APFEL m. (1)
herkunft und form. das subst. ist mit unterschiedl. stammbildung in allen germ. sprachen bezeugt. ahd. aphul,
mhd. apfel,
as. appul
(in appulgrē ‘
apfelgrau’), afrs. mnd. mnl. nnl. appel
(a-
stamm), ae. æppel,
me. appel,
ne. apple
(u-
stamm) sind herzuleiten aus westgerm. *app(a)la-
oder *app(u)lu-
(mit geminate vor l
). während nordgerm. älteres apal-
nur in zuss. (vgl. an. apal-grár ‘
apfelgrau’) erhalten ist, beruhen an. nisl. epli
n., nnorw. eple,
ndän. æble,
aschwed. æple,
nschwed. äpple
auf einer neutralen -ja-
bildung *apljan.
krimgot. apel
deutet auf got. *apl(u)
s. Hamp
(zfceltph. 37[1979]165) führt alle germ. formen auf vorgerm. *ablu-
(u-
stamm) zurück. außergerm. entsprechungen finden sich im kelt. u. baltoslaw., vgl. air. ubull,
akymr. afal,
mbret. aval ‘
apfel’ (aus *ablu-
oder, vgl. ebd. 164, *ɔblu-
), ostlit. obuolỹs,
westlit. óbuolas,
lett. âbuõlis, âbuõls
(aus *ābōl-
), aruss. serb.-ksl. jablъko,
russ. яблоко,
tschech. jablko,
poln. jabłko
(aus *āblu-,
erweitert mit dem suffix -ko-
). als grundlage des wortes wird ein alter konsonantischer l-
stamm angesehen (vgl. Fraenkel
lit. et. wb. 1,515a; zur diskussion der vokalqualitäten u. -quantitäten s. Hamp
a. a. o. 159 ff.). verwandt ist auch der osk. name des in der antike für seine apfelzucht bekannten kampanischen ortes Abella,
von dem angenommen wurde, er sei als bezeichnung für den apfel ins germ., kelt. u. baltoslaw. übernommen worden. die neuere forschung geht davon aus, daß „
der apfelname .. im kelt., germ., balt. u. slav. aus einer gemeinsamen idg. adoptionsform *ā̆blu-
vererbt sein dürfte“ (Lloyd/S.
et. wb. ahd. 1,300). nach Johannesson
(isl. et. wb. [1956]981) „wahrscheinlich .. ein altes kulturlehnwort aus einer nicht-idg. sprache“
(vgl. Lloyd/S.
a. a. o. 1,298 ff., Krahe/
M. germ. spr.wiss. 7I § 85, Pokorny
idg. et. wb. 1,1 f., Hamp
a. a. o. 158 ff.; kritisch Adams
IF 90[1985]79 ff.; weiterführend Markey
JIES 16[1988]49 ff., Erdal
JIES 21[1993]27 ff.). das germ. wort für die in Europa als holzapfel (in Südosteuropa auch als süßer paradiesapfel) zunächst wild vorkommende, aber bereits seit der mittleren jungsteinzeit durch bes. anpflanzung in der größe gesteigerte frucht ist, anders als bei den auf entlehnung aus dem lat. zurückgehenden bezeichnungen der durch die Römer bekannt gewordenen veredelten obstsorten wie birne, kirsche, pflaume,
wohl wegen des vorhandenseins halbkultivierter apfelsorten in vorrömischer zeit, erhalten geblieben (vgl. Hoops
in: reallex. germ. altertumskde. [1911/3]1,112a ff., Hopf
ebd. [1973]1,368b ff., Friedrich
proto-indo-european trees 58, Markey
a. a. o. 57,59). –
die ahd. formen zeigen neben affrikata auch (bes. al.) spirans (vgl. ahd. wb. 1,612 f.): 9.jh. afol
in: ahd. wb. 1,612. noch: ⟨n1391⟩ desen effel bruder Hans
marienlieder 4341 ATB (vgl. auch 8.jh. affaltar ‘
apfelbaum’, ahd. gl. 2,159,5 S./S. s. affolter 2DWB). im wort liegt ein wechsel zwischen westgerm. geminiertem u. einfachem p
zugrunde (s. dazu Braune/E.
