neigen 3.PersSg Präs im Reim auf ‘leicht’ GWB3,361 Vs 1745
, Imperativ Sg im Reim auf ‘Schmerzen(s)reiche’ (ua GWB14,182f Vs 3587u3617
) sowie auf ‘Ohnegleiche’ u ‘Strahlenreiche’ (GWB15
1,336 Vs 12069
); öfter PartPrät, auch PartPräs u subst Inf 1
räumlich a
(sich) schräg stellen b
schräg stehen/verlaufen c
wohin streben (wollen) d
(nieder)sinken, sich senken e
(sich hinunter-, vor-, ver)beugen; auch (γ) sich jdm unterordnen u (δ) sich jdm freundlich, gnädig oä zuwenden 2
zeitlich-prozessual: zu Ende gehen 3
qualitativ-charakterisierend: zu etw tendieren a
übergehen, einer Veränderung unterliegen b
ähneln, gleichen, Affinität zu etw aufweisen c
Hang, Tendenz, Anlage, Disposition zu etw haben d
sich zu etw/jdm hinwenden 4
emotional-affektiv (‘sich zu etw/jdm n.’): Zuneigung, Sympathie, Liebe für jdn/etw empfinden, sich wohin sehnen 5
dezisiv a
zu einer Entscheidung führen, eine Option ergreifen (wollen) b
kausativ: jdn geneigt, gewogen machen, beeinflussen 1
räumlich od an räumliche Vorstellungen unmittelbar anknüpfend a
schräg stellen, in eine von der Vertikalen bzw Horizontalen abweichende Position bringen; auch refl An ein von der Sonne nicht beschienenes Fenster lege man den geschwärzten Spiegel horizontal, und gegen die Fläche desselben neige man die eine Seite des Kubus, in einem Winkel von etwa 90 Graden GWBN5
1,250,27 EntoptFarb [
betr EDarwins Lehrgedicht ‘The botanic garden’] Sonderbarkeiten..die tägliche Bewegung der Erde wird aufgehalten, ihre Axe neigt sich mehr..dreht sich mit dem Monde um einen neuen Mittelpunct GWBB13,37,23 Schiller 26.1.98
uö mBez auf prismatische Farberscheinungen: ‘etw gegeneinander n.’ (als Übs von engl: being made to converge) iSv einander nähern, konvergieren/sich schneiden lassen alle Farben, welche das Prisma aus dem Licht entwickelt, wenn man sie gegen einander neigt und auf diese Weise..mischt, wie sie es im Lichte waren, ehe es auf das Prisma fiel..zeigen..ein Licht, das..vollkommen weiß ist GWBN4,463,8 FlH Plp b
‘sich n.’ mit Sachsubj, auch PartPrät: schräg stehen/verlaufen, eine von der Vertikalen bzw Horizontalen abweichende Position einnehmen; bes im geol u osteol Zshg; in den ‘Venezianischen Epigrammen’ einmal im Zshg mit dem Schiefhals (Torticollis) einer jungen Artistin Die mittelste Wand [
des Granitgebirges] steht meist senkrecht, die folgenden zum Theil auch, zum Theil
n. sie sich nach der Mitte zu GWBN10,58,27 Granitgebirge [nach LA I 11,17] Da die gewöhnlichen Flötze der Horizontallage sich nähern, so finden sich doch andere mehr oder weniger geneigt, wie auch wohl stark abhängig dem Vertikalen sich nähernd GWBN10,96,5 Flöze Processus spinosi werden vom Halse..und vom Becken an nach der Mitte zu immer kleiner und
n. sich gegen einander GWBN8,353 Morph Plp eine Figur von Bronze..die Linie des Körpers neigt sich ein wenig zur linken Seite GWBB11,72,19 Meyer 20./22.5.96 Seitwärts neigt sich dein Hälschen. Ist das ein Wunder? Es träget|Oft dich ganze; du bist leicht, nur dem Hälschen zu schwer.|Mir ist sie gar nicht zuwider die schiefe Stellung des Köpfchens;|Unter schönerer Last beugte kein Nacken sich je GWB1,317 Vs 211 VenEpigr 40 N10,140,24 Harzreise 1783 [Korr LA II 7,61] N5
