BEKOMMEN vb. ahd. biqueman,
mhd. bekomen, bequemen,
as. bikuman,
mnd. bekōmen,
anfrk. bikuman,
mnl. becomen,
nnl. bekomen,
afrs. bikuma, bikoma,
ae. becuman,
me. bicoͮmen, bicumen,
ne. become,
got. biqiman;
die bedeutungen in den germ. einzelsprachen sind stark differenziert (vgl. et. wb. dt. 5118a dtv). präfixbildung zu kommen
1DWB. das seit d. 16. jh. dicht bezeugte wort zeigt in den teilbedeutungen breite spektren von verwendungsweisen. hauptgebrauch in neuerer spr. unter A 3 c
u. B 1 – 3. A ‘
gelangen, hervorkommen, begegnen, zuträglich sein’. 1 ‘
an einen ort, zu jmdm. (hin)gelangen, von einem ort hergelangen herankommen’,
zuerst übertr. ‘in eine bestimmte lage geraten, in einen zustand gelangen’
; jünger mdal.: ⟨790/802⟩ vnzi denne ze furistantlihhaz altar piqhuuemen
benediktinerregel 274,19 S. ⟨800/10⟩ uuanta neoman ni mag biquemen
(venire) zi mir
(Christus) niba imo uuerda gigeban fon minemo fater
Tatian 282,11 a S. 863/71
(bildl.:) riaf er tho filu fram, so nona zit
(die neunte stunde) tho biquam
(‘herankam’
) Otfrid
IV 33,15 E./S. ⟨u1085⟩ der vrumigisti man der ie zi Rini biquam
annolied 7,3 M. ⟨u1160/70⟩ daz wir uon der zwelfpoten lêre alrerst in die tieffe des heil
igen geloͮben bechomen
speculum ecclesiae 124 LGF. 1294 das ez
(der erlös) in vnsers gotzhvs nv́tze bekomen ist
corp. altdt. originalurk. 3,197 W. ⟨M14.jh.⟩ di ir
(das haus Israel) .. bekomen siet von den wazzirn Jude Cranc
59 Z. hs.u1430 ein teil hul
ffen irem herren das er uff ein roß bequam
Lancelot 1,603 DTM. 1472/3 das ein edel frawe .. zuͦ dem heiligen grab zoche, vnd auf irer widerfart in Cipri bekame Arigo
decameron 49 LV. u1540 wie daruber an ine clagen bequemen
kurmärk. ständeakten 1,95 F. ⟨1583⟩ hatt es einen arbeiter .. in die vier lachter
(klafter) hoch geführet, haben zu ihm nicht können bekommen noch langen Hake
bergchr. 45 D. 1669 wo ist mir die lad bekommen, ich sehe sie nicht
in: siebenb.-sächs. wb. 1,496a. 1924 ich wîss net, wu
er de krezer
(kreuzer) beku sen
ebd. 2 ‘
hervorkommen, gedeihen; sich erholen’. a ‘
von etwas entstehen, den ursprung haben, hervorgehen, abstammen’,
auch ‘
jmdm. erwachsen’: E8.jh. dhazs .. unrehd uuerdhe ardilet
(‘vernichtet’) endi euuic rehd biquhime
(adducatur), Isidor 26,5 H. 863/71 thiu spracha ouh so gizami fon imo hiar biquami Otfrid
III 25,30 E./S. ⟨v1022⟩ nû uuile dû haben mînen rât . uuanda dir noh tîn uuillo nebecham Notker
1,715,2 P. ⟨u1120⟩ diu nebelvinster naht, / diu von dem tiefel bechom Ezzo
V 10,5 M. ⟨u1180⟩ herze, hâst dû iht swære? / .. wâ von ist dir diu bekomen? Hartmann
klage 31203 B. ⟨1252/5⟩ got der machete Adâmen / unde Even; von deme sâmen / sî wir alle bekumen Heinrich v. Krolewiz
263 L. ⟨u1370⟩ sulche gnade ist mir bekomen von der gesegenten frvcht deines leibes Johann v. Neumarkt
4,174 K. 1472/3 do .. kein schlaffe im in sein augen komen mochte; das villeicht von dem herten pette oder übeln essen bekomen möcht Arigo
decameron 203 LV. v1554 der durchziehenden kriegsleut halben, die mercklich schaden thetten, so manigfaltig vnd vil das im lanndt davon grosser verdriess bekam Kirchmair
in: font. rer. austr. I 1,435. 1559/66 mir bekum ehe davon schand unnd laster dann ehr Montanus
schwankb. 318 LV. b ‘
zu sich, zu kräften kommen, zu bewußtsein gelangen, sich von etwas erholen’: 863/71 so sie
(die vor schreck zu boden gefallenen) tho biquamun Otfrid
IV 16,43 E./S. 10.jh.