ahd. gramm. 14§ 96c, 131 b, 132 anm. 4), der, soweit (im südrhfrk., ofrk. u. obd.) von der lautverschiebung erfaßt, meist schon im ahd. einen ausgleich zugunsten von pf
aufweist (vgl. Lloyd/S.
a. a. o. 1,298). der sekundärvokal zwischen labial u. liquid erscheint meist als u
oder o
(vereinzelt a
), später als e. (2)
genus und flexion. das stark (älter im plur. auch vereinzelt schwach) flektierende maskulinum hat den plur. nach der i-
deklination, ahd. ephili
(mit assimilation des sekundärvokals zu i,
später e
), u. primärumlaut e
im stammvokal, seit d. 13. jh. auch gerundet zu ö
(vgl. Braune/E.
a. a. o. § 27 anm. 4; Paul
dt. gramm. I § 83 anm. 1, II § 36 anm. 2): ⟨2.h13.jh.⟩ mit oͤpfeln
st. georgener prediger 327 DTM. wohl in analogie zum plur. (oder zur diminutivform ephilî,
ahd. wb. 1,612 u. 3,322) wird der umlaut bereits im ahd. gelegentl. auf den sing. übertragen: 11.jh. thes ruoden epheles Williram
57,2 H. (leidener hs.). so noch in obd. mdaa.: 1879 dr ö(pfel)
in: schweiz. id. 1,366. 1995 da epfl
in: bayer.-öst. wb. II 1,453. andererseits findet sich in älterer spr. auch der sing. opfel: 14.jh. den goldfarwen oppffel
göttweiger trojanerkrieg 2122 DTM. A
frucht des apfelbaums, auch ihr ähnliche frucht, selten die ganze pflanze. 1
frucht von malus sylvestris (Miller, vgl. Marzell
wb. pflanzennamen 4,1285) u. seinen unterarten u. zuchtformen, selten die pflanze. a
rundliches obst des (garten)apfelbaums mit (wohlschmeckendem) süß-säuerlichem fleisch u. kerngehäuse; seltener bes. fachsprl., ‘
apfelbaum, -sorte, apfelbaumholz’; geläufig äpfel und birnen
u. ä.; oft in vergleichen; in der fügung wilder apfel
vom holzapfel: 9.jh.
malus inmatura aphol unripher
ahd. gl. 1,13,7 S./S. ⟨u1060⟩ also diu affaltera scôner ist danne ander uualtholz, uuante siu .. dîe sûozen epfele biret
(vgl. cant. 2,3) Williram
28,4 S. ⟨u1160⟩ wan die siechin die labint sich an den (e)ppheln
(vgl. cant. 2,5), st. trudperter hohes lied 28,5 M. ⟨u1250/72⟩ âne daz maniger den andern ze tôde sleht .. umbe zehen epfel oder birn Berthold v. Regensburg
1,92 P./S. ⟨M14.jh.⟩ als die .. in irem natúrlichen verstentnisse verblibent, mit den kumet es rechte als do ein schoͤn boͮmgarte stuͤnde vol schoͤner boͮme .. und die oͤphel vielen alle ab e si zitig wúrdin Tauler
184 DTM. ⟨1359⟩ also het wir .. pracht ettlich gar schón ópphel. .. die besnaid man jm. do nam er gar tugntlich ein (wenig) vnd azz (daß) Steckel
reise 117 TSM. 1473 oͤpfeln vnd birn gebraten Steinhöwel
ordn. 28 S. 15.jh. die ding die sü
(leute) also zuͦ merckete bringent, es sy .. öpfel, bieren, kirsen und alles obs
strassb. zunft-verordn. 49 B. ⟨1539⟩ wen einer .. drei gulden umb gottes willen gegeben hette, so hiess es gott nur einen apfel gegeben, aber wen einer ein munch wurde, der gab gott den baum gahr mit den opffeln
(nachschr.) Luther
w. 47,478 W. 1546 zame vnd wilde oͤpffel, groß vnd klein, rund vnd lang, sawer vnd suͤsse, fruͤe vnd spate oͤpffel Bock
kreütterb. 3,40a. 1546 die alten haben zum jar zwei mal oͤpffel gepfroßt
(!) oder gejmpffet
ebd. 1612 die bletter vnserer wort vnd die epfel vnserer werck Albertinus
