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Apfel

mhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

Apfel m.

Bd. 1, Sp. 304
Apfel m.: 1. 'die Frucht des Apfelbaumes'. Edelapfel und Wildapfel werden als Poß- und Wild- oder Holzapfel unterschieden. Die Entwicklung des Apfels in BR.: Nohch Johanni (24. 6.) kämer Ebbel esse, do sin se g'salze [NW-Dürkh (Wilde 9)]. Peder un Paul (29. 6.) macht die Äppel faul, macht die Beere 'Birnen' sieß un de Krotte lange Fieß [Don]. Am Jakobsdaag (25. 7.) werr'n die Äppel g(e)salzt 'bekommen sie einen würzigen Geschmack' [NPf NWPf (Wilde 9)]. Jakob salzt sie, Barthel (24. 8.) schmalzt sie, Michel (29. 9.) bricht sie, Nickel (6. 12.) ißt sie [PS-Schönau]. Bartholomä (24. 8.), wer Korn hot, der sä; wer Grummet hot, der rech; wer Eppel hot, der brech [FR-N'lein LA-Siebding verbr. Gal]. Uff St. Gallustag (16. 9.) muß jeder Appel in de Sack [VPf]. E Weißrieb zu Weihnachte, en Appel noch Pingschte un e Mädel vun dreißig Johr, die hän alle drei de Geschmack verlor [Feierowend Jg. 6 (1954) Nr. 6, S. 1]. Vergleiche: Bäckelcher wie Eppelcher 'rot wie Äpfelchen', e G(e)sicht (e Keppche) wie e E. u. ä. [verbr.]; gsund wie'n A. [LU-Friesh], rund wie 'n A., von einem fetten Gaul [LU-Friesh], verschrumbelt wie e Eppelche an Weihnachte [WPf]. RA.: Do muß mer in de(n) saure Appel beiße 'sich ins Unvermeidliche schicken' [allg.]. Die wollen jemand uf de Appel setze 'hintergehen' [Krieger 46]. Der hot Gritz im Kobb wie halwe Eppel, vom Hochmütigen [BZ-Steinf]. Uff deine Bääm gibts aach wormige Eppel (bei übergroßem Familienstolz) [BZ-Rohrb]. Der hot kääⁿ Appel gesse, wann er nit zwämol g'schält war [LU-Opp]. Der stobbelt Ebbel, wu noch ke abgemacht sin, wer Äpfel stiehlt [verbr. vorn. VPf (Wilde 9)]. Gell, du machscht gleich die Ä. for zwäi Johr ab, wenn einer Tragästchen abschlägt [KU-Schmittw/O KB-Bischh]. SprW.: De Appel fallt net weit vum Stamm (vum Baam) 'Die Kinder sind wie ihre Eltern geartet', auch in der ironischen Abwandlung: De Appel fallt net weit vum Beerebaam [allg.]. En fauler Appel steckt d'r anner aaⁿ [Fogel Prov. Penns 6]. Wann d'r Appel mol zeitich (reif) is, fallt 'r runn'r [ebd. 6]. Hätt Adam Pälzer Weiⁿ besesse, Hätt er den Abbel nit gegesse, Spruch auf einem 200 Jahre alten Faß in Sausenheim [Wilde 262]. VR.: Käthel, Rätsch, Bohneflätsch, geh in's Kaisers Garde, ropp die schenschte Eppel ab, de Kaiser werd dich stabe [SP-Schiffstdt]. Kathrinche vum Bach hot laurer scheen Sach, hot Eppel gedämpt un de Finger vebrennt [KU-Reiffb]. En blitzroder Abbel hängt owe in de(r) Luft, mein allerliebscht Schätzel kummts Dal unne ruff [Neustdt u. Umg.]. Drei, sechs, nein, Michel kum herein, setz 'm Gaul de Sattel uf, blos 'm hinne nei, sin gebackene Ebbl drin, gehören all dein [LU-Friesh]. Weitere Beispiele s. Wilde 10. Rätsel: Ebberle, Bebberle unner de Bank, Ebberle, Bebberle ower de Bank, 's isch ke Dokter im ganze Land, der dem Ebberle, Bebberle helfe kann (fauler Apfel) [GH-Weingt]. Rätsel: Vorne wie en Appel, in de Midd wie e Sprausäckel, hinne wie e Spazierstöckel (Katze) [Hebel 119 Wilde 10]. Scherzverse: Wit 'n Appl? Stouß dein Kopp werrer d' Staffel [LA-Essing]. Abbel, Kawalerabbel, Geh an de Kuh ehr Loch un rabbel [Frankth (Wilde 10)]. Zum Schnellsprechen: Wer schmeißt dann do mit Ebbel? Des is es Franzsepps Seppel [PS-Burgalb (Wilde 10)]. Abbel, Babbel, Blätter, Blütenbaum [Wilde 10]. AR.: Äbbel, Nuß un Kuche, du mußt suche [GH-Weingt (Wilde 10)]. Wer geht mit iwwer die Brick Äppel strenze soo dick?, An- und Aufruf der Kinder, sich zu sammeln, um irgendwohin spielen zu gehen; bei 'soo dick' wird mit beiden Armen eine weitausholende Kreisbewegung gemacht [verbr. WPf KB-Bischh]. Beim Spiel »Macht auf das