lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

pfeifen

nhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
Anchors
17 in 15 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
47
Verweise raus
43

Eintrag · Pfälzisches Wb.

pfeifen st.

Bd. 1, Sp. 807
pfeifen st.: 1. vom Menschen. a. 'mit dem Mund einen Pfeifton hervorbringen', peife, Pfeife (s. F.) [allg.]. Er peift uf'm Finger, dorch die Finger 'unter Zuhilfenahme des in den Mund gesteckten Fingers, auch zweier und mehrerer Finger' [allg.]. Pfeifen als Zeichen des Rufens: Ich werr (Ich krie) gepeff [KU-Bedb, verbr.]. Der Fuhrmann peift de Gail (damit sie Wasser lassen) [allg.]. Mit Pfeifen lockt man die Tauben an, z. B. mit dem Intervall gˈ aˈgˈ aˈgˈ aˈgˈ (der erste und der letzte Ton werden gezogen, die dazwischen liegenden Töne nur kurz angeschlagen) [GH-Zeisk]. Pfeifen drückt Geringschätzung aus: Ich peif uf'n, ich peif der was u. ä. [allg.]. Ja, peife, Kättche (Käthchen)! (Dazu wird mit den Fingern geschnalzt) [KL-Reichb]. Er peift 'm wie 'me Hund [KU-Schmittw/O]. Der Schlaue pfeift, wenn er etwas verschweigen will: Des hätt er peife kenne, statt sache [südl. VPf]; vgl. aber 1 d. SprW.: Viele Sache sin besser gepiffe als gsaat [Penns]. — Weitere RA. u. SprW.: Das esch de Mais gepiffe, von einer nichtigen Sache [LA-Edk, verbr.]. Mädcher, wo peife, un Hinkl, wo krähe, sell mer de Hals uf de Rick erumdrehe 'Mädchen, die pfeifen, und Hühnern, die krähen, soll man den Hals auf den Rücken herumdrehen' [KU-Kaulb, allg.]. 'me Parre, der danzt, 'me Määre, das peift, un 'me Hinkel, das kräht, dene geheert de Hals erumgedreht [KU-Bechb]. Wann die Hinkel krähe un die Weibsleit peife, is es en schlechti Sein (engl. sign = Zeichen) [Fogel Beliefs Penns Nr. 423]. Do hääßt's net nor, 's Maul gespitzt; 's muß aach gepeff sin [RO-Rehbn, verbr.]. VR.: Luschdich is die Fasenacht, wann mei Mutter Kichelcher backt; wann sie awwer keene backt, peif ich uf die Fasenacht [Gal-Dornf, verbr.], s. auch Krähe. — b. 'auf einer Pfeife pfeifen', in festen Prägungen 'mit einer Pfeife zum Tanz aufspielen'. 's Peifche will net p. [allg.]. Er peift mit de Dullepeif (Dudelpfeife) [Gal-Dornf]. — RA.: Er muß danze, wie sie peift 'muß sich nach dem Willen seiner Frau richten' [GH-Kand, allg.]. Gott sei's getrummelt un gepiffe 'Gott sei gepriesen' [LU-Friesh, verbr.]. Er peift uf'm letschde Loch 'Er stirbt bald' [RO-Dielkch, allg.], 'steht vor dem Ruin' [Kaislt]. SprW.: Wer gere danzt, dem is gut peife [Don-Gertianosch]. — c. 