1,259,9 EntoptFarb 6 B16,70,16 Blumenbach 20.4.02 K
uö c
‘sich wohin n.’ oä: in eine bestimmte Richtung, zu einem Punkt/Ort/Ziel hinstreben, sich dorthin bewegen (wollen); auch ‘die Sonne neigt sich zu ihrem Untergang’ uä; einmal mBez auf die mutmaßliche Grabesnähe Mignons (‘sich zu dieser ruhigen Wohnung n.’) in Berührung mit Bed 3(c) u 4 Gewölb.|Sicher ruhst du auf uns, und warum? Weil wir alle zum Centrum|Gleich uns
n. und gleich unter uns theilen die Last GWB5
1,288 XenNachl 133(534) Die erst von Süden nach Norden fließende, dann aber sich ostwärts umbiegende Ilm neigt sich zur Zusammenkunft mit der Saale GWB49
2,152,24 Ausgrabgn Nach der Brechung durch die Linse
n. sich die gefärbten Strahlen gegen den Brennpunct GWBN4,465,10 FlH Plp O Händel, dessen Ruhm vom Süd zum Norden steiget|Vernimm den Päan, der zu deinem Ohr sich neiget GWB38,220 Vs 2 Kuchenbäcker Händel Var 23,61,22 Lj VII 6 23,201,26 Lj VIII 5
uö d
(nieder)sinken; meist ‘sich n.’; auch mBez auf Barometer iSv fallen sowie von der Sonne iSv untergehen; je einmal poetisch-verhüllend ‘sich in den Staub n.’ iSv im Kampf fallen u von Lidern iSv sich senken Herbstlich leuchtet die Flamme vom ländlich geselligen Herde,|Knistert und glänzet, wie rasch! sausend vom Reisig empor.|..eh' noch zur Kohle|Sich das Bündel verzehrt, unter die Asche sich neigt,|Kommt mein liebliches Mädchen GWB1,244 Vs 182 RömEleg IX Wenn sich lebendig Silber neigt|So gibt es Schnee und Regen,|Und wie es wieder aufwärts steigt,|Ist blaues Zelt zugegen GWB4,31 Vs 1 die Sonne, die im
N.|Noch prachtvoll zwischen..Wolken thront GWB16,172 Geheimnisse 33 [
Hera kündigt Achills Tod an:] nah ist der Tag, da sich [〉zeitig] der große Pelide|
N. [〉Sinken] wird in den Staub GWB50,423 Achilleis 102 Var [
die ‘pilgernde Törin’ über ihre Wanderschaft:] Ursachen, von denen sie niemanden Rechenschaft schuldig sei, nöthigten sie, ihre Schmerzen in der Welt umherzuführen..Hier sank ihre Stimme, ihre Augenlieder neigten sich, und ich sah einige Thränen ihre Wangen herabfallen GWB24,75,26 Wj I 5 3,361 ZXen VI 1745 e
(hinunter-, vor)beugen; meist mit persönlichem (od personifiziertem) Subjekt od in Zshg mit der Anthropomorphisierung von Naturgegenständen; auch mBez auf Körperteile (‘das Haupt/den Kopf n.’) α
in Beschreibung einer bestimmten zweckvollen, zielgerichteten Körperhaltung od Bewegung ich..sah dich, in ernste,|Stille Betrachtung versenkt, über den [
totgeglaubten] Liebling geneigt GWB1,283 Euphrosyne 54 [
betr Auftreten epoptischer Farben] daß, wenn man sich immer mehr neigt, und unter einem spitzeren Winkel nach dem Phänomen sieht, die Kreise sich nicht allein erweitern; sondern aus der Mitte sich noch andre Kreise entwickeln GWBN1,183,4 FlD 442 Ach Cypresse, hoch zu schauen,|Mögest du dich zu mir
n.;|Habe dir was zu vertrauen GWB3,225 NeugrLiebeskolien Einzelne 26 Heut sas ich bey ihr..sie spielte auf ihrem Clavier..Mir kamen die Thränen in die Augen. Ich neigte mich und..Meine Thränen flossen [
