Neu-jahr (
s. S.) u. (
ət nø·y.ə j:r das ganze kommende J.); bei der Betonung oft mit Kürzung
nə-, n'ø-, n- Allg.
n.: 1. wie
nhd. Enem et N. anwönschen mit ‘
prosit (prost) oder
glöcksellig N.’
; man sucht dem andern zuvorzukommen, stellt sich sogar verborgen hin u. überrascht den Ankommenden mit dem Grusse, oder man schleicht ins Zimmer (man sucht sich gegenseitig
te verraschen Heinsb, Kemp.); wem es glückt, der hat dem andern
et N. afgewonne Rip, Allg.; der andere Überraschte antwortet:
dat häste gewonne; vielerorts muss der andere dem Gewinner ein
N.jöhrchen geben; wer mit seinem Glückwunsch zu spät kommt, sagt wohl:
et gölt bis Dreikönnenge Kemp;
Dr. es et noch in den Tit, för N. te wönsse; wij gratuliert in de Oktav, den es ok noch brav! Klevld (man nennt den Dreikönigentag auch
grote N.johrsdag Rees). Auf den Wunsch ‘
glöcksellig N.’ die Antw.:
Gott göf (gäbe),
et wör wohr! Köln. Kinder ziehen herum u. wünschen ‘
gl. N. allemolen!’ u. erhalten Gaben; dabei werden auch gereimte Sprüche hergesagt.
Gude Morgen em naue Johr, ich wenschen Ich (Euch)
e gleckseilig N., lang ze lewen, gl. ze sterwen, den Himmel zu erwerwen (erwen) (on mir e N.jährchen)! Mosfrk, —
N., Friere (Frieden),
Gesundhät un langes Lewen woll Auch (Euch)
der liewe Gott in Gnade gewe! Simm, —
so lang jagt en Has en Hund u. en Feder wiegt en Fund u. ein Mühlstein schwimmt über den Rhein, so lange sollt ihr froh beisammen sein! Saarbr-Sulzb, —
die Kükskes (Kuchen)
sin gor, der Schnaps es klor, en Jann es dor! Klev.
Glück zum N., das alte ist vergangen, das neue hat angefangen; Gott mög Euch geben, lang hier zu leben, glückselig zu sterben u. den Himmel zu erben! Eif.
Gure Morge em neie Johr; eich wünsche Eich e gedeckte Disch, uf jerem Eck e gebrorene Fisch un en der Medde e Flasch Wein, dann wolle mer allesamme luschtig sein! Nahe, —
Johr, drauss es et hart gefror, hinnerm Uwe es et ufgedaut, uf em Disch, do scheint de Sunn, um e Grosche sen eich kumm! ebd. Prost N., de Weckskes sind gor, de Schnaps es klor, en ik sin dor! Klev-Goch. Vielfach scherzh. oder gar derb:
Dat ale Johr es vergange, dat naue hät angefange; ech wenschen Eich e glecklich N., honnert Morge Feld, emmer en Täsch voll Geld, en Stall v. Renner on en Stuff v. Kenner! Neuw.
Glöckselig N., de Kückskes (Kuchen)
sin gor, wej häbbe se gebacke van alde Lappe, en wej (willst du)
et nit glöwe, dann gott marr es nor de Hennekes, die se legge, die söllen et Ow wäll sägge! Klev-Zyfflich.
Prosit N., de Schnaps is klor, de Win is bunt, dat is gesund! Ess-Rellinghsn, —
de Fusel es klor, dat Bier es brun, morge gef et et Kattun (Prügel)
! Meiderich, —
de Katt het gris Hor, de Hond het witte Füt (Füsse),
gef mej en Schnäpsken rüt (Süt)! Rees-Hamminkeln Wesel, —
treckt de Katt bej en Hor en den Hond bej de Start, dann häj (hast du)
alle Johres wat! Klev-Calcar, —
dann lope se allebeij ewen hort (hart, schnell)
! Klev.