'im Pfeifton atmen'. Sei Ochdem (Atem) peift [allg.]. — d. 'reden, verlauten lassen'. Do hot se nix devun gepeff [KU-Kaulb]. — e. 'cacare', weniger derb als scheißen. Ich geh p. [Gal]. RA.: Do peift der Hund nin, wegwerfend von einer wertlosen Sache [ebd.]. Hierher gehört wohl auch die RA.: Wann ich net in de Himmel komm, peif ich aa in die Hell 'Wenn ich nicht dieses bekomme, verzichte ich auch auf das andere' [KL-Siegb]. — 2. von Tieren. a. vom Singen der Vögel [verbr.]. Über die von der Sonne gebräunten, sehr süßen Beeren haben die Vögel gepiffe [Wilde 246]. Iwwer's Hasebrot hun die Veel gepeff 'Die Reste des ins Feld mitgenommenen Frühstücksbrotes schmecken den Kindern besonders gut, weil man diesen weismacht, die Vögel hätten darüber gepfiffen' [KU-Schmittw/O, verbr.]; vgl. Hasen-, Vögelchensbrot RA.: Die Spatze peifen's vum Dach 'Es weiß es jedermann' [allg.]. Dem Veelche muß mer e Wermche gewwe, weil's so hibsch peife kann, so sagt man im Scherz zu einem Buben, der eifrig, aber auch oft falsch pfeift [KU-Schmittw/O]. SprW.: Jeder Voggel peift, wie ihm der Schnawwel gewachse is [Penns]. Veelcher, wu frih peifen, freßt owends die Katz [Kaislt, verbr.]. Des Veeglche, was marjets peift, scheißt ins Nescht, sagt man von einem, der schon am frühen Morgen vergnügt pfeift [Don-Schowe]. VR.: Margretel, meiⁿ Mahd, geh met mer ins Gras, dort peife die Veechel un klappert de Has [KU-Lauteck (Wilde 79)]. — b. vom Piepsen der Küchlein, Mäuse u. dgl. Die Ajer sin aaⁿgepickt, un die Junge peife schun [ZW-Schmitshs, allg.]. KR.: Hinner de Steg (Stiege), uf de Steg hen die Belleit Hochzeit; peift die Maus, hupst die Laus, is die ganze Hochzeit aus [NW-Kallstdt]. — 3. Sonstiger Gebrauch. a. De Wind peift [allg.]. RA.: Peift de Wind (oder: Peift's) aus dem Loch! 'Ist die Sache so gemeint?' [allg.]. Jetzt peift e annrer Wind 'Es sind neue Verhältnisse eingetreten' [allg.]. — b. Mer heert de Zug (die Alsenzbahn) peife, 's gibt gut Werrer (bei Ostwind) [KU-Schmittw/O]. — c. Die Hieb hun gepeff, von heftigen Hieben [KU-Schmittw/O, allg.]. Er horrem (hat ihm) eni g'stuppt, die hot g'piffe [NW-Weish/S]. — 4. blau pfeifen s. blau. — Zs.: ab-, aus-, ver-, vorpfeifen. — F.: Zur Lautform s. Pfeife. Part. Perf.: WPf gəpif, selten gəpef, dieses vorn. NWPf; VPf gəpifə, selten gəpefə, dieses vorn. SOPf. — Rhein. VI 695 ff.; Lothr. 42; Els. II 133; Bad. I 194 ff.; Hess.-Nass. II 589/90.
4688 Zeichen · 140 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Pfeifen

