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BEGREIFEN

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

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Eintrag · Grimm Neubearbeitung (1965–)

BEGREIFEN vb.

Bd. 4, Sp. 606
BEGREIFEN vb.ahd. bigrîfan, mhd. begrîfen, mnd. be- grîpen, mnl. begripen, nnl. begrijpen, afrs. bigrīpa, ae. begrīpan. 1 greifen, fassen, halten. a jmdn., etwas ergreifen, anfassen, betasten; bes. in älterer rechtsspr.jmdn. festnehmen, (auf frischer tat) ertappen, (im letzten moment) festhalten, erwischenauch ‘etwas in besitz nehmen, mit beschlag belegen(vgl. DRW 1,1425 ff.). häufig u. entsprechend den lat. vorlagen comprehendere, capere u. a. schon früh bildl. u. dann oft in passivischer konstruktion von, mit etwas begriffen sein oder werden ‘von etwas befallen, überwältigt oder überrascht werden(besonders von krankheiten); seit d. 18. jh. in deutlich abnehmender bezeugung: E8.jh. deripiunt picrifant ahd. gl. 1,109,8 S./S. ⟨800/10⟩ inti thaz lioht in finstarnessin liuhta inti finstarnessi thaz ni bigriffun tenebrae eam non comprehenderunt, Tatian 21,4 S. 9.jh. (ne dum suis incautus laudibus) capitur (.. der priester) picriffan (.. uuerde) ahd. gl. 2,219,2 S./S. (vgl. ahd. wb. 4,421). ⟨u1070⟩ tisiu werlt ist also getan, swer zuo ir beginnet van, / si machot iz imo alse wunderliep, von ir chomen nemag er niet. / so begriffet er (i)ro gnuoge, er habeti ir gerno mere memento mori 5,3 M. ⟨u1120/30⟩ do der guͦte Jacob sin sun het gesegenot / do begreif in der tot milst. genesis 114,24 D. ⟨u1147⟩ er (der ritter) begreif sînen scilt unt sîn sper kaiserchr. 11086 MGH. ⟨12.jh.?⟩ ir sult pitten umbe alle die, die mit noten und mit angisten begriffen sint münch. glaube 100 S. ⟨u1220⟩ dô die heiden al gelîche / in kielen und in schiffen / mit gwalt daz lant begriffen (‘angriffen’) Fleck Flore 374 S. 1290 in swelihs herren lande gvͦt lit, daz hin vber oder her vber bechlagt ist, oder an reht begriffen ist corp. altdt. originalurk. 2,518b W. ⟨1325⟩ weret dat jement ungiftige laken (‘mangelhafte tuche) van hennen utvorde unde he darmede openbar begrepen worde urkb. Hildesh. 3,679 D. hs.M14.jh. do volgete in (den Juden) kunich Pharaon mit den sinen in daz mer und dachte sie also begrifen altdt. pred. 1,44 Sch. ⟨u1388⟩ du (Jesus) hast nicht gescheucht den peichtunden schacher, .. noch dÿ flegunden frawen chananeam, noch dÿ an dem eprechen begriffen wart Heinrich v. Langenstein erchantnuzz 141 TSM. ⟨1394/5⟩ Agnes die sëlig chüniginn ward an sand Jörgen tag mit swërem siechtum begriffen öst. chr. 192 MGH. 1472 als die stieffmuter wider ein gieng, begreiff er den puls des kranncken vnd empfand, das der puls starck vnd krefftig was Eyb dt. schr. 1,21 H. ⟨v1475⟩ freülin daß im eebruch begriffen ward ders., sitten (1511)72b. 1484 die habe .. mit hangendem rechtenn als spennig verhefft oder begriffen in: DRW 1,1426. 1508 es begaͤb sich dan̄ das ain mensche begriffen waͤr mit tragkait oder schwaͤrmuͤtikait Geiler pred. B 1c. 1520/30 als .. uns di nacht abermals begriffen het verh. Th. v. Absberg 200 LV. ⟨v1565⟩ wenn einer in ein haus koͤmpt vnnd begreiffet alles, siehet in alle winckel, lieset anderer leute brieffe, das ist auch ein narrenstuͤck Mathesius Syrach (1586)1,140b. 1566 das (volk) hanget an dingen, so nicht erscheinen, noch mit sinnen können begriffen werden, nehmlich allein am wort; das gläubt solch völklin Aurifaber nach Luther tischreden 1,544 W. ⟨1568⟩ Caius Julius Cesar .. war auch mit dieser kranckheit .. begriffen Reiszner Frundsberg (1572)106b. 1571 occupirn, einnemen, inhaben, erstlich besitzen vnd begreiffen, vor andern annemen Rot dict. L 5a. 1598 wenn man sihet, daß sie (die gänse) eine stelle zum legen suchen, so mus man sie befuͤhlen vnd mit einem finger begreiffen, ob sie ein ey haben Colerus oecon. 