lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

zu

mhd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
18 in 17 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
Verweise rein
519
Verweise raus
28

Eintrag · Campe (1807–1813)

Zu

Bd. 5, Sp. 881b
Zu, 1. Als Verhältnißwort, als welches es immer den dritten Fall des damit verbundenen Grundwortes oder Fürwortes erfodert, wo der den dritten Fall bezeichnende Buchstabe oft dem zu angehängt wird, so daß es dann zum, zur lautet. Man bezeichnet damit 1) einen Stand der Ruhe, zuweilen auch ein Handeln an oder in einem Orte, oder Dinge, wo es ohne Artikel gebraucht wird, welchen man aber in manchen Fällen durch ein angehängtes m oder r ausdruckt. Zu Hause sein, bleiben. Zu Hause gehen, zu Hause sein, in seiner Wohnung sein und gehen, etwa im Zimmer oder auf, in einem Gange in oder am Hause. Zu Tische sitzen, am Tische. Gut zu Pferde sitzen, auf dem Pferde. Zu Bette liegen, im Bette liegen müssen, weil man krank ist. Zu Boden liegen, auf dem Boden, auch uneigentlich, nicht geachtet, beachtet sein. Einem zu Füßen liegen. Hier zu Lande, in diesem Lande, hier bei uns. Einem zur Seite sitzen, an der Seite. Ih habe niemand zur Seite, der mir helfe, niemand in der Nähe, bei mir. Einem zur Hand sein, ihm in der Nähe und behülflich sein, auch bequem sein. Zu Hofe dienen. Einem zur Seite, zur Linken gehen, indem beide gehen, ihm immer zur Seite bleiben. Ein Treffen zu Lande, zur See. Zuweilen mit dem Artikel, in wenigen Fällen des gemeinen Lebens. Zu den Barfüßern, zu den Brüdern wohnen, in der Gegend des Barfüßerklosters, der Brüderkirche  Häufig wird es auch vor Eigennamen des Ortes gesetzt, wo es allgemeiner und unbestimmter bezeichnet, als in, und nur dann gebraucht wird, wenn man nicht selbst an diesen Orten befindlich ist, so daß eine Richtung der Gedanken dahin Statt findet, und diese Richtung und jener Zustand, welchen man aussagen will, zusammenfällt. Zu Regensburg wurden in den letzten Zeiten die Reichstage gehalten. Das Reichskammergericht zu Wetzlar. Das Waisenhaus zu Halle. Zu Berlin lebt man angenehm. An die hochpreißliche Regirung zu M. An den Herrn von U. auf und zu B. Die hohe Schule zu Breslau. Ungut ist es aber in Fällen wie folgende. Der vormahlige Kurfürst zu Mainz, der verstorbene Herzog zu Braunschweig, besser von Mainz, von Braunschweig. Aber wol, der letzte regirende Herzog von Braunschweig starb zu Odensee im Holsteinschen. I Lande zu Sachsen, besser in Sachsen. Prediger zu St. Thomä, besser an der Thomaskirche. Dechant zum Stifte Sti. Cyriaci, besser am oder vom Ziriaksstifte. 2) Eine Zeit, wenn etwas ist oder geschieht. Zu Anfange, am Anfange, anfangs. Zu Ende sein, vergangen sein, vorbei sein. Zu derselben Stunde, in derselben Stunde. Zur Stunde, zu dieser Stunde, sogleich, auf der Stelle. Heut zu Tage, in der heutigen, gegenwärtigen Zeit, gegenwärtig, jetzt. Zu dieser Zeit, in dieser Zeit, jetzt. So auch, doch minder gewöhnlich, zu dieser Frist. Ein Balsam wär' zu dieser Frist Mir höchlich vonnöthen — — Ratschky. Zu meiner Zeit, als ich lebte, als ich da war, in solchen Umständen war  Alles zu seiner Zeit Zu der Zeit, damahls. Zur Zeit der Noth, der Trübsal. N. zur Zeit Vorsteher der Anstalt. Zu