein eigen notturfft gebawet fuͤr sich vn̄ sein hauß vn̄ gesinde Mathesius
Sarepta 230a. 1628 viel berge .., daran sie wein bauen Lubenau
reisen 2,282 S. 1790 wahrscheinlich war der reis eines der ersten gewächse die der mensch bauete Schiller
9,132 G. 1823 dieser höhere oder geringere grad von wärme bestimmt dann nothwendig die auswahl der zu bauenden gewächse Schwerz
ackerbau 1,8. 1967 von dem kleinen stück boden, auf dem mein vater mais baut, können wir nicht leben Renn
ausweg 239. 1996 denn schon vor jahrhunderten .. wurde in der münchner gegend wein gebaut
süddt. ztg., DWDS-arch. DWB2c
ellipt. ‘auf dem feld arbeiten landwirtschaftl. tätig sein’: ⟨u1170⟩ er tet sam der gute ruͦtere, / der gerne wol buͦwet / unt aldaz nider huͦwet / daz im den scat beren mach Konrad
rolandslied 8211 W. ⟨u1200/10⟩ liute, die bî ir dâ sint, / müezen bûwen und riuten Wolfram
Parzival 7117,17 L./H. ⟨A14.jh.⟩ es musten die mayer oder irew kind / ze hof jeten, meͣn, rechen und pawen, / man hiet si anders zerplawen Heinrich v. Burgus
5692 DTM. 1472/3 die hetten einen guͦten alten man der in iren garten in dem kloster arbetet vnd pauet Arigo
decameron 165 LV. 1512 ein frummer pur in syner acht, / der selb ist aller eren werdt, / so er sich von sym buwen nert Murner
2,390 Sch. ⟨1619⟩ dan̄ ein rechter gärtener weiß eigentlich, zu was zeiten er säen vnnd graben oder bawen .. vnd seine früchten ablösen soll
Garzoni, schawplatz (1641)1044a. 1720 sie sind ohne erlaubniß ans land kommen, und nicht befugt, auf der insul zu pflantzen oder zu bauen Vischer
Robinson Crusoe (Leipz.)2,67. ⟨1890/5⟩ ein .. mann und ein .. jüngling taten eines tages miteinander pflügen und bauen auf dem felde Rosegger
ges. w. 22(1922) 322. 1924 unberührbar dem pflug und der bauenden hand des menschen .., ziehen die gründe und sumpfigen wiesen der Rhön um die einsamen kuppen Binding
in: grundschr. jugendbewegung 431 K. ⟨1947⟩ sie müssen bauen, pflanzen Döblin
Amazonas (1973)565. DWB23
ein bauwerk errichten, einen verkehrsweg anlegen, hoch- u. tiefbau betreiben. DWB2a
ein gebäude, bauwerk, (wohn)haus u. ä. aus materialteilen errichten (lassen), etwas aufbauen, -stellen, gelegentl. mit dativus commodi; älter auch ‘
eine stadt gründen, ein kloster, eine kirche stiften’
; häufig ellipt., dabei modern bes. ‘
ein eigenheim errichten’; ferner (von tieren, bes. vögeln) ein nest bauen: u1100
(unsicher, vgl. Lloyd/S.
et. wb. ahd. 2,411) aedificium .. construitur: (b)uuat as. sprachdenkm. 62,16 W. ⟨u1200/10⟩ daz
(das haus des fährmanns) stuont alsô daz Artûs / ze Nantes .. / niht dorfte hân gebûwet baz Wolfram
Parzival 7548,26 L./H. ⟨A13.jh.⟩ Merseburc er bûwen hiez Ebernand
670 B. ⟨1252/5⟩ diu unsêlige krâ, / diu sô sêre bûwet dâ Heinrich v. Krolewiz
4430 L. ⟨u1280⟩ und hiez das klôster bouwen sêre / zwâr in unser vrouwen êre, / als ez noch hiut ze Wienne stât Jansen Enikel
fürstenb. 617 MGH. 1293 endrinnet aber der den andern ersleht, so sol man ime sin hvs nider slahen, vn̄ sol das ein iar ligen vngebowen, vn̄ swenne
[]das iar vskvmt, so sv͗ln ez sin erben wider buwen, ob si went
corp. altdt. originalurk. 3,98a W. u1394 pakofen vnd genge, .. sweinstel di sol man paven von dem rain drei fuzze
altprager stadtrecht 150 R. ⟨u1460⟩ domit giengen sy alle wider ein denselben tempel, der mit chlarem gold und edelm gestain gepawet was Hartlieb
dialogus 38 DTM. 1551 das bad aber soll nit gegen dem nordtwindt oder mittnacht gebawen werden, sonder gegen nidergang Herr/R.
