Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
apfel stM.
1.1 als Frucht
1.2 metonymisch für den ganzen Apfelbaum
1.3 im Sprichwort (vgl. TPMA 1,160-165)
2 (apfelförmige) ‘Frucht’
3 übertr.
3.1 ‘Reichsapfel’
3.2 ‘Augapfel’
1 ‘Apfel’ 1.1 als Frucht: dér stank dînes múndes. íst sámo dér sûozon éphelo Will 123,1; nim denne sur epfele, snit die kern her vz BvgSp 26; ez sin birn oder ephel oder steinobez StRAugsb 131,14; so brichestu denne die gruͤnen, wissen, roten oͤppfel miner saffigen menscheit Mechth 2: 25,120 1.2 metonymisch für den ganzen Apfelbaum: also machtu pfroppin birn vnd eppil noch dem, als hi geschrebin stet Pelzb 122,17 1.3 im Sprichwort (vgl. TPMA 1,160-165): als lîht ist gote, himel und erde umbe ze kêrenne, als mir ist, einen apfel umbe ze kêrenne in mîner hant Eckh 2:242,3; als da ein apfel ist gelegen, da belibet ein smak ebd. 2:456,3; der apfel ist vil ungesmac, / den man unzitic brichet MarLegPass 18,152. – ‘der Apfel fällt nicht weit vom Stamm’ (vgl. TPMA 11,104): swâ noch der apfel walzet hin, / er dræjet nâch dem stamme sîn: / daz wart bewæret unde schîn / an dem juncherren KvWTroj 632; der apfel der ist senewel al umb unde umme. / swie verre er von dem stamme walgert in slecht unde in krumme, / doch hat er nach dem stamme sinen smac Meissner 1:5,1; der aphel zismet [folgt] nach seim reis, / daz habt ir manig zeit vernomen. / so ist der leib von sunden chomen; / da hin strebt er an under laz Teichn 384,36. 33,11; dan vom hertzen kommet stercke des mannes nu / als der appel vom stamme des appelboumes Pilgerf 4540 2 (apfelförmige) ‘Frucht’ wiltu ouch, das di eppil der quiddin groß werdin Pelzb 118,5; so nim des cipressen boumes epfel SalArz 27,25; daz kraut [Alraune] tregt öpfel, die smeckent gar schôn und haizent erdöpfel BdN 407,2; die nement die öpfel, die dâ haizent aranser von dem paum arans ebd. 318,16. – oft ‘Granatapfel’ únte móst ûzzen rôten épfelen gedûhtan [gepreßt] . dîe uílo córnelîno hábent Will 132,2; aber neur ain apfel haizt malogranatum, wan granum ze latein haizt ain korn, dar umb haizent si die laien malgranöpfel BdN 329,15. – Frucht vom Baum der Erkenntnis: dîn helfe uns an dem slangen rach, / der uns den aphel ezzen sach KvWLd 1,140; wan der tod uns was gemessen / durch des suͤssen epfels essen KvHelmsd 2572; si muͤssent oͮch in gottes gehorsami den selben boͮm miden, da Eva und Adam den oͤppfel von assen Mechth 4: 27,131 3 übertr. 3.1 ‘Reichsapfel’ an zepter und an krône / und an dem aphel guldîn, / der voller erden sol sîn / und ein kriuz darinne oben Ottok 40701. 292; hierher?: duͦ chom Roͮlant, / er hete einen aphel in siner hant, / mit michiler hochverte, / mit gevaztem swerte Rol 1841 3.2 ‘Augapfel’ in dem appel des augen myn Pilgerf 3083
MWB 1 335,20; Bearbeiter: Diehl