rechter, gehöriger Zeit kommen. Seltener kömmt zur Zeit allein für zu rechter Zeit, vor. [] Bleibt stille, ruhig; noch ists nicht zur Zeit, Collin, d. h. noch ist's nicht zu rechter Zeit, oder noch ist nicht die rechte Zeit dazu. Etwas zur Unzeit thun. Zu Zeiten, zu oder in gewissen Zeiten, zuweilen. Zu Nacht, bei Nacht, in der Nacht. Gar verdrießlich ist mir einsam das Lager zu Nacht. Göthe. Zu Mittage, zu Abend oder zu Nacht speisen, Mittags, Abends speisen, die Mittags=, Abendmahlzeit halten. Zuweilen bezeichnet zu auch eine Zeitdauer. Zu ganzen Tagen nichts thun, besser, ganze Tage lang. Zu ganzen Nächten spielen und trinken. Zu ganzen Stunden bei jemand bleiben. Sie steht, ein Marmorbild, zu Stunden unverrücket. Lessing. 3) Eine Art und Weise, wie etwas ist oder geschieht. Zu Fuß, zu Pferde kommen, reisen. Die Waaren zu Lande, zur Achse, zu Wasser, zu Schiffe senden. Tausend Mann zu Fuß und hundert zu Pferde. Ih habe zur Genüge, genug. Zur Noth komme ich damit aus, nothlich. Mir ist bei der Sache gar nicht wohl zu Muthe. Ih habe es ihm zum Überfluß noch einmahl gesagt, überflüssiger Weise. Zur Ungebühr fodern, auf eine ungebührende Art. Zu Deutsch, zu Latein, besser, auf Deutsch  Sie kommen zu Paaren, paarweise. S. Paar. Sie starben zu Haufen, zu Tausenden. Zu ganzen Scharen fängt man gegen den Herbst die Lerchen. Das Lied ist zu zweien zu singen gesetzt. »Zu zwei,« Göthe, nämlich zu zwei Stimmen, für zwei Stimmen zu singen (à due, Duetto). Häufig gebraucht man den Obergrad der Beilegungswörter mit zu umstandwörtlich, wo man dann dem zu ein m änhängt; doch nur im gemeinen Leben. Sich zum schönsten bedanken, auf das schönste, verbindlichste, d. h. auf die schönste  Art. Es ist nicht zum besten gerathen. Zum höchsten verwundert sein. Zum wenigsten kommen Sie auf den Abend, wenigstens. I engerer Bedeutung zeigt zu (1) mit Zahlwörtern eine gewisse Ordnung an, in welcher etwas ist und geschiehet. Zum ersten, zum zweiten, zum dritten  als erstes, zweites, drittes  Zum ersten, zweiten, dritten Mahle  Zum letzten Mahle. Zu guter Letzt. (2) Ein Verhältniß, in welchem etwas ist, Statt findet. Alle Kosten zur Hälfte tragen. Die Pistolle zu sechstehalb Thalern rechnen. Nach rheinländischem Maß rechnet man den Fuß zu 12 Zoll. Den Stab zu zwei Ellen gerechnet. Das Stück zu 2 Ggr. gerechnet, kostet das Dutzend einen Thaler. Wie sich 3 zu 5 verhält, so verhält sich 6 zu 10. Süßer ist nichts als Liebe; von allem Schönen der Erde It sie das schönste Glück; Honig ist Galle zu ihr. Herder. Einen zum Freunde haben, mit ihm in dem Verhältnisse eines Freundes zum andern stehen. Einen zum Nachbar haben. Ih hatte einen ehrlichen, braven Mann zum Vater. Einen zum Gevatter haben. 4) Die Richtung einer Bewegung oder Handlung nach einem Gegenstande, welcher als an einem bestimmten Orte befindlich gedacht wird, da hingegen bei nach, der Gegenstand oder das Ziel, nach welchem eine Bewegung gerichtet ist, selbst in Bewegung sein kann; in wanchen Fällen, da in andern andere Wörter als nach, gegen, gen, wärts, s. d. gebräuchlich sind. Er kömmt ungerufen zu mir. Zu einem gehen, laufen, rennen, eilen, reisen, fahren , aber nicht zu Hause gehen  sondern nach Hause  »Ein Europäer brachte dieses Gedicht aus dem Orient (Morgenlande) mit zu Hause,« nach Hause. Wendeborn. »Zu Hofe gehen, an den Hof gehen. »— und endlich kam er zu Hofe.