tummel-platz 677. 1669 im übrigen .. war es lausig bey mir bestellt, weil .. aepffel und halb brod genug mein bestes wildpret Grimmelshausen
Simplicissimus 333 Sch. 1732 wilde aepffel, holtz-aepffel, .. führen viel wässerigte feuchtigkeit
Zedler, universal-lex. 2,804. 1758 man nimt schöne grosse aepfeln und bohret mit einem messer die kernhäuser heraus Loofft
ns. kochb. 3420 faks. ⟨1774⟩ ein kindskopf ist von natur so weich, als ein gebratner apfel Bode
Schandi (1776)3,73. 1843 die kleine Ditha war gesund und die luft rötete ihre wänglein wie an einem zarten apfel Stifter
ges. erz. 1,404 H. 1865 holz, wovon vier arten gebraucht werden: birn, a(pfel), buche und buchs
in: Sanders
erg.-wb. (1885)13c. 1954 daß die begehrten früchte
(d. wissenschaft) nicht wie reife äpfel vom baume fallen Piccard
wolken 19. 1978 gegen .. zu hohen grundwasserstand ist der apfel empfindlich
landwirtschaft u. gartenbau 258a (kl. enzykl.). 1996 äpfel und birnen aus heimischem anbau
spiegel 42,216a. b
häufig redensartl. u. in sprichw. (vgl. auch Henisch
t. spr. [1616]1,88, Wander
sprichw.-lex. [1867]1,105, Spalding
dict. germ. fig. usage [1959]1,68a): 9.jh.
(prov. 25,11:) mala aurea effili chuldine
(in lectis argenteis qui loquitur verbum in tempore suo), ahd. gl. 1,543,47 S./S. ⟨u1350/77⟩ auch stet geschriben, / wo der aphel sey geschiben, / so zismit er doch nach seiner art. / dez menschen leib von sunden wart; / da von er auch nur sunten wil Teichner
33,10 DTM. hs.u1400 de appel wil gherne vulen, / de bi vorroteden appelen licht
leyen doctrinal 161a L. M15.jh. der appel smacket gern nach sime stam
(Mainz) chr. dt. städte 17,316. 1512 ich muͦsz des roszdrecks wunder nemen, / .. das er ouch wil ein apffel syn / vnd mit den oͤpffeln schwimpt im Ryn Murner
2,257 Sch. 1525 das ich etlich artigkel en
(den bauern) hab mussen inrumen, das mir vorwar beswerlich. hab ich aber wollen etwas behalten, so hab ich in den suren apel bissen mussen
akten bauernkrieg Mitteldtld. 2,197 M./F. 1536 zornige und freundliche wort, rut und apfel Luther
w. 41,638 W. 1562 was .. jn vnehren gezeugt ist, das tracht selten nach ehren. der apffel felt nicht weyt vom baum Mathesius
Sarepta 13a. 1615 dann g’meinlich (im sprichwort sagt man) der apffel fallt nicht weit vom stamm Messerschmid
lustige narrheit 104. 1616 vnser streit ist nicht vom apffel, oder vom ay
non certatur de oleastro Henisch
t. spr. 1,88. 1665 müsten wir nicht eines faulen apfels wert seyn Bucholtz
Herkuliskus 777b. 1673 landsleuth, die nur hinterm ofen gesessen und nichts anders können, als aepffel oder birn braten Grimmelshausen
simpliciana 153 Sch. ⟨v1678⟩ wie ein wurm in dem schönsten apfel Butschky
rosen-thal (1679)124. 1742 der apfel fällt selten weit vom stamme, und wie die mutter ist, so erziehet sie auch die tochter Borkenstein
bookesbeutel 23 DLD. 1792 wie in einem wohlgefüllten raum von menschen kein apfel zur erde kommen kann Wackenroder
w. u. br. [1938]356. 1850 wo ich .. mich ihm für einen apfel und ein stück brod ganz gebunden hingeben müßte Heine
br. 3,244 H. 1879 hê hed dat för ’n ei un ’n appel köfd Doornkaat
K. ofrs. spr. 1,382a. 1962
(scherzhaft, vgl. B 4