beim Anblick von Lottes Trauring] GWBAA112,7 Werth
1 II 13
2,5 Kotzebue,Schutzgeist Regiebem nach 51 15
2,200,61 Helena Schema 48,222,37 Zur Preisverteilg 1799
uö ‘das Köpfchen nach etw n.’ iSv sich suchend nach etw umsehen [
an eine von Reisen zurückkehrende Freundin:] neigt sie dann das art'ge Köpfchen,|..Nach einem kissenreichen Sitzchen,|So bietet freundlich ihr das Mützchen GWB2,165 Angebinde 5
‘das Haupt n.’ uä iSv den Kopf senken/sinken lassen; je einmal im Ausdruck der Ergebung in Gottes Willen sowie von einer welkenden Blume als Zeichen der Schwäche; auch mBez auf leichtes Schrägstellen des Kopfes als Ausdruck von Nachdenklichkeit bzw als typische Haltung eines frömmelnden Heuchlers die Worte des Meisters: Einer ist unter euch der mich verräth!..die ganze Gesellschaft [
beim letzten Abendmahl] kommt darüber in Unruhe; er aber neigt sein Haupt, gesenkten Blickes; die ganze Stellung..wiederholt mit himmlischer Ergebenheit die unglücklichen Worte GWB49
1,208,9 Bossi,LeonardoAbendmahl Ach! sie neiget das Haupt die holde Knospe, wer gießet|Eilig erquickendes Naß neben die Wurzel ihr hin?|Daß sie froh sich entfalte GWB53,18 Vs 189 VenEpigrNachtr 51 Eine schöne nachdenkende Stellung,
z.B. für einen jungen Mann, ist diese: wenn ich, die Brust und den ganzen Körper gerade herausgekehrt..meinen Kopf etwas auf die Seite neige, mit den Augen auf die Erde starre und beide Arme hängen lasse GWB40,156,6 Regeln fSchausp [G/Eckerm] das Brevier in der linken Hand..den Kopf ein wenig auf die Schulter geneigt ging er einher, mit niedergeschlagenen Augen, und ahmte..den Heuchler nach GWB45,151,8 RamNeffe
‘in sich selbst geneigt sitzen’ als Ausdruck der Versunkenheit, Gedankenverlorenheit eines verliebten Mädchens Da zeigt sie [
die Muse] ihm [
dem Dichter]..Ein holdes Mägdlein sitzend warten|..Mit abgesenktem Haupt und Aug',|Sitzt unter einem Apfelbaum|Und spürt die Welt rings um sich kaum,|..So sitzt sie in sich selbst geneigt,|In Hoffnungsfülle ihr Busen steigt GWB16,128 HSachsPoetSdg 155 β
‘sich vor jdm/gegen jdn n.’, ‘sich (jdm) n.’, ‘das Haupt n.’ oä: sich (zum Gruß, als Zeichen der Ehrerbietung, des Danks, einladend usw) verbeugen; gelegentl iSv nicken; einmal ‘jdm einen Willkommen n.’; einmal vom menschlichen Herzen, in Anklang an das apokryphe Gebet Manasse (Vers 11)1) [
Rameaus Neffe wundert sich über Diderots Erziehung seiner 8jährigen Tochter:] Wie, keinen Tanz? [
Diderot:] Nicht mehr als nöthig ist, um sich schicklich zu
n., sich anständig zu betragen..und ungezwungen zu gehen GWB45,43,19 RamNeffe [
morgendliche Götterversammlung auf dem Olymp] Gleich nun trat er [
Zeus] heran, aus dem hohen Gemach, zur Versammlung,|..So gleitet' er herrlich|Bis zum goldenen Thron, dem künstlichen, saß, und die andern|Stehenden neigten sich ihm, und setzten sich.. GWB50,276 Achilleis 140 Sie [
die Kaiserin] zieht..scheidend berghinan.|Die zu uns hernieder steigend|Mit uns wandelt unsre Pfade,|Unsrem Gruße freundlich n-d GWB16,318 KaiserinAbschied 23 Sey stoltz darauf Schwester, daß ich dir ein Stück der Zeit schencke die ich so nohtwendig brauche. Neige dich für diese Ehre die ich dir anthue, tief, noch tiefer, ich sehe gern wenn du artig bist, noch ein wenig! Genug! Gehorsamer Diener GWBB1,19,12 Cornelia 6.12.65 [