feldbaw 28b. ⟨1627⟩ vom silber ließ er edle säulen bawen / an seinen bettethron Opitz
geistl. poemata (1638)22 faks. 1639 er
(der biber) bawet ein nist von holtze bey dem wasser Micraelius
Pommer-land 4/6,394. 1653 das .. jeden der evangelischen religion zugethanen christen erlaubt .. sein solte, .. beqveme hauser vnd wohnungen zubawen Chemnitz
schwed. krieg (1648)2,230b. 1795 hier bauete sich Adrian / seine aegyptische burg Herder
27,112 S. 1830 und nirgends wurde jetzt mehr gebaut als in diesen städten Gülich
handel 2,513. v1841 verschiedene materien zu einem, einem bestimmten zweck entsprechenden, ganzen verbinden, heißt bauen Schinkel
nachlaß 2,208 W. ⟨1892⟩ während die bürgerwehr den generalmarsch schlagen ließ, bauten die arbeiter barrikaden in der Köpenicker Straße Blos
dt. rev. 38458. v1924 wie wir als kleine kinder .. aus kieselsteinen eine art mauer bauen mußten Kafka
6,66 K. ⟨1949⟩ er war so in gedanken verloren, daß er ein kartenhaus aus bieruntersätzen baute Seghers
d. toten (1950)73. 1963 schwalben, die sich im stall ein nest bauen Hering
frau 101. 1988 genau das wär die bucht, hier anzulanden, / sein zelt zu baun Melchert
mondkahn 31. 1995 baute maurermeister Hinze bad, dunkelkammer und schornstein
bauernztg. (23.6.)8b. 2001 traditionell ganz aus holz gebaute häuser
frankf. allg. ztg., DWDS-arch. DWB2b
ein haus, gebäude u. ä. auf etwas, einem fundament grund errichten, auf etwas gründen: ⟨u1280⟩ ich wil ûf disen hôhen berc / boun ein hûs für antwerc, / daz sô guots niht mac gesîn Jansen Enikel
fürstenb. 624 MGH. hs.2.h14.jh. dy stat ist czumole gebuwit uf das wassir sam Venedie di stat
Marco Polo 44 DTM. 1436 daz sie yren man tod allezeit as
(!) lieb hatte als am leben. und sie pawet auff yn ein grab wunderlicher schoͤn unde groß Grosz
Grisardis 19 ATB. 1523 idt
(das haus) was vp enen harden steen gebuwet
in: bibel u. dt. kultur 9,23. ⟨v1678⟩ und daß die zeit ihr
(der herrscher) begräbnüs auf eben den grund ihres reiches baut Butschky
rosen-thal (1679)184. 1789/93 es müste artig lassen, wenn man eine gantze stadt auf eine wage bauen könte, das beständige schwancken zu bemercken Lichtenberg
aphorismen 4,12 DLD. 1835 zwei schmuzig rothe häuserreihen, gebaut auf alten urblöcken Gutzkow
charaktere 1,281. 1999 das haus sei auf pfählen gebaut, stehe .. auf morschem holz
frankf. allg. ztg., DWDS-arch. DWB2c
arbeiten an oder unter der erdoberfläche verrichten, eine straße anlegen, in die tiefe arbeiten, eine grube, ein grab u. ä. ausheben: 1330 wir geben auch unsern leuten daselben gewalt, denselben weg, ze pauen und ze pessern
handelsakten ma., neuzeit 10,27 ak. n1467 und das volk baut in die höl der berg oder unter der erden
(seine wohnungen) Tetzel
Rǒzmital 174 LV. 1520/30
(die reiter) fürten unns ongeverlich ein halbe meyl von dem hof den ebnen weg ein gute gebaute landstraß an ein stayg
verh. Th. v. Absberg 201 LV. v1554 er paut ain gang von holzwerch Kirchmair
in: font. rer. austr. I 1,454. 1774 und die berühmte höle der persischen geheimnisse, aus der Zoroaster schöpfte – sie war doch im Albordjgebürge von keinem Juden gebaut? Herder
6,494 S. 1847 so daß man stets genöthigt ist, .. bis in beträchtliche tiefen zu bauen Knapp
chem. technol. 1,21. ⟨1968⟩ dein vater .. hat die straßen bauen müssen, ohne daß sie ihm was dafür bezahlt .. haben Grün
Pospischiel (1970)210. 1987 erst zu beginn des 19. jahrhunderts bauten Engländer straßen mit teerbelag Polster
fahrradb. 13. 2001 1887, als in Val Lumnezia eine straße gebaut wurde
frankf. allg. ztg., DWDS-arch. DWB24
(durch arbeit) hervorbringen, anfertigen, eine form, gestalt geben. von 3
her mit erweitertem objektbereich. DWB2a DWB2
etwas (handwerklich, industriell, technisch) herstellen, produzieren, bearbeiten, entwerfen, entwickeln; etwas, einzelteile (sachgerecht) zusammenfügen, -stellen; etwas befestigen, montieren, einbauen; gelegentl. auch ‘
etwas reparieren, instandsetzen’ ⟨u1280/90⟩ alsô er nû gein dem vanen mit kreften kêrt, / der an den satel mit îsen was gebouwen
Lohengrin 5636 R. ⟨u1285⟩ die Kriechen hieʒen biuwen, / swes man ze sturmes nôt bedarf Konrad v. Würzburg
trojan. krieg 23598 LV. u1325 so
[]sage im, daz her buwe / zwe und sibenzig schiffe nuwe
wiener Oswald 568 F. ⟨u1340⟩ Noe, buwe dir / ein arche
hist. d. alden ê 343 LV. 1378 daz man den roreborn gefegit hat und gebuwit 12
gr. cod. dipl. Lusatiae superioris III 1,35 J. ⟨1468⟩ so sullen sie .. das husz mit dachunge, .. bodmen, befredungen .. von jare zcu jare buwen, beszern
urkb. d. erf. stifter 177 O. 1575
(sie) erfunden, baweten vnd zimmerten viel kleine sinnreiche automata, das ist, selbs bewegliche kunstwercklin Fischart
geschichtklitterung 304 HND. 1578/1601
(die orgel) hat .. gestanden .. auf dem gemeinchor und ist aufs schillercor gebauet worden Hüttel
chr. Trautenau 36 Sch. ⟨v1683⟩ Dionysius in Sicilien solte das erste schiff mit fünf rudern in einer reyhe gebauet haben Lohenstein
Arminius (1689)1,130a. ⟨1706⟩ hingegē zwey uhrwercke, die zugleich auch weit von einander
(in kirchtürmen) gebauet sind J. G. Schmidt
rocken-philos. 3/4(1707)68. 1819 daß er niemals mehr violinen bauen, und auch auf keiner jemals mehr spielen wolle E. T. A. Hoffmann
6,43 M. ⟨v1864⟩ aber ich setze den fall, die köln-mindener eisenbahn sei noch nicht gebaut Lassalle
reden u. schr. [1891]3,146. ⟨1894⟩ ich kriegte .. den ersten paletot – neu, so schön ihn der dorfschneider zu bauen vermochte Busch
6,206 N. 1935 die lebensmittel fehlen, weil Hitler kanonen baut!
