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Pfeifen

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Wander
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Pfeifen

Bd. 3, Sp. 1261
Pfeifen 1. Aufs Pfeifen und aufs Singen gehört ein fröhlich Springen. – Petri, II, 26; Henisch, 1250, 15. 2. Dem ist leicht zu pfeifen, der Lust zu tanzen hat. – Parömiakon, 1501. Bei Tunnicius (57, 602): Êm is lichte genôch gepepen de gêrne danset. (Non calamos poscit gaudens duxisse choream.) 3. Der muss nicht pfeifen wollen, der den Mund nicht spitzen kann. Man muss nichts thun wollen, wozu die Natur die Anlagen versagt hat oder wie die Alten sagten, der Minerva zum Trotz. Engl.: He can ill pipe that wants his upper lip. (Bohn II, 124.) It.: In forno caldo non può crescer herba. Lat.: Tu nihil invita dices faciesve Minerva. (Horaz.) (Philippi, II, 226.) 4. Erst gepfiffen, dann gesungen. Die Neger in Surinam sagen: Pfeifen ist der Anfang zum Singen, um auszudrücken: Ich weiss schon, was kommen wird, wo du hinaus willst. 5. Es ist übel pfeifen, wenn man keine Oberlefzen hat. – Winckler, IX, 27. 6. Es ist vergeblich pfeifen, wenn niemand tanzen will. Schwed.: Fåfängt pipa når ingen vil danza. (Grubb, 225.) 7. Man kan manchen weder mit pfeiffen noch weinen gewinnen. – Lehmann, 767, 5. 8. Man kann nicht pfeifen und geigen aus einem Athem. (Rottenburg.) 9. Man kann nicht zu gleicher Zeit pfeifen und trinken. It.: Non si può ad un tempo bere e fischiare. (Bohn I, 114.) 10. Manches wird besser gepfiffen als gesagt. – Eiselein, 226; Simrock, 3416. 11. Nicht alles was pfeift, ist ein Vogel. – Parömiakon, 1727. 12. Pfeifen ist gut, zur rechten Zeit aufhören, besser. Böhm.: Dobře jest popískati, a píst'alku za pás dáti. (Čelakovský, 83.) Ill.: Dobro je posvírit, i za pas zadjesti. (Čelakovský, 83.) 13. Pfeifen ist leichter als schleifen. – Sprichwörtergarten, 493. Müssiges Herumschlendern kostet nicht so viel Anstrengung als ein bestimmtes Geschäft. 14. Pfeifen thut's, das Maulspitzen (a.d.) nützt nichts. 15. Pfeiffe oder weine, so wird doch nichts darauss. – Lehmann, 767, 5. 16. Van 't Pipen (Pfeifen, Küssen) up de Lippen kümmt Fröndskop unner de Slippen (Schürze). (Westf.) 17. Wer kann pfeiffen, wie mann gern Tantzt, den hört mann gern. – Lehmann, 75, 9. 18. Wer pfeiffen kann, der verkaufft seine pfeiffen am ehrsten. – Lehmann, 851, 6. 