Alcest, im Begriff, seine Jugendliebe zu erneuern:] jenes Bild..dem sich mein Herz in tiefer Ehrfurcht neigte GWB9,75 Mitsch
3 508 20,224,13u20 Wv II 3 B1,104,6 Behrisch [7. od 9.10.67] 16,320 DerKaiserin vÖsterr 17 7,20,14 DivNot 44,223,26 u 254,6 Cell IV 7u9
uö bildh bzw in Metonymie iSv (einer Autorität) Verehrung, Respekt bekunden, jdm huldigen auf einmal ermannt sich die deutsche Jugend wieder, neigt sich ehrfurchtsvollst vor der Bibel wie vor dem Homer und stellt die Lebendigkeit, Würde, Einheit und frische Jugendkraft wieder her GWB41
1,509,13 EntwEinl Ilias Ausz 1820 [
Lynceus zu Helena:] Denn du bestiegest kaum den Thron,|So
n. schon, so beugen schon|Verstand und Reichthum und Gewalt|Sich vor der einzigen Gestalt GWB15
1,212 Faust II 9322 10,159 Tasso 1370
als Geste der Bejahung, Zustimmung [
Eduard zu Ottilie, die sich unbedingtes Schweigen gelobt hat:] als er fragt, ob er sie zu Charlotten zurückfahren dürfe? bejaht sie's mit einem getrosten
N. des Hauptes GWB20,390,18 Wv II 16 [
die Vögel zu Treufreund:] Du sollst uns regieren, er [
Hoffegut] soll uns pfeifen..Du nimmst's an? (Treufreund neigt sich.) [
Vögel:] Halte Wort! GWB17,113,7 Vögel Regiebem γ
‘sich jdm n.’ uä: jdm willfahren, auf jdn hören, ihm gehorchen, sich unterordnen Zuletzt ein wohlgesinnter Mann|Neigt sich dem Schmeichler, dem Bestecher,|Ein Richter der nicht strafen kann|Gesellt sich endlich zum Verbrecher GWB15
1,11 Faust II 4804 Newtonisch Weiß den Kindern vorzuzeigen,|Die pädagogischem Ernst sogleich sich
n.,|Trat einst ein Lehrer auf, mit Schwungrads Possen.. GWB5
1,179 Newtonisch Weiß 2
uö(selten) δ
‘sich/sein Antlitz jdm/einer Sache n.’ oä: sich erbarmend, gnädig, huldvoll, freundlich jdm zuwenden, Aufmerksamkeit schenken; einmal iSv sich herablassen (in Berührung mit Bed d) [
Gretchen vor dem Andachtsbild der Mater dolorosa:] Ach neige,|Du Schmerzenreiche,|Dein Antlitz gnädig meiner Noth! GWB14,182 Faust I 3587~39,300 Urfaust 1278 [
Epimetheus zu Prometheus, der von Pandora verlassen wurde:] Bleib'! Noch ist's möglich! Der Liebe, dem Sehnen|Neigt sich der Nacht unbeweglichster Stern.|Fasse sie wieder! GWB50,333 Pand 772 Herzlich grüßt der Biedre dieses [
Fest-]Tages Stern,|Hoch wird alles Niedre, Hohes neigt sich gern GWB4,237 Nicht am Susquehanna 40 15
1,336 Faust II 12069 2,80 Ganymed 25
uö(selten) 2
zeitlich-prozessual; ‘sich zum Schluß/zu Ende n.’ oä: zu Ende gehen, sich dem Schluß nähern; auch ‘der Tag neigt sich’; einmal (im vergl Zshg) von der Natur ‘sich zum Herbst n.’ [
Mercur, im drittletzten Auftritt des ‘Vorspiels bei Eröffnung des neuen Schauspielhauses zu Lauchstädt’:] Zum Schlusse, merk' ich, neigt sich unser buntes Spiel GWB13
1,86,23 Was wir bringen [1802] Das Druckwesen [
betr ‘Kunst u Altertum’ sowie ‘Zur Naturwiss’] neigt sich..seinem Ende, und so könnte ich..wenn der September sich so fort anläßt, noch einige freyen Tage im Saal-Thale genießen GWBB33,206,3 August 7.9.20 das Fest neigte sich zu seiner Auflösung GWB34