in: parteiprogr. 3158 B./D. 1968 und da war der zu drei vierteln fertige plattenspieler, den er in diesen tagen zu ende bauen wollte Loest
abhang 72. 1968 ich werde ingenieur, und dann baue ich drahtseilbahnen
ebd. 281. 1973 ich hatte mir an ein paar turnschuhe steppeisen gebaut Plenzdorf
leiden 44. 2001 noch kleinere geräte bauen, das kann heute jeder
frankf. allg. ztg., DWDS-arch. DWB2—
part. prät. gebaut (sein)
(für etwas) eingerichtet, hergestellt, konzipiert, entworfen (sein); vgl. auch b: 1669 stiege ich selb ander auffs dach, welches von holen ziegeln doppelt belegt und zu meinem vorhaben sehr bequem gebaut war Grimmelshausen
Simplicissimus 192 Sch. 1725 wie denn alle strusen oder dostschaniken
(schiffsarten) also gebauet [sind], daß sie wie scherwenzel bald vor, bald hinter, bald vorn und hinten zugleich können gesteuert werden Messerschmidt
Sibirien 4,235 W. ⟨v1801⟩ er fühlte, daß ihm eine laute mangelte, so wenig er auch wußte, wie sie eigentlich gebaut sei und welche wirkung sie hervorbringe Novalis
1,67 W. 1932 sie
(anrede) sollten mal donnerstags bei uns sein. / in ihrem frack, der so komisch gebaut ist Kästner
gesang 44. 2006 laufschuh, der eigentlich für ausgeprägte innenkantenläufer gebaut ist
n. zürch. ztg. (28.3.)39d. DWB2b DWB2
jmdn. zeugen, etwas erschaffen, gründen, (sich) gestalten, bes. ‘
(von gott) den menschen, die welt erschaffen, schöpfen’,
in biblischer spr. auch ‘
jmdn., ein volk erhalten und vermehren’,
vereinzelt refl. ‘
sich fortzeugen’ 1475 (der tag ist dein vnd die nacht ist dein: du hast gebildet)
var.: gebauwen (die morgen roͤt vnd den sunn)
1. dt. bibel 7,350 LV. 1527 und mercke, das, als gott das weib aus der riebe des mans machet, brauchet der text eben das wort ‘bawen’, er bawet ein weib, gerade als solte es ein haus werden
(nachschr.) Luther
w. 24,78 W. 1527 ‘bawen’ heisset ym alten testament ‘kinder zeugen’, .. und ym andern buch Mose stehet so geschrieben ‘gott bawet den ebreischen weibern heuser’, das ist: er gab yhn fruͤchte, das sie viel kinder trugen
ebd. 302. 1608 wie er
(gott) ein volck verderbet vnd das ander bauet Schweigger
reyssbeschr., vorr. b 3b faks. ⟨1639⟩ welche sol man höher halten? / die sich bawt aus jhrem mann, / oder die daheim muß alten / vnd nicht ehlich werden kan? Dach
ged. 1,57 Z. 1732 als Climene sich beschaute, / wie ihr täglich die natur / brust und schultern schöner baute Henrici
ged. (1727) 3,325. 1752 denn in der mutter schooß ists wo der leib sich baut Wieland
I 1,109 ak. 1859 das ich ist es doch nicht allein, was die welt bildet und bauet! Raabe
2,82 H. 1911 ich habe ihn in glut empfangen, .. / in glut gebaut in meinem leib, und dann / geboren auch in weher glut Hardt
Gudrun 142. ⟨1923⟩ wie müßt ihr anders werden, um eine neue gesellschaft zu bauen! Toller
ausgew. schr. 2197 ak. 1999 während Schiller .. die ansicht vertrat, dass der geist den körper baue, lobte Goethe die leibesübungen
frankf. allg. ztg. (25.8.), DWDS-arch DWB2—
part. prät. gebaut (sein)
(von natur aus) geschaffen, veranlagt (sein), bes. von körperformen ‘
gewachsen (sein)’,
meist mit qualifizierendem adj.: ⟨1746⟩ die Indianerinn war liebenswerth gebaut Gellert
(1769)1,24. 1752 wenn man zu diesen himmlischen symphonien ganz anders gebaute ohren erfordert, als die unsere sind Wieland
I 1,12 ak. 1770 um heraus zu bringen, nach welchen gesetzen die wirkliche welt
[]gebauet sey
ebd. 7,348. ⟨1834⟩ und die fein gebauten hände, weiß wie das elfenbein der tasten Schumann
(1891)1,49. ⟨1880⟩ sie ging mir voran zu einem baume, dessen aeste und blätter edler gebaut schienen, als die der übrigen Keller
(1894) 2,42. 1921 ist ein weib gut gebaut .., / hat sie waffen genug, um die klugheit des manns in die winde, / .. zu blasen G. Hauptmann
Anna 54. 1927 chemische körper, einfach gebaute salze wie komplizierte zusammengesetzte verbindungen
natur 18,166a Sch. ⟨2000⟩ jeder für sich, gut gebräunt, gut gebaut, durchtrainiert Illies
generation (2002)89. DWB2c
durativ an etwas bauen