4, Ccc 2a. 1639 Heidenreich, als er schon mit der peste begriffen war Micraelius Pommer-land 4/6,166. 1665 mein herr .. begrif darauf seine kleider hin und wieder, und wo er etliche kleinot verborgen merkete, schnitte er alle heraus und lieferte sie jhnen (den räubern) ein Bucholtz Herkuliskus 40b. 1677 die mit solcher kranckheit begriffen seyn, leidet man gar ungern, in anderer gemeinschafft Butschky Pathmos 937. ⟨1748⟩ ein alter arzt, der manchen tod erfahren, begriff den puls Werlhof ged. (1756) 78. 1844 werden seeräuber in der that selbst begriffen (‘angegriffen) und machen sie von waffen gebrauch, so hat der sieger recht auf leben und tod Heffter völkerrecht 182. 1846 soviel ich mich besinne, sah das .. buch allerdings aus als ob es schon begriffen (‘abgegriffen’) und am rande angefaßt gewesen sei, wie gelesene bücher auszusehn pflegen J. Grimm unbekannte br. 409 Sch. 1848 daß nur der kleinere theil von Deutschland, Baden, Württemberg, die Rheinlande und Sachsen .. so weit seyen, daß sie eine rein demokratische verfassung wünschen und begreifen Zimmermann dt. rev. 664. 1928 in jenem wort der mystiker, das da sagt: wenn du eine sache nicht begreifen kannst, so sei müßig, dann begreifet dich die sache! W. v. Scholz tgb. 275. 1980 (substantiviert:) vom vielen begreifen bleibt’s rostfrei (das turngerät) Jendryschik ebene 75. 2003 eine attraktion des GeoParks Harz .. 500 millionen jahre erdgeschichte lassen sich hier im sinne des wortes „begreifen“ nat. geographic Dtld. 12,14a.im mhd. auch refl. ‘sich streiten, sich (verbal) angreifen, kämpfen’: ⟨n1190⟩ Merion darzv quam / vn̄ begunde slahen vn̄ tretē / vn̄ wolte daʒ harnasch beretē / vn̄ begreif sich mit Ectore Herbort 5004 F. ⟨A13.jh.⟩ von Jacob wir diz selbe lesen, / der mit dem engel sich begreif (‘rang’) Ebernand 2863 B. ⟨2.h13.jh.⟩ si (die liebende seele) .. mag das nit erliden, das si sich mit ieman arglich begrife Mechthild v. Magdeburg 89 N. hs.u1430 er (der ritter) ist ubeltetig und böse uber alle die er gemeistern mag; das sint alle die die sich mit im begriffen Lancelot 1,141 DTM. 15.jh. begreiffen sich lewth mit worten und reden vor gerichte gegen eynander in: DRW 1,1426. b etwas schriftl. festhalten, verfassen, formulieren; vor allem in d. rechtsspr.etwas festlegen, festsetzen, bekräftigenöfter mit eid begreifen: ⟨v1022⟩ taz sageta ih fore langseimo. nû uuile ih iz pegrîfen churzlicho breuissime monstrabo Notker 1,2,174 ATB. ⟨u1160⟩ si beswuͦren den uil guͦten, / mit eide sie iz begriffen (‘bekräftigten), trierer Aegidius 581 B. ⟨1394/5⟩ alz ich das von seinem erbern leben (des fürsten) hie an dem fümften puch diser kroniken han begriffen öst. chr. 2 MGH. 1471 des solle ein eidt begriffen werden von burgermeister und ratte obrhein. stadtrechte I 503. 15.jh. dis sint unse der dücher ordenunge gewonheit und harkummen uf das kurzest begriffen (überschrift) strassb. tucherzunft 101 Sch. 1521 ßo sollen doch die hern des camergerichtz die gerichtzhendel, ßo zum urtel beschlossen, ubersehen und urtel begreifen Planitz ber. 40 W./V. 1536 (der brief) artickelsweis teutsch oder lateinisch begriffen Sender in: (Augsb.) chr. dt. städte 23,284. 1639 vnd doctor Bugenhagen, der dazu von Wittenberg verschrieben ward, hat solche kirchen-ordnung gefasset vnd drin ordentlich begriffen, wie man hinferner in kirchensachen verfahren solte Micraelius Pommer-land 1/3,651. ⟨1788⟩ so haben wir .. gegenwärtige postordnung unser höchsten willensmeinung gemäß begreifen und zum druck befördern lassen in: Berg hdb. policeyrecht (1799)7,612. c begriffen part.adj., nur prädikativ in der wendung in, mit etwas begriffen sein (im augenblick) mit etwas beschäftigt befaßt sein, in einer situation, einem zustand befindlich sein; seit d. 18. jh. auch mit sachsubjekt; wohl herzuleiten von 1 a ‘bei einer tätigkeit ertappt, überrascht werden’: ⟨1459⟩ von den die in krieg begriffen sein (Augsb.) chr. dt. städte 5,235 (anm. 2). ⟨u1520⟩ eyn altô sn̂ütliche stolte derne / is mit der lêve sêre begreppen Bote köker 31 ATB. 1671 in deme ich nun sahe daß sie (die gäste) im auszahlen begriffen Grimmelshausen simpliciana 34 Sch. 1703 indem beyde grafen in so lustigen gespräch begriffen Bohse frühlings-früchte 670. 