FESTIGLICH adv. mhd. vesteclîche
. mnd. vestichlik(en).
abl. von fest adj. vgl. auch älteres festlich
adv. im 13. jh. auch als adj. bezeugt. 1
unverrückbar. a
sicher, dicht verschlossen: ⟨u1235⟩ übr die wilden alben/ die sie in allen enden/ mit hôhen steinwenden/ besliezent vesteclîche dâ Rudolf v. Ems
Alexander 16963 LV. 14./15.jh.
(die ringmauer) was gar vesteklich beslossen und verspart
historienbibeln 2,635 LV. ⟨M15.jh.⟩ wir habent wol vernomen, das ir Joseph, der in begraben hatt, gefangen hattent, und hattent in vestigklichen in beschlossen
dt. volksb. 348 LV. ⟨1518⟩ dann inn sollicher geschicklichkayt deß gepijrgs vnnd gangs wirdt der einfluß des himmels seer bequemmlich empfangen zů berayttenn die materi, darauß silberärtz gemacht oder gewirckt sol werden vnd vestigklichen behalten als inn eynem wolgeschicktenn gefäß
d. älteste dt. bergwerksb. 21 D. b
nicht (leicht) lösbar, eng: ⟨E13.jh.⟩ der
(teufel) menschlich kunne gevangen hât/ und vesteclich gebunden/ mit staeter sünden wunden Walther v. Rheinau
26930 P. 14./15.jh. Dalida Sampsons fröw hies syben seile machen die starg werent und gůt, domit wart Sampson gebunden gar vesteklich
historienbibeln 2,842 LV. 1538 dz man jnen den schwantz an dem leib mit eym band vestiglich bind Herr
ackerwerck 65a. ⟨1588⟩ darinnen festiglich verbundn/ viel hoch vnd nidrig bencke stundn Ringwaldt
warnung [1589]F3a. 1636 da die schönheit einmal sich/ festiglich/ mit der jugend hat vermählet Lund
ged. 89. 2
charakterlich sicher. a
streng, entschlossen, nachdrücklich: ⟨1235/40⟩ oͮch wart an vroͮde sigelos/ der rich kúnic von Engellant,/ das sin wille also erwant/ und sich diu raine gůte/ wider sinem můte/ sazt also vesteclich Rudolf v. Ems
Willehalm 10385 DTM. 1313 so gebiet wir vestichlich bei vnsern hulden vnsern purchleuten ze Halstat, daz si dehain saltz ze Halstat auzfuͤren lazzen
font. rer. austr. II 18,142. ⟨1421⟩ disser
(papst Gregorius) vorbot vestiglichen ynn der cristenheit zouber unde den glouben von den vogeln geschrei unde loss zu werffen unde die swarze kunst Rothe
düring. chr. 210 L. ⟨1509⟩ so woͤllen wir das strencklich vnd vestiglich straffen Tengler
layenspiegel (1511)X5a. ⟨1578⟩ fürnemblichen solle der richter und rath bei den handwerksleuthen jederzeit mit ernst darob sein, vestiglich halten und verfüegen, daß
.. öst. weist. 14,137. 1627
weshalb sie solche satzung allberait allhie in Wienn publiciren lassen, sondern auch dem statt-magistrat darob festigklich hand zu haben anbefohlen
qu. Wien (1895) I 5,241b. ⟨1672⟩ und gebieten darauff allen und jeden .. ernstlich und vestiglich mit diesem brieff
t. reichs-arch. 12,1,113b L. ⟨1729⟩ und gebiethen darauf allen und jeden churfürsten .. ernst= und festiglich mit diesen brief Rohr
ceremoniel-wiss. (1733)300. b
unerschütterlich, ohne zweifel; hauptgebrauch und häufig in religiösen kontexten: ⟨2.h13.jh.⟩ daz sont ir vesteklich globen daz dú selben wort noch húte die selben kraft hant von ains ieglichen priesters mund
st. georgener prediger 198 DTM. 14.jh. sæilig bist du, wan du an mich/ geloͮbest recht und vesteklich/ und doch mich gesæcht nie schweizer Wernher
124 DTM. hs.u1430 meyn man get mit mir/ .. vnd dar zu die swester sein;/ die hütten vestecklichen mein
erz. aus altdt. hss. 272 LV. 1519 aldo seine gotliche gnad anruffen, in welche er festiglich vertrawen soll Luther
w. 2,247 W. ⟨v1573⟩ wiewol sie vesstigclich entschlossen waren vm̄ der warhait willen zu dulden vnd lieber zu sterben
älteste chr. hutter. brüder 207 Z. 1606 all mein hoffnung des siegs hab ich/ zu gott gesetzt gantz festiglich Spangenberg
ausgew. dicht. 155 M. 1660 beschloß deßwegen die lezte nacht festiglich, es zuoffenbahren Bucholtz
Herkules [1659]2,150. 1705 wiewol ihrer viel vestiglich glauben, daß ein pfersigbaum nicht viel müsse beschnitten werden König
georgica 319. 1756 hierauf entschloß ich mich nun vestiglich, ich wolte mich niemals wieder .. in eine liebesavanture einlassen
leipz. avanturieur 1,147. 1846 hingegen glaube ich auch festiglich, daß es gerade auf diesem wege auch alle übrigen forderungen mittelbar befriedigen muß Vischer
aesthetik 1,157. 1871 glauben wir festiglich, daß der herr uns mit einem wort aus dem tode wieder auferwecken kann, dann schreckt uns der tod nicht mehr Uhlhorn
pred. sonntage (1870)2,154. 1926 folget mir .. und nehmet die stücke des glaubens festiglich an, die ich euch übrig lasse Grisar