mit etwas beschäftigt sein, an etwas arbeiten: ⟨v1510⟩ wir hond lang gnuͦg daran
(an dem schiff) gebauwn̄ .., nüt ist mer zuͦ thuͦn Geiler
schiff (1514)103a. 1581 ob ich zwar damals .. an dem buͤchlein .. bawete, mus ich doch bekennen, das es ser langweilig worden Ringwaldt
evangelia A 3b. ⟨1634⟩ auch jüngling vnd jungfrawen / an sinn vnd jahren zart / die an dem alter bawen / vnd knaben frischer art Opitz
geistl. poemata (1638)231 faks. 1790 seine vernunft noch von keiner sorge zerstreut, konnte ungestört an ihrem werkzeuge der sprache bauen Schiller
9,126 G. 1875 die gebote sind verkündet, aber die leute bauen wieder an dem goldenen kalb Rosegger
waldschulmeister 308. ⟨1901⟩ die abendnebel zogen in schweren, losen massen und bauten weiter an dem wunder der weißen, toten welt Frenssen
Uhl (1902)506. 1999 die union baut weiter an ihrer eigenen zukunft
frankf. rundschau, DWDS-arch. DWB2d
etwas (kunstgerecht, künstlerisch) gestalten, anordnen, kombinieren komponieren: 1746 es gehört in der that eine geschicklichkeit dazu eine ode so geschwinde zu bauen, wie Miltons teufel ein rathhaus Ramler
brw. (1906)1,64 LV. 1822 diese noth wird sich erst recht zeigen .., wenn ich einmal den dritten oder schlußband dieser loge
(‘kapitel’) bauen muß Jean Paul
I 2,7 ak. 1835 der graf st. Leu liebt die gutmüthige, aber hübsch gebaute phrase Gutzkow
charaktere 1,133. 1854 wie unfertig sind die meisten schauspieler ... nicht einmal die äußeren effekte versteht Rudolph zu bauen Devrient
tgb. 2,76 ak. ⟨1901⟩ die über jede bewußte technik hinausgehende, einem glücklichen instinkt gehorchende abwechslung zwischen regelmäßig und unregelmäßig gebauten versen Hofmannsthal
prosa 1,392 S. 1970 schön .. ist die gelegenheit, sich sein frühstück ungenormt selber zu bauen Knobloch
tägl. geöffnet 122. 1999 E. L. hat solche .. einfachheiten hinter sich gelassen, um einen schlicht schönen roman zu bauen
frankf. allg. ztg. (23.9.), DWDS-arch. DWB25
bergmannssprl. ‘einen berg abbauen, ein bergwerk betreiben’ ,
mit objektwechsel ‘erz, kohle u. ä. gewinnen, abbauen’,
auch ellipt. oder mit präpositionalobjekt: 1284 wir .. kúnden .. allen iren gesellen ze den silberbergen ze Sukendal vn̄ ze des herzogen berge vn̄ allen die die selben berge buwent
corp. altdt. originalurk. 2,78 W. ⟨u1350/77⟩ man findet nie
ndert kain gemain / so gar fraidig alz die luͤt / da der berg ist mit bestræut, / da
man golt und silber b
aut Teichner
514,19 DTM. 1466 auch ist tzumerken wo perlewt neben einander pauen, es sey an pergen stollen lehen
stadtrecht Schemnitz 51 P. 1525 so eyner zu vor wuste, wo das ertz verporgen lege, der wurde gut bawen haben, vnd bald reych werden Cronberg
159 HND. 1537 Cimerij seind voͤlcker gewesen .. die haben tag vnnd nacht bergwerck gebauwet Schaidenreiszer
odyssea 108 W. 1693 oder einen schacht an tag bringen, daß man über tage weiß, wo man in der grube bauet Schönberg
berginformation 2,5. 1777 China hat gold- und silbergruben, es darf sie aber niemand auser dem kayser .. bauen Wiegleb
alchemie 48 faks. ⟨1781⟩ damit die zechen, die ausbeute geben, nicht auf den raub gebauet .. werden
corp. ivr. metallici 401 W. ⟨1838/9⟩ da ich
(Münchhausen) gerade den Rammelsberg bei Goslar, wo sie auf zink bauen, besuchen .. wollte Immermann
1,113 B. 1874 kupfer wurde östlich vom Mississippi an verschiedenen orten gebaut Peschel
völkerkde. 459. DWB26
refl. von 3
her, selten. sich erstrecken, hinziehen, aufrichten; zuerst intrans. ‘
ragen’: ⟨v1661⟩ weilen der grosse mastbaum allzusehr hinter sich bauete und das schiff an seinem fortgang nicht wenig hinderte Wurffbain
reise 1,39 M. ⟨1802⟩ und pforten bauen sich aus grünen zweigen Schiller
9,268 nat. ⟨1824⟩ hat man endlich den unbeschreiblich schönen anblick der stadt
(Genua) die sich um den hafen am berge in die höhe baut Schinkel
nachlaß 1,235 W. ⟨1885/6⟩ und die nackten felszacken sich himmelan bauten Anzengruber
33,323 B. 1978 als er sich mir während der pause in den weg baute Königsdorf
[]träume 8. DWB2B
bildl. u. übertr. gebrauch. trans., auch ellipt. DWB21
von A 2.
