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Balg

as. bis sprichw. · 21 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

WWB
Anchors
23 in 21 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
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54

Eintrag · Westfälisches Wb.

Balg

Bd. 1, Sp. 422
Balg Balg (allg.) ⟨Gewöhnlich Balch; bȧç Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa, „Bälch“ (Kr. Aschendorf-HümmlingAsd Kr. Aschendorf-Hümmling@NeuwahnNw, Kr. MeppenMep Kr. Meppen@DohrenDo), gedehnter Vokal: Bālch Kr. BersenbrückBbr Kr. Bersenbrück@GrotheGr Kr. Bersenbrück@WulftenWu, mit Sproßvokal (häufig neben Balch): Ballech (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@BeckumBk, Kr. WiedenbrückWie Kr. Wiedenbrück@WesterwieheWw), Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@LüchtringenLü, die krfr. Städte Essen u. OberhausenEss die krfr. Städte Essen u. Oberhausen@EssenEs, (Kr. BürenBür Tü, Kr. WarburgWbg Kr. Warburg@HerlinghausenHh, Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HirschbergHb Kr. Arnsberg@WarsteinWa, Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@AlmeckeAm), Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@NordenauNo (Kr. Meschede@FredeburgFr, Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@BenolpeBe), „Baellech“ (Kr. Aschendorf-HümmlingAsd Kr. Aschendorf-Hümmling@VreesVr), „Bällech“ (Kr. MeppenMep Kr. Meppen@LähdenLä), „Balech“ (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@AlmeckeAm), Ballich (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@NordwaldeNw Kr. Steinfurt@WettringenWt, Kr. OsnabrückOsn Kr. Osnabrück@SudendorfSd Kr. Osnabrück@SchinkelSh) Kr. Osnabrück@SchwegeSw (Kr. Osnabrück@WellingenWe, Kr. HerfordHfd Kr. Herford@BesenkampBk Kr. Herford@HiddenhausenHi Kr. Herford@SpradowSp, Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@AsbeckAb, Kr. MünsterMün Kr. Münster@MünsterMü Kr. Münster@WestbevernWb), Kr. WarendorfWdf Kr. Warendorf@OstbevernOb (Kr. Warendorf@WarendorfWd, Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh Kr. Halle@LoxtenLo Kr. Halle@VersmoldVm, Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@AschebergAb Kr. Lüdinghausen@SelmSm, Kr. BeckumBek Kr. Beckum@AhlenAl) Kr. Beckum@VorhelmVh, Kr. WiedenbrückWie Kr. Wiedenbrück@GüterslohGü Heierm, (Kr. SoestSos Kr. Soest@AmpenAm Kr. Soest@SchonebergSb SchmB, Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@AnröchteAn Kr. Lippstadt@DrewerDr Kr. Lippstadt@RüthenRü, Kr. BürenBür Kr. Büren@BokeBo) Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@MüschedeMü, (Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@BenolpeBe Kr. Olpe@OlpeOl Kr. Olpe@RüblinghausenRü), „Balich“ (Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@VenneVe, Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@BerlinghausenBl), „Boalich“ (Kr. OsnabrückOsn Kr. Osnabrück@NemdenNe). Dat. (bes. Formen): Balnge Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@KollerbeckKb; Ausfall des -g-: Balle Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@AltenaAl, (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@EndorfEn). — Pl. ›belge‹ Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@RheineRh, Bälnge Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@KollerbeckKb, „Bälege“ (Kr. WarburgWbg Kr. Warburg@RimbeckRi), meist Bälge, doch Balgen (nur ’Pferdeflanken’?) (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@LegdenLe Kr. Ahaus@OedingÖd, Bälgen (’Orgelbälge’): (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh), ›e‹ Kr. BersenbrückBbr Kr. Bersenbrück@GrotheGr, Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa; Bälger (’Kinder’): (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa, früherer Verwaltungsbezirk BückeburgBük früherer Verwaltungsbezirk Bückeburg@FrilleFr, Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@GesekeGe). — Geschlecht m., in der Bed. ’Kind’ auch n.