ALLWEGEN,
allewegen adv. mhd. al(le)wëgen,
(mit sekundärem -t
obd.) al(le)wëgent,
(mit kontraktion obd.) al(le)went,
mnd. al(e)wē
gen. zugrunde liegt eine dativische pluralform (vgl.⟨1300⟩
passional unter 2
). der gängige literarische gebrauch läuft im 17. jh. aus. vgl. auch allewege. 1
temporal, ‘immer’. a
stets, zu jeder zeit, allezeit: ⟨1215/20⟩ vil gerne ich allen mînen sin / wende ze guote / und habe alwegen huote / daz ich iemer missetuo
klage 1088 B. 1276 daz dis gedinge vn̄ diz geschefte stæte .. allewegent belibe
corp. altdt. originalurk. 1,283 W. ⟨1325⟩ unser herre der sich allewent erbarmet über die erbarmeherzigen
dt. mystiker 1,265 P. ⟨1484⟩ wann er soͤliche gebet vor allwegen het abgeschlagen
Tristrant 22 LV. 15.jh. uf das allwent ein guͦter gemeyner merckt und keyn brest an saltz sin werde
strassb. zunft-verordn. 423 B. ⟨1533⟩ herzog Johanns .. pflegte allwegen zu sagen: .. Luther
tischreden 3,74 W. 1645 haben sy .. an khibelen geschlagen, hat aber .. nit dickh werden wöllen, sonndern ist albegen lauter bliben, wie ein schleglmilch
(buttermilch) in: Byloff
volkskundliches (1929) 24. b
jedesmal: 1293 der viervn̄zweinzigen sv͗ln oͮch zwene allewegent sin an dem gerihte bi dem schvltheizen, swenne er rihtet
corp. altdt. originalurk. 3,96 W. ⟨u1300⟩ segen, / den die priestere allewegen / uber dem altare sprechen, / e sie daz brot zubrechen Heinrich v. Hesler
evangelium Nicodemi 466 LV. u1480 gip das
(pulver) dem pferde deß tags zu vier molen fuͦtter vnd gip im al wegen ein geischel foul geribens brotz dar vnder
mal. hausb. XXII B./S. 1515 ein gewonheit .. das die buren alwegen zu den ostern .. ein oster spil machen
Eulenspiegel 18 HND. 1610 ettlich wenig sein allwegen auf yedem musterplatz ausblieben
in: Frauenholz
heerwesen (1935)3,2,129. 1812
(historisierend ) wann er
(d. tapfere schneiderlein) allwegen sieben auf einen streich zu tod schlagen würde Grimm
kinder- u. hausmärchen (1948)82 K. 2
lokal, ‘überall’,
selten u. nicht immer eindeutig zu trennen vom temporalen gebrauch unter 1: ⟨1300⟩ man greif zusamne allen wegen .. und machte under dem rade / ein vuer
passional 343a K. M15.jh. wan .. die furme
(‘form’) aller dinge .. virfellet .. in ein virgeßenheit, so sint alwegen nottorftig gezugnisse der schrift
(Mainz) chr. dt. städte 17,5. 15.jh.
vndique allewegen
(md.) Diefenbach
gl. 626c. 1557 wo ich .. gewandret bin, hab ich allwegen schoͤne .. frawen funden; jedoch haben sie mir an einem ort mehr dann an dem andren gefallen Wickram
2,335 LV. 3
in jeder hinsicht, völlig, auch in allwegen: ⟨14.jh.⟩ under den erberesten uwern swestern, den ir allewegent volgen söllent in rehter geloßenheit
schürebrand 15 S. 1405 das er dasselb guͦt in allwegen nutzen .. sol
in: Jutz
vorarlb. wb. 1,63. 1569 das man den peinlichen fragen nicht allwegen trauwen, doch auch nicht allwegen mißtrauen sol
theatrvm diabolorum 120a. 1643 die gewissen-lose reiche sind mir nicht viel gönstig gewesen, dan ich den vbermuth .., so sie allwegen wider die armuth üben, .. nimmermehr hab dulden wollen Moscherosch
cura 113 HND. 4
jeweils, abgeleitet aus 1 b
(vgl. allewege 5
): u1480 sol sie
(münze) halde(n) 7 lot, so leig die zwo su(m)me gein ein vnd hebe auff .. 9 marck roitz vnd 7 marck weiß von den zwein sum(m)en. an wellicher somme(n) dir über schaüst rott oder weiß, so gleich es alwegen zu 9 lot roits 7 lot weiß
mal. hausb. XXX B./S. ⟨1562⟩ es haben ire 4 männer, allwegen zwen, ainen stecher auf iren achslen ob ainem ruederbaum getragen
(Augsb.) chr.dt.städte 33,197. 5
formelhaft je und all(e)wegen
u.ä. ‘
immer (und überall)’: 1484 seitmalen wir .. ie und allwegen .. unsern underthan .. zu begaben geneigt
obrhein. stadtrechte I 101. 1546 aus gnedigem willen, domitt wir vorgedachtem doctori Marthino .. je vnd allewegen genaigt gewesen
in: Luther
brw. 12,349 W. 1669 weistu nicht, daß man je und allwegen die kriegsaempter mit adelichen personen besetzt hat? Grimmelshausen
Simplicissimus 47 Sch.Braun