Bros (glöcksellig, vərglöcks) N., de Kopp voll Hor, de Mul (Mongk) v. Zäng (Zähne),
et N. (Gabe)
(de Bretzel) en de Häng (Händen)
! LRip, SNfrk, NBerg, Neuw-Asb, —
et Glöck en de Häng! Heinsb-Süsterseel, —
bös hengen ane Eng (Ende)
! Monsch-Witzerath, —
v. Täng, nu es et aut (alte)
Joəhr am Eng! Heinsb-Kirchhv, Eusk, —
adjüs Marjäne! Ahrw, —
de Fott v. Sträng bös hengen ane Eng! Monsch-Witzerath, —
v. Hor, dem Büəl (Beutel)
v. Geld, schreit de gonze Welt (geht, rappelt dur de g. W.)! Kemp, MGladb, Grevbr, Jül, —
res ech dur de g. W. oder
wie et dech gefällt! MGladb-Rheydt, —
dat dich et g. Johr nicks fählt! Jül-Linnich, —
v. Hor, der Teller v. Wanze, der Schnider kann danze! MGladb.
Prosch N., e Britzel wie e Scheierdor, e Kuche (Lebkuche) wie e Uweplatt, esse mer uns allegare dran satt! Rhfrk, —
un en Verdelche (Viertelchen)
Branndewein soll meim Altvatter sei N.jährche sein! Simm-Schlierschd.
Pr. N., Stick vum Seiohr (Säu-),
St. vum Fiss-che (Füsschen)
gibt e gud Gemis-che! Rhfrk, —
Seiohr un en Barick (Perücke)
vun Gässehor (Geissen-),
wo en Simmer voll Leis (Läusen)
drin wor! Simm-Laub Belth, —
en Tutt voll Seihor (Säuhaare),
de Kopp v. Grend un lang Hor, dann kinnt dir kratze bes et nächste Johr! Goar-Weiler, —
den Arsch v. Seihor (
Gassehor Geissen-),
de Kopp (Buckel) v. Grend, un jedes Johr e Kend! uMos, Merz-Erbring, —
den Kopp voll Hor, den Näck vole Nete (Nissen),
köj (kannst du)
van Nacht gut schwete (schwitzen)
! Klev, —
dausend Leis (Läuse)
an äner Hor, en Tutt voll Zucker, en Schachtel v. Ness, jidd Johr ebbes Klänes, dat sei Eich gewess! Koch-Bertrich, —
dausend Leis an äner Hor, am (im)
Stal vill Ranner (Rinder),
am Haus v. Kanner (Kinder)
! Bitb, Trier, Saarbg, —
e Läər (Lager)
vu Streih, de Bockel voll Leis o v. Fleih! Merz-Saarhölzb, —
d. L. un ener H., hunnert Flih un jeder Seit, domat bas de e ganz Johr geheit (geplagt)
! Trier-Schleidw, —
d. Flih an ener Zih, wann se beissen, duhn se wih! Prü
m. Ech wenschen der e gleckseilig N. un de Bockel voll Gässenhor! Merz, Saarbg, —
G., de Kopp v. Grend, de Närsch (Arsch)
v. Wend! Saarl-Stdt, —
de Bän v. Derner (Dornen),
de Kapp (Kopf)
v. Herner, de Buckel v. Grend, jedes Johr e Kend, de Hals v. Schwären sall Uch de lewe Gott bescheren! Neuw-Dierd.
Prost N., of dem Desch leit en Hor, da's sicher noch vom firege Johr! Trier-Olewig, —
e ganze Sack voll Geissenhor, dre geschess on agefror, se sollen hänken bes en et anner Johr! Ottw-Bub.