meist in religiösen kontexten i. s. v. ‘etwas fruchtbar machen, pflanzen, aufziehen’: ⟨u1160⟩ der heilige geist der buewete mit Christe in deme garten ainen sô getânen wuͦchęr unde einin sô suͦzzen wuͦcher daz ouch gote dâ zam wirt ze wesenne
st. trudperter hohes lied 57,8 M. ⟨u1230⟩ zwîvel bûwet selten wol, / des is manc acker distel vol Freidank
2135,20 G. ⟨1331/5⟩ wan ir gote sult buwen / zu suzekeit den sunder, / so wendet ir hin und her / uwer werc
Daniel 2648 DTM. ⟨v1475⟩ ain acker .. sey .. gepauet vnd gearbait, also wirt vnser gemuͤte gepauwet Eyb
sitten (1511)6a. 1510 er sol .. was jm auff gesetzt ist worden von seynem beichtuatter mit fleyß verbringen, so bauwet er seiner seel guͦt frücht, die er in ewigkait ny essen würt
granatapfel A 2d. ⟨v1624⟩ gott aber wird seinen guten samen nicht selber verderben, sondern bauen, daß er früchte trage ins ewige leben Böhme
theosophia (1730)1,133 faks. 1762 sein geschäftiger geist fand in geistlichen und kirchensachen noch ein weites feld, daß er nach seinen willen bauen und verbeßern wolte Carsted
atzendorfer chr. 183 S. 1888 freilich eine arbeit von jahrhunderten
(die neuordnung der gesellschaft im 15. jh.) .. so viel schon aufgeräumt ist und neu gebaut und gepflanzt wird Hildebrand
tgbbl. (1896)231. DWB22
von A 3 a.
etwas aufbauen, jmdn. erbauen. DWB2a DWB2
bildl. oder im bild ‘
etwas errichten, aufbauen’,
häufig formelhaft bauen und zerbrechen
o. ä.: ⟨u1196⟩ wer nu gode wol gedruwet, / wie rehte wol der buwet!
Orendel 127 ATB (vgl. 1542
). ⟨1252/5⟩ Johannes ewangelistâ .. sprichet: got hât gebûwet / ein hûs von lebenden steinen Heinrich v. Krolewiz
294 L. ⟨u1360⟩ vnd wenn du verderben wilt, so ist nimant, der do bawe
(qui edificet) Johann v. Neumarkt
1,111 K. 1494 wan du zerbrychst, das ich dir buw / so würt vns beyden nüt dann ruw Brant
narrenschiff 85b Z. 1542 wer auf got hofft und dem vertrauet, / der hat im ein starke festen gebauet
sat. u. pasquille 21,63 Sch. 1582 vnd dencken, wie das sprichwort laut, / wer gott vertrawt, hat wol gebawt Hayneccius
Pfriem 69 HND. 1630 was einigkeit in tausent jahren im reich oder in einer stadt hat gebauet, die kan vneinigkeit in einem monat verstöhren Lehmann
florilegium 813. ⟨v1664⟩ du siehst, wohin du siehst, nur eitelkeit auf erden. / was dieser heute baut, reißt jener morgen ein Gryphius
lyr. ged. 102 LV. ⟨1795⟩ ich möcht’ es mir .. nicht gestehn, daß der mensch .. seinem glücke mauern in den weg baute Tieck
(1828)8,21. 1819 und keine hülfe, kein trost! alles, was ich gebaut, wie vom winde weggeweht! Beethoven
ber. d. zeitgen., br. 2,157 L. ⟨1951⟩ zerstörungen – / das sagt immerhin: hier war einmal / masse, gebautes, festgefügtes Benn
3,335 W. ⟨1986⟩ geboren werden und sterben, .. brechen und bauen, zerreißen und zunähen, würgen und heilen L. Harig
ordnung (1987)12. DWB2—
in redensarten u. phraseologismen. wer an der straße baut, hat viele meister
wer sich öffentlich äußert, muß mit kritik rechnen, kann es nicht allen recht machen: 1512 wer an der strassen buwen wil, / der selb hat wider sprecher vil Murner
2,118 Sch. ⟨u1585⟩ der an weg bawet, hat viel meister Neander
sprichw. (1864)7. ⟨1637⟩ man bawet an die strassen und setzet sich zu freyem urtheil aus Opitz
op. [1689]4,12. DWB2— (nah) an etwas
(jünger bes. am wasser
) bauen
leicht in etwas geraten (in tränen ausbrechen): 1521 dann wer wider die conscientz thuͦt, der bawt zuͦ der helle Eberlin
1,91 HND. ⟨1861/6⟩ so nahe haben wir eigentlich alle .. an den wahnwitz gebaut, ohne selbst es zu ahnen Holtei
erz. schr. (1861)26,154. 1886 nahe am wasser bauen
leicht ins weinen geraten Gutzeit
Livland, nachtr. 109a. v1965 lange haare, .. aber dafür gleich immer am wasser gebaut Bobrowski
mahner (1967)50. 1991 obwohl ich wirklich nicht nah am wasser gebaut hab –da heulte ich doch los und hörte lange nicht mehr auf Rothmann
stier 95. DWB2— wo gott eine kirche baut, baut der teufel eine kapelle
(‘ein wirtshaus’
) daneben
u. ä.: 1533 wo unser herr gott ein kirche bauet, da bauet der teufel einen kretzschmar dabey
(nachschr.) Luther