« Göthe. Sich zu einem kehren, wenden, setzen, legen  Führe mich zu ihm. Nehmen Sie ihn zu sich ins Haus. Etwas zu sich nehmen, zu sich stecken. Zum Himmel aufblicken. Zu Gott beten, sein Gebet an Gott richten. »Wendet euch zu Gott, so wendet er sich zu euch.« Luther. Aber nicht so in folgender Stelle: »I diesen Umständen wandte sich Moses zu Gott, und bat ihn um seine Hülfe,« wandte sich an Gott. Bibl. Erzählungen. So auch nicht, eine Bitte zu jemand haben, sondern an jemand. »Wir hätten noch eine kleine[] Bitte zu Inen, Herr Amtmann!« Ungen. Eben so ist es auch ungut, beim Zutrinken zu einem andern zu sagen: zu Inen! — Zur Arbeit, zum Fleiße gewöhnt sein. Lust zu etwas haben. Zur Thür hinaussehen, hinauswerfen. Zum Fenster hinausfallen. Einen zu etwas nöthigen, zwingen. Einen zur Ordnung anhalten. Einen zu etwas einladen, zu Gaste bitten. Einen zu sich ziehen, durch Ziehen an seine Seite bringen, daß er da bleibe. So kann man aber nicht sagen, etwas zu sich reißen, mit Gewalt an sich bringen. »Jupiter hatte die Herrschaft mit Gewalt zu sich gerissen,« an sich. Bodmer. — Was ich zur Sache beitragen kann, will ich gern thun. Sich zu etwas bequemen, vorbereiten, verstehen  Hieher gehören viele umstandwörtliche Ausdrücke, wo zu mit dem Grundworte ohne Artikel verbunden, anstatt eines Umstandwortes gebraucht wird. Zu Tische, zu Bette, zu Besuch, zur Kirche, zum Abendmahle gehen. Zu Tanz, zu Bier, zu Weine gehen. Zu Winkel kriechen. Zu Neste tragen. Zu Felde ziehen. Auch bei den Jägern, vom Roth= und andern Wildbrete, wenn es Abends aus dem Walde nach seinem Geäse gehet; auch zu Felde gehen. So auch, zu Holze gehen oder ziehen, wenn das Wildbret früh Morgens vom Felde wieder ins Holz gehet. Zu Holze ziehen, bei Hauptjagen, mit Jagdgeschrei  ins Holz ziehen  Zu Holze richten, zu Holz schießen, s. Holz. Zu Baume steigen oder treten, zu Baue gehen oder kriechen, bei den Jägern, das erste vom Auerhuhn, das andere vom Dachse und Fuchse. Auch sagen sie, zu Baum fallen, von Birk= und Haselhühnern, wenn sie auf einen Baum fliegen. Zur Stadt kommen, in die Stadt. Zur Schule kommen. Waaren zu Markte bringen. Zu Gaste, zur Hochzeit bitten. Zu Schiffe gehen, ein Schiff besteigen, um mit demselben zu fahren. Zu Stuhle gehen. Zu Grunde gehen, untersinken, und uneigentlich, verloren gehen, vernichtet werden  Zu Grabe tragen. Mit zu Grabe gehen, die Leiche mit zum Grabe begleiten. Zu Boden fallen, sinken, werfen. Zu Pferde steigen, sich zu Pferde setzen. Von Haus zu Haus gehen, von einem Hause zum andern. Von Thür zu Thür, von Dorf zu Dorf betteln. So auch von Tag zu Tage, von Woche zu Woche, von Jahre zu Jahre  Auf dieselbe Art werden auch viele uneigentliche Ausdrücke gebraucht. Х Einem zu Leibe gehen, auf ihn losgehen, auf ihn eindringen. Zu Kreuze kriechen, sich demüthigen, sich fügen; eben so, sich zum Ziele legen. Einen zur Verantwortung ziehen, Red' und Antwort von ihm fodern Einen zur Rede setzen. Zu Paaren treiben, zur Ruhe, zum Gehorsam bringen. Etwas zu Papiere bringen, es niederschreiben. Etwas zu Ende bringen, es endigen. Zu Stande