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Begreifen

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Campe
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Begreifen trs., trs., rec.

Bd. 1, Sp. 421a
Begreifen, v. unregelm. (s. Greifen). I) trs. 1) Oft an etwas Greifen, daran hin und her greifen. Der Fleischer begreift das Vieh, zu untersuchen, ob es fett sei. Der Arzt begreift Die Schlagader, um den Schlag derselben zu untersuchen. »Tritt herzu, mein Sohn, daß ich dich begreife, ob du seiest mein Sohn Esau oder nicht.« 1. Mos. 27, 21. Dann, durch vieles Angreifen abnützen. Ein begriffener Hut. Ein begriffenes Buch. Sage du begriffne Leier, Wem ich dich vermachen darf? Günther. Uneigentlich, sich mit einer Sache beschäftigen, in welcher Bedeutung aber nur das Mittelwort der vergangenen Zeit mit sein gewöhnlich ist, begriffen sein. I einer Sache, in der Arbeit, oder über der Arbeit begriffen sein. Die Truppen sind im Anmarsch begriffen. Er ist auf der Reise begriffen, befindlich. 2) Umspannen, umfassen. »Er begreifet die Erde mit einem Dreiling.« Es. 11, 12. »Ein Maß von dreißig Ellen mochts umher begreifen.« 2. Chron. 4, 2. Uneigentlich, einschließen, Theil nehmen lassen. Spanien wurde mit in den Frieden begriffen. Sein erster Bundesgenoß wurde in dieses neue Bündniß nicht mit begriffen. Dann, mit dem Verstande begreifen, umfassen, gründlich einsehen. Es ist leicht, schwer zu begreifen. Nun begreife ich erst, wie es zuging. »Nun das begreife ich doch in aller Welt nicht.« Weiße. »Ein edler Geist begreift aus einem einigen (einzigen) großen Beispiele die ganze Lehre seiner Pflichten.« Dusch. 3) † Ertappen, O. D. welches die uneigentliche Bedeutung von ergreifen ist, die begreifen ehemahls hatte. Einen bei der That begreifen. »Und kann sie nicht überzeugen, denn sie ist nicht darin begriffen.« 4. Mos. 5, 13. 4) Х Durch Darangreifen, Tasten vertreiben. O. S. Die Rose am Fuße begreifen, abergläubig darauf hin und her greifen, damit sie sich verlieren soll. Z. II) ntr. mit haben und mit der Fügung eines trs. enthalten, in sich fassen, schließen. Der äußere Zirkel begreift die kleinern in sich. Alles was die Welt in sich begreift. Dieses Werk begreift mancherlei Bedeutungen in sich. III) ≠ rec. Sich begreifen, N. D. sich im Straucheln an etwas anhalten, um das Fallen zu vermeiden. Uneigentlich, sich seiner bewußt werden, zu sich kommen. Ein Zorniger begreift sich bald wieder, kömmt bald wieder zu sich. — Das Begreifen. Die Begreifung. S. auch der Begriff.
2296 Zeichen · 67 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    begreifenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +4 Parallelbelege

    be-greifen swv. BMZ ergreifen Kolocz. Mar. 148,26.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Begreifen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Begreifen , verb. irreg. act. S. Adelung Greifen . 1. Ergreifen, angreifen und fest halten. 1) * Eigentlich, in welcher …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    begreifen

    Goethe-Wörterbuch

    begreifen vereinzelt -ff- A verstehen 1 für den Erkenntnisprozeß a mBez auf Naturerscheinungen u geistige (mehrf künstle…

  4. modern
    Dialekt
    begreifenst.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    be-greifen st. : 1. 'geistig erfassen, verstehen'. Der begreift nix in der Schul [allg.]. Das kann ich net begreife, vom…

  5. Sprichwörter
    Begreifen

    Wander (Sprichwörter)

    Begreifen 1. Was jeder begreift, das bleibt nicht sauber. – Lehmann. 2. He bigripter 1 so väl van 2 , as d' oll Mutt 3 v…

  6. Spezial
    begreifen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    be|grei|fen vb.tr. 1 (verstehen) capí (capësc), intëne (-ënn, intenü), rové do 2 odëi ite. ▬ den Sinn eines Wortes nicht…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit begreifen

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von begreifen

be- + greifen

begreifen leitet sich vom Lemma greifen ab mit Präfix be-.

Zerlegung von begreifen 2 Komponenten

beg+reifen

begreifen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

begreifen‑ als Erstglied (1 von 1)

begreifenlich

FWB

1. ›faßbar, verständlich‹; 2. ›fähig zu erfassen, zu bergeifen‹

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APA
Cotta, M. (2026). „begreifen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/begreifen/campe
MLA
Cotta, Marcel. „begreifen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/begreifen/campe. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „begreifen". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/begreifen/campe.
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