w. 37,124 W. ⟨v1624⟩ wo gott eine kirche hinbauet, alda hin bauet auch der teufel ein capelle Böhme
theosophia (1730)17,709 faks. v1848 wo der himmel eine kirche hat, baut der teufel gern eine capelle daneben Görres
3,446 Sch. DWB2— jmdm. eine goldene brücke,
(jünger) goldene brücken bauen
jmdm., einem bedrängten, fliehenden gegner etwas (den rückzug, die kapitulation, wiederannäherung) erleichtern, ohne ihn zu demütigen: 1575 es ist die alt kriegsregel, eim fliehenden feind baw ein guldene bruck, daß er nur bald vnd sicher drüber ruck Fischart
geschichtklitterung 367 HND. 1677 ihrer viel wehren zur höchsten unseligkeit nie gelanget, wenn die vorhergehende glückseligkeit ihren begierden keine
[]güldene brücke dazu gebauet Butschky
Pathmos 25. 1793 sein grundsatz sey, daß man einem fliehenden feind eine goldene brücke bauen müsse Archenholtz
siebenj. krieg 1,284. 1873 Bismarck möchte auch gern zurück aus der sackgasse, in die er sich verrannt hat, wenn er mit ehren es könnte und der klerus ihm eine goldene brücke baute Bebel
ausgew. reden 1,265 B. 1913 beschränkte ich mich darauf, gewisse zwischenzeichen zu entfernen, womit ich früher dem vortrag und dem verständnis meiner leser goldene brücken habe bauen wollen Kröger
nov. (1914)1,12. 2003 die höflichen gelehrten bauen den staatlich verantwortlichen goldene rückzugsbrücken
berl. ztg. (20.11.)11a. DWB2— des vaters segen baut den kindern häuser
u. ä., die eltern schaffen die grundlage für das glück der kinder: 1605 deß vaters segen bawt den kindern heuser, der mutter fluch reisset sie nieder Petri
weissheit P 8a. ⟨1769/73⟩ der eltern segen baut den kindern häuser Hermes
Sophie (1778)4,131. 1799 denn der mutter seegen baut den kindern häußer K. E. Goethe
br. 52,66 K. ⟨1893⟩ vergiß nicht, daß der segen der eltern den kindern häuser baut Fontane
(1919) I 3,454 jub. DWB2— Rom wurde nicht an einem tag gebaut
u. ä., etwas großes, komplexes läßt sich nicht schnell realisieren: 1605 Rom ward wol in einem jahr gestifftet, aber nit in einem jahr gebawet Petri
weissheit Rr 4b. 1758 Rom ist nicht in einem tag gebaut Wieland
I 4,216 ak. 1866 es ist selbstverständlich, .. daß Rom nicht in einem tage gebaut wird und auch minder bedeutende .. schöpfungen .. ihre .. zeit fordern Bismarck
reden 3,86 K. 1997 daß nicht nur Rom nicht an einem tag gebaut wurde, sondern auch nicht Berlin
frankf. rundschau, DWDS-arch. DWB2— hier laßt uns hütten bauen!
(nach Matth. 17,4) ‘hier ist ein guter ort zum verweilen’: ⟨v1664⟩ und lasst uns fröhlich dort, nicht hier die hütten bauen! Gryphius
lyr. ged. 86 LV. 1787 hier ist gut seyn! / hier laßt uns hütten bauen Schubart
s. ged. 1,270. ⟨1905⟩ hier ist gut sein, hier baut sichs gut hütten Kröger
nov. (1914)1,290. 1999 er jauchzt, umweht von lüften rein und milde: hier ist es schön, hier laßt uns hütten bauen!
frankf. rundschau, DWDS-arch. DWB2b
übertr. ‘jmdn. erbauen, (geistl.) stärken, aufrichten; erziehen bilden’: ⟨v1475⟩ die lieb gottes pauwet zuͦ tugent Eyb
sitten (1511)10b. 1522 wan man aber nit gelert lüt bauwet, die das alles in wesen behalten, so ist es vmb sunst, darumb der best bauw ist gelerte lüt bauwen Pauli
schimpf 81 LV. 1527 das niemand so beten noch lesen sol, das er woͤlle damit ein gut werck thun, sondern das gewissen zu bawen und den glauben zu stercken
(nachschr.) Luther
w. 24,402 W. 1533 denn gleich wie ein boͤse exempel den glauben schwechet und ergert, also widderumb bawet und stercket ein gut exempel
ebd. 38,216. ⟨v1678⟩ eines menschen gemüt bauen, sey viel ein grösseres und herrlichers werk, denn die allerprächtigsten gebäue der ganzen welt Butschky
rosen-thal (1679)1192. ⟨1752⟩ ich bemerke dieses sowol bey personen vom gebauten verstande, als auch bey solchen, deren verstand nicht aufgekläret ist J. F. Jacobi
gedanken (1753)4. 1822 als eine populäre beredte theodizee, die nicht über das erbauen des herzens das bauen des geistes vergißt Jean Paul
III 8,191 ak. 1926 er
(gott) hat Henny zu Gehsteg geführt, er hat Gehstegs charakter gebaut Molo
licht 184. DWB23
von A 3 b. etwas auf etwas bauen.