refloruistis piquamot
ahd. gl. 2,186,52 S./S. ⟨1172⟩
(so) was si an den stunden / bechomen von ir leide priester Wernher
669 W. ⟨u1280⟩ vil schier dô bekom der guot man, / wan er sich ûf rihten began Jansen Enikel
weltchr. 2943 MGH. hs.u1430 Lancelot .. ging zu Meleagant, der von der onmacht bekomen was
Lancelot 1,641 DTM. ⟨1455/70⟩ Elyos nam wasser vnd goiß ir
(der ohnmächtigen) vnder die augen, das sie wieder bekamm
Pontus 144 TSM. c
von lebewesen ‘gedeihen, wachsen, sich entwickeln’; noch mdal.: ⟨A13.jh.⟩ daz von des edeln stammes zuht / bekême ein alsô suoze fruht Ebernand
738 B. ⟨1282⟩ die samen wechöment, die sät wachsent Hiltgart v. Hürnheim
75 DTM. ⟨14.jh.⟩ ach bekommener zwig des getruwen lieplichen garteners Jhesu Christi
schürebrand 36 S. ⟨1434⟩ daraus muͤgen dier bechoͤmen czwo edel fruͤcht Peuntner
sterben 22 TSM. 1551 flachs bekompt
auch wol an feuchten orten Herr/R.
feldbaw 52b. 1615 der
(fisch)leich oder strich bekomme nicht in allen seen Colerus
oecon. 5,289. 1712 insgemein setzet man zwey reiser auf einen stamm, damit, wenn sie nicht beyde bekommen wollen, dennoch der eine anschlage Marperger
naturlex 181. 1824 die
(gepflanzte) fichte bekam wirklich, sie .. ragt über den ganzen wald Platen
brw. 3,213 Sch./B. 1998 meine rumpflanzen
(rübenpflanzen) sei alle bekomme
wb. obs. mdaa. 1,208b ak. 3 ‘
zukommen, widerfahren, begegnen; zuträglich, passend sein’. a ‘
jmdm. zuteil werden, widerfahren, geschehen’: ⟨790/802⟩ daz duuuidaro alles si kiporket daz pichueme
(ne proueniat), benediktinerregel 222,28 S. 863/71 biqueme uns thinaz richi Otfrid
II 21,29 E./S. 10./11.jh.