:) der ist ja kein Moskowiter mehr! .. hier fiel der apfel weit vom pferd Marg
Demetrius 1,126. 1997 der kommentator vergleicht äpfel mit birnen und stellt bezüge
(zw. agrarpolitik u. tierseuchen) her, die keine sind
süddt. ztg. (4.3.)11. c
in bibl. u. mythologischem gebrauch u. in den von ihm ausgehenden verwendungen zunächst in anknüpfung an den sündenfall (gen. 3,2 ff.), wobei lat. malum ‘
schlecht’,
substantiviert ‘das böse’
(vgl. gen. 2,9: lignum.. scientiœ boni et mali), mit lat. mālum ‘
apfel’
in verbindung gebracht wird, so daß das unbestimmte fructus ‘
frucht’ der bibel auf die apfelfrucht (selten auch auf den granatapfel vgl. 1331
unter A 2
) hin gedeutet werden kann (s. reallex. dt. kunstgesch. [1937]1,749 u. lex. ma. [1980]1,746); geläufig apfel der erkenntnis,
öfter als symbol der verführung. anknüpfend an die griech.-röm. mythologie, vor allem vom apfel im urteil des Paris, daher auch als symbol der schönheit oder zwietracht; ferner von den durch die hesperiden gepflegten goldenen früchten (möglicherweise orangen) im göttergarten, auch als symbol ewiger jugend: 863/71 er
(Adam) was thes aphules frou / joh uns zi leide er nan kou Otfrid
2II 6,23 E. ⟨v1022⟩ zûo-sêhentemo dracone. nam er
(Herkules) dîe guldînen epfele. dero er hûota in orto hesperidum insularum Notker
1,1,325 ATB. ⟨u1220⟩ (.. Jûnô unde Pallas / Vênus diu dritte was), / wie sie Pârîsen bâten / daz er einen apfel den sie hâten / ir einer gæbe under in Fleck
Flore 1594 S. v1388 dÿ eribsvnd, dÿ vns von vnsern vater Adam angeeribt ist von der vngehorsam wegen, daz er in den aphel paizz Heinrich v. Langenstein
erchantnuzz 60 TSM. 1494 het sich Adam bedocht vor basz / ee dann er von dem appfel asz Brant
narrenschiff 14b Z. 1519 das ich den gulden apfel han, / den künig Paris in sym leben / solt der aller schoͤnsten geben Murner
5,92 Sch. 1645 den apfäl der schöhnheit Zesen
Rosemund 128 HND. 1768 abwechselung und zerstreuung, sind goldene aepfel der Atalanta, die uns im laufe hindern Herder
2,93 S. 1791 es manquirt nur noch ein Adam, der, wie die mythologie lehrt, mit entzücken aus ihrer hand den apfel des todes nehme Kotzebue
kind 189. 1808 diese mythen .. von den hesperiden, ihren goldenen aepfeln A. v. Humboldt
ansichten 1,107. ⟨1836⟩ verlockend bietet dir die schlange den apfel der erkenntniß Gaudy
19,133 M. ⟨1893⟩ als wäre niemand da gewesen, die goldenen äpfel, die jung erhalten, .. der vielverderbenden .. stadt hinzureichen Hofmannsthal
prosa 1,163 S. ⟨1911⟩ politisch hatte er
(Schweitzer) .. durch den apfel der zwietracht eine dauernde spaltung .. der arbeiterbewegung aufrechtzuerhalten versucht Bebel
leben [1946]2,111. 1996 die grundregeln des flirtens ..: „Eva sollte den apfel reichen, und wenn Adam nicht reinbeißt, hat er selber schuld“
spiegel 23,136c. 2
von verschiedenen, meist apfelähnlich (s. A 1 a
) geformten (baum)früchten, selten von deren ganzer pflanze oder von pflanzenteilen oft spezifiziert in festen wendungen; zunächst vor allem in übersetzungen von bibeltexten, bes. für den granatapfel: 9.jh.
(cant. 4,3:) mali punici ephili puniske
(‘granatäpfel’
), ahd. gl. 1,552,27 S./S. 10.jh.
