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apfel

mhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
20 in 19 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

apfel m.

Bd. 1, Sp. 532
apfel, m. pomum. ahd. aphul aphol, pl. epfilî, mhd. apfel, pl. epfel, heute schreiben wir den pl. äpfel, das 16. 17 jh. häufig öpfel; fries. appel m.; nnl. appel m., ags. äppel pl. äpple; engl. apple; altn. epli n., schw. äple, n. äble n. den goth. ausdruck würde uns erst die verdeutschung des hohenliedes lehren, nach der ahd. form wäre apuls, pl. apuleis zu gewarten, nach der altn. apli, pl. aplja. litt. obolys, zem. abolis m., lett. ahbols. altsl. jablʾʾko, russ. jabloko, poln. jabłko, böhm. gablko, immer n., nur das serb. jabuka f., das k als diminutivzeichen zutretend (= äpfelchen), die Böhmen kennen auch noch gablo. ir. ubhal, abhal, gal. ubhall, welsch afal, armor. aval. Ein für die europäische sprachgeschichte bedeutsames wort unserer urzeit, denn es erweist, wie affe, zusammenhang zwischen Kelten, Deutschen, Littauern und Slaven, auszerhalb dessen grenze Griechen, Römer und Romanen liegen; viel gäbe man darum, der goth. benennung sicher zu sein, noch mehr, die getische, dakische zu wissen. das neutrum der nordischen sprachen scheint für frucht und erzeugnis am passendsten, wozu auch μῆλον, pomum stimmen; Kelten und Littauer, des neutrums insgemein entrathend, griffen zum m., Spanier und Franzosen bei poma, pomme (Serben bei jabuka) zum f., Italiener bei pomo zum m. für unser apfel war das m. freie wahl, keine noth, oder führte es das ableitende l heran? von der wurzel musz dies l ausgeschlossen bleiben, dann aber bietet sich zunächst die verwandtschaft von obst, ahd. obaʒ, opaʒ, mhd. obeʒ, ags. ofät, nnl. ooft, da der begrif pomum (für opomum?) wie glans (eichapfel) in frucht allgemein übergeht, altsl. ovoschtsch, poln. owoc, wozu sich auch ὀπώρα, herbst und obst nehmen liesze; gerade vom litt. obolys bedeutet der pl. obolei, lett. ahboli obst, lat. poma, und russ. stehn ovoschtschi, böhm. owoce im pl., die störung der labialstufen in ovoschtschi und jabloko, obst und apfel darf bei so altem wort ausnahmsweise entschuldigt werden und die verschiedensten anlässe gehabt haben. nun aber empfienge man mut, das gr. κῆπος garten, das sonst unleugbare ähnlichkeit mit unserm hof hat, auch hier zu vergleichen und in apfel, abhal, jabloko einen abgebrochnen kehlanlaut anzusetzen, wie dem affe ein κῆβος, κῆπος, κεῖπος zur seite stand, ohne dasz darum apfel und affe selbst einer wurzel zu sein brauchten. apfelgarten, n. abilgaard bezeichnen garten überhaupt, pomarium, pometum, κῆπος, doch ist auch ἄπιον birne anzuschlagen. finden diese etymologien anklang, so bleibt freilich immer noch in dunkel gehüllt, was die wurzel kap = ap aussage; einer vergleichung von apfel mit avalôn, altn. afla sich zu enthalten ist der vorsicht gemäsz, so dasz altn. apli, besser afli, thierjunges nichts zu schaffen hätte mit apli pomum. Apfel ist uns im eigentlichsten sinne malum, im allgemeinen auch andere rund und voll hängende frucht (quae pulpam habet), wie die zusammensetzungen eichapfel, gallapfel, fichtapfel, tannapfel, kienapfel, granatapfel, schlafapfel, erdapfel darthun. an der blume nennt man apfel den samenbehälter: an jedem stengel kompt ein schöne weisze blumen heraus mit zwölf oder dreizehn blätlein umb den apfel besetzt. Tabernaemont. s. 93. In sprache und poesie heiszen äpfel die weiblichen brüste, deren andrehen, anschwellen durch μαζὸς κυδωνιᾷ, apfelt sich, bezeichnet wurde. τὰ μᾶλα. Aristoph. Lys. 155. τοῖς μήλοις. Ecclesiaz. 