cui peruenerint themo the sie bicument
ahd. gl. 2,76,62 S./S. ⟨u1160⟩ die allen den trost liezzen, / der in von der werlte mahte bichomen
litanei 20,25 M. ⟨u1280⟩ von wannen ist ez
(der apfel) dir
(Eva) bekomen? Jansen Enikel
weltchr. 848 MGH. hs.1400 (so euch in diser werlt vil trubsals, leids vnd widerczemickeit)
var.: bekömet Johann v. Neumarkt
2,104 K. 1472/3 ob es im hicz halben bekam .. was die vrsach waz ist mir nit kunt, .. im .. eyn grosser durst zetrincken czuͦstünd Arigo
decameron 383 LV. 1557 mir bekompt und empfind des boͤsten geschmacks, den ich ye gerochen hab Montanus
schwankb. 158 LV. 1677 auf wie vil tausenderley art kan uns der tod bekommen? Butschky
Pathmos 278. b ‘
jmdm. begegnen, entgegenkommen erscheinen’
; seit ende d. 16. jhs. stark abnehmend: ⟨v1022⟩ dô becham
(superuenit) iro ouh iro suiger Maia . Athlantis tohterôn scônista Notker
1,830,15 P. ⟨A12.jh.⟩ tho her
(Petrus) zo there burgporten quam, unse herre imo thar bequam
mfrk. reimbibel 416 M. ⟨2.h13.jh.⟩ der erst mentsch der im
(dem vogel) denn bekumet, den toͤdet er
st. georgener prediger 266 DTM. ⟨14.jh.⟩ ein .. weg .., der sol als wit sin, das zwen enander bekomen mit geladnen rossen einer für den andern mög komen
weist. 1,160 G. ⟨z.j.1455⟩ hertzog von Burguni, .. so wiß, das wir dir mit unser maht wöllen bekumen
(‘entgegentreten’
) und dich mit ernst suchen in unsern landen
(Nürnb.) chr. dt. städte 10,213. 1478 daz wir bekaͮment vnd begegnotent ainem edeln man Niclas v. Wyle
translationen 276 LV. 1561 gieng irr in einem wald zu thal, / darinnen im fraw glück bekam Sachs
12,187 LV. 1656 er bekam mir auff der heyde, vnd hätt mich nahend erschlagen
venus-gärtlein 78 HND. 1838 und wie ich geklommen / durch dünn und durch dicht, / nie ist mir bekommen / ein menschengesicht Rückert
ges. ged. 5,143. c ‘
jmdm., einer sache (nicht) zuträglich, förderlich, nützlich sein’,
selten ‘jmdm. zum guten u. ä. ausschlagen, geraten’; meist in unpersönl. konstruktionen; häufiger erst seit d. 16. jh., früh vereinzelt: 863/71 thaz sar io sin gizami thera dohter biquami Otfrid
III 11,14 E./S. ⟨u1170⟩ dô Alexander genas / und des wol gewis was, / daz ime der tranc wol bequam Lamprecht
Alexander S 2605 K. ⟨u1240⟩ eʒ ist iu wol bekomen. / eʒ wirt iu gar vergolten daʒ er iu hât genomen
Kudrun 5,315 M./Sch. ⟨E14.jh.⟩ füren ein geistlich leben, / das bekümet der kuscheit wol Rothe
keuschheit 929 DTM. ⟨u1433⟩ ist dz ein sölicher mensch .. stirpt .., so bekumpt im dz nit, des er doch allzÿt gewart vnd gehofft hat Peuntner
liebhabung gottes 33 A.-H. 1498 Reyneke .. vorleydet .. ene
(den bären) .. myt honnighe, dat em doch ouel bequam
Reinke de vos 27 L. 1515
(redensartl.:) dennen bekam das so wol als dem hund das graß
(d. h. schlecht), Eulenspiegel 11 HND. ⟨1531⟩
(Justinian) war ein man̄ in wercken rechtfertig, .. darum̄ bekamen jm all ding zum guͦten Franck
zeitb. 1(1551)172a. 1587 wie sie aber den gessen, ist innen solcher
(vergifteter) kohl und speck nicht woll bekommen