bringen, bewerkstelligen. † Zu Werke richten, vollenden. † Zu Werke gehen, anfangen. Einem etwas zu Gemüthe führen, zur Beurtheilung vorlegen. Zur Tagesordnung rufen, erinnern zur gehörigen Ordnung zurückzukehren. Zu Hülfe rufen, auffodern zu helfen. Sich zur Ruhe setzen, sein Gewerbe niederlegen  und von seinen Einkünften leben. Mit jemand zu Rathe gehen, mit ihm berathschlagen. Zu Rathe ziehen, um Rath fragen. Einen andern zur Besinnung, zu sich selbst bringen. Einen nicht zum Worte kommen lassen, ihn nicht sprechen lassen, am Sprechen verhindern. Zur Sache kommen, dahin gelangen, die Sache, von welcher die Rede ist, um welche es zu thun ist, vorzunehmen. Mit etwas zu Stande kommen, es bewerkstelligen. Einem zu Hülfe kommen, ihm helfen. Zum Ziele kommen, das Ziel erreichen. Er kann noch nicht wieder zu sich kommen, zu sich selbst, zum Bewußtsein, kann sich noch nicht erholen. Zu Fährte kommen, bei den Jägern, wenn sie mit dem Leithunde ausziehen; vom Leithunde, wenn er Fährte findet und annimmt. Wie bist du zu dieser Sache gekommen? wie hast du sie bekommen? Von den Worten kam's zu Schlägen. Wenn es zum Bezahlen kömmt, ist er nicht zu Hause, wenn er bezahlen soll, so will er nicht. Es ist mir noch nicht zu Gesichte gekommen, ich habe es noch nicht gesehen. Ih [] kann zu nichts kommen, ich kann nichts erlangen, erwerben. Zu Vermögen kommen, gelangen, reich werden. Nicht wieder zu Kräften kommen können, schwach bleiben, seine Kräfte nicht wieder erlangen. Х Zu Fleische kommen, im gemeinen Leben, Fleisch bekommen, stark oder dick werden. Zu Schaden kommen, beschädigt werden. Meine Geduld gehet zu Ende, endet, hört auf. Der Krug geht so lange zu Wasser bis er bricht, er wird so lange gebraucht Wasser zu schöpfen bis er bricht, d. h. man treibt, man wagt es so lange, als es geht, bis man ertappt, und es wieder zu thun verhindert wird. I weiterer und uneigentlicher Bedeutung bezeichnet zu (1) Eine Verbindung eines Dinges mit dem andern, oder einer Handlung mit der andern, eine Begleitung, Gesellschaft. Gelb zu grün steht nicht gut. Dieses Band paßt nicht zum Kleide. Zum Fleische Brot essen. Zu etwas schweigen, ja oder nein sagen. Zu Allem lachen. Zum Klaviere singen. »Lieder zur Harfe absingen.« Bragur. (R.) »Zu meiner Zärtlichkeit verlang ich keine Zeugen.« Gellert. Einem zum neuen Jahre Glück wünschen, bei Gelegenheit des neuen Jahrs, den Antritt des neuen Jahres mit seinem Glückwunsche begleiten. Einen zu seinem Geburtstage beschenken. (2) Eine Bestimmung, einen Zweck. Wasser zum Trinken, zum Waschen. Tuch zum Kleide. Papier zum Schreiben, Drucken. Eine Feder zum Schr iben. Eine Schachtel zu Zahnpulver. Eine Büchse zu den Ersparnissen. Einen eignen Keller zum Weine, einen andern zum Biere haben. Ein Pferd zum Ziehen, zum Reiten halten. Holz zum Verbrennen, Geld zum Spielen. Wo man auch sehr oft zusammengesetzte Wörter dafür gebrauchen kann, als: Trinkwasser, Waschwasser, Schreibpapier, Druckpapier, Schreibfeder, Zahnpulverschachtel, Sparbüchse, Weinkeller, Bierkeller, Zugpferd, Reitpferd, Brennholz, Spielgeld. Zu etwas bestimmt, gemacht, auserkoren sein. Einem etwas zur Unterstützung schenken. Geld zum Frühstück geben, damit Frühstück dafür geschafft werde. Das soll zum Abendbrote, dies