lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

pfeifen

nhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
17 in 15 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
47
Verweise raus
43

Eintrag · Rheinisches Wb.

pfeifen

Bd. 6, Sp. 695
pfeifen paifə(n), –ęi-, –ei-, –īf-, –i-, –īp- Part. Rhfrk, Mosfrk gəpif, –e- (in der WEif, wo i > a usf. wird, -a-, –ǫ-, –ę-, --); Rip jəpefə; zu nfrk. pīpə jəpīəpə, –ē(ə)-; in der Bed. weicht das Rip, Nfrk vom südl. Geb. ab schw.: 1.a. flöten, mit dem Munde durch Runden u. Spitzen des M., mit Hilfe von in den M. gesteckten Fingern, mit einer Holz- oder Metallpfeife u. auf der Maipfeife; auch die Vögel, Mäuse p.; die Bienenkönigin peift, bevor sie ausschlüpft Rhfrk, Mosfrk (Prüm, NDaun, NMay mehr fleten). RA. aus diesem Geb.: Ess Käs (Reiben ‘Rüben’), da liəhrschte p.! Allg. (de hat de Peisch Strih on die Kässchmer net bezahlt der nicht pf. kann Koch-Laub). E peift wie en Märdel (Amsel), — Kanaljenvigelchen, en Nachtigällchen, en Leweckerchen (Lerche) am frihe Morgen Allg., — en Organist Trier-Euren. Der kann net got p., awwer schlecht sengen Westerw. Et hescht (heisst) gepeff oder gesongen derfir kein Widerstand Prüm-Mürlenb 1860. Maulspötzen gölt net, et muss gepaff gün Trier-Mehring, Allg. Wu e gang un gestang hot, do hot e gesong on gepeff wie e Buffönk Trier. Dat elo as ken schwor Arbet, die mache mer mat P. un Sangen Bitb-Dudeld. Wei dei Alen songen, esou p. dei Jongen Saarbg-Faha, Allg. De mouss senge, wei den annern peift Saarbg-Faha. We ger danzt, dem as gut p. Trier-Mehring. En hört de Engeln em Himmel scho p. ist dem Tode nahe Allg. Gäns, wo schleife, Mäd, wo p., Hinkel, wo krehe, de soll mer gleich (bei Zeire) de Häls erumdrehe (de Kopp of de Bockel dr.) Nahe, Allg.; wann e Mädchen peift, kreischt de Muttergottes Bitb, Allg. Wer sich zu helfen weiss, geschickte Kartenkunststücke macht, ka blo p. Prüm-Mürlenb 1860. — Eich p. dir ebbes! tue es nicht, abschl. Antw.; eich p. dir drof! Allg.; p. och! Trier; p., mei Herzche! Saarbr; jo, hoschde gepeff! Birkf; hutsche (hudche, hdche) gepeff! ebd.; ja, hutsche pif! Saarbr-Sulzb; hutt peif! Ottw-Schiffw; piff, ja p.! Saarl-Berus; gepeffe! Siegld; gepiff is nit gesung! Simm-Laub. In de Hänn (Hände) gespauzt on of de Arbet gepeff Mosfrk. — Do hot er awwer necks devong gepeff! verlauten lassen Saarbr-Sulzb. — Er is wij en Vugel, er singt un peift den ganzen Dag Saarl-Berus. Er kann senge, wie e Rammb (Krähe) peift Birkf. Ich hon e Velche p. gehert etwas munkeln gehört Birkf. De soll doch stöll sein, o wenn all Vigel p.! der hat allen Grund, bescheiden zu schweigen, wenn auch alle andern sprechen Trier-Stdt; wenn