brand. schöppenstuhlsakten 2,82 S. 1654 dem lähren bauch / .. andacht nicht wil bekommen Abele
gerichtshändel 29. 1672 es
(das fleißige betteln) wird dir besser bekommen als wann du einem bauren d’rosse hütest Grimmelshausen
vogelnest I 20 Sch. 1741
(als wunsch:) wohl bekomm es dir! Gottsched
in: Reichel
Gottsched-wb. (1909) 1,676a. 1793
(als drohung:) es soll euch übel bekommen! Goethe
I 17,300 W. 1855 mit dem betreten des continentes wurde mir wieder etwas wohler: die hiesige luft bekommt mir R. Wagner
brw. (1887)2,87. 1885
(iron.:) er
(der heilig werden wollte) stiftete sich selber ein zucht- und fluchthaus: wohl bekomm’ s! Nietzsche
stud.ausg. 34,363 C./M. 1963 ich machte mich .. unbeliebt .., weil ich knoblauch aß, aber mir bekam es gut Bieler
Bonifaz 196. 2005 das gesehenwerden war ihnen
(den höhlenmalereien wegen des feuchten atems der besucher) nicht bekommen
süddt. ztg. (10.8.)11f. d ‘
jmdm., einer sache geziemen gemäß, passend sein, zustehen’
; insgesamt selten, früh vereinzelt: 863/71 er reit in mitte so gizam, so iz tho zi theru reisu biquam Otfrid
IV 4,39 E./S. ⟨n1190⟩ da heime ist schoner frouwē vil / die im baʒ gezemē / v harte rechte bequemē Herbort
11514 F. ⟨u1300⟩ daz si der frouwen reine / .. schone erheben wolten .., / daz ir heilekeide sa / michel baz gezeme, / ir wirde me bequeme
hl. Elisabeth 9990 LV. 1454 was .. der stat Wien von der universitet an zeitlichen gütern bekumbt vnd zustet
copeyb. Wienn 17 Z. 1530 dis spital bekomet allein den rechten armen, als widwen, waisen Luther
w. 31,1,200 W. B ‘
erhalten, erlangen, an sich erfahren’; herzuleiten von A 3
mit wechsel der perspektive. in älterer spr. zunächst meist mit gen. 1 ‘
etwas (selten jmdn.) erhalten, empfangen’; häufiger erst seit d. 16. jh.: 863/71 ladotun avur tho then
(zuvor blinden) man ther thes gisiunes
(‘sehkraft’) biquam Otfrid
III 20,105 E./S. ⟨v1022⟩ unde sî iro uuidemen
(‘brautgabe’) sô bechâme Notker
1,845,23 P. hs.E12.jh. daz sie bildes
(‘vorbild, beispiel’
) da bequæmen priester Wernher
D 373 W. ⟨1274/5⟩ kan er des
(des rechts) danne bekomen, gern er des geniuzet
deutschenspiegel 275 MGH. ⟨1301/19⟩ ‘weder frid noch suon’, / sprach der furste zier, / ‘bekumt er nimer von mir ..’ Ottokar
öst. reimchr. 62969 MGH. u1477
(er) gab im daz
(gut) wann er hoffnet, beßers von den andern fieren ze bekomen Steinhöwel
Äsop 304 LV. 1525/7 haben sy
(die ratsherren) kain antwurt von den paurn mogen bekummen Eisenhart
in: qu. bauernkrieg Rotenb. 595 LV. ⟨v1624⟩ nun .. bekamen sie dasselbe land .. über eine lange zeit zum besitz Böhme
theosophia (1730)17,370 faks. 1669 der bekam .. befelch, auff uns genauer achtung zu geben Grimmelshausen
Simplicissimus 348 Sch. 1761 die patientin .. bekam auch die nöthige nahrungs-mittel Henckel
geburtshuͤlfe 310. 1767 ich bin so glücklich gewesen, ihren ersten brief mittwochs .. zu bekommen Garve
vertraute br. (Leipz. 1801)69. 1832 für den brabanter taler bekömmt man hier nur 2 fl. 40 kr.! Börne
5,373 R. 1884 ich bekomme