Luthers leben 154. c
kühn, tapfer: ⟨1250/4⟩ da nam sigeliche vor/ Joab den sig mit werdekeit,/ den er so vesteclich irstreit/ das er niht wer da mere vant Rudolf v. Ems
weltchr. 28570 DTM. ⟨1301/19⟩ dô ranc darnâch vesticlich/ mîn ôheim herzog Heinrich,/ herzog Otten vater Ottokar
öst. reimchr. 63186 MGH. ⟨1428⟩ wiewol dy kristen wider dy saracen vestichlich striten, .. behuben dy saracen den sig Andreas v. Regensburg
610 L. 1522 wider die hunier rustet sich Sigebertus kunig zu Francken vnnd were gar nahe vonn iren zauberey verfurt vnnd nidergelegt worden, wo er nit durch fleissig anschreien des namen Christi gesterckt festiglich bestanden vnnd manlich gestritten het Schenck
cronica Francken 90. 3
unverbrüchlich (etwas halten): ⟨u1250⟩ du salth vestecliche den suntach viren
hl. regel 6 DTM. 1380
(ich) verpinde vns auch in craft dicz brifes vesticlichen vnd ewiclichen, als iczunt hernach geschriben stet vnd begriffen ist
mon. zoller. 5,71. ⟨1433/40⟩ sy hildin och irs ordins regel vesteclich, und woren dobey rittir vrech
script. rer. pruss. 3,554. 1518 demnach so ist deßhalben nachuolgennder artigkl vnd gesatz für genomen vnd gemacht, dem auch füran vesstigklich nachgeuolgt sol werden
ref. bayr. lanndrecht 48b. 1570 endtlich soll der feldtoberst auch an sie begeren, dass sie .. die händt alle samptlich auffheben, und geloben wollen, dem allen so in der bestallung begrieffen, treulich und festiglich nachzukommen
in: Frauenholz
heerwesen (1935)2,2,281. 1620 daß wir .. bestendigen frieden mit jhnen samptlich auffrichten, auch fürters denselben vnverbrochen vnd festiglich halten sollen
d. ander post-reuter 135. ⟨1661⟩ womit also diese obspecificirte klagepuncte gänzlichen und aus dem grunde verglichen, beygeleget und beydernseits denselben festiglich nachzukommen verbunden seyn sollen
qu. privatbauern Niederlausitz 18 L. 1730 also sind wir auch der beständigen meynung, festiglich darüber zu halten
d. neueste v. gestern 2,247 B. 4
stark, heftig, sehr: ⟨1264⟩ unde dir der selbe lîp, den got sô hôhe unde sô wert geedelt hât, als vesteclîchen arbeiten muoz nâch ein wênic guotes
(bearbeitung) Berthold v. Regensburg
1,90 P./S. 1331/6 Keygin traf er so vesteclich/ und truhte im den schilt rich/ uf sinem arme an die site,/ daz er in an der selben zite/ valte von dem rosse gewer Wisse/Colin
521,13 Sch. ⟨v1510⟩ ein closterfrouw die nüt gütes thůt .. die můß man stetiglichen tryben vnd mit gewalt zwingen zü dem das sie thůn sol, vnd vestiglichen stupffen Geiler
bilgerschafft (1512)99a. 5
verbindlich (geregelt): n1284 vnd dar vmbe ich der vor genante Johs dechan von Amelswilre zv̊ eime rehten vrkunde daz ich disen brief han gelesen vnd besigelt gesehen ganz vnd vesteclich so henke ich min ingesigele an disen brief
corp. altdt. originalurk. 2,67 W. 1336 tzů eime urkunde dirre vorgeschrẘbenin rede unde stucke gebin wir .. dẘsen brẘf mit unseme ingesẘgel vestecliche besẘgelt
urkb. Mühlhausen 431 H. 1560 das ich dagegen ferner mit furgehaltem meinem zeitlichen rath .. vnd bey meinen trewen vnd ehren zugesagt habe vnd hiemit festiglich zusage Machholth
formular 61b. 1665 dann derselben hatte ihr bruder .. sie instendig ersuchet, daß sie .. ihre wase frl. Even Marien ihm zur ehelichen träue gewogen zumachen nicht ablassen möchte; wie sie dann ihm solches festiglich versprach Bucholtz
Herkuliskus 126a. 6
dauerhaft: 1299 wan es sol alles mit an ander stan alder alles mit an ander werdin geloͤset an alle geveirde vnser vnde vnserre érbo wan es vesteclich ist verdingot
corp. altdt. originalurk. 4,536 W. ⟨u1300⟩ alle kůnigriche/ die e festecliche/ roͤmischem riche warn under tan,/ die muͤßent alle vor zer gan Heinrich v. Neustadt
zukunft 5389 DTM. u1460/70 er las etwen an den heiligen buͤchern, vnd daz er ze einem mol in sinen herczenmůtt geleite, das truckte er festeklich in sin hercz Sibilla v. Bondorf
Franciscus 110 TSM. 1558 des du alda vestigklich in gedaͤchtnuß behalten vnd mercken soltest Pegius
dienstbarkhaiten 16b. ⟨1625⟩ alle und iede obstehende puncten, ordnung, gebräuch, gewohnheit und alt herkommen wie auch nachbarliche waid-vergleich, da demselben vöstiglich gelebt wird
weist. 6,218 G. 1653 denn damit wil ich unsere neue schäferliebe und freundschafft bekräfftigen und festiglich verbinden Rist
d. friedejauchtzende Teutschland 176.Casemir/Harm