all V. p., darfs, dau Lomp, nöt pipsen ebd. Die Vole, die frih p., fresst (hellt, kriet) de Katz von Vorlauten Hunsr, Allg. Et get Ren (Regen), de Dreksvigel p.! wenn die Buben pf. Bitb. Dat p. die Spatze längscht vom Kerchedach Ottw-Wiesb. De hert de Guguck em Frihjohr och nemih p. er wird bald sterben Allg. (s. Kuckuck). — Der hirt de Fleih (Flöhe) p. hört gut Saar, — das Meis-che p. Simm-Heinzenb. — Dat es em Dawe (Tauben) gepeff wenn einer furzt Mosfrk. Et as de Vigele gepaff vergeblich Bitb-NWeis. — de Meis (Mäusen) gepeff Birkf, Kreuzn, — seine M. gepeff gefällt ihm uSaar, Trier; dat wär de Meisen gepaff würde nur seinem Gegner nutzen Bitb; dat (den) as em gepaff, wör em g. gewest passt ihm so, kommt gelegen Prüm, Malm. Mei Mudder hat (mir) mim Kochleffel (Scheimleffel, Reiweisen, Spillomp; s. d. W.) gepeff zum Essen gerufen. Der peift of dem letzte Loch (der Flöte) ist am Ende seines Könnens, er stirbt bald Allg. — Den Hond peift winselt Merz-Büschf. — Beim Atmen pf., keuchen unter pfeifendem Geräusch; den hot de Not (Nacht) gepeff, mer hüt gemänt, en het e Vilchen op der Broscht; en hät P. of der Br. Saar, Allg. — Flüstern, Geheimnisse im geheimen mitteilen; dat hätscde p. solle Prüm-Mürlenb 1860. — Von Dingen; die Türe, das Rad, der Schwengel (udgl.) peift knarrt, knirscht Allg.; de Wend, de peift änem em de Ohre; so peift awei (jetzt) de W. der Vorgesetzte hat seine Ansicht geändert Nahe, Allg. (Peifwand ‘Sturm’ Prüm-Rommersh); e left (läuft), dat em de Hor (Haare) p. Daun-Steinborn; et es mer su kalt, dat mer de Uhre p. Kobl, Goar. — Et peift es flötet, die Sirene, Signalpfeife, Allg; o Jong, eweil hot et äwer gepeff! es ist Zeit Mos; et peift mer in de Ohre es klingt mir in den Ohren Allg.; es hat gepiff wenn ein Sprengschuss die Vorgabe sitzen lässt u. der Sprengstoff zum Bohrloch hinausgeschleudert worden ist Saargeb.; der Schuss peift Altk, Siegld. — Peifches in Hockstellung Eisbahn schlagen May-Nickenich. — b. n. dieses rhfrk., mosfrk. Geb. kommt p. nur noch vereinzelt vor (in einigen RA. u. Bed. geschlossener). Hermann, schlag Lärm an, lot pipen, lot trommen, de Kaiser well kommen (usf.); wie de Aulen songen, su p. alt de Jongen (auch MGladb); dat p. de Vüəgel om Dak; enem jet p. nicht geben NBerg (also hier geschlossener). Gott sei getrommelt on gefeffe (nhd. Lautung) Dür. Mulspetze notz nicks, et muss gepeffe werde Köln-Stdt. Op em letzte Loch (Gatt) pife (pipe) Rip, Nfrk ziemlich verbr. Du kanns mir de Mai pife! ich tue es nicht Bo-KüdinghvStdt. De peif (nhd. Lautung) op der Deuvel ist mutig Köln-Stdt. Pif, Mariännche, höt de Schof (Schafe) op dem Suənesife, kann se net erövverkreie, moss se