(‘habe zu erhalten, kann erwarten’) noch fünf groschen für seide von Sophie Raabe
15,395 H. 1947 Bodil fühlt sich .. so frei, als ob sie ferien bekommen hätte Lorentzen
erde 434. 2008 er .. rasierte sich mit dem klobigen „bebo sher“-apparat, den er von seinem vater bekommen hatte Tellkamp
turm 42. 2 ‘
erlangen, erreichen’. a ‘
jmdn., etwas erreichen, finden, fangen, (für sich) gewinnen, etwas erlangen, (be)schaffen, kaufen als ergebnis erzielen’
; bis ins frnhd. gelegentl. auch im passiv: ⟨u1170⟩ vaste îlete wir ime nâh. / dô wir den man be- quâmen / und ime di maget nâmen Lamprecht
Alexander S 5395 K. ⟨M13.jh.⟩ allez daz edel ist daz gewinnet man kûmer unde bekumt sîn müelîcher denne des unedelen David v. Augsburg
346 P. 1394/5 er .. fragt sein dienner rates, wie er möcht der frawen bechömen
öst. chr. 90 MGH. ⟨1451⟩ wan ein mistetiger in dem gericht bekomen wirt vnd von dem schulteisen dem vogt geliefert wirt
weist. 4,738 G. E15.jh. dann wo wir den andern gewönlichen weg zogen werden, .. möcht wir eer wasser bekümen haben Rieter
reiseb. 93 LV. 1533 das .. in der universitet .. geschickte personen
(als lehrer) genugsam zu bekommen
korr. Moritz v. Sachsen 1,8 B. 1561 das ein jedes
(des hausbedarfs) nach seiner artt mit rathe zu bekhomben und zu gelagenen zeitten geschafft und eingekhaufft werden
hofordn. 1,37 K. 1626 so rücket .. Gottfriedt .. stracks weges auff Jerusalem .. zu, .. berennet sie, vnd bekömpt
(‘erobert’) .. offtgemeldte statt Werder
Tasso, Jerusalem 13. 1650 multiplicir diese minuten deß unterschieds mit 15, so bekomstu minuta æqvatoris
in: frnhd. wb. 3,1139. 1664
(phraseol.:) in Amsterdam bekahmen die hukischen .. die oberhand Zesen
Amsterdam 85. 1767 Fräulein von Barnhelm, die sich einbildete, weil sie reich sey, den wackern Tellheim zu bekommen: als ob die wackern männer für geld zu haben wären! Lessing
2,237 L./M. 1791 man muß solchen
(den kopf) soviel von dem muttermund wegschieben, daß man platz bekömmt Obermayer
unterr entbindungskunst 283. 1884 um vorerst mal einen blick über das „ganze“ zu bekommen Raabe
15,497 H. 1954 alles war
(bei der veranstaltung) zu bekommen: limonade, milch, fleischbrühe, kaffee Turek
Schwing 263. 1956 wenn sie mich bekommen, dann ziehen sie .. alle meine kameraden mit ... G. darf mich also nicht festnehmen Geerdts
hoffnung 220. 2006 die zahl von rund 13000 studierenden müsste .. mit der zahl 1000 .. multipliziert werden, um die höhe der zusätzlichen einnahmen
(an studiengebühren) zu bekommen
braunschw. ztg. (19.9.), IdS-arch. b ‘
jmdn., etwas in eine bestimmte lage, in einen bestimmten zustand bringen; erreichen, daß jmd. etwas tut oder eine sache sich in bestimmter weise verhält’
; oft phraseol.: ⟨1301/19⟩ ich enweiz, wie er des bekom, / daz er mit einem stiche kluoc / kunic Ruodolfen daz ros sluoc Ottokar
öst. reimchr. 16452 MGH. 1461 sonder wir möchten wol bekommen, das
(siegel) aufzuͦdrucken .. an seiner gnaden statt
(Augsb.) chr. dt. städte 22,283. 1569 die gemeyne, welche er einmal in seine gewalt bekommen hat