⟩ 1. Schlauch (Kr. OsnabrückOsn WWB-Source:145:KlönKlön). — 2. (nur Pl.) Bälge der Orgel. De Belge triädn Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@RheineRh (u. öfter). Wortspiel mit Bed. 3b: „Iuse Lērer spielt dä Orgel un wui trǟt ǖn den Balch“ (Kr. MindenMin Kr. Minden@LoheLo). — Blasebalg (Kr. BersenbrückBbr Bb u. öfter), meist → Blase~. — 3. Fell, Körper. a) Fell eines Tieres (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Schleef, Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü, Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BrachtBr). Den Foss den Balch aftrekken (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). Auf den Bauch oder auch den ganzen Tierkörper (Rumpf) übertragen (allg.). Kuhpansen Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@NordenauNo. Seite, Flanke des Pferdes (verbr.). Met den Balgen knīpen mit den Flanken schlagen (bes. nach schwerer Anstrengung) (vom Pferd) (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@OedingÖd), De Ballich flüch hem (Kr. OsnabrückOsn Kr. Osnabrück@WellingenWe), ... gēt em (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@GronauGr || Kr. LübbeckeLüb Kr. Lübbecke@GehlenbeckGb, Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@BruchhausenBh), ... schläit (schlägt) ne (Kr. WarburgWbg Kr. Warburg@BorgentreichBo Kr. Warburg@HerlinghausenHh Kr. Warburg@WormelnWo) || häufiger Höx, Sos, Lst, Bür, Wbg, Arn, Mes, „dä schleut met den Balge“ (Kr. LemgoLem Kr. Lemgo@AsendorfAd). Das Pferd hiät ’n opchetrokken’n Balch ist dünnbalgig Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs. Den Schinner kann man de Riwwen in ’n Balge tellen (Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@NieheimNh). Dem Däier (Tier) stat de Ribben ūt den Balge Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs. Kr. Grafschaft DiepholzDie Wiesel haben einen langen Balch Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs. Kr. Grafschaft DiepholzDie Ziege het ’n Ballech full hat sich sattgefressen Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@LüchtringenLü. Schmuit ’en fefliuchten Til (Hund) ’en Splīten up ’m Balch! Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@SandebeckSb. b) Gewöhnlich in derber Rede auf die Haut (Synonym mit „Fell“), den Leib (besonders den Bauch) und den ganzen Körper des Menschen übertragen. Den Balch ferhauen (Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@AschebergAb), den Balch fullschlāgen (Kr. BielefeldBie Kr. Bielefeld@DeppendorfDd), den Balch (Ballich) full Sliäch krīgen (Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@AschebergAb), ... full Schellers (Schelte) krīgen (Lip WWB-Source:219:OesterhOesterh), ’n Balch fullkruigen (Kr. LemgoLem Kr. Lemgo@MeierbergMb), wat an ’n Ballich krīgen Kr. BeckumBek Kr. Beckum@VorhelmVh, ... öäwwer ’n Balch ... (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LangendreerLd), ... up ’n Balch krīgen (giᵉwen) (verbr.), ... ümme den Balch krīgen (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü || Pb Sm, Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@GevelsbergGb). He krēch mǟr up ’n Balge äs wat te frǟten (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). Hai kritt wat met de Schūte ümmen Balch (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü). Ik sinn sīn Balch un sīn Fell, hē kann met mi māken, wat hē will, sach dat Wīf, då harr se de Mann ferwämset (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@ElteEl). Dat Wāder flütt ’n fan ’n Balge er ist durch naß (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@BesenkampBk). De Sapp (Schweiß) löppet åinen an ’n Balge runner Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@KollerbeckKb. „Geit ’t mi öäwern Balch, sūpen kan ’k et nit mǟ“ (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Hai hiät de Jauche up en Balge er ist betrunken (Paderb WWB-Source:334:ZrhwVZrhwV 5 (1908) 127). Sik den Balch fullslōen gierig und viel essen (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@GesekeGe || verbr.), oder ... fullfriętten Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)@BenkhausenBh, ... fullproffen Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs. He hät sik den Balch (oder dat Fell) so richtich fullgesoppen (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@UlfkotteAd). „Hai friët’t ǟ wenne ’n Kaustall im Balge härr“ (Kr. SoestSos WWB-Source:256:SchmBSchmB). Hai hiät ’n Balch wi en Kaustall Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs. De Balch mott sëin Fracht häwwen Kr. BürenBür Kr. Büren@HerbramHb, ... sin Gewichte ... (WWB-Source:325:WoeNWoeN). Drinke je auk ol Kaffe? — Jōe, wat ’e Ballech het, dat het ’e Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@LüchtringenLü. „Dat Tǖch es nich ǟr siëker, bes mä ’t im