19. Wie gepfiffen, so gedanzt. – Schottel, 1120b. 20. Wie man pfeifft, so tantzt man. – Lehmann, 75, 9. Die Russen: Wie gedudelt wird, so tanzt man. (Altmann VI, 444.) Holl.: Niet langer pijp, niet langer dans. (Harrebomée, II, 183b.) 21. Bla (blau) pfeifen. – Lohrengel, II, 25. D.i. sterben. 22. Dat ess em gepeffen. (Bedburg.) Sagt ihm zu, passt in seinen Kram, entspricht seinen Wünschen. 23. Dat pippt bi em ut 't letzt Lock. (S. Timpen.) (Mecklenburg.) – Für Altmark: Danneil, 155. 24. Da zu gehört mehr als pfeifen. 25. Dazu möcht man pfeiffen. – Schuppius, Tract. 26. Du hêst gud pîpen, satst ûnt Râid. (Amrum.) – Haupt, VIII, 366, 250. Du hast gut pfeifen, sitzest im Rohr. 27. Er cha go pfyfe. (Solothurn.) – Schild, 73, 184; Sutermeister, 90. Er ist mit seinem Geschäft, mit seinem Vermögen fertig. 28. Er hot nischt, mit wus zu fafen. (d.-deutsch. Brody.) Er hat nichts mehr, womit er pfeifen soll, d.i. seine Mittel sind zu Ende. 29. Er pfeift aus dem letzten Loche. – Masson, 331; Frischbier2, 2909. Mit seinem Vermögen oder Leben geht's zu Ende. In Schwaben: Er pfeift us em letzta Loch. (Michel, 265.) Von der Ratte in Goethe's Faust, Werke, XII, 69. Frz.: Il est à l'extrémité, à l'agonie, aux abois. Poln.: Smiérć mu z oczów patrzy. (Masson, 331.) 30. Er pfeift nach dem Winde. (Böhmen.) Richtet sich nach den Umständen, trägt Rechnung. 31. Er pfeift schon die Gottesackerpfeife. Von dem, der sich im letzten Stadium der Schwindsucht befindet. 32. Er pfeift wie ein Rohrfink. Holl.: Hij pijpt als een rietvink. (Harrebomée, II, 220a.) 33. Er (sie, es) pfeift wie eine Kröte, die vom Rade gequetscht wird. 34. Er pfeift wie eine Nachtigall. (Rottenburg.) 35. I pfeif' der drauf. (Ulm.) 36. I pfeif' der was. (Ulm.) 37. I pfeif' drei nei. (Ulm.) Ich will nichts mehr davon. 38. Ich habe sie noch anders pfeifen hören. Meine Erfahrungen reichen noch weiter. 39. Ich pfeife darauf. – Eiselein, 509. 40. Im ist gut zu pfeiffen. – Aventin, CCXXIIb. 41. Nun pfeift1 mein Pferd vor Pfingsten nicht. (Schles.) 1) Euphemistisch für: scheisst. – Wenn jemand über etwas so erstaunt, überrascht ist, dass er gar nichts zu sagen weiss. 42. Pfeifen wie die Leute tanzen. – Parömiakon, 144. So reden und handeln, wie sie es gern haben, sich nach ihren Launen richten. 43. Pfeift, oder ich such' euch nicht! – Eiselein, 509. 44. Sie pfeiffen ihnen selbst zu Tantz. – Sutor, 930. 45. Weder pfeiffen noch geigen können. – Ayrer, IV, 2616, 8.
4683 Zeichen · 191 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Pfeifen

