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Gemahl

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Gemahl

Bd. 2, Sp. 545
Das Gemahl, des -es, plur. die -e, eine mit der andern verbundene Person, und in engerer Bedeutung, eine mit der andern zum Ehestande verbundene Person, sie sey nun wirklich ehelich mit ihr eingesegnet, oder nur mit derselben versprochen, ohne Unterschied des Geschlechtes und des Standes. Joseph, fürchte dich nicht, Mariam, dein Gemahl zu dir zu nehmen, Matth. 1, 20, 24. Unser unschuldig Gemahl, die Königinn Esther, Stücke in Esth. 5, 9. Esther, welche der König zum[] Gemahl genommen, Kap. 7, 3. Ein jeder soll sein Gemahl lieben und ehren, Luth. im kleinen Catech. Zu meyden Hurerey voran Sol yedes sein gemahel han, Hans Sachs. In dieser weitern Bedeutung ist es nur noch im Oberdeutschen üblich, wo es von beyden Geschlechtern auch als ein männliches Wort gebraucht wird. Hans willst du Greten zum ehlichen Gemahl haben? Luther im Traubüchl. Sein andächtiger Gemahl Judentha, Bluntschli. Im Hochdeutschen ist dieser Gebrauch veraltet, wo das Wort theils nur von verheiratheten Personen vornehmen Standes, theils auch mit deutlichem Unterschiede der Geschlechter üblich ist, der Gemahl, eine solche Person männlichen Geschlechtes, die Gemahlinn, eine solche Person weiblichen Geschlechtes. Die Gemahlinn des Kaisers, des Fürsten, des Grafen. Die Prinzessinn empfing ihren Gemahl an der Treppe. Bey der immer höher steigenden Höflichkeit wird dieses Wort im gesellschaftlichen Leben nunmehr auch von solchen Ehegatten gebraucht, von welchen man mit Achtung zu sprechen Ursache hat. Ihre Gemahlinn hat es mir schon gesagt, sagt man wohl auch zu einem geehrten Freunde. Anm. Bey dem Willeram ist Gemahela, und bey dem Notker Gemalu, die Braut, Maheltag die Hochzeit, mahalen ehelichen, heirathen. In dem zu Rom 1501 gedruckten Deutsch-Italiän. Vocab. heißt der Vermahel, il Sposo, und die Gmehel, la Sposa. Mit einem gemehelen, ihn heirathen, kommt in einer Bibel aus dem 15ten Jahrhunderte und in dem Buche Belial von 1472 vor. Bey dem Tatian heißt die Jungfrau Maria die Gimahhu des Joseph, und im Angels. ist Gemaecca ein Ehegatte, und gemaeclic ehelich. Ja noch jetzt heißt in einigen Oberdeutschen Gegenden ein Gemächt, oder Ehegemächt, ein Ehegatte. Dieser harte Hauchlaut führet uns auf die wahre Abstammung dieses Wortes. Das Zeitwort machen, im Alemann. gimachon, bey dem Kero kimahchon, bedeutete ehedem auch vereinigen, verbinden, vermischen. Daher ist Gimach, bey dem Ottfried und andern Oberdeutschen, ein Paar, zua dubono gimacho, ein Paar Tauben, Ottfr. und Kimachida in Boxhorns Glosse Contubernium. Eben um deßwillen bedeutet auch Make im Schwed. einen Gehülfen, Gesellen, Magell im Oberd. einen Verwandten, und macca im Angels. und mak im Schwed. ähnlich. Die Endung -el bedeutet ein Ding, welches etwas thut oder leidet. Gemachel und nach einer gelindern Aussprache Gemahl ist also eine Person, die mit der andern verbunden ist, und in engerer Bedeutung, die durch das Band der Ehe mit der andern vereiniget ist. Es druckt also sehr eigentlich das Deutsche Wort Gatte und das Lat. Conjux aus, welche gleichfalls von der Verbindung entlehnet worden. In dem Longobardischen Gesetze kommen Gamales id est confabulati vor, welches man von rechtmäßigen oder ehelichen Kindern erkläret. Gemeiniglich leitet man unser Gemahl von Mahl, die Rede, Sprache, mündlicher Vertrag ab, welche Ableitung, der auch noch Ihre beypflichtet, aber bey weitem nicht so wahrscheinlich und fruchtbar ist. S. Machen, Mahlschatz, Magen 1, Vermählen.
3470 Zeichen · 46 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gemahlsw. F., st. F.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    gemahl , sw. F., st. F. Vw.: s. gemahele (2)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gemahl

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Das Gemahl , des -es, plur. die -e, eine mit der andern verbundene Person, und in engerer Bedeutung, eine mit der andern…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gemahl

    Goethe-Wörterbuch

    Gemahl Vorkommen mit reichl 200 erfaßten Belegen ähnlich häufig wie ‘Gatte’ (iUz ‘Ehemann’ mit 33 Belegen); überwiegend …

  4. modern
    Dialekt
    Gemahl

    Rheinisches Wb.

    Ge-mahl Sg. t. n.: 1. -mal das Mahlen uWupp 1870. — 2. -mā:l die Kundschaft des Müllers Rheinb-Flamersh .

  5. Spezial
    Gemahl

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ge|mahl m. (-[e]s,-e) (Ehemann) om (omi) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gemahl

9 Bildungen · 6 Erstglied · 2 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von gemahl

ge- + mahl

gemahl leitet sich vom Lemma mahl ab mit Präfix ge-.

gemahl‑ als Erstglied (6 von 6)

gemahlen

DWB

gem·ahlen

gemahlen , gemählen , gemahelen , vermählen, s. u. gemahl 3.

gemahlihi

AWB

gemahlihi Nb 286,8 ( Piper, Druckfehler ) nach S.-St. gemahlibi [ Ausg. 309,14] s. gi- mahlîbî.

gemahlin

DWB

gemahlin , f. gattin, fem. zu gemahl; die ältere form dafür ist gemahl f., auch n. und selbst m. ( s. dort ). 1 1) den umlaut, der ihm heute…

gemahlring

DWB

gemahl·ring

gemahlring , m. verlobungsring, mhd. gemahelrinc Lexer nachtr. 190 , gewöhnlich gemahelvingerlin ( wegen verlobung s. u. gemahl 1, b. 3, b )…

gemahlschaft

DWB

gemahl·schaft

gemahlschaft , f. älteres subst. verb. zu gemahelen, daher mhd. auch gemehelschaft neben gemahelschaft Lexer 1, 834 , wie mit umlaut gemehel…

gemahlschatz

DWB

gemahl·schatz

gemahlschatz , m. die eigentliche form von mahlschatz, das doch die herschende wurde ( s. dazu unter gemahl 1, c, ε ), mhd. gemahelschaz und…

gemahl als Zweitglied (2 von 2)

ehegemahl

DWB

ehe·gemahl

ehegemahl , n. und m. conjux, mann wie frau: fraw Künigund ... sein eegemahel. Schwarzenb. 149, 1 ; ( Joh. von Leiden setzte fest ), der man…

Hägemahl

Adelung

hage·mahl

Das Hägemahl , des -es, plur. die -e, oder -mähler, in einigen Gegenden, z. B. in Thüringen, ein niederes Gericht, welches des Jahres ein od…

Ableitungen von gemahl (1 von 1)

Gemahle

Campe

Х Das Gemahle , des — s , o. Mz. s. Ge — 2. 2).