1758 unter dem feigenbaum, der im ausschlagen begriffen seyn mochte Hamann 1,216 N. ⟨1824⟩ leider ist der größte theil der villen jetzt etwas im verfall begriffen Schinkel nachlaß 1,302 W. 1931 in allen .. bezirken des geistes sind verstand und einbildungskraft beständig im ringen begriffen Breysig seele 443. 1965 es gab ein im ausbau begriffenes fort, vorerst ein camp Seghers kraft 33. 2006 für den im schnellen wachstum begriffenen, aufstrebenden klub n. zürch. ztg. (16./17.9.)46b. d selten refl., sich (wieder) fassen, beruhigen, zusammenreißen, besinnen: 1647 das nun der abschlag (‘ablehnung’) für diesmals hierauf erfolget hat (der bewerber) .. nicht übel aufzunehmen, sich darin besser zu begreiffen, und auf anständigere vorschrift zu rechnen ertzschrein 91 K. ⟨1647⟩ kunte er doch aus bestürtzung .. und erblickung seines bruders unter uns .. sich nicht begreiffen Olearius reisebeschr. (1696)207a. 1787 bestürzt über das was ihr zu entwischen schien, und gleichsam sich begreifend J. G. Müller Emmerich (1786)3/4,438. ⟨1795/6⟩ er ist – murmelte der alte zwischen den zähnen .. hier begriff er sich noch .. und ging davon Engel (1801)12,257. 2 übertragen auf geistige prozesse ‘etwas mit dem verstand erfassen, erkennen, jmdn., etwas verstehen, durchschauen’, auchetwas lernen, sich geistig aneignen’, häufig absolut. schon im ahd. durch die übersetzung der übertragenen verwendung der lat. vorlagen (vgl. 1 a) bezeugt, findet aber in d. christl.-mystischen spr. des hohen mittelalters nochmals eine eigenständige übertragung statt. vom 18. bis mitte d. 20. jhs. auch etwas begreift sich ‘etwas versteht, erklärt sich aus sich heraus, von selbst’ 10./11.jh. (sed navitatis eius mysterium) non adprehendo nipigrifo ahd. gl. 2,278,43 S./S. (vgl. ahd. wb. 4,421). ⟨v1022⟩ (die göttliche erkenntnis) diu in einero samohafti . unde eines plicches alliu ding pegrîfet Notker 2,172 ATB. ⟨u1220⟩ wand wes sin (Jesu) wart iͤ so wis, / de dat begrifen möcht einich wis, / wat vröuden din (Marias) herz ind din lif hedde / in dem selgem kindelbedde? rhein. marienlob 1391 LV. ⟨n1391⟩ recht sam die tumbe dyren / nicht en cunnen begrifen / die minschliiche maniren bruder Hans marienlieder 3451 ATB. 2.h14.jh. wan swie dv sele nach gottis bilde geschaffen si, das si [vor aller der welte creaturen] gottes erkantnvste begrifen mac David v. Augsburg 460 R. ⟨1436⟩ und auß den dingen allen begreiff Grisardis, das die kinder ireu kint waren Grosz Grisardis 51 ATB. 1522 aber den vorstendigen und grossen (kindern) tzeygt man ursach an, das sie mit der vornunfft begreyffen, was nutz oder unnutz Luther w. 10,1,1,27 W. u1673 hierzu hat uns gott den verstand gegeben, daß wir seinen willen gar wol fassen und begreiffen können Grimmelshausen Simplicissimus 2,696 LV. ⟨1732⟩ daß ich, ehe ein jahr vergieng, das gantze handwerck besser begriffen, als mancher, der schon etliche jahr darauf gereiset war Schnabel Felsenburg (1997)2,471. 1781 das (die hypothese über die entstehung der welt) ist wunderbar, sehr wunderbar! aber es begreift sich doch, sagten die Abderiten Wieland I 10,72 ak. 1789 so wirst du mich begreifen und vielleicht entschuldigen Schiller 25,170 nat. 1821 wir verstehen beide zu wenig von der mechanik, ich, daß ich die .. einrichtung .. beschreiben, und sie (anrede) daß sie sie begreifen könnten Börne 4,459 R. 1841 es begreift sich leicht, daß er (Luther) eine andere sprache führen mußte, als es galt, die bauern .. in bewegung zu setzen hist.