(gen. 30,14:) mandragoras epphli
(‘alraunäpfel’
), ebd. 313,37. ⟨u1060⟩ most, ûzzen rôten epfelen gedûhtan, dîe uilo cornelîno habent
(cant. 8,2: mustum malorum granatorum) Williram
132,2 S. ⟨u1160⟩ ube (die) rôten epphele bl(uͦ)gen
(cant. 7,12: mala punica), st. trudperter hohes lied 122,30 M. ⟨1276⟩ ab gebluet stunden alda / di epfele mala punica
(vgl. cant. 6,10) Brun v. Schonebeck
11463 LV. ⟨u1300⟩ der brutgoum vant in der hant / ein palmris mit siner vrucht / dar abe in lieblicher zucht / er mit der brut des apfels as
passional 247,83 H. 1331 ver Even, di vil geile, / .. der gehorsam si vorgaz / und den roten appel az Tilo v. Kulm
282 DTM. ⟨1393/9⟩ aber die boͤm die des paradyß oͤpffel tragent, die hond pletter aines fuͦsses lang Velser
Mandeville 34 DTM. u1480 biberschwartz machen. .. dempf galöpfel mit eym wenig baum oles ... nym zu 1/2 libra der öpfel 4 lot alun
mal. hausb. XXV B./S. 1491 die zesammenlegung des zibelen, der bieren, der sinwallen und ander oͤpfel
(malorum ceterorumque pomorum) Oesterreicher
Columella 2,262 LV. 1492 appele van Persien
(‘pfirsiche’), in: Marzell
wb. pflanzennamen 3,1151. ⟨1493⟩ kittenbaum .. die bringē oͤpffel eygentlich genant kitten
Petrus de Crescentiis, nutz d. ding (1518) 73a. 1531 als aber Ruben .. seiner muͦtter die oͤpffel des alruns bracht
(vgl. gen. 30,14) Hedio
Josephus 1,20a. 1546 disen .. goldgelē, wolriechenden apffel mit seinen buckelen .. der baum .. heißt medica vnd persica .. vnd der apffel .. heißt allenthalben citrion Bock
kreütterb. 3,36b. 1588 ein schoͤne weisse blumen .. / mit zwoͤlff .. blaͤtlein vmb den apffel
(‘fruchtknoten’) besetzt Tabernaemontanus
kreuterb. 1,93a. 1648 Darius als er granaten ässen wolte, so bald er den ehrsten apfel aufgetahn, wurde .. gefraget, ob .. Zesen
Dögen, kriges bau-kunst 337. ⟨1682⟩ ein dutzet aepffel de China
(‘apfelsinen’
), polit. grillenfänger (1683)162. 1733 des seel. hrn. doctor Pritii hinterlassene orangerie, bestehend in 30 stück, als .. pomerantzen, adamsapffel, .. apffel de Sina
leben in Frankf. a. M. 2,21 B. 1754 kiefern- fichten- und lerchen-baum-samen .., und kommen .. warme sommer-tage, so gleich ziehen sich die aepffel oder zapffen auf Döbel
jäger-practica 23,181a. ⟨1817⟩ die gelben äpfel des solanum
(‘tomaten’) .. machen die
(sizilische) landschaft lustig Goethe
I 31,202 W. noch: 1867 die goldenen äpfel
(‘orangen’) mit dem süßen goldenen safte Stifter
Witiko (1955)3,346. B
apfelähnlich geformtes. 1
apfelähnlich, in rundungen geformter körperteil, kugelig gestalteter gegenstand, selten ‘
apfelförmiger fleck (bei pferden)’: 9.jh.