erövverpife, p., jo p.! Schleid-Reifferschd. Von der Weidenflöte n. Ruhr: zipp, zapp, zere, Flötje wull niet pipe, kom de Hannbrickes met dat scharpe Messke, wull Fl. de Hals afschnen, dor fing Fl. an te p.; pip, p., p., p.! Rees-Haminkeln. Weiterhin in Kemp pīpə pipsen, von Vögeln u. Mäusen; die Lokomotive pippt; de Dür pippt knarrt; dem peppt der Oəm (Atem). Vereinzelt he pift hat Atembeschwerden Sieg, Sol-Leichl Pattschd; he köt nu heragepeffe mühsam, keuchend Dür-Heistern; der Hond pif gibt einen pfeifenden Ton von sich; dat Rad, de Dür pif MülhRh, Siegld-Müsen; der Wengk (Wind) pif; de Kugel peff mer lans de Kopp MüEif; dagegen weiter verbr. de Uhre pife mir klingen mir, man spricht von mir; do kammer bezahle, dat enem de Uhre p. Rip verbr., ebenso Rip et pif mer en de Uhre (auch Berg, Klev, Rees, Dinsl, Ruhr); et pif es stürmt, der Wind geht; dat es dem emol gepeffe geglückt; dat wor mir g. Wasser auf meiner Mühle Ahrw, Rheinb, Sieg, uWupp, Sol (jepepen). Von diesem pīfə, pīpə ist zu scheiden pī:pə, –pšə, –psə mit Schärfung ‘zirpen’; ausserdem hat das Rip pīfə noch in Bed. 1 c u. einige Fälle in der übertr. Bed. 2. — c. -īf- behaglich die Tabakpfeife rauchen, aber auch tadelnd gemeint; die setze gemötlech an der Dür on p. sech en (eine); de ös den ganzen Dag am p.; de pif sech jet beiənen; mer welle noch jet p. gohn zum Nachbar zum Plaudern; de Pif p.; Zigare p.; he pif sech de Schwendsoch op et Lif der das Rauchen nicht vertragen kann Rip (auch Prüm-Mürlenb 1860); -īp- Eup, Geilk-Hünshv; Pifnölles einer, der fast den ganzen Tag raucht Dür-Winden. RA.: Mot P. wird mer gruəss Schleid-Hellenth. Dat geht möt P. drus dem ist mit einer Kleinigkeit abgeholfen, gesagt, wenn man auf einen angeblichen Fehler in der Arbeit aufmerksam gemacht wird, der von selbst schwindet wie der Tabakrauch Schleid, Aach. — 2. übertr. a. weinen, heulen; hüle en p. wehklagen Aach-Stdt. — b. schnell laufen, gehen, huschen (hörbar geschwind, ein Pf. verursachend, die Luft durchdringend); en kennt gepoff; he poff last huschte vorbei Prüm. — c. scherzh. Alkohol trinken; die zwen hun de ganzen Owend metənanner gepeff; mer hon ons ane gepöff; losst ons noch ane Schobbe p.! uSaar, Mos. — E hät se gepeffe ist bezecht Dür-Kelz. — d. enge eng p. einem eine pfeifende Ohrfeige geben; ich han em eng gepeffe, die föhlt e! Aach-Stdt Walh, Jül-Tetz; et gepif krige Bo-Stdt. — e. es hat gepiff der Sprengstoff ist zum Bohrloch hinausgeschleudert worden, in der Bergmspr. Saargeb. — f. das Garn auf die Pfeifen des Webstuhls aufspulen Siegld. — Abl.: die Peiferei, dat Gepeif(s).
7742 Zeichen · 186 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Pfeifen