Pr. N., enner'm (unter dem)
Bet, do stäht de Bor (Nachttopf),
se ass noch voll vum firige Johr! Trier, Saarbr-Völkl, —
an de Fister (Fenster)
hängt de B., et es noch dren gescheass vom firig J.! May, Koch, —
en B., is gestoppt met Geissehor! Zell, —
de B., war et glaft (glaubt),
der es en Nor! Koch-Ernst, —
mach en de B., lek se aus, dann ös se klor! Trier-Stdt, —
en et Himb gemach, ös agefror! Trier, —
de Schweincher leien (liegen)
en der Kor (Karre)
! Trier-Conz, —
de Katz hät ken Hor, de Hongk hät kenn Stüpp (Schwanz),
dat es de Nopersch (Nachbars)
Jüpp (Josef)
! Sieg-Braschoss, —
ich wensche der e Kend met rorem Hor! Ottw-Neunk. — Die Burschen des Ortes
schiessen dat N. an in der N.nacht, oft vor dem Fenster der Geliebten (diese spenden ihren Burschen nachher Schnaps, in den sie Rosinen u. Zucker werfen) u. Wurst Sieg-Ägid, eine mit Bändern u. Papierblumen gezierte lange Tonpfeife Elbf-Dönbg) u. vor dem Hause der Einwohner, denen sie ihre besondere Verehrung bekunden wollen Allg.; hierbei die Sprüche:
Das Alte ist verflossen, das Neue wird angeschossen, Glück zum neuen Jahr! Eif.
Prost N., neues Leben, darauf soll es Feuer geben! Bernk-Hinzerath.
Nau Gleck on n. Lewen, dofir soll et Feier gewen! Merz-Haustdt.
Zum Jahresschluss den letzten Schuss, das Jahr ist aus, den Käs heraus! Bernk-Hinzerath. — Die Junggesellen zogen, begleitet von Musikanten, nach zwölf Uhr vor die Häuser der Notabeln, um ihnen das
N. anzuspielen Daun 1853 (schon veralt.). — In Neuw, Altk, Siegld-Freier Grund ist noch das
N. ansinge mit dem
N. anschiessen durch die Dorfburschen verbr.:
Ihr Söhne u. Töchter, wir wünschen Euch, Euch w. wir ein glückseliges neues Jahr. Ihr in diesem Hause, wir w. Euch, Euch w. wir ein gl. n. J., Hosanna, H. in der Höhe! Altk-Friesenhg.
Guten Morgen, o mein gl. n. J., Friede u. Freude immerdar, Glück u. Segen, langes Leben! Gott behüt Euer Haus, wo Ihr
geht ein u. aus. Gott segne Eure Gärten u. Wiesen u. lässt Euch viele Früchte darauf geniessen! Nun wünsche ich dem Vater, der Mutter u. auch dem Kind, dazu dem ganzen Hausgesind ein gl. n. J., das alte J. ist verflossen, das neue wird angeschossen. Hat Euch mein Sprüchlein gut gefallen, so sollen darauf die Büchsen knallen! Altk-Sörth 1860.
Hört, ihr Leute, u. lasst Euch sagen, die Glock hat eben zwölf geschlagen. Nun ist das alte Jahr dahin, das neue klingt in frohem Sinn. Auch dieses J. wird bald vergehn, u. mancher wird nicht sein Ende sehn; drum sei ein jeder stets bereit zur Reise nach der Ewigkeit. Bis dahin wünsch ich Euch Gottes Segen, an dem doch alles ist gelegen; er halte über Stadt u. Land, die gnadenreiche Vaterhand! Neuw-Datzeroth.