-polit. bl. 7,177. 1865 je älter ich wurde, desto mehr begriff ich ihn (den vater) .. auch in allen seinen schwächen Raabe 9,1,291 H. 1930 Bernard begriff ihn nicht. unmutig, mit kühlem abschied, verließ er den freund Zarek begierde 450. 1959 aus dieser grundeinstellung heraus begreift sich auch die große zahl seiner (Richard Hamanns) ästhetischen schriften forsch. u. fortschritte 157b. 1965 (substantiviert:) noch war kein begreifen in ihrem blick Erpenbeck gründer 2,227. 1996 meine frau begriff nicht, wollte nicht, konnte nicht begreifen, was mir passiert war M. Walser krieg 19. 2009 die russischen wachsoldaten schrien ubornaja. alle türen aller waggons wurden geöffnet. wir purzelten .. ins .. schneeland ... wir begriffen, ohne zu verstehen, ubornaja heißt gemeinschaftlicher klogang H. Müller atemschaukel 20.auch jmdn., sich, etwas (als etwas) begreifen ‘jmdn., sich, etwas für etwas halten, als etwas bestimmtes ansehen eine vorstellung von etwas, jmdm. haben’: ⟨u1300⟩ o we ich muz bekennen, / .. daz ich der iteln einer bin! / daz spriche ich nicht uf den sin / der demut, nein ich, werlich / an warer schult begrife ich mich väterb. 154 DTM. 1510 wie begreiffet der selb knab seinen vatter: er begreiffet jn alls ain̄ wolthaͤtter Geiler spinnerin c 4a. ⟨1530⟩ darumb so wissen in diser seligkeit, wie sie David hie begreift, daß der vatter durch den sun alle menschen selig macht Paracelsus II 6,185 S. 1812 welcher sinn, welches talent, welche übung gehört nicht dazu, eine weite und breite landschaft als bild zu begreifen! Goethe I 27,20 W. 1839 er begreift sich als glied eines großen körpers hist.-polit. bl. 4,134. 1965 der film .. muß als zeitkritisches dokument begriffen werden wochenpost 26,26d. 2006 seit langer zeit (ist) wieder lärm .. im hafen Beiruts zu hören .. kann man den krieg als akustisches phänomen begreifen, frage ich mich n. zürch. ztg. (18.9.)27a. 3 etwas zusammenfassen, umfassen, ein- oder umschließen, umgreifen (auch räumlich, selten von menschen); in bezug auf texte (bücher, gesetze, verträge u. ä.)beinhalten, enthalten(gelegentl. in semantischer nähe zu 1 b ‘formulieren’); geläufig in den wendungen etwas in, unter sich begreifen etwas einschließen u. etwas, jmdn. unter etwas begreifen etwas, jmdn. unter etwas einordnen, subsumieren: ⟨v1022⟩ taranâh pegreif taz kemâle allero tîero lide. ze einemo bilde dehinc complicabat pictura. multigenum animalium membra in unam speciem Notker 2,170,8 ATB. ⟨u1147⟩ Nabuchodonosor sîne troume sagete .. / ûz dem mer giengen / vier tier wilde. / diu bezaichent vier chunige rîche, / die alle dise werlt solten begrîfen kaiserchr. 535 MGH. 1295 mine burc ze Brvnstat, die jch da buwe .. vnd also wir si mit muren vnd mit graben begriffen hat vnd har nach bigrifen moͤhte corp. altdt. originalurk. 3,339 W. 1360 also begrepen (‘gründen’, d. h. mit einer mauer umschließen) sie dar ene stad in: DRW 1,1427. 1389 so han wir .. virziegen und virziihen in diesem brieffe .. uff die von Franckinfurt vorgenante, ire nachkommen, bürgere, fründe .. und uff alle die, die damidde begriffen sin hess. urkb. II 4,446 R. ⟨2.h14.jh.⟩ das volkommen ist eyn weßenn, das yn yhm und yn seynem wesen alles begryffen und beschlossen hatt theol. dt. 7 M. ⟨v1475⟩ da ist vil übels vnd kranckhait der menschen, das die puͤcher der aͤrtzte soliche kranckhait nit alle moͤgen begreiffen Eyb sitten (1511) 57a. 1478 daz dieselb marggrafschaft anfengklich begreiffe (das gebiet) von Burgaw gen Zussmerhausen mon. habsburg. I 1,430. 