theatrvm diabolorum 29b. 1582/1612 daß sie
(die Mainzer) .. die zwen churfürsten .. ihn ihren betten erwischen undt gefangen bekommen möhten
(Mainz) chr. dt. städte 18,1,51. 1626 demnach er .. diese schöne princessin .. zu sich in sein schiff bekommen
theatrum amoris 268. 1703 so läst der käyser nicht alle hoffnung fallen, den hertzog von Savoien auf seine seite zu bekommen Bohse
frühlings-früchte 645. 1799 Schlegel .. kann ich nicht zum schreiben bekommen R. Varnhagen
b. d. andenkens (1834) 1,186. ⟨1836⟩ endlich bekam er das gesicht
(die zugehaltenen augen) frei Immermann
5,10 B. ⟨1891⟩ ob ich nich den grasfleck aus dem kleid bekomme Wildenbruch
ausgew. w. (1919) 2,313. 1966 vor allem K. .. bekam die gegnerische abwehr nicht in den griff
d. n. fußballwoche, beil. (2.5.)4. 1974 eine art denkgenie .., dafür bekam er keinen nagel in die wand Schneider
reise 223. 2006 sie wollen alte oldtimer-mopets
(!) renovieren und .. wieder richtig zum laufen bekommen
Rhein-ztg. (19.6.), IdS-arch. 3 ‘
eine veränderung, einwirkung erfahren’; herzuleiten von B 1
u. teilweise noch in semant. nähe dazu. a ‘
nachwuchs hervorbringen etwas an sich wachsen lassen, entwickeln’
; vgl. auch A 2 c: ⟨u1187/9⟩ daz si einen man næme / und erben bekæme Hartmann
Gregorius 2220 N. ⟨1301/19⟩ in der selben frist / bekom sîn frouwe mit genist / einer tohter Ottokar
öst. reimchr. 2364 MGH. 1561 gott, der mich .. / mit unfruchtbarkeit hat beladen, / das wir keinen erben bekamen Sachs
10,16 LV. A17.jh. nimb von einer jungen küe, .. wann sie ein kalb bekombt, die milch Groenrodt
pferdearzneib. 55 H. 1781 wen
(!) die herzogin einen sohn bekommt K. E. Goethe
br. 51,97 K. 1843 daß Max zähne bekommen hat Hebbel
III 2,176 W. 1967 vater! .. ich bekomme ein kind
(‘bin schwanger’) Kesten
d. gerechte 112. 2008 wenn .. die bäume die ersten grünen blätter bekommen
hann. allg. ztg. (5.3.)4. b ‘
das auftreten eines zustands, einer situation (an sich) erfahren, von einer entwicklung, von einem (eintretenden) geschehen, durch ein hinzukommen von jmdm. oder etwas betroffen werden’
; oft in festen fügungen oder phraseol. wendungen: ⟨u1300⟩
(hierher?) not und angest ich
bekomen / muͦs
d. saelden hort 5470 DTM. 1472/3 dann alleine mein meyt .. von mir grosse schrecken bekumpt Arigo
decameron 10 LV. 1474 daz dy gemeyne an yr trifft darvon keynen schaden bekomen mogen
schöffenspruchsamml. Pössneck 1,298 G. 1558 mein
(der tugend) gut freund freud und lust bekumen Sachs
3,130 LV. 1563 der student .. trug deß unflätigen gestancks, so er .. under seinen stubenfenstern bekame, klein gfallens Kirchhof
wendunmuth 1,172 LV. 1626 gar hefftig er jhn hatte lieb bekommen! Werder
Tasso, Jerusalem 42b. 1669 damit er .. die gelegenheit bekäme, allein mit mir zu reden Grimmelshausen
Simplicissimus 150 Sch. 1703
(phraseol.:) doch kunte diese zurüstung so heimlich nicht geschehen, daß nicht die benachbarten herren davon hätten wind bekommen Bohse