903; μᾶλα τεὰ πρώτιστα τάδε χνοάοντα διδάξω. Theokr. 27, 48; wo doch überall der dualis τὼ μήλω, τοῖν μήλοιν an seiner stelle und noch schöner wäre. mhd. dô sach er stân ir brüstelîn alsam zwei pardîsepfelîn. GA. 3, 114; nhd. warum auch schlich er diese wege nach einem solchen äpfelpaar, das freilich schon im mühlgehege, so wie im paradiese war. Göthe 1, 210, vgl. 21, 79; einst hatt ich einen schönen traum, da sah ich einen apfelbaum, zwei schöne äpfel glänzten dran, sie reizten mich, ich stieg hinan. Faust. minnet einer niht, man giht, daʒ er niht apfel eʒʒen mac. Ls. 3, 328. fastn. sp. 222, 5; Fischart sagt: apfel bedeut meidlinspil. Auch für augapfel kann bloszes apfel gesetzt werden: glut in deinen augen! was drehst du die äpfel? Klingers th. 2, 145; so wie der mensch sich des auges köstlichen apfel bewahrt. Göthe 40, 242; mir verwandter, meines auges apfel. Platen 323. Redensarten und sprüche: in den sauern apfel beiszen, sich eines harten, schweren dinges unterziehen: obgleich e. k. gn. ein wenig hat müssen wermut essen und in einen sawren apfel beiszen. Luther 5, 485a; habe ich doch in einen sauren apfel beiszen müssen. Schweinichen 3, 203; in einen sauren apfel beiszen. Lessing 2, 402. der apfel fällt nicht weit vom stamm; der apfel felt nicht weit vom baum. Mathesius 9a; altn. sialdan fellr eplit lângt frâ eikinni. der apfel sieht roth, doch sitzt ein wurm darin; rothe äpfel sind auch faul; ein fauler apfel steckt hundert an; es sind süsze äpfel, die der hüter übersieht; ein apfel der runzelt, fault nicht bald; da kund man mir mit öpfeln locken. fastn. sp. 345, 16; es stand alles so gedrängt von leuten, dasz kein apfel niederfallen, zur erde konnte; voient païens venir à grant huée, qu'entraus eust une pome jetée, que ne chaist sor lance o sor espée, ou sor hauberc, sor ventaille fermée. Ogier 2285; de terre vuide trover n'i peussiés, ou hon jetast un baston de pomier, que ne caist sus teste ou sus destrier. 8607. Liebende pflegten sich äpfel zu schenken und darein zu beiszen (vgl. anbeiszen). da sol dir die erde allerlei lust bringen, das wenn du zu eim bawm sagtest, müste er eitel silbern bletter und gülden öpfel und birn tragen. Luther 6, 244b; den goldnen apfel wieder kriegn, so euch der Türk genommen hat. Ringwald laut. warh. 349; der künstler müsse goldne äpfel in silbernen schalen seinen gästen reichen. Göthe 19, 158; ich wuste die goldnen äpfel des göttlichen wortes auch aus irdenen schalen unter gemeinem obste heraus zu finden. 19, 324; faul öpfel werfen. Garg. 75b.
5956 Zeichen · 131 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    apfelstm.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +4 Parallelbelege

