EHRSCHATZ m. mhd. êrschaz.
herkunft unsicher; vielleicht lehnübertragung aus lat. honorarium
n. oder zuss. von ehre
f. I A
und schatz
m. ‘steuer’,
vgl. den kompositionstyp ehre- I A 1 g.
nbf. im 14. jh. ereschatz
(unter 2),
im 19. jh. ehrenschatz;
bis ins 17. jh. gelegentlich auch eheschatz: M15.jh. eeschatz Kiburger
stretlinger chr. 40 B. 1603 eheschatz
württ. ländl. rechtsqu. 3,327; s. auch schweiz. id. 8,1642. –
al., besonders schweiz. und schwäb.; lexikalisch auch sonst gebucht, noch 1811 Adelung
wb. 1,1659. 1
bei besitzwechsel von liegenschaften, bei verleihung von zehnten, zöllen, ämtern u. dgl. vom erwerber zu leistende abgabe, gelegentlich auch für laufende abgaben aus entsprechenden einnahmequellen: 1238 die aber nit kinde lassent, der guͦt súln ir nechsten frúnde von sipschaft erben .. hant sú aber nit soͤlicher frúnde, so sol es v́nser gotzhus erben, also das mans dem rechten erben vergeben
(umsonst) ane êrschatz lihen sol
corp. altdt. originalurk. 1,20 W. ⟨13.jh.⟩ officium cellerarii est .. ordinare de statu curie in concedendis hereditatibus et terra salica
(fronhof). denarii autem, qui dabuntur causa honoris, qui dicuntur herschatz, cedent mansionario
weist. 1,694 G. u1330 item von dem zolle ze Wintertur ze erschaz 8 ℔
habsb. urbar 2,1,406 M. ⟨1379?⟩ so och ain amman lihet dú erblechen, so spricht der amman zuͦ den, so er denn lihet, ich lih dir von des gotzhus wegen, was ich dir von reht lihen sol vnd nach rehter kur, vnd gib minen herrem dem abt sinen erschatz
weist. 1,189 G. ⟨1383⟩ darumb (
um ‘unsers gotzhuses kuchenmeisterampt ..’) so hat uns der egenant Johs Hoppler 40 guldin .. ze e[rschaz] geben
schweiz. id. 8,1649. 1502 soll auch der, so das gutt zu lehen empfacht, zu erschatz und handlon geben den zehenden pfenning der werschaft vermelts guts
württ. ländl. rechtsqu. 3,310. ⟨1522⟩
(die lehensleute sollen den frauen des klosters Ötenbach) alle jar ze e[rschaz] und rechtem erbzins geben zwei herpsthüener, zwei fassnachthüener und 50 eiger
schweiz. id. 8,1648. ⟨1653⟩ denne wellendt wir den ehrschatz von unseren mannlechen bei jeder handtenderung also .. bestimbt haben, dass ..
rechtsqu. Bern II 1,2,124. 1798 das aber alles ist nur auf bodenzinse, ehrschäze, bestimte frohndienste, kurz auf abgaben anwendbar, die .. Pestalozzi
12,483 B. in historischer darstellung: 1814 später führte man
(bei verleihung eines lehens) einen geldbetrag ein, man nannte diesen laudemium, relevium, lehengeld, lehenwaare, ehrenschatz Moshamm
lehenrecht 77. –
im älteren schweiz. auch von anderen kirchlichen und staatlichen gebühren: ⟨1488⟩ wann ein bannschatz von elüten gefalt, die sollent einem lütpriester zuo e[rschaz] drü pfund häller geben
schweiz. id. 8,1650. 2
vorrat sammlung kostbarer dinge; unsicher, ob unter voraussetzung von 1
oder neubildung: ⟨14.jh.⟩ wenne der edele weisse
(weizen) wurt nút geleit in den ereschatz des küniges, er werde denne vor wol getröschen .. dar umbe solt du liden mit fröuden enpfohen, daz .. dich bereitet in den ereschatz des ewigen küniges
(zu Matth. 3,12; 13,30?) schürebrand 53 S. 1509 die
(geschenke, die er auf seinen reisen von königen erhielt) er auch alle mit jm haym bracht vnnd sy für ainen eerschatz behielt
Fortunatus 62 HND. Albrand