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    2. Pfeifen , verb. irreg. Imperf. ich pfiff, Partic. gepfiffen. Es ist in doppelter Gestalt üblich. 1. Als ein Neutrum, …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    pfeifen

    Goethe-Wörterbuch

    pfeifen mehrf subst a mit einem Blasinstrument musizieren, flöten, spielen Da pfeift es und geigt es und klinget und kli…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Pfeifen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Pfeifen , die Erzeugung von Tönen durch Anblasen der Mundhöhle bei Bildung einer von den Lippen begrenzten Enge. Die Höh…

  4. modern
    Dialekt
    pfeifen

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    pfeifen Band 2, Spalte 2,522–525

  5. Sprichwörter
    Pfeifen

    Wander (Sprichwörter)

    Pfeifen 1. Aufs Pfeifen und aufs Singen gehört ein fröhlich Springen. – Petri, II, 26; Henisch, 1250, 15. 2. Dem ist lei…

  6. Spezial
    Pfeifenn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    Pfeifen , n свист , м

Verweisungsnetz

81 Knoten, 72 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 6 Hub 1 Kompositum 64 Sackgasse 10

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit pfeifen

229 Bildungen · 205 Erstglied · 19 Zweitglied · 5 Ableitungen

pfeifen‑ als Erstglied (30 von 205)

pfeifenbaum

DWB

pfeifen·baum

pfeifenbaum , m. der gemeine flieder, syringa vulgaris, aus dessen jungem holze pfeifen geschnitten werden. Nemnich 2, 1414 . vergl. pfeifen…

pfeifenblasen

DWB

pfeifen·blasen

pfeifenblasen , n. : im frühjahr .. schnitt er ( Audifax ) sackpfeifen aus dem jungen holze und blies darauf .. aber er ward zusehends scheu…

Pfeifenbolz

RhWB

pfeifen·bolz

Pfeifen-bolz -bōlt Klev m.: kleinerer Amboss, zum Durchschlagen der Ofenrohre.

pfeifen als Zweitglied (19 von 19)

abpfeifen

DWB

abpfeifen , fistulare, er pfif es von dem laube, von dem munde ab.

anpfeifen

DWB

anpfeifen , assibilare, συρίζειν : die gänse pfeifen an; der wind hat uns stark angepfiffen; pfif sie mich an wie ein atter. H. Sachs 1, 449…

aufpfeifen

DWB

auf·pfeifen

aufpfeifen , praecinere tibia, zum tanze pfeifen: pfeif auf, lasz hören deine kunst, welchs ist der schriftlich und welchs der geistlich sin…

auspfeifen

DWB

aus·pfeifen

auspfeifen , exsibilare, explodere: wie Gurgelstrotza den könig Picrochol nach erlegung seins volks aus dem land pfif. Garg. 264 b ; er schr…

einpfeifen

DWB

ein·pfeifen

einpfeifen , insibilare, nnl. inpijpen, vgl. einblasen, einhauchen. den gärtnern ist einpfeifen die rinde junger zweige ablösen zur fortpfla…

nachpfeifen

DWB

nach·pfeifen

nachpfeifen , verb. nd. napypen Kramer 2, 150 d . 1 1) intransitiv. 1@a a) hinter einem her pfeifen, ihn auspfeifen: einem nachpfeifen, expl…

verpfeifen

DWB

ver·pfeifen

verpfeifen , verb. pfeifend verbringen, pfeifend vertreiben. 1 1) sinnliche bedeutung: die zeit verpfeifen, pfeifend verbringen, die grillen…

vorpfeifen

DWB

vor·pfeifen

vorpfeifen , verb. , fürpfeifen fehlt oben th. 4, 1, 1, sp. 786; vor einem andern pfeifen, mit dem munde oder einem instrument, entweder, da…

zusammenpfeifen

DWB

zusammen·pfeifen

-pfeifen , v. , z. b. der hirt die herde, der vogelfänger die vögel. auch vom lockruf der vögel: der laut der haselhühner, wenn sie sich z. …

Ableitungen von pfeifen (5 von 5)

bepfeifen

DWB

bepfeifen , sibilis consectari: Duil umbsonst, so oft er essen gieng, bepfiffen. Aszmann von Abschatz ehrengedichte vor Lohenst. Arm.

erpfeifen

DWB

erpfeifen , 1 1) signum dare sibilo: ich kann ihn nicht erpfeifen, er hört nicht auf mein pfeifen. Stieler 1437 . 2 2) tibia canendo obtiner…

verpfeifen

DWB

verpfeifen , verb. pfeifend verbringen, pfeifend vertreiben. 1 1) sinnliche bedeutung: die zeit verpfeifen, pfeifend verbringen, die grillen…

zerpfeifen

RhWB

zer-pfeifen: sich z., in einem fort die Tabakpfeife rauchen Rip.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „pfeifen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/pfeifen/pfwb
MLA
Cotta, Marcel. „pfeifen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/pfeifen/pfwb. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „pfeifen". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/pfeifen/pfwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_pfeifen_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„pfeifen"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/pfeifen/pfwb},
  urldate      = {2026-05-15},
}