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Begine

mhd. bis Dial. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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15 in 14 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Begine

Bd. 1, Sp. 802
Die Begine, plur. die -n. 1) Ehedem gewisse andächtige ledige Frauenspersonen, welche eine Art Nonnen waren, aber keine Gelübde ablegten. Es gibt ihrer in Flandern, Picardie und Lothringen noch, in den übrigen Ländern aber sind sie aufgehoben worden. Von der Andächteley, von welcher diese Personen ihr Hauptwerk machten, und von den Ausschweifungen, welchen sie sich nicht selten ergaben, ist es gekommen, daß noch in einigen Gegenden eine alte Begine als ein Schimpfwort gebraucht wird, und so wohl eine Betschwester, als auch eine liederliche Weibsperson bedeutet. In dem mittlern Lateine hieß diese Art von Nonnen Beguinae, Beginae, und im Franz. Beguines. Der Ursprung dieses Nahmens ist noch ungewiß. Einige leiten ihn von der Begga, der Schwester der heiligen Gertrud her, die ihre Stifterinn seyn soll; andere von Lambert le Begue, einem Priester, der gleichfalls für ihren Urheber ausgegeben wird; noch andere von der Begga, Pipins Tochter, welche in ein Kloster gegangen ist. Am wahrscheinlichsten kommt dieser Nahme von dem alten begge, betteln, her, welches noch im Englischen üblich ist, weil die Beginen sich vornehmlich auf das Betteln legten. Wie fern das Osnabrückische Begyne, ein verschnittenes Mutterschwein, hierher gehöret, mögen andere untersuchen. S. Frischens Wörterbuch v. Beginnen, du Fresne Beghardi, und Mosheims Kirchenhist. 2) Eine Art leinener Hauben, besonders in Niedersachsen, welche unter dem Kinne zugebunden werden, etwa von der Art, die in Obersachsen mit einem Französischen Worte Cornetten genannt werden; vermuthlich, weil die Beginen dergleichen getragen. Diese Art Hauben wird im Französischen gleichfalls Beguin, im Italiänischen Beghino und im Englischen Biggin genannt.
1717 Zeichen · 16 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    begineswv.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    begine , begene swv. sperre den rachen auf um etwas zu verschlingen. der hellen di daʒ abgrunde begenit mit irn munde un…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    begine

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +1 Parallelbeleg

    begine, verschnittenes Mutterschwein.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Begine

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Die Begine , plur. die -n. 1) Ehedem gewisse andächtige ledige Frauenspersonen, welche eine Art Nonnen waren, aber keine…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Begine

    Goethe-Wörterbuch

    Begine in Druckvar auch ‘Beghine’ u ‘Beguine’ Mitglied einer halbklösterl, mittelalterl Frauengemeinschaft, im Volksmund…

  5. modern
    Dialekt
    Begine

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    Begine Band 2, Spalte 2,92

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit begine

19 Bildungen · 19 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von begine 2 Analysen

be- + gine

begine leitet sich vom Lemma gine ab mit Präfix be-.

Alternativen: beg+-in+-e

Zerlegung von begine 2 Komponenten

beg+ine

begine setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

begine‑ als Erstglied (19 von 19)

beginenkonink

KöblerMnd

beginenkonink , M. Vw.: s. begīnenkȫninc*

begînenprōvest

MNWB

beginen·provest

° begînenprōvest, m. : Geistlicher der die Aufsicht über ein Beginenstift führt (Liliencron Volkslieder 2, 217). prōvestdinc, ~hof, ~hûfe, p…

Begīnensnīder

WWB

beginen·snider

Begīnen-snīder › begīnensnīer ‹ 1. Kastrierer ( Bek Abeler, Sos Bo = SchmB ). — 2. jemand, der andere übervorteilt ( Osn KlönA, Bek Li = Nie…

Beginentaglohn

RhWB

beginen·taglohn

Beginen-taglohn m.: in der RA.: Ech han ene B.ədagluhn verdent, d. h. eine Stecknadel gefunden Kref-Osterath .

Beginentand

MeckWB

beginen·tand

Beginentand m. wertlose Sache: 'Beginentandt unde Oldenfruwensnack by den Spinnewocken hervorbringen' Gry. Paw. G 4 a .

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „begine". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/begine/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „begine". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/begine/adelung. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „begine". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/begine/adelung.
BibTeX
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