Tor« halten die beiden Tormädchen jedes Kind auf und fragen: 'Appel orreʳ Beer?' Wer Appl sagt, stellt sich hinter das Applmädchen, wer Beer sagt, hinter das Beeremädchen. Vorher haben die beiden Tormädchen ausgemacht, was Appl und was Beer bedeutet, entweder Himmel oder Hölle [LA-Edh]. Volksgl.: Wenn man Äpfel abmacht, soll man die Art (d. h. einige Äpfel) hängen lassen, damit es das nächste Jahr wieder Äpfel gibt [KU-Schmittw/O (Wilde 9)]; vgl. HwbAbergl. I 510. Nooch de Weihnachde hänn die Äppl goldne Steel 'Stiele' [LA-Edh]. Wer Warzen vertreiben will, braucht sie nur mit einem Stückchen Apfel einzureiben und dieses dann unter dem Dachkandel (Dachtraufe) zu begraben [NPf (Wilde 9)]. Ein Traum von sauren Äpfeln bedeutet Streit, ein solcher von reifen, guten Äpfeln Glück [verbr. Wilde 9]. a. 1464: oppel, bieren oder anders deszgleichen [Grimm Weist. V 698]. a 1532: Eppel (Pl.) [Lgb. Kloster Seebach]. a. 1552-1557: die öpfel [LeinArch. Bl. 29]. — 2. Apfel im Schlafrock 'mit Teig umbackener Apfel', Appel im Schlofrock [verbr.]; vgl. Apfelkrapfen. — 3. übertr. a. histor. 'Reichsapfel'. a. 1246: den gulden appel (Trifelsinventar). a. 1592: ein Kaiserischer Apffell beim Wachenheimer Creutz gehawen [StArch Dürkheim D. 2]. — b. Pl. 'weibliche Brust'. Die hot scheene Äppelcher [Zweibr Pirmas]. — c. scherzweise für 'Hintern'. Ich bin ball uff de Abbel gefall(e) [Kaislt LU-Friesh]. Auch für 'Kopf des Menschen' [verbr.]. Ich schlaa dr an de Appel, daß de Krutze wackelt [PS-Kröpp]. — d. Pferds-, Gaulsapfel (s. d.). — e. Pl. 'Beulen, die von Schlägen herrühren'. Er hot sei Äppel krie(ch)t [verbr.]. Er kriet Äppel uf de Appel [KU-Wolfst KL-Wörsb]. — Zs.: Adams-, Aug-, August-, Bach-, Back-, Paradies-, Bauch-, Pelz-, Pferds-, Pfuhl-, Pfund-, Bismarck(s)-, Bohn-, Poß-, Brücken-, Champagner-, Christkind(s)-, Tafel-, Taffet-, Dampf-, Tann-, Teufels-, Dorn-, Dürrgarten-, Eis-, Erd-, Ernte-, Faß-, Fäßchen-, Frier-, Früh-, Gall-, Gauls-, Gehanns-, Gelb-, Gewitz-, Granat-, Grau-, Hafer-, Hain-, Heimen-, Heimer-, Holz-, Jakobs-, Johannis-, Kaiser-, Kalville-, Katharinen-, Karthäuser-, Kläpper-, Koch-, Kohl-, Leder-, Liebes-, Matt-, Mutter-, Quitt-, Rabau-, Rosen-, Rot-, Sauer-, Schafnasen-, Schlaf-, Schläfer-, Schuh-, Schul-, Sommer-, Spät-, Stech-, Stram-, Streif-, Süß-, Weihnachts-, Wein-, Weiß-, Welsch-, Wild-, Winter-, Wunderapfel. — F.: Sing. meist abl; ḁbl verbr. NWPf u. mittl. VPf, hier mancherorts, z. B. NW-Ungst Erph LA-Nd'hochstdt, bis in o übergehend (vgl. Bertram 14), sowie westl. u. nördl. Teil der südl. VPf. »Oft ist bei älteren Leuten (der mittl. VPf) noch neben jüngerem allgemeinen a zu hören« (Bertram 14). Umlaut im Sing. (ebl) wurden 1956 gemeldet für RO-Steinb KB-Mauchh Morschh Ilbh Gauersh Einselth Niefh Immh Boland Dannfs Jakobsw Dreis FR-N'lein; ḁbfl gilt in der Südostecke der Pfalz, s. Karte 1. Diese durch die Schriftsprache gestützte Form dringt von Süden her langsam vor; 1928 wurde für die Orte Niederotterbach, Freckenfeld, Minfeld Appel gemeldet, die heute Apfel haben. Hingegen weist das weiter nördlich gelegene, von Orten mit Appel, Gippel umgebene Heuchelheim an Stelle des früheren -pfheute -pp- auf. Das gleiche gilt für 10 weitere, tiefer im Landesinnere gelegene Orte, bei denen jedoch die Meldung Apfel für 1928 offenbar auf einem Irrtum beruht. In dem weiter südlich, inmitten des Bienwaldes gelegenen Büchelberg das Ende des 17. Jahrhunderts von Ansiedlern »aus dem nördlichen p-Gebiet« gegründet wurde [Heeger Südostpf. 36], hat sich -pp- bis heute erhalten. Pl.: ebl bzw. ebfl; SOPf verbr.: ebliχ ebfliχ.
7280 Zeichen · 165 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    apfelstm.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +4 Parallelbelege