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    2. Pfeifen , verb. irreg. Imperf. ich pfiff, Partic. gepfiffen. Es ist in doppelter Gestalt üblich. 1. Als ein Neutrum, …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    pfeifen

    Goethe-Wörterbuch

    pfeifen mehrf subst a mit einem Blasinstrument musizieren, flöten, spielen Da pfeift es und geigt es und klinget und kli…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Pfeifen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Pfeifen , die Erzeugung von Tönen durch Anblasen der Mundhöhle bei Bildung einer von den Lippen begrenzten Enge. Die Höh…

  4. modern
    Dialekt
    pfeifen

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    pfeifen Band 2, Spalte 2,522–525

  5. Sprichwörter
    Pfeifen

    Wander (Sprichwörter)

    Pfeifen 1. Aufs Pfeifen und aufs Singen gehört ein fröhlich Springen. – Petri, II, 26; Henisch, 1250, 15. 2. Dem ist lei…

  6. Spezial
    Pfeifenn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    Pfeifen , n свист , м

Verweisungsnetz

81 Knoten, 72 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 6 Hub 1 Kompositum 64 Sackgasse 10

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit pfeifen

229 Bildungen · 205 Erstglied · 19 Zweitglied · 5 Ableitungen

pfeifen‑ als Erstglied (30 von 205)

pfeifenbaum

DWB

pfeifen·baum

pfeifenbaum , m. der gemeine flieder, syringa vulgaris, aus dessen jungem holze pfeifen geschnitten werden. Nemnich 2, 1414 . vergl. pfeifen…

pfeifenblasen

DWB

pfeifen·blasen

pfeifenblasen , n. : im frühjahr .. schnitt er ( Audifax ) sackpfeifen aus dem jungen holze und blies darauf .. aber er ward zusehends scheu…

Pfeifenbolz

RhWB

pfeifen·bolz

Pfeifen-bolz -bōlt Klev m.: kleinerer Amboss, zum Durchschlagen der Ofenrohre.

pfeifen als Zweitglied (19 von 19)

abpfeifen

DWB

abpfeifen , fistulare, er pfif es von dem laube, von dem munde ab.

anpfeifen

DWB

anpfeifen , assibilare, συρίζειν : die gänse pfeifen an; der wind hat uns stark angepfiffen; pfif sie mich an wie ein atter. H. Sachs 1, 449…

aufpfeifen

DWB

auf·pfeifen

aufpfeifen , praecinere tibia, zum tanze pfeifen: pfeif auf, lasz hören deine kunst, welchs ist der schriftlich und welchs der geistlich sin…

auspfeifen

DWB

aus·pfeifen

auspfeifen , exsibilare, explodere: wie Gurgelstrotza den könig Picrochol nach erlegung seins volks aus dem land pfif. Garg. 264 b ; er schr…

einpfeifen

DWB

ein·pfeifen

einpfeifen , insibilare, nnl. inpijpen, vgl. einblasen, einhauchen. den gärtnern ist einpfeifen die rinde junger zweige ablösen zur fortpfla…

nachpfeifen

DWB

nach·pfeifen

nachpfeifen , verb. nd. napypen Kramer 2, 150 d . 1 1) intransitiv. 1@a a) hinter einem her pfeifen, ihn auspfeifen: einem nachpfeifen, expl…

verpfeifen

DWB

ver·pfeifen

verpfeifen , verb. pfeifend verbringen, pfeifend vertreiben. 1 1) sinnliche bedeutung: die zeit verpfeifen, pfeifend verbringen, die grillen…

vorpfeifen

DWB

vor·pfeifen

vorpfeifen , verb. , fürpfeifen fehlt oben th. 4, 1, 1, sp. 786; vor einem andern pfeifen, mit dem munde oder einem instrument, entweder, da…

zusammenpfeifen

DWB

zusammen·pfeifen

-pfeifen , v. , z. b. der hirt die herde, der vogelfänger die vögel. auch vom lockruf der vögel: der laut der haselhühner, wenn sie sich z. …

Ableitungen von pfeifen (5 von 5)

bepfeifen

DWB

bepfeifen , sibilis consectari: Duil umbsonst, so oft er essen gieng, bepfiffen. Aszmann von Abschatz ehrengedichte vor Lohenst. Arm.

erpfeifen

DWB

erpfeifen , 1 1) signum dare sibilo: ich kann ihn nicht erpfeifen, er hört nicht auf mein pfeifen. Stieler 1437 . 2 2) tibia canendo obtiner…

verpfeifen

DWB

verpfeifen , verb. pfeifend verbringen, pfeifend vertreiben. 1 1) sinnliche bedeutung: die zeit verpfeifen, pfeifend verbringen, die grillen…

zerpfeifen

RhWB

zer-pfeifen: sich z., in einem fort die Tabakpfeife rauchen Rip.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „pfeifen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 17. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/pfeifen/rhwb?formid=P02386
MLA
Cotta, Marcel. „pfeifen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/pfeifen/rhwb?formid=P02386. Abgerufen 17. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „pfeifen". lautwandel.de. Zugegriffen 17. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/pfeifen/rhwb?formid=P02386.
BibTeX
@misc{lautwandel_pfeifen_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„pfeifen"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/pfeifen/rhwb?formid=P02386},
  urldate      = {2026-05-17},
}