Donner-keidel, Donner-keil
m. : 1.a. 'der Blitzstrahl',
-keil (-kail) [KU-Schmittw/O FR-Bockh BZ-Dernb];
vgl. Donnerwetterkeil. — b. 'Stein- oder Eisenkeil, der dem Volksglauben nach mit dem Blitz auf die Erde niederfährt'. Insbesondere sieht man die vorgeschichtlichen Steinkeile, wie man sie an verschiedenen Stellen gefunden hat, als Donnerkeile an;
vgl. Schandein Bav. IV/2, 329, PfId. 38, Dochnahl 2. Volksgl.: Zur Verhütung von Blitzschlägen mauert man über der Haustür einen D. ein [Vogelsgesang 25]. Um 1925 bewahrte eine Familie in LU-Opp einen D. als Mittel zur Abwehr des Blitzes auf. Das geschwollene Euter heilte man früher durch Auflegen eines erwärmten D. [PfMus. 1884, S. 7];
vgl. Donneraxt. In LA-Mart strich man das erkrankte Euter tüchtig mit dem D. und sprach dabei die Beschwörungsformel:
Wacken, Wakken, du sollst dich zum Stall nauspacken! [Franz 230]. Vgl.
auch Becker Vk. 116. — 2.a. Fluchwort.
Zum Dunneʳkeidel! [verbr. VPf, Lambert Penns 46],
-keil [fast allg.].
D. noch emol! [KB-Kriegsf, verbr., auch Don Gal Buch].
Dich sell e D. verschlache [LA-Birkw, verbr.].
Do sell e D. neifahre! [LA-Gommh, verbr.].
Heilig D.! [KU-Bedb Gal-Falkst].
Wann den nor e D. hätt! [FR-Bockh].
D. un zugenäht! [Buch-Illisch].
Herrgott D.! [HB-Einöd, verbr.]. Mit D. erweiterte Fluchworte
s. Gewitter-, Gewitterblitz-, Gewitterfeuer-, Gewitterherrgott-, Gewitterherrschaft-, Gewitterschlag-, Gewitterstern-, Himmel-, Himmelheilig-, Himmelheiligkreuzsternmillionen-, Himmelsakrament-, Himmeltürken-, Kreuz-, Schlagfeuer-,
Sterngranatendonnerkeil. Fluch eines Vaters:
E D., wu hot der Bu nore des Fluche her! [verbr. Gal Buch-Illisch Don-Gertianosch].
Die D. flien nor so in der Luft rum, wo viel geflucht wird [Kaislt, KU-Schmittw/O]. — b. Ausdruck der Überraschung und der Bekräftigung.
Uf emol sa't er: Dunnerkeil! Mir kummt e Infall alleweil! [Münch Weltgesch. 42].
Wääß de D., wie alleweil unser Brunnewasser schmackt! [JKurpf. 1934, S. 87]. Bekräftigung:
Des is so, D. noch emol! [Feierowend Nr. 31/1955]. — 3.a. Schimpfw. für 'schlechter Mensch'.
Das esch en D. [BZ-Stein GH-Nd'lustdt].
So e schlawohricher D., wer Schlappohren hat [FR-Bockh].
Weck se net uf, sunscht is de Deiwel los, du D.! [Feierowend Nr. 26/1956]. — b. Pl.
blooe (blaue)
D. 'Kartoffelklöße' [RO-Dörnb Teschmosch]. Syn.
s. Grundbirnenknöpfe. — Südhess. I 1572/73; Rhein. I 1397,
Z. 41 u. 1398/99;
Els. I 430 u. II 688; Bad. I 500/01.