beugen 1 etw, sich biegen, (vornüber, zur Seite) neigen a (zusammen)krümmen, anwinkeln, hinüberneigen; vereinzelt auch iSv bogenförmig verlaufen, gerichtet sein; mehrf im Bild [Evadne:] Groß ist der Bogen, schwer zu b. GWB11,8 Elp2 136 [betr Orpheus] die rechte Hand hält das Plectrum fest .. indessen der Ellenbogen anliegt und die Handwurzel inwärts gebeugt ist GWB491,147,18 Philostrat [betr an Eisenfeilspänen dargestellten Magnetismus] Ströme gehen von zwei Enden aus, b. sich nach den Seiten um den Körper herum gegen einander zu GWBN11,182,13 Magnet [für: incline] GWBN2,241,12 FlP 542 uö in anatom Beschreibung Die Dornfortsätze des Riesenfaulthiers .. sie sind .. zugleich alle von vorn nach hinten gerichtet .. Dieselben Fortsätze bei’m Rhinozeros sind schlanker, b. sich aber auch sämmtlich von vornen nach hinten GWBN8,228,22 FaultDickh GWBN8,228,26 ebd uö metaphor iSv formend verbiegen, verändern Es liegt in der Natur der Sache .. daß ein Schauspieler, der .. seine Natur mit der geforderten Rolle nicht ganz in Einstimmung findet, sie auf eine kluge Weise beugt GWB40,180,21 Rez:Tieck,DramaturgBll GWBB28,243,26 Hufeland Jul 17 K GWB422,451,4 Plp b von Aufrechtstehendem, überwiegend im Hinblick auf Körperhaltung (für das Neigen des Kopfes, Beugen des Rumpfes, der (eines) Knie(s)) α iSv sich bücken, herüber-, herabneigen Ein gehelmter Held .. dessen rechter Fuß von einer Schlange umwunden ist, beugt sich, um sie zu fassen GWB492,33,21 Reizmittel bildKunst sich über den Wagen b-d [über den Wagen sich biegend GWB251,207,23 Wj III 10] rief er GWB252,172 Var GWB50,369 ReinF IV 184 Var GWB24,142,1 Wj I 8 uö β als Gebärde der Demut, Huldigung, Andacht, des Weihens (auch als sich wiederholender Vorgang, einmal Geistererscheinungen charakterisierend); überwiegend idVbdgn ‘sich (vor) jdm b.’ iSv sich verneigen, ‘(vor) jdm das Knie b.’ iSv niederknien (vgl dagegen δ); auch subst u absol [Erzkanzler zum Kaiser:] Mit Stolz in tiefster Brust, mit Demuth an Gebärde, | Stehn Fürsten dir gebeugt, die ersten auf der Erde GWBFaust II 10962 [Bildbeschreibung der ‘Sixtin Madonna’] Ihr beugt ein Mann, mit liebevollem Grauen, | Ein Weib die Knie, in Demuth still entzückt GWB2,152 Einer hohen Reisenden 13 [für: la tête basse] GWB45,5,8 RamNeffe [Faust:] Was weben die dort um den Rabenstein? | .. Schweben auf, schweben ab, neigen sich, b. sich | .. Sie streuen und weihen GWBFaust I 4401 ~ GWBUrfaust 1438 GWB7,20,14 DivNot ÄltPerser uö metaphor Tret ich vor die unschätzbare Gestalt [eines Niobiden]; so beug ich mich vor der Majestät der Natur und Kunst GWBB46,65,2 Ludw I 29.8.29 K Schwer ist’s dem Menschengeist, wenn seines Bruders Werk so hoch erhaben ist, daß er nur b. und anbeten muß GWB27,145,22 Baukunst 1773 γ sich unter einer Last senken, jdn durch eine Last, Kraft niederdrücken, bedrücken; überwiegend metaphor im Hinblick auf seel Belastung, Kränkung, Schicksalsschläge [zum Gauklerkind] Seitwärts neigt sich dein Hälschen .. Es träget | Oft dich ganze; du bist .. dem Hälschen zu schwer. | Mir ist sie gar nicht zuwider die schiefe Stellung des Köpfchens: | Unter schönerer Last beugte kein Nacken sich je GWB1,317 Vs 214 VenEpigr 40 [betr Selbstmord von Zelters Stiefsohn] Dein Brief .. der mir das große Unheil meldet .. hat mich sehr gedrückt, ja gebeugt GWBB23,185,8 Zelter 3.12.12 Diesem gebeugten, schwer belasteten Ursohne macht nun besonders der Tod .. viel zu schaffen GWB412,97,24 Byron,Kain [für: bend] AA137,18 Werth II Ossian = AAJw3,59,22 GesängeSelma uö δ ‘jdn (unters Joch, Gesetz) b.’, ‘sich (jdm, einer Macht) b.’; nur im Bild u metaphor iSv jds Widerstand brechen, jdn gefügig machen, (sich) unterwerfen, sich fügen, nachgeben; einmal ‘der B-de’ An der Iphigenie hab ich noch zu thun .. Die Stellen die am fertigsten waren plagen mich am meisten. ich mögte ihr zartes Haupt unter das Joch des Verses b. ohne ihnen das Gnick zu brechen GWBB8,32,9 Herder [14.10.86] Und so spricht mir rings die Natur: auch du bist, Amyntas, | Unter das strenge Gesetz ehrner Gewalten gebeugt GWB1,288 Amyntas 12 Denn ihr werdet mich mit Dräuen, | Mich mit Hoffnung nimmer b. | Seht, hier bin ich, bin gefangen, | Aber noch nicht überwunden GWB4,320 Todeslied eines Gefangenen 4 [Magus:] Allen Gewalten | Zum Trotz sich erhalten, | Nimmer sich b., | Kräftig sich zeigen | Rufet die Arme der Götter herbei GWB12,62,14 Lila II der wackere Mann, der beständge, | Der den Seinen und sich zu nutzen versteht und dem Zufall | Klug sich beugt und groß dem Zufall wieder gebietet GWB52,371 Und was deine Söhne 22 [Anaxagoras zu Thales:] Dein Sinn will sich nicht b. | .. [Thales:] Die Welle beugt sich jedem Winde gern, | Doch hält sie sich vom schroffen Felsen fern GWBFaust II 7851u7853 GWB3,215 Vs 1,2u6 Neugriech-epirot Heldenlieder III uö 2 opt, mBez auf Lichtstrahlen: brechen, ablenken Man hört nun bey Versuchen von gebrochnen Strahlen, von zurückgeworfnen, gebeugten, zerstreuten, gespaltnen GWBN52,79,8 Fl Plp refl [betr Notizen zu Erxleben, Anfangsgründe der Naturlehre, 1772ff, §297 üb geradlinige Ausbreitung des Lichts] Die Lehre von der Beugung widerspricht einigermaßen der Allgemeinheit dieses Asserti. Denn beugt sich der Lichtstrahl am Rande so sehe ich den leuchtenden Körper auch außer der geraden Linie LA II 6,209 FlH Plp → GWBausbeugen GWBherabbeugen heraus- GWBnieder- GWBüber- GWBver- GWBvor- GWBvorwärts- GWBzurück- GWBzusammen- GWBerdgebeugt GWBschwergebeugt GWBtiefgebeugt GWBungebeugt GWBInwärtsbeugung GWBVerbeugung GWBKniebeuge Syn GWBbiegen GWBkrümmen GWBneigen zu 1 b α u δ GWBbücken zu 1 b β GWBniederknien GWBverbeugen GWBverneigen zu 1 b γ GWBbedrücken, bedrucken GWBbelasten GWBniederdrücken GWBsenken zu 1 c GWBfügen GWBgefügig(g. machen) GWBunterwerfen zu 2 GWBablenken GWBbrechen GWBrefrangieren vgl zu 1 b β GWBhuldigenMaria ErxlebenM. E.