Balge hät, sach Wilm ouk, do drunk hä dat Medzin op äimol ūt“ (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@BochumBo). „Tri, tra, trull, fi hett de Bälge full“ singen die Kinder, wenn sie Beeren gesucht haben (WWB-Source:325:WoeNWoeN). „Biätter, dat de Ballich biëst, ä dat de Kost verdiërwet“ (Kr. SoestSos Kr. Soest@AmpenAm). Vom Vielesser sagt man: Dai hiät ’n Ballich, da kann me ne Lius oppe knappen (Kr. SoestSos Kr. Soest@AmpenAm). Vom sehr Beleibten: Dai kann (matt) ’n Ballich in d’r Lichte (Traggurt) driägen (Kr. SoestSos Kr. Soest@AmpenAm). Dikke Balch trächtiger Tierbauch (vulgär auf Frauen übertragen) (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). „Den Balch voll māken“ schwanger machen (vulgär) (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Holth). Hai hiät ’n Ballich ǟ’ne schwangere Ante (Kr. SoestSos WWB-Source:256:SchmBSchmB). — Ek trēäe dī voä(r) ’n Balch! (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor WWB-Source:252:SchleefSchleef || Wl). Ek trǟ’e di mit ’n Faut in ’n Balch! (Kr. MindenMin Kr. Minden@VennebeckVe). Ik trīä di füä ’n Butten (Unterleib) des Balges! Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs. Starke Drohung: Ek draie dek de Eksen (Axt) in ’n Balge ümme! Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@LüchtringenLü. Asse iëk diän Kērl sō (sah), dräggere (drehte) siëk mëi et Ingewëi’e rümme im Balge (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BrachtBr). — Et is dǖster äs bi de Kō in ’n Balge es ist sehr dunkel (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr), ... wī in ’n Kaubalge (Kr. MindenMin Kr. Minden@SüdhemmernSh), „... as imme Kattenbälge“ (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@AltastenbergAa). → balgedǖster. — Hai het nikks in ’n Balge er ist hungrig (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa || Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr, Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@GesekeGe). Bat he ’k (habe ich) ’n Smach im Balge! Was bin ich hungrig (so sagten die Bauern) Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@ElseyEl. Hai hiät de Flennerë’i op ’m Balge er hat Durchfall Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@DeilinghofenDh, ... de Schīteri’gge ... Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@KalthofKh. Das Pferd es fūl im Balgen hat Durchfall (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@SchönebeckeSb). Hai hiät et imme Balge er hat Leibschmerzen (Kr. SoestSos WWB-Source:256:SchmBSchmB || Sd), ... Pīne im Balge (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü). „Hei is maol rugge op ’n Balge“ er ist behaart am ganzen Körper (Kr. SoestSos Kr. Soest@AmpenAm). Wat häs du Wulle (hier: Haare) up ’n Balch! (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@NordwaldeNw). Hai hiät nikks anners op ’n Balch ä Knuäkken un Fell (Kr. SoestSos Kr. Soest@AmpenAm). Hai biwwert am gantsen Balle er zittert vor Kälte (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@EndorfEn). Hä trokk bat hä män im Balge konn er zog aus Leibeskräften (WWB-Source:325:WoeNWoeN || Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@HalverHa, die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). — Balch in übertragenen Bedeutungen: up Hals un Balch Böses wünschen (Kr. WarburgWbg Kr. Warburg@NeuenheerseNh). Hals ǖewer Balch afrëisen halsüberkopf abreisen (Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@WendenWn). Op ’m Balch hauen trumpfen (beim Kartenspiel) Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@SchwelmSw. Te Balge gōen angreifen (Kr. PaderbornPad Kr. Paderborn@SchwaneySw). Ǫinen to Balge kuëmen jem. auf den Leib rücken (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). Blīf mī fam Balch! belästige mich nicht (die krfr. Städte Essen u. OberhausenEss die krfr. Städte Essen u. Oberhausen@KönigssteeleKs). Er hat mir all die Bücher ob’m Balch geschickt Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@DrensteinfurtDr. „Mi liggt ollens up ’n Balge“ ich muß alles verantworten (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa) || Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)@BenkhausenBh. Dat licht mëi allǟne up ’n Balge dass. (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@GesekeGe). „Man sall sich nich mǟr oppen Balge lao’en, as me driegen kann“ (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@GevelsbergGb). Ainen deän Balch full laigen jem. schwer belügen (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor WWB-Source:252:SchleefSchleef || Kr. MindenMin Kr. Minden@KutenhausenKh). Jem. seine Meinung, die Wahrheit, an ’n Balch seggen unverblümt vor den Kopf sagen (häufig, bes. Ostwestf.), oft verstärkt: platt ... z. B. (Kr. LemgoLem Kr. Lemgo@LüdenhausenLd, Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@PivitsheidePi), drīste ... (Kr. MindenMin Kr. Minden@KutenhausenKh), dǟebe ... (derbe), dǖege ... (tüchtig = gründlich) (Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@AschebergAb), schmakk füör ’n Balch (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@HohenlimburgHl). Man mott et em mit Holtslāgen an ’n Balch dasken (dreschen) (Kr. OsnabrückOsn Kr. Osnabrück@RulleRu). Dai frett aine ja ’n S-chande up ’n Bālch das ist ein unbescheiden zulangender Gast Kr. BersenbrückBbr Kr. Bersenbrück@WulftenWu. „De Kǟl kann em dor den Balch kīken“ er hat einen durchdringenden Blick, er durchschaut alles (die krfr. Stadt HagenHag die krfr. Stadt Hagen@HaspeHs). Kaine Ronten annen Balge hebben nichts am Leibe haben, arm sein (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh) → Runte. Dai hiät ’n stinkfūl Fell op ’n Balch er ist faul (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@HohenlimburgHl). „Döuwel noch es, dei stinket jao, as wenn ’e ful im Balge wär“ dass. (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@SchalksmühleSm). Dai Kērl hiät Schanëi imme Balge hat Begabung (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BrachtBr) (→ Schanī). Hai hiät kain Gewīten im Balge Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs. Dai es nit gā (gar) im Balge dem kann man nicht trauen Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs || (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@GevelsbergGb Holth). Gift im Balge sehr böse (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). „Ase de Duiwel soh, dät he bedruagen was, slaig emme saun (solch ein) wahn Vernieen innen Ballech, dät ’e ...“ (Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@BenolpeBe = Suerlänner 1929, 115). He heff’t up ’n Balch er tut sich lärmend hervor (Kr. Grafschaft BentheimBen Kr. Grafschaft Bentheim@HiltenHi). He het ’t fandāg ob ’m Balch er ist zu übermütigen Streichen oder auch zum Schimpfen aufgelegt Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@DrensteinfurtDr. — 4. Schimpfwort für einen dicken Kerl (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@AntfeldAf), für (ungezogene) Kinder (Kr. OsnabrückOsn WWB-Source:282:StrodtmStrodtm), Kr. Nienburg (Weser)Nie Kr. Nienburg (Weser)@DiepenauDi m., (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@LengerichLe m.), Kr. HerfordHfd Kr. Herford@HiddenhausenHi, Kr. WiedenbrückWie Kr. Wiedenbrück@GüterslohGü n., (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs n., die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor WWB-Source:252:SchleefSchleef n., Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@GesekeGe, Kr. WarburgWbg Kr. Warburg@RimbeckRi, Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BrachtBr m.), Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)@BenkhausenBh m. Pl. Bälge. „Een Balg vom Jungen ein kleiner Junge“ (Kr. OsnabrückOsn WWB-Source:282:StrodtmStrodtm). „De Balg is obstrenötsk“ (→ opsternaetesk) der Junge ist aufsässig (Kr. WarendorfWdf Kr. Warendorf@EinenEi). ’n ferpäppelt Balch (Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Do). De allen Balch (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BrachtBr). „Scherzhaft kosend: Kind, auch Liebchen: de soöte Balg“ (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh m.), lütget Balch kleines Mädchen (Kr. Grafschaft SchaumburgSch Kr. Grafschaft Schaumburg@DeckbergenDb), ’n klain Balch dass. (Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)@DehringhausenDe || Ms). — Zuss.: As~, Beªrste~, Bīster~, Blase~, Büchte~, Drükke~, Etter~, Flīe~, Freªte~, Geªne~, Handblase~, Hange~, Hōren~, Katten~, Kō¹~, Mes~, Mō¹s~, Niᵉgen~, Öªrgel~, Otter~, Pakke~, Pap~, Puppen~, Rakker~, Ranken~, Rase~, Senk~, Slau~, Slūs~, Stink~, Wāter~, Wessel~, Wīd~.
8342 Zeichen · 196 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    balgst. M. (i)