    apfel stm. BMZ apfel im pl. epfel ( später auch im sing. epfel bei Mgb. öpfel 16,3. 365, 21) Parz. En. ( lies 3487) Bon.…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Apfel

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Apfel , des -s, plur. die Äpfel, Diminutivum das Äpfelchen, im Oberdeutschen das Äpflein. 1) Die bekannte Frucht des…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Apfel

    Goethe-Wörterbuch

    Apfel Pl mehrf Ae- a Frucht des Apfelbaums, gelegentl auch des Granatbaums Wenig Ä. trägt er [ der Baum ] mir nur, der s…

  4. modern
    Dialekt
    Apfel

    Bayerisches Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    Apfel Band 1, Spalte 1,452–454

  5. Sprichwörter
    Apfel

    Wander (Sprichwörter)

    Apfel 1. Ae Aeppel nohg Pfingesten un ä Mädel nohg dreissig Jahren hot weder Lack noch Geschmack. ( Oberharz. ) – Lohren…

  6. Spezial
    Apfel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ap|fel m. (-s, Äpfel) (Frucht) pom (poms) m. ▬ Äpfel schälen descuscé (moné) poms ; Äpfel pflücken cöie poms. ✒ der Apfe…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit apfel

726 Bildungen · 478 Erstglied · 248 Zweitglied · 0 Ableitungen

apfel‑ als Erstglied (30 von 478)

Apfelbaum

SHW

Apfel-baum Band 1, Spalte 317-318

Apfelbrett

SHW

Apfel-brett Band 1, Spalte 317-318

Apfelbuff

SHW

Apfel-buff Band 1, Spalte 317-318

Apfelfiz

SHW

Apfel-fiz Band 1, Spalte 317-318

Apfelgikes

SHW

Apfel-gikes Band 1, Spalte 319-320

Apfelhurde

SHW

Apfel-hurde Band 1, Spalte 319-320

Apfelkopf

SHW

Apfel-kopf Band 1, Spalte 319-320

Apfelkraut

SHW

Apfel-kraut Band 1, Spalte 319-320

apfelrund

SHW

apfel-rund Band 1, Spalte 321-322

Apfelsaft

SHW

Apfel-saft Band 1, Spalte 321-322

apfel als Zweitglied (30 von 248)

Adamsapfel

RDWB1

Adamsapfel m адамово яблоко, кадык разг.

Augapfel

RDWB1

Augapfel m j-s Augapfel sein idiom. - зеница ока идиом. wie seinen ~ hüten idiom. - хранить как зеницу ока идиом.

Pferdeapfel

RDWB1

Pferdeapfel Pl. umg. (kein Bezug zu "яблоко") лошадиный навоз

adamsapfel

DWB

adams·apfel

adamsapfel , m. eminentia cartilaginis scutiformis, knorpel der luftröhre, nnl. Adamsappel, engl. Adam's bit, schw. Adams aplebit, dän. Adam…

Anießapfel

Adelung

ani·essapfel

Der Anießapfel , des -s, plur. die -äpfel, eine Art kleiner runder oben zugespitzter Äpfel, mit einer dicken rauhen und gelben Schale, welch…

augapfel

DWB

aug·apfel

augapfel , m. pupilla, globus oculi, ahd. ougaphul, ags. eágäppel, engl. eyeapple, nnl. oogappel; altn. aber augasteinn, dän. öjesteen, schw…

Bedazapfel

Wander

bedaz·apfel

Bedazapfel A is a rechte Bedazapfl. ( Oberösterr. ) Ein abergläubischer, dummer, einfältiger Mensch. Wie Baumgarten vermuthet, aus Peter Zap…

Birnapfel

Adelung

birn·apfel

Der Birnapfel , des -s, plur. die -äpfel, der Nahme einer Art grauer Renetten, welche wie eine Birn schmeckt.

Bisamapfel

Adelung

bisam·apfel

Der Bisamapfel , des -s, plur. die -äpfel. 1) Ein sonst ungebräuchliches Wort, welches aber Es. 3, 20, vorkommt und ein Stück des Frauenzimm…

borsdorferapfel

DWB

borsdorfer·apfel

borsdorferapfel , m. franz. reinette bâtarde, nach einem dorfe in Meiszen oder im Vogtlande benannt, in Böhmen Meiszner apfel, in Östreich m…

brandapfel

DWB

brand·apfel

brandapfel , m. ein schöner hellrother apfel, an dem man oft brandflecken wahrnimmt.