zum Frühstück bleiben. Zum Beschluß wollen wir ein Lied singen, um das Ganze damit zu beschließen. Zu etwas viele Zeit nöthig haben, verwenden. Einem zum Vortheil, Nutzen etwas verrichten. Mir zu Gefallen könnten Sie es thun. Einem etwas zum Possen thun. Das gereicht mir zur Ehre, ihm zur Schande. Es steht Inen Alles, was ich habe, zu Dienste, zu Gebote, zu Befehl. Was ist zu Irem Befehl? was befehlen Sie? Zu Irem Befehle, wie Sie befehlen. Zu der Absicht, zu dem Ende will ich noch warten, um diese Absicht, diesen Endzweck zu erreichen. Halten Sie zu Gnaden, haben Sie gnädige Nachsicht, verzeihen Sie. Halten Sie es mir zu Gute, verzeihen Sie es mir. Das ist dir zu Gute, zum Besten geschehen, zu deinem Besten. Zu meinem Glücke war die Zeit noch nicht vergangen. Zu allem Unglück mußte er dazu kommen. Einen zum Zeugen nehmen, ihn auffodern, daß er zeuge. Ih rufe Gott zum Zeugen an. Sich etwas zum Muster, zum Beispiele nehmen. Das kann zum Beweise, dies soll zu einem Merkmahle, Zeichen, dienen. Das kann zu einer Regel dienen, aber nicht zu einer Regel sein. »Ih werde den Charakter der Wahrhaftigkeit zur ersten und unabwendlichen Regel meines Betragens sein lassen.« Moser; besser, zur Regel meines Betragens machen. Einer Gesellschaft etwas zum Besten geben, es hingeben, damit die Gesellschaft es zu ihrem Vortheile, Vergnügen verwende. (3) Ein Übergehen in einen andern Zustand, eine Verwandlung  Das Eis wird in der Wärme zu Wasser, es wird daraus Wasser. Zu Wasser werden, auch uneigentlich, zu nichte werden, vereitelt werden. Zu Erde, zu Staube werden. Zu Stein erharten. Etwas zu Pulver stoßen, reiben. Х Einen zu Brei schlagen, im gemeinen Leben, ihn zerschlagen, über die Maße schlagen. Das Getreide zu Mehl mahlen. Einen zum Prediger wählen. Zum Priester weihen. Zum Papste machen. Zum König krönen. Einen zum Statthalter ernennen. Zum Schiedsrichter erwählen. Sich zum Herrn aufwerfen. Auch sagt[] man wol, sich zum Herrn erklären, sich als solchen bekannt machen, sich selbst dazu machen; aber nicht, einen zum Verbrecher erklären, sondern, für einen Verbrecher. Zum Narren werden. Zur Frau, zum Manne nehmen. Sich einen zum Freunde, zum Feinde machen. Zum Verräther am Vaterlande, zum Mörder seiner selbst werden. Zum armen, zum reichen Manne machen. Das werde dir zum Fluche, gereiche dir zum Verderben! »Zum Meisterwerke fehlt ihm (dem Gemählde) freilich noch Manches.« Seume. (R.) Nur in der dichterischen Sprache wird das zu auch wol weggelassen; sonst ist diese Auslassung veraltet. »Ih habe dich gemacht vieler Völker Vater,« zum Vater vieler Völker. 1 Mos. 17, 5. »Du machest mich ein Haupt,« mich zu einem Haupte. Ps. 18, 44. Sich zu Tode grämen, freuen, lachen. Einen zu Tode ärgern. Himmel hoch jauchzend Zum Tode betrübt; Glücklich allein, It die Seele, die liebt. Göthe. Zu Tode prügeln, martern. »Die Verbrecherinn sollte die Knute zum Tode erhalten.« Meißner. (R). 2. Als Umstandwort. 