(cant. 5,14: manus illius) tornatiles ephili kidrate
ahd. gl. 1,553,20 S./S. ⟨u1200/10⟩ über eins brunnen ursprinc / stuont ir poulûn ûf dem plân, / als oben ein trache in sînen clân / het des ganzen apfels halben teil Wolfram
Parzival 7278,15 L./H. ⟨u1270⟩ so daz ich .. ein teil dines blanken libes hie gesehe, / die epfel
(‘brüste’) ungevelschet uf bluͤndem rise? Albrecht v. Scharfenberg
Titurel 1280,3 DTM. ⟨1394/5⟩ herczoginn Sinna vatter furt auf dem helm ainen swarczen spies mit ainem gehalbirten apffel daran, halb gold, halb silber
öst. chr. 28 MGH. 1473 röchkuͥgelin ze stercken das hercz .. mēgerlei oͤpfel moͤcht mā machē vsz wolschmackendē sterckendē digē Steinhöwel
ordn. 50 S. 1533/4 alda ward im
(Julius Caesar) groß êr erpoten .., auch sein pildnus mit einem cranz, .. und ein knopf und kugl oder apfl .. auf sein haupt gesetzt Turmair
4,1,564 ak. 1562 gediegen goldt .., welches man zu goltkuchen oder oͤpffeln nach dem abquicken gemacht Mathesius
Sarepta 23a. 1616 apfel an dem schwert
caput manubrij Henisch
t. spr. 1,88. ⟨1763/5⟩ Perle
(pferdename) mit aepfeln gefleckt, und eine dänische stute Zachariä
poet. schr. (1772)1,255. v1860 auf der fahne ragt ein goldener a(pfel)
in: Sanders
wb. (1860) 1,37b. 2
kugeliger körper des auges, augapfel; geläufig apfel im auge, des auges: 10.jh.
pupillam aphol
ahd. gl. 1,514,53 S./S. 11.jh. unde behuota also aphilon
(vgl. ahd. wb. 1,613) ougun sin
(deut. 32,10: et custodiuit quasi pupillam occuli sui), ahd. sprachdenkm. 303 S. 13./14.jh.
pupillam aphel .ł. sæhen
ahd. gl. 1,514,57 S./S. A15.jh. in dem appel des augen myn
pilgerfahrt d. mönchs 3083 DTM. 1525 du verwarest vnns als den appel ynn deynem auge
flugschr. ref. 4,144 C. 1610 daß ich jhme
(dem fechtgegner) sein aug vmb vnnd vmb den apffel auffschürpffete Guarinonius
grewel 1192. ⟨1765⟩ das verlöschete feuer des auges, und sein geschwollener apfel Abbt
v. verdienste (1766)75. ⟨1822⟩ hab’ sie
(d. kinder) gehütet, .. / wie den apfel meines auges Grillparzer
55,204 S. 1973 ihre augen waren .. sanft, groß, .. braune iris in milchig-weißem apfel Schneider
nekrolog 130. 3
goldene (mit erde gefüllte, oben ein kreuz tragende) kugel als insignie weltl. (königl., kaiserl.) herrschaft, reichsapfel: ⟨u1170⟩
(hierher?) Roͮlant, / er hete einen aphel in siner hant, / .. er sprach zuͦ deme edelen chunige: / .. ich gelege in da nidere. / alle irdische krone / geweltige ich dir ze Rome Konrad
rolandslied 1841 W. ⟨1301/19⟩ waz genâde .. lît, .. / an zepter und an krône / und an dem aphel guldîn, / der voller erden sol sîn / und ein kriuz darinne oben Ottokar
öst. reimchr. 40701 MGH. ⟨z.j.1378⟩ dar nach legt man in
(kaiser) .. in ain schön zinin grab mit siner guldin chron, mit seinem guldin apfel und mit seinem guldin cepter
(Augsb.) chr. dt. städte 4,62. ⟨1531⟩ ward zuͦ solcher solemnitet
(kaiserkrönung) desz grossen keyser Carols mantel, schwert, scepter, apffel vnnd kron vō Nuͤrenberg gen Rom bracht Franck
zeitb. 1(1551)214a. ⟨v1605⟩ tregt er
(truchseß) jhm
(kaiser) vor ein apffl vergült, / der ist mit erden außgefült Ayrer
d. ä.
1,535 LV. 1721 dir haben stamm, gemahl, natur und edle sinnen, / .. die aepfel dreyer reich .. auf erden zuerkant Heräus
ged. 84. ⟨v1856⟩ da liegen die kaiser-insignia, / .. der zepter, die krone, der apfel des reichs / und manche ähnliche schrulle Heine
2,211 E. 4
kugeln von (pferde)kot (vgl. auch A 1 b 1512
): 1833 bey den pflanzenfressenden thieren .. kothkugeln .., sogenannte lorbeeren oder aepfel Oken
naturgesch. 4,213. ⟨1968⟩ pferdegeruch ... die schwanzstummel hoben sich, die ärsche weiteten sich rosa, ehe die äpfel kamen Schnell
erziehung (1969)12.Schrader