etwas auf eine grundlage stellen. DWB2a DWB2
bildl. oder im bild ‘etwas, (selten) jmdn. auf ein (festes) fundament stellen, etwas auf einem grund (fels) errichten eine grundlage erstellen’,
zunächst nur in religiösen kontexten (vgl. Matth. 16,18): ⟨1225/30⟩ ûf die gruntveste, / diu dem gelouben wirt geleit, / soltû mit süeʒer reinekeit / eine veste bûwen gote Rudolf v. Ems
Barlaam 102,1 P. ⟨1301⟩ âne witze / er ist, wer dir getrûwet, / âne vesten grunt er bûwet
kreuzfahrt Ludwigs 7638 MGH. 1350 wan dv bist Petrus. vnd vf disn steine wil ich bawen min chirchen
augsb. bibelhs. 38,14 D. ⟨1414/8⟩ Peter du pist ain ein vels der trawen, / die christenhait wil ich auf dich pawen
hist. volkslieder 1,258b L. 1519 wolust nam nie kein guͦtes endt / vnd hat eyn schlechtes fundament. / das ist vff luter fleisch gebuwen Murner
5,92 Sch. 1654 und weil die natur bey uns beeden den ersten stein gelegt, als thu ich auch billich hierauf meine eusserste hofnung bauen Abele
gerichtshändel 163. ⟨v1678⟩ weil derowegen die treume aus so vilen ursachen erfolgen; so kan man darauf keinen sicheren grund bauen Butschky
Pathmos 539. ⟨1769/73⟩ sie .. legte in meiner sele einen grund, auf welchen meine nachmalige besserung gebaut worden ist Hermes
Sophie (1778) 6,111. ⟨1785⟩ auf welchen grund bauen sie
(anrede) diese behauptung? Jung-S.
Theobald (1827)2,120. 1846 sie
(die Griechen) bauten den götterhimmel auf den grund dieser erde Feuerbach
10,77 Sch. 1923 auf dem schmalen sockel der
[]kargen liebeserlebnisse ihrer wirklichkeit baute ihre phantasie einen gigantischen traum Feuchtwanger
herzogin 93. 1999 dass das verhältnis zwischen beiden nationen gebaut ist auf porösem fundament
süddt. ztg. (13.9.), DWDS-arch. DWB2—
in phraseologismen etwas auf einen regenbogen, auf eis, wasser, in den wind, in die luft
u. ä., (jünger noch) auf sand bauen
etwas ohne tragfähige grundlage tun, unbegründetes vertrauen in etwas haben, etwas bestandsloses schaffen: ⟨1215/20⟩ den ê ûfen regenbogen / mit fröuden was gebouwen
klage 1097 L. ⟨1443⟩ si buwent uf ein winde, / der bald verwehet hat!
hist. volkslieder 1,390b L. ⟨v1475⟩ ain mensch der sein hoffnung setzett in weltliche .. ding, der thuͦt als ainer, der on grund in ain fliesendes wasser pauwet Eyb
sitten (1511)29b. 1523 dann wir haben nit auf den rechten felßen gepauwen, sonder auff sand Lotzer
schr. 38 G. 1561 derhalben, wer dem glück vertrawt, / derselbig auff ein eyse bawt Sachs
12,225 LV. 1601 wer ewrn glatten worten traut, / der .. säet in windt, ins meer auch baut Höck
blumenfeld 97 HND. 1764 nicht jede unmittelbare gegenwart ist eine berührung, sondern nur die vermittelst der impenetrabilität, und alles übrige ist in den wind gebauet Kant
2,288 ak. 1880 sie wenden die logischen formen gerade dort an, wo alles im grunde frech improvisirt und in die luft gebaut ist Nietzsche
stud.ausg. 22,594 C./M. 1999 das ganze projekt sei auf sand gebaut
frankf. rundschau, DWDS-arch. DWB2— luftschlösser bauen,
(älter) (spanische) schlösser in die luft bauen
sich illusionen hingeben: 1575 als er nun eins morgens fruͤ im bett lag, vnd dichtet wie Marcolfus, bawet schloͤsser inn Spanien vnnd staͤtt inn die lufft Fischart
geschichtklitterung 356 HND. ⟨v1638⟩ mancher bawet ein schloß in die lufft, der kein bawren hauß auff den sand kan bawen Lehmann
florilegium (1662)1/2,43. 1787 madame Ewald war von natur keine sonderliche hofferinn; si trauete den luftschlössern nicht und baute keine J. G. Müller
Emmerich (1786)3/4,211. 1842 baust du rüstig weiter an unsern spanischen schlössern? Herwegh
brw. mit seiner braut 256 H. 1999 er baut sich luftschlösser, schafft das, was man tagträume nennt
n. zürch. ztg., DWDS-arch. DWB2b
übertr. auf jmdn., etwas bauen
sich auf jmdn., etwas verlassen jmdm. vertrauen; auf etwas vertrauen, hoffen; mit jmdm., etwas rechnen: ⟨v1298⟩ wan der mensche sol aleine ûf got bûwen meister Eckhart
dt. w. 5,262 Q. 1343/9 iz sint ete- lîche mutwillige lûte under pfaffen und under leigen, di al zu sêre bûwen ûf iren eigenen sin
dt. mystiker 1,34 P. ⟨u1380⟩ frou, din triuw an luwe / daruf ich buw on ruw Altswert
114 LV. 1432/8 der betreugt sich selber zwar / und pawt auf ainen zweifel gar, / das sag ich eu für war Oswald v. Wolkenstein
3115,1 ATB. 1521
(refl.:) wo man nitt ausz dem newen testament der figurn deutung klerlich finden kan, soll man sich nitt drauff bawen Luther
w. 8,386 W. 1577 ich wil vil mehr auf mein vnschuld vnd euer gerechtigkait, als meine grose beredenhait bauen Fischart
3,112 DNL. 1643 daß sie .. allein in all jhrem thun auff deinen göttlichen segen hoffen vnd bauwen lernen Moscherosch