1) Nicht offen, geschlossen, verschlossen, wo es nur in der Zusammensetzung mit Aussagewörtern vorkömmt, z. B. zusein, nicht offen sein, zumachen, zuschließen , welche Wörter im Folgenden nachzusehen sind. I gemeinen Leben einiger Gegenden hört man zu in dieser Bedeutung noch allein, sogar als ein Beilegungswort: ≠ eine zue oder zune Thür, eine zugemachte, verschlossene, welcher Gebrauch aber ganz verwerflich ist. 2) Dient es, eine Verstärkung oder Beschleunigung, oft auch nur des stärkern Beginnens, der Fortsetzung und Fortdauer einer Bewegung oder Handlung, wie auch, eines Zustandes zu bezeichnen. So ruft man zu! zu! anzuzeigen, daß jemand mit etwas eilen, oder es in stärkerem Grade thun soll. Besonders aber gebraucht man es in dieser Bedeutung in Zusammensetzungen mit Aussagewörtern, wo es immer den Ton hat, welche aber nur im gemeinen Leben üblich sind, z. B. zúlaufen, zúfahren, zúschlagen  Diese Zusammensetzungen sind im Folgenden meist nur dann angeführt, wenn sie zugleich anderer Bedeutungen wegen angeführt werden mußten, und in den meisten Fällen sind sie in Ansehung der Erklärung hieher verwiesen worden. 3) Х I gemeinen Leben für dazu; in manchen Zusammensetzungen, z. B. zugeben. zuthun, zuzahlen  Dann auch für herzu, hinzu, z. B. zulaufen, zutreten  herzu oder hinzulaufen, herzu oder hinzutreten  4) Dient es in Verbindung mit andern Umstandwörtern und Verhältnißwörtern die Richtung einer Bewegung näher zu bestimmen. Auf etwas gerade zu gehen, auch, Х gleich zu gehen. Auf etwas zu fahren, reiten, laufen, schlagen, hauen  So auch mit nach. Nach der Stadt zu laufen, reiten  »Nach dem Hafen zu haben die Österreicher sechs Kanonen stehen.« Seume. (R.) »Der Feind steuerte mit allen Segeln nach Osten zu.« Allgem. Zeitung. (R.) 5) Dient es zur nähern Bestimmung sowol des Begriffs, welcher durch die unbestimmte Form der Aussagewörter ausgedruckt wird, als auch eines Umstandwortes, in welcher ganzen Bedeutung es unbetont ist. (1) Zur nähern Bestimmung des Begriffs vieler Aussagewörter in der unbestimmten Form, den Gegenstand derselben, wie auch, eine Absicht, eine Möglichkeit, eine Nothwendigkeit zu bezeichnen. Es fängt an zu stürmen, zu donnern und zu blitzen. Ih befehle dir zu gehen, zu gehorchen. Ih fürchte, mich zu verirren, ich fürchte, daß ich mich verirren möchte. Nichts zu thun haben. Einem zu thun geben. Ih habe dir etwas zu sagen. So auch mit dem Mittelworte der vergangenen Zeit. Ih bereue es, die Sache gethan zu haben. Er läugnet, dabei gegenwärtig gewesen zu sein. Es beleidigt ihn, sich dem Jüngern nachgesetzt zu sehen. Ferner nach Grundwörtern, wenn diese die Stelle eines Aussagewortes ersetzen, z. B. Lust haben zu lachen, oder Lust zu lachen haben, für, geneigt sein zu lachen. Erlaubniß zu gehen geben, [] für erlauben zu gehen. So auch, es ist Zeit zu gehen. Grund sich zu beklagen haben. I Gefahr zu ertrinken sein. Freiheit zu kommen und zu gehen. Macht zu schaden. Die Neigung zu trinken  Eben so auch nach Umstandwörtern, besonders nach solchen, welche eine Möglichkeit, Leichtigkeit, Schwierigkeit, Nothwendigkeit, Neigung  bezeichnen. Nicht möglich zu glauben. Schwer zu thun. Begierig zu hören. Geneigt, bereit zu folgen. I diesen Verbindungen hat das Aussagewort bald thätliche bald leidentliche Bedeutung, je nachdem der Sinn des voranstehenden Umstandwortes es erfodert. Zuweilen kann das zu auch wegbleiben, z. B. hier ist gut wohnen, für zu wohnen, hier ist schlecht gehen, für, zu gehen, er hat gut sagen, für zu sagen  I andern Fällen, z. B. wenn die