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    2. Pfeifen , verb. irreg. Imperf. ich pfiff, Partic. gepfiffen. Es ist in doppelter Gestalt üblich. 1. Als ein Neutrum, …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    pfeifen

    Goethe-Wörterbuch

    pfeifen mehrf subst a mit einem Blasinstrument musizieren, flöten, spielen Da pfeift es und geigt es und klinget und kli…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Pfeifen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Pfeifen , die Erzeugung von Tönen durch Anblasen der Mundhöhle bei Bildung einer von den Lippen begrenzten Enge. Die Höh…

  4. modern
    Dialekt
    pfeifen

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    pfeifen Band 2, Spalte 2,522–525

  5. Sprichwörter
    Pfeifen

    Wander (Sprichwörter)

    Pfeifen 1. Aufs Pfeifen und aufs Singen gehört ein fröhlich Springen. – Petri, II, 26; Henisch, 1250, 15. 2. Dem ist lei…

  6. Spezial
    Pfeifenn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    Pfeifen , n свист , м

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit pfeifen

229 Bildungen · 205 Erstglied · 19 Zweitglied · 5 Ableitungen

pfeifen‑ als Erstglied (30 von 205)

pfeifenbaum

DWB

pfeifen·baum

pfeifenbaum , m. der gemeine flieder, syringa vulgaris, aus dessen jungem holze pfeifen geschnitten werden. Nemnich 2, 1414 . vergl. pfeifen…

pfeifenblasen

DWB

pfeifen·blasen

pfeifenblasen , n. : im frühjahr .. schnitt er ( Audifax ) sackpfeifen aus dem jungen holze und blies darauf .. aber er ward zusehends scheu…

Pfeifenbolz

RhWB

pfeifen·bolz

Pfeifen-bolz -bōlt Klev m.: kleinerer Amboss, zum Durchschlagen der Ofenrohre.

pfeifen als Zweitglied (19 von 19)

abpfeifen

DWB

abpfeifen , fistulare, er pfif es von dem laube, von dem munde ab.

anpfeifen

DWB

anpfeifen , assibilare, συρίζειν : die gänse pfeifen an; der wind hat uns stark angepfiffen; pfif sie mich an wie ein atter. H. Sachs 1, 449…

aufpfeifen

DWB

auf·pfeifen

aufpfeifen , praecinere tibia, zum tanze pfeifen: pfeif auf, lasz hören deine kunst, welchs ist der schriftlich und welchs der geistlich sin…

auspfeifen

DWB

aus·pfeifen

auspfeifen , exsibilare, explodere: wie Gurgelstrotza den könig Picrochol nach erlegung seins volks aus dem land pfif. Garg. 264 b ; er schr…

einpfeifen

DWB

ein·pfeifen

einpfeifen , insibilare, nnl. inpijpen, vgl. einblasen, einhauchen. den gärtnern ist einpfeifen die rinde junger zweige ablösen zur fortpfla…

nachpfeifen

DWB

nach·pfeifen

nachpfeifen , verb. nd. napypen Kramer 2, 150 d . 1 1) intransitiv. 1@a a) hinter einem her pfeifen, ihn auspfeifen: einem nachpfeifen, expl…

verpfeifen

DWB

ver·pfeifen

verpfeifen , verb. pfeifend verbringen, pfeifend vertreiben. 1 1) sinnliche bedeutung: die zeit verpfeifen, pfeifend verbringen, die grillen…

vorpfeifen

DWB

vor·pfeifen

vorpfeifen , verb. , fürpfeifen fehlt oben th. 4, 1, 1, sp. 786; vor einem andern pfeifen, mit dem munde oder einem instrument, entweder, da…

zusammenpfeifen

DWB

zusammen·pfeifen

-pfeifen , v. , z. b. der hirt die herde, der vogelfänger die vögel. auch vom lockruf der vögel: der laut der haselhühner, wenn sie sich z. …

Ableitungen von pfeifen (5 von 5)

bepfeifen

DWB

bepfeifen , sibilis consectari: Duil umbsonst, so oft er essen gieng, bepfiffen. Aszmann von Abschatz ehrengedichte vor Lohenst. Arm.

erpfeifen

DWB

erpfeifen , 1 1) signum dare sibilo: ich kann ihn nicht erpfeifen, er hört nicht auf mein pfeifen. Stieler 1437 . 2 2) tibia canendo obtiner…

verpfeifen

DWB

verpfeifen , verb. pfeifend verbringen, pfeifend vertreiben. 1 1) sinnliche bedeutung: die zeit verpfeifen, pfeifend verbringen, die grillen…

zerpfeifen

RhWB

zer-pfeifen: sich z., in einem fort die Tabakpfeife rauchen Rip.

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APA
Cotta, M. (2026). „pfeifen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 16. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/pfeifen/wander
MLA
Cotta, Marcel. „pfeifen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/pfeifen/wander. Abgerufen 16. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „pfeifen". lautwandel.de. Zugegriffen 16. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/pfeifen/wander.
BibTeX
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