Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Gemahl m.
Gemahl m.
Gemahl m. ‘Ehemann, Gatte’, ahd. gimahalo (11. Jh.), mhd. gemahel(e) bezeichnet ursprünglich den ‘Bräutigam’, jedoch schon in ahd. Zeit auch den ‘Ehemann’; vgl. (latinisiertes) langobard. gamahalos (Akkusativ Plur.) ‘durch Vertrag (also durch Eheschließung oder durch Vertrag über Eideshilfe) bestimmte Eideshelfer’. Dies ist ein Nomen agentis zu dem im Nhd. untergegangenen, heute durch vermählen (s. d.) ersetzten Verb ahd. gimahalen ‘sprechen, (durch Vertrag) sich eine Frau zur Braut oder Ehefrau nehmen bzw. erkaufen, verloben’ (um 800), mhd. gemahelen, gemehelen ‘verloben, verheiraten’, zum Simplex ahd. mahalen ‘reden, ein Übereinkommen, einen Vertrag schließen, zur Braut, zur Frau nehmen’, daher auch ‘zusammensprechen, verloben’ (8. Jh.), mhd. mahelen, mehelen, (md.) mālen, mēlen ‘vor Gericht laden, anklagen, versprechen, zur Frau nehmen (erkaufen), verloben, vermählen’, asächs. mahlian ‘reden, verloben’, aengl. maþelian, anord. mæla ‘reden, sprechen’, got. maþljan ‘reden’, das zu ahd. mahal ‘Gericht, Gerichtsstätte, Versammlung, Vertrag’ (8. Jh.), mhd. mahel, māl ‘Versammlung(sort), Gericht(sstätte), (Ehe)vertrag’, asächs. mahal ‘Gericht(sstätte), Versammlung, Rede’, aengl. mæþel ‘Versammlung, Rede’, anord. māl ‘Versammlung, Sprache, Rede, Rechtssache’, got. maþl ‘Versammlungsort, Markt’ gebildet ist. Dieses das Suffix ie. -tlo- enthaltende germ. *maþla- ‘öffentliche Versammlung, Verhandlung’ läßt sich mit armen. matč̣im ‘nähere mich’ auf eine Wurzel ie. *mōd-, *mād-, *məd- ‘begegnen, herbeikommen’ zurückführen, zu der aus dem germ. Sprachbereich auch noch aengl. anord. mōt, mhd. muoʒe ‘Begegnung’, ahd. muoʒen ‘feindlich begegnen’ (9. Jh.), asächs. mōtian, aengl. mētan, engl. to meet ‘begegnen’, meeting ‘Zusammenkunft’ (s. Meeting), anord. mœta, got. gamōtjan ‘begegnen’ gehören. Seit dem 16. Jh. ist Gemahl auch als Neutrum bezeugt, anfangs als gemeinsame Bezeichnung für beide Geschlechter, oft aber allein auf die ‘Ehefrau’ bezogen; heute nur noch in gehobener Sprache. – Gemahlin f. ‘Ehefrau’, frühnhd. gemahelin, gemehelin, auch ‘Braut’ (15. Jh.), seit dem 17. Jh. in heutiger Verwendung. Vgl. ahd. gimahala (11. Jh.), mhd. gemahel(e) ‘Ehefrau, Braut’.