1520 darausz ist leicht zuvorstehen, wie die gebotten fasten nit begreiffen die krancken, die schwanger weiber, odder die szonst nit fasten mugen on schaden Luther w. 6,257 W. n1527 ich Jörg Metzler .., oberster veldhauptman, .. und andere verordnete hauptlewt .., die, so in disem unserm hawfen aidlich begriffen Zweifel in: qu. bauernkrieg Rotenb. 312 LV. 1594 es begreiffet aber die gottseligkeit fuͤrnemlich in sich diese heuptstuͤcke, glauben, liebe vnd hoffnung Spangenberg adelspiegel (1591)2,25b. 1626 alles das jenige, was dieser ergetzliche garten in seinem lustigen bezirck einschloß vnnd begriffe theatrum amoris 10. 1639 weil aber in diesem prentzlowischen vertrage hertzog Wartislaff nicht begriffen war, .. trachtete er jmmer dar darnach, wie er die stadt Gartz .. wiederumb in seine gewalt bringen möchte Micraelius Pommer-land 1/3,456. 1649 massen keine wissenschaft ist, so alle andre vnter sich begreifft, sondern sie werden unterschieden vnd nach ihrer behandlung abgesondert Harsdörffer gesprächsp. (1641)8, A 3a. 1768 die menschen änlichen fünfzeeige thiere, werden unter dem affengeschlecht begriffen Eberhard thiergesch. 20. 1781 Süderditmarschen begreift gegen 10 quadratmeilen und über 18000 menschen Boie in: Bürger br. 3,51 S. 1790 das trivium begriff grammatik, rhetorik, dialektik Schiller 9,209 G. 1811 die etruskische woche begriff acht tage Niebuhr m. gesch. 1,91. ⟨1852⟩ volk und vaterland begreifen sich einander, aber der herrscher .. begreift sich nicht in beiden B. v. Arnim 7,136 Oe. 1871 zwei verschiedene elemente werden unter dem ausdrucke „vererbung“ begriffen, nämlich die ueberlieferung und die entwickelung von characteren Darwin, abstammung 1,247. 1880 der bund solle alle deutschen staaten ohne ausnahme begreifen, die nicht in der fundamentalakte des Rheinbundes genannt seien Ranke (1867)47,225. 1915 das wort „theater“ begreift grenzformen in sich, die allzuweit voneinander abstehen W. v. Scholz gedanken 239. 1957 ich begreife unter diese (rechtsgebiete) vor allem das recht der personengemeinschaften, der vereine, .. genossenschaften usw. mutterspr. 111. 1958 dass die ostorientierung nicht nur die befreiung von Versailles, sondern zugleich eine soziale umschichtung in sich begriff Niekisch in: Duden, wb. dt. spr. (1999)2,493c. 1996 zuerst galt das schon als christlich, was die christlichen grundgedanken, voran den glauben an die väterliche vorsehung gottes, in sich begriff Weinhardt stellung 280.in älterer rechtsspr. geläufig was der gürtel begreift was man auf dem leib trägt (u. nicht gepfändet werden darf), was man zum lebensunterhalt benötigt; vgl. dazu gürtel 3 1DWB 4,1,6,1176 f.: 1295 so sol der rihter den selben man nemen alein als er mit der gvͤrtel ist begriffen, vnd sol allez daz gvͦt, daz der man hat varent vnd vnvarent dem goteshavs beliben corp. altdt. originalurk. 3,298 W. ⟨1378⟩ begrift man ainen schedlichen man in dem dorff .., den sol der rihter .. behüten .. vnd sol in antwurten dem landuogt .. als in die gürtel begrift weist. 3,644 G. A16.jh. ob ain armerman (‘gast’) in die statt trüge ain armbrost, mantel oder ander waffen, ußgenommen das gürtel begreife, mag der büttel dem burger umb sein schulde darzuͦ richten obrhein. stadtrechte II 2,174. ⟨v1511⟩ geschicht das nicht, mag er (der vogt) sein pferd anbinden und in den maierhof gehen und ihn (den gefangenen) zu handen nehmen, als ihn der gürtel begreift, und mit dem laib gefahren als recht ist, und der maier desgleichen mit dem gut weist. 6,291 G. 1599 dass sy (die nonnen) wie sy die g(ürtel) begriffe, zur statt uszugend in: schweiz. id. 2,446. Schröder
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Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    begreifenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +4 Parallelbelege