frühlings-früchte 690. 1725 von erster mitternacht an bekamen wir ein schneegestüme Messerschmidt
Sibirien 4,249 W. ⟨1795/6⟩ das gebäude bekommt risse Goethe
I 34,2,250 W. ⟨1856⟩ nie bekamen sie einen thaler gewinn zu gesicht Keller
(1894)4,89. ⟨1871⟩ du entsinnst dich des menschen, mit dem du damals streit bekamst ..? Heyse
[1924] II 4,133. 1924 ihr hund jagt. wenn ihn der forstaufseher vor den lauf bekommt, schießt er ihn Frank
bürger 342. ⟨1986⟩ wenn man unerwünschten besuch bekommt Giesder
benehmen (1991), DWDS-arch. 2008 ein hypochonder, der sich freut, dass er nicht alle krankheiten bekommen hat
das magazin 3,38a. — ‘
eine äußere phys. einwirkung (von jmdm.) erleiden, von ihr getroffen werden’: ⟨1525⟩ ob gleich nur ein teil
(des volkes) gute klappen
(‘schläge’) bekomen hat
(nachschr.) Luther
w. 16,327 W. 1669 indessen bekamen sie mit den mußqueten .. treffliche ribbstöß Grimmelshausen
Simplicissimus 41 Sch. 1791 sie
(eine schwangere) darf
(‘braucht’) nur .. einen stoß oder schlag auf den bauch bekommen Obermayer
unterr. entbindungskunst 62. ⟨1893⟩
(Hoppe:) habt ihr euch denn schon ’n kuß gegeben?
(Hans:) ich hab’ ja noch keinen bekommen Halbe
[1917]2,142. 1930 du bekommst von unserem herrgott auch noch mal eines auf dein maul! Mathar
Johannes 271. 2007 ihr mann .. stellte sich ihm
(dem dieb) in den weg und bekam einen schlag von S.
ndöst. nachrichten (23.10.)50. 4
in verbindung mit einem inf. zum ausdruck von modalität ‘
die möglichkeit zu etwas erhalten’ oder seltener ‘in die lage geraten, etwas tun oder erleiden zu müssen’
; anzuschließen an B 1
u. 3 b: 1472/3 zuͦ sölcher grosser freüde bekam
(er) die schönen frawen zuͦ sechen Arigo
decameron 565 LV. ⟨1539⟩ ir
(juristen) werdet zuschaffen bekomen! Luther
tischreden 4,245 W. 1598 da hatt K. Carle widerumb zuthun bekhommen, ehe ers .. wider richtig gemacht Spangenberg
musica 106 LV. 1669
(phraseol.:) wenn einer mit mir zu thun hätte bekommen
(‘sich mit mir hätte auseinandersetzen müssen’) Grimmelshausen
Simplicissimus 239 Sch. 1670 daß die alten Afrika .. nur so weit, als sie darvon zu wissen bekommen, beschrieben
Dapper, Africa 10b. 1714 und hätte doch noch jeder vierthalb centner .. zu tragen bekommen Schudt
merckwürdigkeiten 1,11. ⟨u1860/70⟩ die bringerin
(des grußes) / bekam ich .. leider nicht zu sehn Mörike
21,324 M. 1930 offen riskieren sie’s nicht, sie bekämen die fäuste des „Kalmücken“ zu spüren Mathar
Johannes 135. 2005 falls Pelle
(der hund) den verkäufer zu packen bekommen hätte Potente/U.
Los Angeles 101. 5
als hilfsverb in verbindung mit dem part. prät. eines transitiven verbs in passivischer konstruktion; anzuschließen an B 1
u. 3 b: 1736 welche
(junggesellen) dann von der braut schöne cräntze .. geschenckt bekommen Gomolcke
zion 141. ⟨1888⟩ die burschen haben grüne zweige .. auf den hut gesteckt bekommen Rosegger
ges. w. 12(1925)41. 1960 sie bekommen alles vorgeschrieben Bräunig
sommer 150. 2003 solange man diese frage noch beantwortet bekommen kann Timm
beispiel 56.Schrader