    Köbler As. Wörterbuch

    balg , st. M. (i) nhd. Balg, Blasebalg, Schale (F.) (1) eines Samenkorns ne. skin (N.), husk (N.), bellows ÜG.: lat. fla…

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    balgst. m.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    balg st. m. , mhd. balc, nhd. balg; as. balg, mnd. mnl. balch; ae. belg; an. belgr; got. balgs; vgl. auch afries. balga.…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Balg

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Balg , des -es, plur. die Bälge, Diminutivum das Bälglein, des -s, plur. ut nom. sing. 1. Eigentlich, überhaupt ein …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Balg

    Goethe-Wörterbuch

    Balg Dat u Akk Pl auch ‘Balge(n)’ N6,405,25 Tgb 26.2.30 1 abgezogene, abgestreifte Tierhaut: als Pelz (auch im Vers eine…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Balg

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Balg heißen in der Anatomie organ. Bildungen, kleine häutige Bläschen, in deren Höhle besondere Säfte ausgeschieden werd…

  6. modern
    Dialekt
    Balg

    Bayerisches Wörterbuch · +8 Parallelbelege

    Balg Band 1, Spalte 1,933–937

  7. Sprichwörter
    Balg

    Wander (Sprichwörter)

    Balg 1. Auch den schönen Balg stosst der Falk. 2. Der Balg ist besser als der Marder. 3. Der Balg ist das Beste am Fuchs…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit balg

234 Bildungen · 134 Erstglied · 95 Zweitglied · 5 Ableitungen

balg‑ als Erstglied (30 von 134)

balg* 1

KöblerAfries

balg* 1 , Adj. nhd. in der Scheide befindlich ne. in the sheath Q.: E E.: s. germ. *balgi-, *balgiz, st. M. (i), Balg, Haut, Schlauch, Sack;…