Holdes Fräulein, komm ans Fenster, höre den Knall (ein Schuss wird gelöst)
u. meiner Büchse Schall! Der Sch., der zeigt dir an, was mein getreues Herz von die verlangt: Liebst du mich, wie ich dich liebe, so bleibe ich unverzagt. Ich will schliessen u. dir das neue Jahr anschiessen! ebd. In Altk-Weitef ging früher die
Spinnstube von Haus zu H. singend:
Schon wieder ist ein Jahr dahin von unserer Lebenszeit. Die Tage, o Gott, wie schnell entfliehn sie hin zur Ewigkeit. Man klopfte darauf an das Fenster, u. ein Junge sagte folg. Spruch:
Das alte Jahr ist nun verflossen mit Schmerz u. Leid, mit Freud u. Lust. Das neue hat sich aufgeschlossen; doch was es bringt, ist unbewusst. Es wolle Gott Euch stets verleihen Gesundheit u. Zufriedenheit u. nach diesem Leben die ewige Glückseligkeit. Amen! oder
Ich wünsche Euch ein gl. n. J. in diesem Hause immerdar. Gott behüte Euch dies ganze Jahr vor aller Gefahr; vor Feuer u. vor Wassernot behüte Euch der Herre Gott. Lasst mich nicht so lange stehn, denn ich muss noch weiter gehn! Die Sänger erhalten Gaben: Geld, Eier, Speck udgl. — Die Burschen gehen in der N.nacht zu den im Bett liegenden Mädchen in die Schlafzimmer u. wünschen ihnen dort das
N. an Trier-Kell; die B. liefen zur selben Zeit von einem Hof zum andern, das neue Jahr anzukündigen, indem sie mit dem langen Holz, woran der Breitopf getragen wurde, den
Breihot, an das Tor schlugen Kemp-Grefr. — Das
N. anläuten ist allg. üblich. —
Et N.joəhrschspel haue (halten); an irgendeinem Tage der ersten Januarwoche kommen bei manchen Familien die verschiedenen Zweige einer Verwandtschaft in dem Hause eines festgebenden Teiles zusammen u. unterhalten sich hier über Familienangelegenheiten u. gleichen gegenseitige Forderungen aus Kemp, Heinsb. — Die Kinder schreiben ihren Eltern (oft in der Schule) u. Paten
Neu-jahrsbriefe Verbr. — Die Burschen schreiben in der N.jahrsnacht die neue Jahreszahl mit Kreide an alle Haustüren OBerg, Geld. — Die Alten spielen in ihrem Stammlokal Karten um
N.jahrsbretzeln, –kränz, –plätz (u. um Bratwürste OBerg) Rip, Berg, Klevld. — Der neue
Heər (Herr), der von dem vorhergehenden
H. am Stephanstage
gemakt (bestimmt) wurde u. nun an der Spitze der Junggesellen steht, hatte diese zu der N.jahrsnacht einzuladen; nach vielem Schiessen wurde der von dem
Heər gestiftete
N.joəhrswängelverzehrt u. dabei Branntwein getrunken; darauf Zug vor die Häuser der Geliebten u. Notabeln, wo das
N. angeschossen wurde MGladb-Viersen. — Die Wirte spenden ihren Stammgästen Speise u. Trank Verbr.; im alten Köln gab er eine Zitrone u. eine Muskatnuss; der Saft der
Z. u. die geriebene
M. wurde dem Biere beigemischt. — Die Paten (auch Verwandte u. gute Nachbarn)
schenken ihren Patenkindern (den Kindern) Bretzeln, Lebkuchenherze (den Knaben Kränze, den Mädchen Kuchen in Puppenform Merz-Haustdt;
Käəschplatz, –weck (Krist-) Monsch, Eup, Aach), die sie,
N. wünschend, abholen müssen [man sagt ihnen, die Junggesellen hätten diese in der Nacht aus der Luft geschossen Selfk]; auch grössere Geschenke (Kleider udgl.) werden von den Paten gegeben [
et gross N. das Geschenk, das der Pate dem Patenkinde von 14 Jahren macht, um sich endgültig abzufinden, bei Knaben meist eine Taschenuhr, bei Mädchen eine goldene Kette Saarl]; auch die Dienstboten, der Briefträger, der
Dreckmann erhalten ein Geldgeschenk; die Geschäftsleute verschenken vielfach minderwertige Sachen an ihre Kunden oder an deren Dienstboten Allg. [deshalb die RA.:
Öm (op) N. ka me alles quitt weəde Aach, Erk, MGladb]. — Auf
N. hat jeder die neuen
Krestdagskröm (was er an Kleidungsstücken zu Weihnachten erhalten hat) an OBerg, Allg. —
Orakel: Man giesst in der N.jahrsnacht Blei Verbr. in den Städten; die Mädchen lassen einen Ring an einem Faden durch ein Glas baumeln; die Zahl der Anschläge bestimmt die
Z. der Jahre bis zu ihrer Heirat Ess-Borbeck; sie drücken einen Pfennig an die Stirn u. springen dann; nach der Zahl der Sprünge vor dem Abfallen des Pf. bemessen sie die Zahl der Wartejahre MülhRuhr; sie treten vor den Ofen u. schauen den Zukünftigen Mettm-Hülsenbusch; man schlägt am N.jahrstage das Gesangbuch auf u. liest aus dem zufällig gefundenen Liede das Schicksal des kommenden Jahres Altk-Bachenbg, Neuw-Dierd; man stellt sich ein paar Minuten vor zwölf Uhr mit offenem Schuh an die Wand, der Türe gegenüber; ist es zwölf Uhr, so werfen alle die Schuhe zu der Türe hinaus; man glaubt, dass der, dessen Sch. mit der Spitze zur Türe hinausweist, zuerst aus dem Hause müsse Merz-Haustdt; man soll
N. Sauerkraut kochen u. ‘Weissgeld’ in der Tasche haben, dann hat man das ganze Jahr Silbergeld in der Tasche Altk-Bachenbg NErb, Wend; wer am N.jahrsmorgen eine Rechnung bezahlt kriegt, kr. viel Geld durch das ganze Jahr Neuw; wer in der N.jahrsnacht zuerst zwölf Uhr schlagen hört, lebt am längsten Kemp-Breyell; begegnet man am N.jahrsmorgen einem schönen Mädchen, so bedeutet das Glück, einer alten Frau, so Unglück Schleid-Hellenth; man soll kein frisches Hemd anziehen, sonst bekommt man das ganze Jahr Schwären Altk-Isert Wissen; wer zu
N. Äpfel isst, bekommt soviele Geschwüre, als er Ä. gegessen hat Koch; man soll in der N.nacht keine Wäsche draussen hängen lassen; sie würde Leichentücher abgeben OBerg; man soll auch zwischen Weihnachten u.
N. nicht waschen, sonst stirbt einer im Hause OBerg; am N.tage dürfen die Frauen nicht nähen, sonst
n. sie
de Schope (Schafe)
tou Ess; man legt eine Schnitte Brot in die Schublade, die das ganze Jahr nicht schimmelt Altk-Isert.
De N.joəhrschdag om Schaf (Schaub),
get et Joəhr en Haf (Hauf) liegt eine Leiche vom alten ins neue Jahr aufgebahrt, so sollen sich noch viele Todesfälle im neuen Jahre anreihen Neuw-Heimb Weis. —
Wetterregel. N.johrschnat (-nacht)
hell on klor, bedück (bedeutet)
e got Johr Bergh-Blatzh, Altk-Birken.
N.johrsch-Morgenrot brengt viel Not Bernk-Andel. — RA.:
Ja, des N. ore wenn's noch emol Backstänbrocke rent (regnet)
! Ausdr. für eine unbestimmte Zeit Kreuzn-Münster;
op Pädder N.johrschdag Daun-OBetting.
Ech hauen dech, datste mäns (meinst),
Kresdag on N. felen op änen Dag! Neuw-Rossb.
He mach en Paar Auen (Augen)
wie en N.johrschkalf Sieg-Leuschd.
En Röggen (Rücken)
wie nen N.johrschbref (-brief) Sol.
Dat Frommesch (Fraumensch)
soll mer en en Pestol larre (laden)
on scheite (schiessen)
dem Düvel der N. dermöt an so schlecht ist das Weib Kref-Fischeln, MGladb, Gummb-Berghsn.
Et kommt mer (dat schmeckt) wie Hunnig of N.johrschdag unerwartet, angenehm Merz-Nunk, Saarl-Berus, Bernk-Wolf, —
op N.johrschomend (-abend) Neuw-Rheinbrohl;
dau kimms grod (wie gerufen)
wie Botter am N.johrschowend Wittl-Binsf.
Om N. hant de Hohnder gölde Fött (Hintern) sie legen kaum mehr Eier, die nun teuer sind Dür-Winden.
No N. schütt (schiesst)
me ken Hasen meh Gummb.
We öm N. freit, öm Posch (Ostern)
et bereut;
we Martini träut (heiratet),
öm Kres (Weihnachten)
et döck (oft)
bereut MGladb-Rheind. —
Scherzfr. Wat es et küərzte Johr? et N. MülhRh.