    be-greifen swv. BMZ ergreifen Kolocz. Mar. 148,26.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Begreifen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Begreifen , verb. irreg. act. S. Adelung Greifen . 1. Ergreifen, angreifen und fest halten. 1) * Eigentlich, in welcher …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    begreifen

    Goethe-Wörterbuch

    begreifen vereinzelt -ff- A verstehen 1 für den Erkenntnisprozeß a mBez auf Naturerscheinungen u geistige (mehrf künstle…

  4. modern
    Dialekt
    begreifenst.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    be-greifen st. : 1. 'geistig erfassen, verstehen'. Der begreift nix in der Schul [allg.]. Das kann ich net begreife, vom…

  5. Sprichwörter
    Begreifen

    Wander (Sprichwörter)

    Begreifen 1. Was jeder begreift, das bleibt nicht sauber. – Lehmann. 2. He bigripter 1 so väl van 2 , as d' oll Mutt 3 v…

  6. Spezial
    begreifen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    be|grei|fen vb.tr. 1 (verstehen) capí (capësc), intëne (-ënn, intenü), rové do 2 odëi ite. ▬ den Sinn eines Wortes nicht…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit begreifen

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von begreifen

be- + greifen

begreifen leitet sich vom Lemma greifen ab mit Präfix be-.

Zerlegung von begreifen 2 Komponenten

beg+reifen

begreifen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

begreifen‑ als Erstglied (1 von 1)

begreifenlich

FWB

1. ›faßbar, verständlich‹; 2. ›fähig zu erfassen, zu bergeifen‹

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „begreifen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/begreifen/dwb2
MLA
Cotta, Marcel. „begreifen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/begreifen/dwb2. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „begreifen". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/begreifen/dwb2.
BibTeX
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