1,43,27 Rochusf [
Hermann zu Dorothea, die er aus dem Lager der Flüchtlinge in sein Elternhaus bringen will:] Laß uns gehen; es neigt sich der Tag und fern ist das Städtchen GWB50,251 HermDor VII 193 Wie die Natur sich zum Herbste neigt, wird es Herbst in mir GWBAA93,7 Werth
2 II B12,65,3 Christiane 14.3.97 B40,297,6 Beust 15.2.26 13
2,101 Kotzebue,Schutzgeist 2135
uö zugl iSv schwinden, zur Neige gehen [
Arsir zur Versammlung der Ritter von Syrakus über den Konflikt zwischen Türken u Mauren:] Sie haben wechselweise sich geschwächt,|..Der Augenblick ist günstig; nützet ihn!|Der Muselmannen Größe neigt sich schon,|Europa lernet weniger sie fürchten GWB9,364 Tancred 25 3
qualitativ-charakterisierend; ‘sich zu, in, gegen etw, dahin n.’: aufgrund sachlicher Gegebenheiten, natürlicher Voraussetzungen, individueller Disposition, persönlicher Affinität wohin/zu etw tendieren oä a
übergehen, einer Veränderung unterliegen; von Farben auch iSv umschlagen; bes von Naturphänomenen, einmal übertr; auch von geselliger Kommunikation (einmal als Übs von frz: tourner au) Weil es ein gelinder Abend war und das Wetter anfing sich zum Thauen zu
n., ging Lotte mit Alberten zu Fuße zurück GWBAA122,13 Werth
2 II 5. August..Früh 6 Uhr leichte Nebel..Nachmittags sich zum Regen n-
d. Abends starker Regen, mit Wetterleuchten GWBN13,498,13 MeteorolTgb 1823 die meisten [
Früchte], welche zuerst grün aussehen,
n. sich ein wenig in's Rothe und werden dann feuerfarb GWBN3,42,23 FlH I [
Göschenen] Granit mit viel Feldspath, aber noch immer sich zum blättrigen n-d GWBT2,174,12 v 2.10.97 An der Iphigenie hab ich noch zu thun. Sie neigt sich auch zur völligen Crystallisation. Der vierte Ackt wird fast ganz neu GWBB8,32,5 Herder [14.10.86] Gespr(Gr6,50) ChSchiller [28.5.06] 25
2,97 Wj II 5 Var [ging GWB24,324,17] GWB24,84,23 Wj I 5 PilgTörin
uö b
ähneln, gleichen, Affinität zu etw aufweisen oä; von Farben: einen Anteil einer anderen Farbe erkennen lassen, in sie hinüberspielen eine interessante Notiz..die einen Körper [
die sog Pietra fungaja] betrifft, der auf der Gränzscheide zwischen dem Mineral- und Vegetabilreiche steht und sich freylich mehr zum letzten zu
n. scheint GWBB22,86,16 Leonhard 8.5.11 Daß er [
der farbenblinde Gildemeister] in diesem rothen etwas blau zu sehen glaubte, hat er in keinem Sinne unrecht, da der Carmin sich..ein wenig zum blaulichen neigt GWBN5
2,35,30 Versuche mGildemeister 19.11.98 [Korr LA II 3,295] N3,284,5 FlH V N3,44,24 FlH I
uö c
im weiteren Sinn: einen Hang, die Tendenz, auch: Anlage zu etw haben, dazu disponiert sein oä; bes von Personen, ihren Eigenschaften, schöpferischen Fähigkeiten, geistigen Leistungen, Kunstwerken usw [
betr Arbeit am ‘Epimenides’] doch neigt sich meine Art und Weise immer zur Ausführlichkeit GWBB24,304,18 Riemer 21.6.14 [
JPHebel] Sein Talent neigt sich gegen zwei entgegengesetzte Seiten. An der einen beobachtet er mit frischem frohem Blick die Gegenstände der Natur..An der andern Seite neigt er sich zum Sittlich-Didaktischen und zum Allegorischen GWB40,297,8u16 Üb:Hebel,Ged Alle [