Wat vor e J. dauert nor äne Dag? Birkf. Vier Tage vor
N. zu Kindern:
Doə kömmp die Kuh möt sovel Ben, als noch (recht undeutlich ausgesprochen)
Dag en't Johr, u. zwei Tage vor
N.:
Doə k. de Mon (Mann)
möt sovel B., als noch D. en't J. Kemp, Grevbr-Frimmersd;
dags för N., dann steht den Mann met 365 Ogen (Augen)
onder de Lendenbom (Linden-) Rees-Bislich; man schickt Neujahrsabend die Kinder vor die Türe:
et es en Mann drussen, der hät su vill Nase, als Dag em Johr Rip, Berg. — 2. übertr.
et N. [
der N. m. Verbr. in Jül, Aach, Selfk] oder
N.jöhrche [
Neuərchen oder
Nörchen MülhRh-Overath] Geschenk zu
N., bes. ein Gebildweck, Bretzel, Kranz (etwa ein 50-Pfennigstück eingebacken Bitb, Wittl), Stuten, in der Mitte breiter Einschnitt (an beiden Enden kopfförmige Verlängerung Heinsb), Weckmann,
Stippelemon, oder Herz aus Lebkuchen,
Tirrelisken Heinsb, Schneckengebäck NBerg, S-förmiges Gebäck MülhRh-BGladb, X-förmiges G. Dür-Golzh, dünne aufgerollte Waffel Emmerich, Ölküchelchen Mörs, 25 cm langes, 3 cm hohes Gebäck, in das mit einer Holzform Figuren eingedrückt sind (Kreuz, Monstranz, Hänsel u. Gretel udgl.) Aden-Virnebg. RA.:
E steht do wie e rögge (roggenes)
N. Dür.
Dat (unschöne Mädchen)
wöll ich net op e N. gebongen (gebunden)
han Schleid-Hellenth.
Bei de Börgemester, de hatt zwei N.ə; eich sat, e soll me en gen; e sat, e wöll mer ken gen; do nohm eich ene decke Sten on worp en für dat lenke Ben, do ging de Schelm höpp hem! aus einem Kinderld. Ahrw-Eckend. — Zs. (die sich von selbst verstehen u. allg. verbr. sind, sind ohne nähere Angaben angeführt; RA.
s. beim Simpl.):
-abend, –bretzel, –brief, –büchelchen kleines Heftchen in farbigem Umschlag, Erzählungen, Beschreibungen, Sprüche enthaltend; die Kinder brachten zu
N. dem Lehrer ein kleines Geldgeschenk u. erhielten dafür dieses Büchlein Jül, OBerg bis in die erste Hälfte des vorigen Jahrhunderts,
-geld, –herz (-hats) Gebildweck als Geschenk Aach,
-köppke dass. in S-Form MGladb-Lürrip,
-kuchen, –küchelchen aus Weizen- oder Buchweizenmehl mit Korinthen, Rosinen u. Gewürz, in der Pfanne gebacken Kemp, Geld; kleine Waffel, in
N.johrsiser gebacken, dann auf ein Hölzchen gerollt, worauf sie hart wird u. leicht zerbricht Rees; K. mit Honig, aufgeweichtem Lebkuchen u. Gewürz Kreuzn,
-kranz, –mann Gebildweck Aach-Eschw,
-mess, te N. Neujahr Eup,
-morgen, –nacht, –platz Gebäck,
-püfferken Ölgebäck Geld-Wetten,
-pupp Gebildweck Bergh-Kerpen,
-ring (-ę-) Bretzel Geld,
-rose Schneckengebäck Elbf,
-ster (-stern) Gebildweck Aach,
-stutzen geflochtener Gebildweck Schleid-Dollend,
-tag, –taler Geschenk an das Patenkind May-Polch,
-tröppchen Branntwein Saarbg-Wilting,
-ümgang Besuch des evang. Pfarrers bei seinen Pfarrkindern Berg,
-weck, –wengel Bretzel MGladb-Viersen,
-woche, die
W. descher de Joahrn, vom 2. Weihnachtstag bis
N., in welcher das Gesinde Freizeit hatte Siegld;
N. mache umziehen, vom Gesinde Siegld-Obersd.