    apfel stm. BMZ apfel im pl. epfel ( später auch im sing. epfel bei Mgb. öpfel 16,3. 365, 21) Parz. En. ( lies 3487) Bon.…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Apfel

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Apfel , des -s, plur. die Äpfel, Diminutivum das Äpfelchen, im Oberdeutschen das Äpflein. 1) Die bekannte Frucht des…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Apfel

    Goethe-Wörterbuch

    Apfel Pl mehrf Ae- a Frucht des Apfelbaums, gelegentl auch des Granatbaums Wenig Ä. trägt er [ der Baum ] mir nur, der s…

  4. modern
    Dialekt
    Apfel

    Bayerisches Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    Apfel Band 1, Spalte 1,452–454

  5. Sprichwörter
    Apfel

    Wander (Sprichwörter)

    Apfel 1. Ae Aeppel nohg Pfingesten un ä Mädel nohg dreissig Jahren hot weder Lack noch Geschmack. ( Oberharz. ) – Lohren…

  6. Spezial
    Apfel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ap|fel m. (-s, Äpfel) (Frucht) pom (poms) m. ▬ Äpfel schälen descuscé (moné) poms ; Äpfel pflücken cöie poms. ✒ der Apfe…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit apfel

726 Bildungen · 478 Erstglied · 248 Zweitglied · 0 Ableitungen

apfel‑ als Erstglied (30 von 478)

Apfelbaum

SHW

Apfel-baum Band 1, Spalte 317-318

Apfelbrett

SHW

Apfel-brett Band 1, Spalte 317-318

Apfelbuff

SHW

Apfel-buff Band 1, Spalte 317-318

Apfelfiz

SHW

Apfel-fiz Band 1, Spalte 317-318

Apfelgikes

SHW

Apfel-gikes Band 1, Spalte 319-320

Apfelhurde

SHW

Apfel-hurde Band 1, Spalte 319-320

Apfelkopf

SHW

Apfel-kopf Band 1, Spalte 319-320

Apfelkraut

SHW

Apfel-kraut Band 1, Spalte 319-320

apfelrund

SHW

apfel-rund Band 1, Spalte 321-322

Apfelsaft

SHW

Apfel-saft Band 1, Spalte 321-322

apfel als Zweitglied (30 von 248)

Adamsapfel

RDWB1

Adamsapfel m адамово яблоко, кадык разг.

Augapfel

RDWB1

Augapfel m j-s Augapfel sein idiom. - зеница ока идиом. wie seinen ~ hüten idiom. - хранить как зеницу ока идиом.

Pferdeapfel

RDWB1

Pferdeapfel Pl. umg. (kein Bezug zu "яблоко") лошадиный навоз

adamsapfel

DWB

adams·apfel

adamsapfel , m. eminentia cartilaginis scutiformis, knorpel der luftröhre, nnl. Adamsappel, engl. Adam's bit, schw. Adams aplebit, dän. Adam…

Anießapfel

Adelung

ani·essapfel

Der Anießapfel , des -s, plur. die -äpfel, eine Art kleiner runder oben zugespitzter Äpfel, mit einer dicken rauhen und gelben Schale, welch…

augapfel

DWB

aug·apfel

augapfel , m. pupilla, globus oculi, ahd. ougaphul, ags. eágäppel, engl. eyeapple, nnl. oogappel; altn. aber augasteinn, dän. öjesteen, schw…

Bedazapfel

Wander

bedaz·apfel

Bedazapfel A is a rechte Bedazapfl. ( Oberösterr. ) Ein abergläubischer, dummer, einfältiger Mensch. Wie Baumgarten vermuthet, aus Peter Zap…

Birnapfel

Adelung

birn·apfel

Der Birnapfel , des -s, plur. die -äpfel, der Nahme einer Art grauer Renetten, welche wie eine Birn schmeckt.

Bisamapfel

Adelung

bisam·apfel

Der Bisamapfel , des -s, plur. die -äpfel. 1) Ein sonst ungebräuchliches Wort, welches aber Es. 3, 20, vorkommt und ein Stück des Frauenzimm…

borsdorferapfel

DWB

borsdorfer·apfel

borsdorferapfel , m. franz. reinette bâtarde, nach einem dorfe in Meiszen oder im Vogtlande benannt, in Böhmen Meiszner apfel, in Östreich m…

brandapfel

DWB

brand·apfel

brandapfel , m. ein schöner hellrother apfel, an dem man oft brandflecken wahrnimmt.