Personen des rezensierten Dramas] handeln und reden vor uns meist dramatisch lebhaft; weil sie aber ihre Zustände ausführlich entwickeln sollen, so neigt sich die Behandlung in's Epische GWB41
1,148,22 Üb:Arnold,Pfingstmontag [1820] Rousseau..Seine Methode: das Pflanzenreich in's Engere zu bringen, neigt sich..offenbar zur Eintheilung nach Familien GWBN6,114,4 BotanStudien [1831] Also bestimmt die Gestalt die Lebensweise des Thieres,|Und die Weise zu leben sie wirkt auf alle Gestalten|Mächtig zurück. So zeiget sich fest die geordnete Bildung,|Welche zum Wechsel sich neigt durch äußerlich wirkende Wesen GWB3,90 MetamTiere 28 A2,371,25 Aktenausz [nach 8.11.93] B50,221 FStein 21.12.98 K 40,142,2 Regeln fSchausp [G/Eckerm] 28,216,3 DuW 13
uö d
spezieller iSv sich zu etw/jdm hinwenden, sich einem bestimmten Bereich zuwenden; einmal ‘sich ins Allgemeine n.’ iSv einem Trend folgen [
1792] Auf Kunst und Natur drang ich los als auf Objeckte..Zerstörte alle Sentimentalität in mir und litt also Schaden am nahverwandten sittlich ideellen. Neigte mich in solcher Hinsicht ganz zu einem strengen Realismus
2) GWB33,363,11 Camp Plp Die Gesinnungen..Demokrits beziehen sich auf Forderungen einer erhöhten geschärften Sinnlichkeit und
n. sich zum Oberflächlichen..Wie sich die Oberflächen glatt, rauh, scharf, eckig und spitz finden, so entspringen auch die Farben aus diesen verschiedenen Zuständen GWBN3,111,3 FlH II für uns..die wir doch eigentlich zu Künstlern geboren sind, bleiben doch immer die Speculation, so wie das Studium der elementaren Naturlehre, falsche Tendenzen, denen man freylich nicht ausweichen kann, weil alles was einen umgiebt sich dahin neigt und gewaltsam dahin strebt GWBB12,74,28 Meyer 18.3.97 24,258,11 Wj II 2
uö 4
emotional-affektiv; ‘sich zu etw/jdm n.’: Zuneigung, Sympathie, Liebe für etw/jdn empfinden, eine Vorliebe für etw/jdn hegen, zu etw/jdm hingezogen werden; einmal zugl iSv sich zu jdm gesellen; auch ‘sich wohin/zu jdm n.’ iSv sich dorthin sehnen; auch in Berührung mit Bed 3c Du weißt, wie sehr ich mich zur Dichtkunst neigte,|..du weißt..|Wie sehr ich..glaubte,|Die Muße liebte mich und gäb mir oft|Ein Lied GWBB1,45,16 Riese 28.4.66 Sie können glauben daß ich auch oft an Sie denke, wenn ich gleich nicht erscheine..Meine Existenz neigte sich immer zur Einsamkeit GWBB10,300,23 ChKalb [Mitte Sept 95] Lucinde überhäufte ihre Schwester mit tausend Vorwürfen. Es ist nicht das erste Herz, rief sie aus, das sich zu mir neigt, und das du mir entwendest GWB27,290,27 DuW 9 Viele Kinder, und schöne, werden gezeugt,|Weil sich auch Garstig zu Garstig neigt GWB5
1,117 ZXenNachl VIII 475 habe ich mich..angeschickt, nach Ostern Rom zu verlassen..mein Herz neigt sich zu meinen Freunden und aus diesem Paradiese wieder in die thätige Welt GWBB8,340,12 Voigt 2.2.88 1,84 Rastlose Liebe 11 B2,250,19 Sophie La Roche 28.3.75 N7,367 Morph Plp B19,487,8 Voß dJ 17.3.07
uö(selten) 5
dezisiv a
