abmachen schw. u. st.: I. trans. 1. etwas a. a. 'wegmachen, entfernen';
's Schloß abmache, an de Schuh de Dreck a. [allg.]. RA.:
Die Buckse 'Hosen'
abmache 'die Notdurft verrichten' [HB-Rheinh]; dafür andernortes:
Die Hosse wenne (
s. u.
wenden). Übertr.:
eni a. 'eine (Ohrfeige) herunterhauen' [Pirmas, vor allem in den unteren Berufsgruppen der jüngeren Generation, Otterstetter 224]. — b. 'schneidend abtrennen'. α. das Gras einer Wiese, das Getreide eines Ackers a., ehedem 'mit der Sichel abschneiden', jetzt zumeist 'mit der Sense, mit der Mähmaschine abmähen';
vgl. abgrasen 1,
absicheln.
Er macht seiⁿ Korn ab [allg.],
macht seiⁿ Wiß ab [Frankth].
De abgemacht Hawwer muß rooze 'rösten' [WPf]. a. Ende 16.
Jh. (Abschr.):
bisz dasz heu ab- und ufgemacht werde [Grimm Weist. V 603 (NW-Erph)]. Leute, die mit Abmachen beschäftigt sind, grüßt man:
Machen ehr ab? Werd abgemach(
t)
? Abmache? [NW-Ellstdt LU-Böhl SP-Heiligst LA-Ilbh]. — β. ein Glied des menschlichen Körpers a. 'amputieren'.
Er kriet e Been abgemach [KU-Herschw/Petth ZW-Battw];
vgl. auch abnehmen I 3 e.
De Grutze (die Gorjel, de Kopp) a. 'die Kehle durchschneiden' [verbr.];
vgl. abschneiden I 2 b. — c. Obst a. 'die Früchte eines Baumes bis auf den letzten abpflücken' [verbr.]. RA.:
Gell, du machscht die Eppl gleich for zwäi Johr ab? Zuruf an einen, der beim Obstabmachen Tragästchen abbricht [KU-Schmittw/O].
Der stoppelt Äppl, wo noch kää abgemacht sin, scherzhaft, wenn einer beim Obststehlen ertappt wird [VPf].
Der macht
widder Quetsche ab, wer in der Nase bohrt [PS-Zesbg]. —
's Bäämche (Baamche) abmache 'den Christbaum seines Schmuckes entkleiden' [verbr.];
vgl. abkolten 1 b,
-krönen,
-leeren,
-putzen 3,
-räumen,
-zieren,
schütteln. In manchen Häusern in Kaislt wird einem alten Brauch zufolge nach dem Abmachen das Astwerk des Weihnachtsbaumes mit Ausnahme der Krone abgehackt und der Baum in dieser Gestalt im Keller aufbewahrt. Er wird erst verbrannt, wenn nach den nächsten Weihnachten der Stamm des neuen Weihnachtsbaumes an seine Stelle tritt. Nach einem Volksglauben soll der Stamm des Weihnachtsbaumes Glück bringen. —
d. übertr. α. '(eine Sache) gütlich erledigen'.
Des machschde mit finf Mark ab[NPf, verbr.]. — β. 'eine Vereinbarung treffen' [allg.];
vgl. abreden,
-sprechen 1. Wenn eine Vereinbarung, Verabredung getroffen wurde, sagt der eine Beteiligte:
Abgemacht! [allg.]. — γ. 'quitt sein'.
Mer sin abgemacht [GH-Freisb]. Syn.
s. quitt — 2. einen a. 'außer Spiel setzen' bes. beim Klickerspiel.
Du bisch abgemach(t) [SOPf]. Syn.
s. abgewinnen. — 3. sich a. 'sich entfernen', bes. in der Aufforderung
Mach dich ab! [NPf WPf (einschl. PS) LA-Rohrb Siebdgn Kl'fischling Birkw]. Syn.
s. weggehen. RA.:
Mach dich ab, kannscht hääße wie de witt, scherzhafte Antwort auf den Ausruf des Verkäufers von gerösteten Kastanien: Heiße Maroni!, doppelsinnig gedeutet als: (ich) heiße Maroni [Kaislt vor 1930]. — II. intrans. 1. persönl. a. 'erschöpft sein'.
Er hot abgemach(
t) [verbr. bes. VPf]. Bei Wettkämpfen, sportlichen Übungen:
Er hot abgemach(
t) 'Er hat aufgegeben' (weil seine Kräfte erschöpft waren). — b. 'im
sterben liegen'.
Er macht ball ab [ZW-Battw Rockhs],
is am Abmache [LU-Limbghf],
hot abgemacht 'ist gestorben' [NW-Hardbg]. Syn.
s. sterben. — c. 'Bankerott machen' [RO-Winnw PS-Claus]. — 2. sachl. 'unbrauchbar werden'.
Die Kläärer mache(
n) ab 'sind abgetragen' [KL-Lind];
vgl. abgehen 2f. —
Rhein. V 675; Saarbr. 135;
Lothr. 2;
Els. I 642; Bad. I 12. Vgl. auch Wolf [19] (abmecken).