Sätze zu lang sind, wird die unbestimmte Form mit daß aufgelöset. — Er ist nur gekommen, mich zu sehen und zu sprechen. Was gäbe ich nicht darum, in ihrer Nähe zu sein. Hier wird oft noch um dazu gesetzt, die Absicht noch näher zu bestimmen. Viele Menschen, scheint es, leben nur um zu essen und zu trinken. I folgenden Falle aber bleibt dieses um besser weg: er gab sich alle Mühe, ihn zu überreden. Hier ist etwas zu sehen, zu lernen, hier kann man etwas sehen, lernen. Bei der Sache ist etwas zu verdienen. Was ist bei der Sache zu thun? was muß man bei derselben thun? Es ist hier noch viel zu thun, es giebt zu thun, es muß hier noch viel gethan werden. Zuweilen soll es auch, nach Ad., dazu dienen, zwei Sätze in Einen zusammenzuziehen, was aber so wenig Grund zu haben scheint, als das angeführte Beispiel: »Ih darf mich nicht der Gefahr aussetzen, diesen Menschen zu sehen, für, und diesen Menschen,« wo diese letzte Art zu reden fehlerhaft sein würde, und wo in der That nur Ein Satz vorhanden ist und vorhanden sein kann, nämlich: ich darf mich der Gefahr, diesen Menschen zu sehen, nicht aussetzen. So möchte es auch wol schwerlich so fehlerhaft sein (als Ad. glaubte) zu sagen: ich sprach mit ihm, ohne zu wissen, wer er war, für, ohne daß ich wußte, wer er war. Zuweilen wird die unbestimmte Form eines Aussagewortes mit zu auch gebraucht, eine Verwunderung, verbunden mit einem leichten Verweise, zu bezeichnen. Mich so zu erschrecken! für, es ist nicht recht, mich so zu erschrecken, oder ist es recht, mich so zu erschrecken? Das Netz, sprach dieser, nicht zu sehn? Dir, Flattergeist, ist recht geschehn. Gellert. Aber unstreitig fehlerhaft ist es, die unbestimmte Form eines Aussagewortes mit zu zu gebrauchen in folgenden Fällen, welche Ad. angeführt hat, nämlich, wenn das Aussagewort in der unbestimmten Form der bloße Gegenstand der Rede ist. Geld ausgeben ist keine Kunst, aber wohl, Geld verdienen, nicht Geld auszugeben , wo man jedoch durch Umstellung der Wörter sagen kann, es ist keine Kunst, Geld auszugeben, aber wohl, Geld zu verdienen. Ferner nach solchen Aussagewörtern, welche einen bloß allgemeinen Umstand der Handlung bezeichnen, und welchen diese bloß in der unbestimmten Form beigefügt wird. Solche Aussagewörter sind: dürfen, können, lassen, mögen, müssen, sollen, werden, wollen, und in manchen Fällen finden, fühlen, gehen, haben, heißen, helfen, hören, lehren, lernen, machen, nennen, sehen, sein, thun , welche nachzusehen sind. Man darf da nämlich nicht sagen, von etwas nicht essen zu dürfen, sondern, von etwas nicht essen dürfen, nicht, einen gehen zu lassen, sondern gehen lassen , wo man aber sehr wohl sagen kann, es fällt dem Kranken schwer, diese seine Lieblingsspeise nicht essen zu dürfen, es ist Unrecht, ihn gehen zu lassen. Er macht mich zu lachen, für, er macht mich lachen. Er kömmt zu gehen, zu laufen  für, er kömmt gegangen, gelaufen  ist auch ungut. »Wenn eine Hexe durch die Luft zu reiten kömmt,« geritten kömmt. Bodmer. Endlich, wenn die Eigenthümlichkeit der deutschen Sprache, und das Gesetz der Deutlichkeit und des Wohlklanges gebieten, die unbestimmte Form mit zu durch daß aufzulösen, wo[] man also nicht sagen darf: »er glaubte, es entschieden zu sein; der Staat scheinet sich einen allgemeinen Nutzen davon versprechen zu können; sondern, er glaubte, daß es entschieden sei , es scheinet, daß der Staat sich«  Ad. Eben so fehlerhaft ist der überfüllte Gebrauch der unbestimmten Form eines Aussagewortes mit zu: »Man hätte es kürzer zu sein gewünscht, kürzer und besser, man hätte es kürzer gewünscht; er ist im (in) Stande, etwas dazu beitragen zu können, besser, etwas dazu beizutragen.