refl; in einer dilemmatischen Situation, in einem Problem- od Streitfall zu einer Entscheidung führen, sich (aufgrund rationaler Erwägungen) einer von zwei od mehr Optionen zuwenden (wollen); häufig im Bild der Waage, bildh od rückversinnlichend Man sah die Truppen zwischen Subordination und Insubordination schwanken. Wohin sich die Wage zuletzt
n. wird..das ist die Frage GWB40,7,6 WeimTheatSaal jedes aufgehobne Gleichgewicht und ein hier- oder dorthin sich n-des Übergewicht ist in dem ersten Augenblicke entschieden, ob es gleich nur durch mehrere Grade merklicher wird GWBN5
1,109,26 FarbSchatt Dieses Pro und Contra möchte sich dadurch zur Entscheidung
n., daß.. GWBB24,271,3 Voigt 13.5.14 Oft erzählt Guillemard Dinge, welche in mehreren andern Schriften ganz anders berichtet sind. Der Leser wird leicht entscheiden, auf welche Seite sein Zutrauen sich
n. müsse GWB42
1,131,4 Einl:Guillemard,Memoir [
betr Einladung nach Weimar im Herbst 1775] So sehr sich auch mein Verstand und Gemüth..auf diese Seite neigte, so fehlte es doch meiner neuen Richtung auch nicht an einem bedeutenden Gegengewicht. Mein Vater hatte mir einen gar hübschen Reiseplan [
nach Italien] aufgesetzt GWB29,191,2 DuW 20 B9,114,5 Herder [10.5.89] B38,173,11 FTieck 27.6.24
uö ‘jds Meinung/Urteil neigt sich dahin..’, ‘sich zu der Meinung n., daß’ oä, gelegentlich im höflich-konzilianten Ausdruck einer Überzeugung; auch ‘zu/gegen etw n.’ oä iSv eine bestimmte Möglichkeit präferieren, favorisieren will ich die gelindre Meynung auch gern zu der meinigen machen, wenn Ew. Excellenz Urtheil sich dahin
n. sollte GWBB51,216 Voigt 23.3.07 [
betr Kopie eines Gemäldes] Zwar habe ich in meinem letzten Briefe mich zu der Meynung geneigt daß Sie die Venus von Titian unternehmen..möchten, allein ferneres Nachdencken hat mich wieder schwancken gemacht und ein Brief von Durchl. dem Herzoge determinirt mich ganz von dieser Idee abzugehen GWBB10,161,11 Meyer 19.5.94 Das Verhältniß das Sie mir zur Cammer erhalten wollen
3), ist..so ehrenvoll, daß ich gleich beschämt bin es anzunehmen, als verlegen es abzulehnen. Ich habe schon einmal meine Gründe gesagt warum ich mich zu dem letzteren neige GWBB8,359,22 CarlAug 18.3.88 [
betr Leseproben mit zwei verschiedenen Übs von Calderons ‘Zenobia’] bemerklich war, daß die Schauspieler sich mehr gegen die erste Ausgabe neigten, welche zu sprechen ihnen bequemer schien GWBB25,143,3 Frommann 11.1.15 K [
Adressat hatte um Rat gebeten, ob er seine künstlerische Ausbildung in Berlin od München fortsetzen solle] Sie sehen hieraus, daß ich mich neige, Sie in München zu wissen; aber bereden Sie das mit Herrn Professor Rauch.. GWBB45,155,16 CVMeyer 10.2.29 B16,151,23 Rochlitz 6.12.02
uö ‘sich auf eine bestimmte Seite/zu einer Partei n.’ oä: in einem Konflikt für jdn Partei ergreifen, es mit jdm halten, sich einer Seite anschließen (wollen) [
Iphigenie über die familiäre Situation nach dem Tod des Vaters:] da trennte bald|Der Streit um Reich und Erbe die Geschwister.|Ich neigte mich zum ält'sten. Er erschlug|Den Bruder GWB10,37 Iph
2 835 [