cura 56 HND. ⟨v1679⟩ so muss ich nur für dir, und aller welt bekennen, / dass auf der männer wort nicht viel zu bauen sey Hoffmannswaldau
in: Wernicke
epigr. 319 P. 1861 ich baue auf die sänftigende macht der zeit Treitschke
br. 22,168 C. 1909 sag doch, auf wessen beistand baust du denn, wenn sie zuerst dich schinden und dann braten? Wedekind
stein 16. ⟨1927⟩ in mir habt ihr einen, / auf den könnt ihr nicht bauen Brecht
100 ged. (1958)61. 2006 die
(parteien) .. können auf einen genügend grossen stammwähleranteil bauen
n. zürch. ztg. (18.9.)3c. DWB2c DWB2
übertr. etwas auf jmdn., etwas bauen
etwas auf etwas gründen, aus etwas entwickeln; vertrauen, hoffnung auf jmdn., etwas setzen: 1519 gott .. bawet .. seyn wort und sacrament auff deyne wirdickeit nicht, sundern auß lauter gnaden bawet er dich unwirdigen auff seyn wort und zeychen Luther
w. 2,694 W. 1566 hab mein hertz gantz auff dich gebawt / vnd dir keins boͤsen zuuertrawt Brunner
Jacob 42 HND. 1665 dann gott verlässet nicht, die auf jhn ihre hofnung bauen Bucholtz
Herkuliskus 263a. 1766 gleichwohl ist das ganze gedicht auf die schönheit der Helena gebauet Lessing
9,121 L./M. 1770 unsere polizey ist auf unsre religion gebaut Wieland
I 7,479 ak. ⟨1831⟩ da haben fromme gemüther die ganze religion auf das gewissen gebaut Tieck
(1828)22,356. 1954 die tatsache, daß die merkantilisten .. die behauptung, daß geld reichtum sei, vertraten und ihre übrigen forderungen darauf bauten Haussherr
wirtschaftsgesch 217. DWB2—
älter redensartl. zum bild erweitert etwas, felsen, berge, häuser
u. ä. auf jmdn., etwas bauen
hoffnung auf jmdn., etwas setzen, vertrauen in jmdn. haben: ⟨1654⟩ auff diesen
(mann) baute jederman hohe thürme und stelleten auff ihn
[]alle hoffnung
Martini, in: Olearius reisebeschr. (1696)13a. 1673 man könnte auff seine träu und vortreffligkeit wie uff das erlen holtz im morast kühnlich schlösser bauen Grimmelshausen
simpliciana 138 Sch. 1755 der Philto, der mann auf den ich schlösser gebaut hätte Lessing
2,132 L./M. 1825 daher ich auch nie auf eine einzelne lesart felsen bauen mag Lachmann
brw. 2,484 L. 1919 da kennen sie
(anrede) Derossi schlecht. auf den können sie berge bauen Eulenberg
leben 295. DWB24 DWB2
von A 4
her, etwas ins werk setzen, verursachen, hervorbringen etwas (jmdm.) bereiten, öfter das glück bauen;
häufig abgeblaßt in annäherung an ein funktionsverb verwendet ‘
tun, machen’ ⟨v1475⟩ arbait, schmertzen, anngst, not, kranckhait ... dise ding helffen zuͦ tugēden, bewaͤren die forcht gots vn̄ pauen die hymelische kron Eyb
sitten (1511)60a. 1499 oder dz ich frölich bin, ich bin hoffnung buwen
Terentius C 4b (kommentar). 1566 der mag wol viel ungereimtes, das nicht zur sache gehöret, sagen, aber es bauet wenig oder gar nichts Aurifaber
nach Luther
tischreden 4,86 W. ⟨1588⟩ denn welcher mensch mutwilliglich .. / wird jetzt gemelte laster bawn, / der wird gott nimmermehr beschawen Ringwaldt
warnung [1589] D 2b. 1668 nimmt den Eneam an zum herren in das land, / wil bauen noch darzu mit ihm den ehestand Schirmer
aeneis 170. 1718 von manchen, die durch allerhand verbothene wege ihr glück bauen Rohr
staats-klugheit 7. 1808 ist denn zu hoffen, daß unmittelbar nach solchen stürmen sich ein ruhiges sicheres glück wird bauen lassen?
in: Schleiermacher
brw. mit seiner braut 2125 M. 1959 pfeilgrade sauste ein krummer
(jägersprl. ‘feldhase’) plötzlich auf mich los, baute erschrocken kurz vor mir einen kegel, machte kehrt und verschwand Herzog
Diana 34. 1965 der stofflieferant .. hatte .. webfehler en gros gebaut
wochenpost 18,11a. 2009 der abt ermunterte die jugendlichen, gemeinsam kirche zu bauen und zu gestalten
Dolomiten (17.6.)32. DWB2—
jünger nur noch (umgangssprl ) in einigen wendungen wie das abitur, den doktor bauen
das abitur bestehen, den doktortitel erwerben; auch einen unfall bauen;
wohl daran anschließend mist,
(derb) scheiße bauen
i. s. v. ‘etwas schlechtes, unrechtes, etwas dummes, mißlingendes tun, anstellen’,
häufig im perfekt: 1894 bis ich nach einigen semestern kunsthistorischen und archäologischen studiums den bezüglichen „doktor“ gebaut habe Morgenstern
leben 50 M. ⟨1904/5⟩ urteile bauen
urteile ausarbeiten, in: zfdwf. 6,98. 1950 zu der zeit, als Pantscho sein abitur baute Mostar
im namen d. gesetzes 197. 1965 ich wußte, wie leicht man mist baut auf dem kran, wenn man nicht bei der sache ist Nachbar
haus 172. 1966 „ich habe noch nie einen unfall gebaut“, sagte er
berl. ztg. (20.10.)8e. 1995 daß einer, der nur scheiße baut, aber plötzlich seine anstrengungen verdoppelt, nur doppelt soviel scheiße baut? Brussig
helden 157. 2000 den beamten sagte er: „ich habe scheiße gebaut“
frankf. allg. ztg. (27.12.)32. Fröhlich