« (weil das können schon in den in Stande sein liegt). Ad. (2) Zur nähern Bestimmung eines Umstandwortes, einen höhern Grad des dadurch ausgedruckten Begriffs zu bezeichnen, als die gegenwärtige Absicht erfodert, oder als überhaupt Statt finden sollte. Das ist für ihn zu gut, zu schwer. Die Wohnung ist für mich zu groß. Ih bin zu sehr gerührt, als daß ich viel sprechen könnte. Es ist mir zu fern, als daß ich es deutlich sehen könnte. Mit nur und gar verstärkt es den Begriff. Er hätte es gar zu gern, sehr gern. Ih bin nur zu gewiß, daß es so kommen wird. »Ih fürchte, daß mir diese unglückliche Entdeckung nur mehr als zu sehr bekannt ist.« Gellert. I andern und den meisten Fällen bezeichnet es mit gar einen zu hohen Grad. Er verlangt auch gar zu viel. S. Gar. I diesen Fällen hat zu meist den Ton, in Verbindung mit gar aber hat ihn gar. Überhaupt ist zu merken, daß zu in allen Zusammensetzungen mit Aussagewörtern und den davon abgeleiteten Wörtern den Ton hat, in Zusammensetzungen mit Umstandwörtern  aber unbetont ist. Unter Zer — ist schon bemerkt worden, daß in manchen Sprecharten N. D. in Zusammensetzungen dafür auf eine fehlerhafte Weise zu gebraucht wird, und daß man sagt zubrechen, zuschlagen, zustreuen  für zerbrechen 
24085 Zeichen · 392 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    zu

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    zu- , zû s. zer-, ze, zuo.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zu

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Zu , eine Partikel, welche auf eine dreyfache Art gebraucht wird, als eine Präposition, als ein eigentliches Adverbium o…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    zu

    Goethe-Wörterbuch

    zu [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Zu

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Zu , in der Chemie Zeichen für 1 Atom Zink.

  5. modern
    Dialekt
    zu

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    z u runge n wis [tsrùəwís Heidw. ; tsrùəswís Mü. St. ] Adv. zeitweise, von Zeit zu Zeit. I ch ha be z. Kopfwe h Heidw.…

  6. Sprichwörter
    Zu

    Wander (Sprichwörter)

    Zu 1. To 1 , Thâlk 2 , stä up un wask de Schöttels. ( Jever. ) – Frommann, III, 424, 71. 1 ) Zu, elliptisch für: Gehe zu…

  7. Spezial
    zu

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    zu I praep. 1 (örtlich) a, te, da, sö, pro: zur Schule gehen jí a scora; zu Bett gehen jí te let; jí a dormí; zum Lehrer…

Verweisungsnetz

519 Knoten, 514 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 4 Hub 3 Kompositum 501 Sackgasse 11

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zu

0 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Keine Komposita gefunden — zu kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.