Siebenjähriger Krieg] Die Welt..spaltete sich sogleich in zwei Parteien..Mein Großvater..war mit einigen Schwiegersöhnen und Töchtern auf östreichischer Seite. Mein Vater..neigte sich mit der kleinern Familienhälfte gegen Preußen GWB26,70,17 DuW 2 Aufsatz..über..die..Akyanobleponten..ob sie das Blaue roth, oder das Rothe blau sehen..Ich könnte..eine..Gegenschrift aufsetzen..das Dilemma sehr klar auseinandersetzen; nicht verhehlen auf welche Seite man sich neige GWBB19,457,26 Reinhard 16.11.07 Der Zeitpunct war gekommen, in welchem unser Oberhofprediger, dieser große Widersacher der herrnhutischen Gemeinde, zu seiner gesegneten Demüthigung entdecken sollte, daß seine besten und sonst anhänglichsten Zuhörer sich sämmtlich auf die Seite der Gemeinde neigten GWB22,325,19 Lj VI Habe doch jeder seine Meynung, neige sich doch jeder zu irgend einer Partey, allein wer zu vielen sprechen will muß sich zu mäßigen wissen, wie man es in jeder guten Gesellschaft thut GWBB13,293,27 Cotta 17.10.98 B9,190,2 JFFritsch 12.3.90
uö b
kausativ; jdn geneigt, gewogen machen, günstig stimmen, ihn (in jds Sinne) lenken, beeinflussen; einmal ‘etw neigt jdn auf jds Seite’: etw motiviert jds Entscheidung für jdn; im Zshg mit der Auswahl eines Mitarbeiters für die Textrevision zur Ausg.l.H. [
Geist zu Faust:] Du flehst erathmend mich zu schauen,|..Mich neigt dein mächtig Seelenflehn,|Da bin ich! GWB14,32 Faust I 488 [
Aurelie zu Wilhelm:] Können Sie sagen, daß Sie noch niemals ein Weib betrogen, daß Sie keine mit leichtsinniger Betheurung, frevelhafter Galanterie, herzlockenden Schwüren zu Ihren Wünschen zu
n. gesucht? GWB52,272,18 ThS VI 12 So wohl hier als in Jena finden sich..Personen denen ich dergleichen Geschäft allenfalls anvertrauen könnte, vor allen aber würde ich erst anfragen: ob unser Schubarth sich dazu entschlösse, was mich alles auf seine Seite neigt wird er selbst und seine nächsten Gönner ohne meine weitere Ausführung sich gar bald entwickeln GWBB38,184,5 Schultz 28.6.24 Beilage
→ GWB
entgegen- GWB
gegeneinander- GWB
herab- GWB
heraus- GWB
herüber- GWB
herunter- GWB
hin- GWB
hinüber- GWB
nieder- GWB
übereinander- GWB
über- GWB
ver- GWB
vor- GWB
vorwärts- GWB
zu- GWB
zueinander- GWB
zurück- GWB
zusammen- GWB
geneigt Syn zu 1b
abfallen abhängen abhangen fallen h1nhängen zu 1c hinstreben streben zu 1d fallen senken(sich s.) sinken untergehen zu 1e beugen zu 1eα hinneigen senken zu 1eβ nicken verbeugen(sich v.) verneigen(sich v.) zu 1eδ herabneigen(sich h.) herunterneigen(sich h.) zuwenden zu 2 enden schwinden zu 3 hinneigen inklinieren zu 3a und b nähern zu 3a annähern(sich a.) übergehen zu 3b ähneln gleichen zu 3c tendieren zuneigen zu 3d hinwenden zuwenden zu 4 sehnen(sich s.) 1) zur Pathosformel ‘Knie meines Herzens’: EKrispyn, Kleist u Goethe. In: Literaturwiss Jb der Görres-Gesellschaft 6(1965),115; vgl auch WA IV 2,2622) vgl zu Goethes Haltung einer ‘Hingabe an die Wirklichkeit’ WA I 35,223) nach Ernennung von JChSchmidt zum Kammerpräsidenten sollte Goethe als bisheriger interimistischer Leiter befugt sein, nach Belieben (u auf dem für den Hzg reservierten Platz) an Sitzungen der Kammer teilzunehmen Martina EicheldingerM.E.