Balgtreter

SHW

Balg-treter Band 1, Spalte 551-552

balgarinus

MLW

* balgarinus , -a, -um . ( cf. * balga) ad canalem pertinens — Kanal- : Chart. civ. Vratisl. 11 p. 9,28 (a. 1239) procedendo iuxta foveas -a…

balgarm

DWB

balg·arm

balgarm , m. in der schmelzhütte die hinten vor den balgbretern ragenden hölzer. einige schreiben schlecht balgenarm, und so auch in den fol…

Balgbisse

RhWBN

balg·bisse

Balg-bisse -bes Berg zwischen Agger u. Dhünn Pl.: Leibschmerzen beim Pferde.

Balgbīten

WWB

balg·biten

Balg-bīten Bauchschmerzen. Leibschmerzen (von Mensch und Tier) ( Osn Klön Strodtm ), Kolik (beim Pferd) Lin Be .

balgbrust

KöblerAhd

balg·brust

balgbrust , st. F. (i?, athem.?) nhd. „Balgbersten“, Hautbersten, Hautverletzung, Hautriss ne. „skinbursting“, injury of the skin ÜG.: lat. …

Balgbūsen

WWB

balg·busen

Balg-būsen. Ballich- Kollern im Bauch ( Bek Al ), Herzklopfen ( Bek Al ) Vh .

balgdiesze

DWB

balgdiesze , f. luftrohr am vordern ende des hüttenblasbalgs. schwierigkeit macht diesze, scheint aber das ags. þeote, ahd. dioʒa fistula, c…

Balgdrō¹se

WWB

balg·drose

Balg-drō¹se. „ Balchdrüäse “ f. ( Arn Ar ), „ -drüisen “ ( Bri Dü ) Bauchspeicheldrüse (b. Rindvieh) (Frgb.).

balge

FWB

1. ›hölzerne Wanne, Eimer, Waschgefäß‹.; 2. ›Wasserrinne, Wasserstraße, die Haff und Meer verbindet‹.

balge, ballige (balleie)

LW

balge, ballige (balleie), f. 1. Kufe, Wanne kleinerer Art, bes. für Milch. 2. Vertiefung im Watt, die auch bei Ebbe voll Wasser bleibt und a…

balged

WWB

bal·ged

balged. balʒt Adj. „mit großem Balg“ Lin Be.

balgedǖster

WWB

balge·duester

balge-dǖster. bällege- ( Asd KösterJK 262), balge- ( Lin KösterB 101) stockdunkel.

balgen

DWB

bal·gen

balgen , rixari, altercari, mit einem aber auch einen balgen: merk baur, du bist ein grober Heinz, und wärst wol mit dem müller eins, das so…

balgen

FWB

1. ›sich mit jm. verbal oder handgreiflich streiten, zanken, schlagen, raufen, sich balgen‹; 2. ›jn. schelten, ausschimpfen, schimpfend über…

balgen1

MeckWB

balgen 1 streiten, lärmen; streiten, ringen Mi 5 b ; reziprok: de Jungens balgen sick; schelten, tadeln: wat helpt mi all dat Belgen un Balg…

balgen2

MeckWB

balgen 2 in utbalgen ( s. d. ); zu Balg 1.

Balgenarm

Campe

balgen·arm

Der Balgenarm , des — es, Mz. die — e, in den Schmelzhütten, die Hölzer, die hinten vor den Balgenbrettern hervorragen; Balgenstürzel.

Balgenatlaß

Campe

balgen·atlass

Der Balgenatlaß , des — sses, Mz. die — sse, die schlechteste Gattung der Ostindischen Atlasse.

