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BEGINE

mhd. bis Dial. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB2
Anchors
15 in 14 Wb.
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Eintrag · Grimm Neubearbeitung (1965–)

BEGINE f.

Bd. 4, Sp. 579
BEGINE f.älter auch begein. mhd. mnd. begîne. mitglied einer schwesternschaft, die ohne gelübde u. approbierte regel ein geistliches (karitatives) leben führt u. deren rechtlicher status zwischen dem von ordensleuten u. laien liegt (vgl. lex. ma. 1,1799 ff. sowie lex. theol. u. kirche 32,144 f. u. ebd. 6,616). entlehnung aus gleichbed. mnl. beghine, baghine, (nnl. begijn, bagijn), das auf afrz. beguine ‘laienschwester’ zurückgeht (vgl. auch zur gleichen zeit bezeugtes mlat. begina, beguina). die weitere herleitung des wortes, das mit dem aufkommem der laiengemeinschaften in Brabant u. Lüttich zu beginn des 13. jhs. seinen ausgang in den gebieten niederländisch-französisch gemischter kultur hat, ist unsicher u. umstritten. am wahrscheinlichsten ist das zugrundeliegen eines verbs afrz. beguer ‘murmeln stammeln, stottern’, nfrz. bégayer. diewohl mit bezug auf das sprechen von gebeten u. mit zuschreibung falscher, geheuchelter gläubigkeit zunächst oft abwertend gebrauchte personenbezeichnung fände eine entsprechung im beinamen eines frühen, 1177 gestorbenenen organisators der beginen in Lüttich, Lambert le Bègue (bzw. mnl. le Begghe oder afrz. li Begues; vgl. EWN 1,247 f. u. FEW 15,86a ff., bes. 88b f.). zu anderen herleitungsversuchen sowie zu den unsicheren ableitungsverhältnissen bei den männl. bezeichnungen mnl. bagaert, beg(g)aert ‘laienbruder scheinheiliger(nnl. begard), afrz. beguin u. begart ‘laienbruder; scheinheiliger; bettelmönch(vgl. mlat. beginus u. beg[u]ardus u. desweiteren engl. beggar ‘bettler’) s. EWN a. a. o. u. FEW a. a. o.; zunächst im mlat. kontext: z.j.1230 quedam mulieres in Alemannia, scilicet beguine, esse inceperunt; .. habitum et mores religiosorum sibi assumentes in: DRW 1,1417. ⟨2.h13.jh.⟩ nu wil ich úch schriben von einer waren geistlichen swester und von einer weltlichen beginen Mechthild v. Magdeburg 106 N. ⟨1344⟩ einkein gotzhus wib sol geistlich ald ein begin werdun one einz probstz urlvb und an sine munt weist. 1,311 G. ⟨u1360⟩ in dissem jare (1319) vorbannede men de beginen und baggarde (Magdeb.) chr. dt. städte 7,187. ⟨1455/70⟩ ich wolt ee ein begyne werden inn eyme closter Pontus 223 TSM. 1522 dan sie (die katholischen geistlichen) kein eelich frawen haben. / ich denck, das sie die beginen schaben Murner 9,272 Sch. 1533/4 (der papst) hat die begein auch nit dulden wöllen Turmair 5,1,437 ak. 1534 so besolden sy klageleüt, alt begeinen Franck weltb. 134a. 1609 22. jungfrawen closter, vnder denen sindt acht welche auff dem haupt schwartze wielen tragen, 50. andere bäginen (welche ins gemein schwesteren genant werden) Quad herligkeitt 297. hs.1704 es erbeut sich darauff die kirche, dem hospital nach nohtdurfft und anzahl der beginen jährlich ein gewisses zureichen entscheid. cölln. konsistorium 492 B. 1791 daß die welt- und ordensgeistlichen, die nonnen und beguinen .. zusammen den fünften theil dieser anzahl (der einwohnerschaft von Mecheln) ausmachen Forster 9,151 ak. ⟨1843⟩ die begarden und beginen, eine art von geistlichem orden, der sich ohne strengeren klosterzwang einem beschaulichen zusammenleben widmete Wackernagel kl. schr. (1872)2,160. ⟨1944⟩ man hatte das mädchen bei einigen frommen schwestern, sogenannten beginen, untergebracht G. Hauptmann ausgew. prosa 4,550 M. 2009 (bildunterschrift:) wohngebäude der beginen am Erkelenzdamm: seit 2007 leben hier mehr als 50 frauen unter einem dach berl. ztg., beil. (17./18.10.)2c.Grimm
3456 Zeichen · 109 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    begineswv.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    begine , begene swv. sperre den rachen auf um etwas zu verschlingen. der hellen di daʒ abgrunde begenit mit irn munde un…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    begine

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +1 Parallelbeleg

    begine, verschnittenes Mutterschwein.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Begine

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Die Begine , plur. die -n. 1) Ehedem gewisse andächtige ledige Frauenspersonen, welche eine Art Nonnen waren, aber keine…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Begine

    Goethe-Wörterbuch

    Begine in Druckvar auch ‘Beghine’ u ‘Beguine’ Mitglied einer halbklösterl, mittelalterl Frauengemeinschaft, im Volksmund…

  5. modern
    Dialekt
    Begine

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    Begine Band 2, Spalte 2,92

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit begine

19 Bildungen · 19 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von begine 2 Analysen

be- + gine

begine leitet sich vom Lemma gine ab mit Präfix be-.

Alternativen: beg+-in+-e

Zerlegung von begine 2 Komponenten

beg+ine

begine setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

begine‑ als Erstglied (19 von 19)

beginenkonink

KöblerMnd

beginenkonink , M. Vw.: s. begīnenkȫninc*

begînenprōvest

MNWB

beginen·provest

° begînenprōvest, m. : Geistlicher der die Aufsicht über ein Beginenstift führt (Liliencron Volkslieder 2, 217). prōvestdinc, ~hof, ~hûfe, p…

Begīnensnīder

WWB

beginen·snider

Begīnen-snīder › begīnensnīer ‹ 1. Kastrierer ( Bek Abeler, Sos Bo = SchmB ). — 2. jemand, der andere übervorteilt ( Osn KlönA, Bek Li = Nie…

Beginentaglohn

RhWB

beginen·taglohn

Beginen-taglohn m.: in der RA.: Ech han ene B.ədagluhn verdent, d. h. eine Stecknadel gefunden Kref-Osterath .

Beginentand

MeckWB

beginen·tand

Beginentand m. wertlose Sache: 'Beginentandt unde Oldenfruwensnack by den Spinnewocken hervorbringen' Gry. Paw. G 4 a .

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „begine". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/begine/dwb2
MLA
Cotta, Marcel. „begine". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/begine/dwb2. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „begine". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/begine/dwb2.
BibTeX
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