Balgenbrêt

Adelung

balgen·bret

Das Balgenbrêt , des -es, plur. die -er, die beyden langen und starken Breter an einem Blasebalge, wovon das obere, (der Deckel,) beweglich,…

Balgenbrett

Campe

balgen·brett

Das Balgenbrett , des — es, Mz. die — er, die beiden langen Bret= ter eines Blasebalges, deren oberes oder die Decke beweglich, das untere a…

balg als Zweitglied (30 von 95)

Wechselbalg

RDWB1

Wechselbalg m уродец; карлик (уродливый ребёнок; ребёнок, которого по народному поверью подменили в колыбели злые карлики)

Anbalg

Idiotikon

Anbalg Band 4, Spalte 1209 Anbalg 4,1209

Aschbalg'

MeckWBN

asch·balg

Wossidia Aschbalg' f. a. Spr. Aschbehälter: '2 aschebalgen' (Wi 1448) Schill.-Lübb. 6, 25 a .

beribalg

AWB

beri·balg

beribalg st. m. peri-palc: nom. sg. Gl 4,218,50 ( cgm 187, 11. Jh. ). die Schale einer Beere, vermutlich eine Bezeichnung der Rosine, der ge…

blasebalg

DWB

blase·balg

blasebalg , m. follis, folliculus: dort höret man in der schmittn die heisere blasbälg. Petr. 108 b ; man musz den blasbalg besser treten. L…

Blǟbalg

Idiotikon

Blǟbalg Band 4, Spalte 1210 Blǟbalg 4,1210

Chatzbalg

Idiotikon

Chatzbalg Band 4, Spalte 1210 Chatzbalg 4,1210

Chatze(n)balg

Idiotikon

Chatze(n)balg Band 4, Spalte 1210 Chatze(n)balg 4,1210

Chirsibalg

Idiotikon

Chirsibalg Band 4, Spalte 1210 Chirsibalg 4,1210

Chǟslabbalg

Idiotikon

Chǟslabbalg Band 4, Spalte 1210 Chǟslabbalg 4,1210

Fressbalg

Wander

fress·balg

Fressbalg 'Ne Fressbalg kömmt net op de Welt, da wird getrocken. ( Bedburg. )

Fríschbalg

Adelung

frisch·balg

Der Fríschbalg , des -es, plur. die -bälge, auf den Eisenhämmern, ein Blasebalg an der Frischesse, welcher kleiner ist, als der an einem hoh…

fruchtbalg

DWB

frucht·balg

fruchtbalg , m. , würde überhaupt eine balgartige samenhülle bedeuten, man bezeichnet aber damit einen hülsenartigen samenbehälter, der in e…

Frëssbalg

Idiotikon

Frëssbalg Band 4, Spalte 1210 Frëssbalg 4,1210

fuchsbalg

DWB

fuchs·balg

fuchsbalg , m. 1 1) das fell eines fuchses: man fahet kein fuchsen, als im fuchsbalg. Lehmann 2, 222, 7 . insbesondere ein solches abgestrei…

Ableitungen von balg (5 von 5)

balge

DWB

balge , f. situla, nd. balje, nnl. balie, schw. balja, eimer, mit der bedeutung balg schlauch verwandt. vgl. engl. pail. in Schleswigholstei…

erbalgen

Lexer

er-balgen swv. s. erbelgen.

gebalge

DWB

gebalge , n. balgerei, schlägerei Stieler 83 , gebälge Rädlein 323 a , zu balgen.

Verbalgen

Campe

Х Verbalgen , v. trs . mit Balgen verbringen, unter Balgen vergehen lassen. Die Knaben haben die Stunde, welche zum Lernen bestimmt war, ver…

zerbalgen

DWB

zerbalgen , verb. refl., sich streiten, zanken, kämpfen: es hat sich s. Paulus mit dem argument wider gottes volck wol zubalget Luther tisch…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „balg". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/balg/wwb
MLA
Cotta, Marcel. „balg". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/balg/wwb. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „balg". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/balg/wwb.
BibTeX
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