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Grille

mhd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Wander
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25 in 18 Wb.
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Grille

Bd. 1, Sp. 136
Grille 1. Den stechen leichtlich die Grillen, dems nicht geht nach seinem willen. – Lehmann, 898, 35. Die Russen: Grillen sind des Narren Geleit und Launen sein Gefolge. (Altmann VI, 428.) 2. Ehe du eine Grille befriedigst, sieh nach dem Beutel. 3. Eine Grille ist die Freundin der andern. Daher ihr harmonisches Concert. 4. Es kommt nicht immer eine Grille geflogen, wenn eine Saite springt. (Altgr.) Wenn das, was auf einer Seite fehlging, auf einer andern Seite wieder ersetzt wird; von unerwarteter Hülfe. Daher: Eunomus aus Lokris und Aristo aus Rhegium waren zu einem Wettkampfe im Gesange gekommen. Während des Gesangs sprang auf der Zither des Eunomus eine Saite, schnell kam aber eine Baumgrille (Cicade) geflogen und leistete Hülfe, indem sie die durch die Saite verloren gegangenen Töne durch ihren Gesang ersetzte. 5. Grillen, säde Göke, dôr krêg he sîn Moder vör'n Plôg. (Oldenburg.) – Frommann, V, 429, 509; Goldschmidt, 154; Bueren, 485; Eichwald, 651; Hauskalender, II; Hoefer, 398. 6. Grillen, se(de) de Snîder, do bêt he in den Disk. (Ostfries.) – Bueren, 501; Frommann, V, 429, 507; Hoefer, 943; Hauskalender, III. 7. Man muss sich mit keinen Grillen schlagen. – Kritzinger, 560b. 8. Wenn die Grille im September singt, kaufe kein Korn zum Verkaufen. 9. Wer Grillen jagt, wird Grillen fangen. – Körte, 2413. 10. Die Grillen stechen ihn. Ueble Laune. 11. Eine Grille bei den Flügeln fassen. Wenn man sie dort fasst, summt und schwirrt sie nur noch mehr. Daher räth Plato, sich ja keinen Dichter zum Feinde zu machen, denn diese wären ebenso oder noch schlimmer als die Baumgrille. 12. Einem Grillen in den Kopf setzen. Frz.: Mettre martel en tête à, quelqu'un. 13. Er fängt Grillen. 14. Er hat Grillen vnd Tauben. – Kasp. Obenhin, Der Eydteuffel, 1574, im Theatrum Diabolorum, 560a. 15. Er hat gryllen im kopff. – Luther's Ms., 9. »Er (der Koch des Ulysses, der bei der Circe als Sau bleiben wollte, war Grylle genannt) bracht das sprichwort erst ins land, wenn man sagt, das derselb hab Grillen, dem es nicht geht nach seinem willen.« (Froschm., FIIIb.) Frz.: Avoir martel en tête. (Lendroy, 1419.) – Il a des grillons en tête. (Kritzinger, 360b.) 16. Er kann die Grillen im Loche verkleiben. 17. Grillen im Capitol (Kopf) haben. »Wiewol ich dieses Possens halber noch lange hernach grandige Grillen im Capitolio hatte.« (Simplic., III, 135.) 18. Närrische Grillen haben. 19. Schlag der de Grillen ossem Hête (Haupte) und iss êne Mehre (Möhre, Mohrrübe). (Schles.) – Palm, 58, 4. 20. Sich mit grillen vnd prillen schlagen. – Fischer, Psalter, 83d. [Zusätze und Ergänzungen] 21. Bei den Grillen schöner Frauen muss man immer heiter schauen. 22. Dat sind Grillen, söä' de Hattersche, doa lag ihr Mann in't Starwen. – Schlingmann, 607. 23. Nichts als Grillen, sagte der Feling zu seinem Vater, der im Sterben lag und nicht essen wollte. Holl.: Dat zijn verbruide parten, dat je niet eten wilt, zei de mof tegen zijn' vaâr, en hij lag op sterven. (Harrebomée, II, 172b.)
3020 Zeichen · 87 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    grilleswm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    grille ( ahd. grillo Graff 4,320 ) swm. grille. cicada sumerl. 26,5. Diefenb. gl. 67. lieber mîn her grille Renner 5643.…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    grilleSb.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    grille , Sb. nhd. Hass, Zorn Hw.: s. grelle (1) E.: Herkunft ungeklärt? L.: MndHwb 1/2, 160 (grille), Lü 129a (grille)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Grille

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    2. Die Grille , plur. die -n, eine mühsame mit Nachdenken verbundene Beschäftigung des Gemüthes, in verschiedenen Fällen…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Grille

    Goethe-Wörterbuch

    Grille vereinzelt -y-; im Vers auch apokopiert; rund 250 Belege, meist in C A das (hell, durchdringend u ausdauernd zirp…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Grille

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

    Grille , s. Heimchen .

  6. modern
    Dialekt
    Grillef.

    Pfälzisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Grille f. : 1. 'Hausgrille', Grill (gril) [mancherorts südl. VPf vereinzelt übrige Pfalz (s. K. 168) verbr. Don Gal Buch…

  7. Sprichwörter
    Grille

    Wander (Sprichwörter)

    Grille 1. Den stechen leichtlich die Grillen, dems nicht geht nach seinem willen. – Lehmann, 898, 35. Die Russen: Grille…

  8. Spezial
    Grille

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Gril|le (Gryllidae) f. (-,-n) 1 ‹entom› grile (-li) m. , saioch (-oc) m. 2 ‹fig› (sonderliche Laune) löna (lönes) f. 3 c…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grille

87 Bildungen · 77 Erstglied · 10 Zweitglied · 0 Ableitungen

grille‑ als Erstglied (30 von 77)

Grille(n)

Idiotikon

Grille(n) Band 2, Spalte 730 Grille(n) 2,730

Grille(n)brueti

Idiotikon

Grille(n)brueti Band 5, Spalte 1009 Grille(n)brueti 5,1009

Grille II

RhWB

Grille II f.: 1. gril, –e-, –·l., Pl. -lə(n), –·l.ə(n) das Insekt, Cicade, bezeugt über das ganze Geb. hier u. da; doch erst aus der Schule …

Grillenberger

Meyers

grillen·berger

Grillenberger , Karl , sozialdemokrat. Politiker, geb. 22. Febr. 1848 zu Zirndorf in Bayern, gest. 19. Okt. 1897 in München, erlernte das Sc…

grillenbuch

DWB

grillen·buch

grillenbuch , n. , buch voll närrischer, seltsamer geschichten ( vgl. grille II B 2. 3): was aber demnach sein ( des Rabelais ) fürnemmen un…

grillenfänger

DWB

grillen·faenger

grillenfänger , m. , nur übertragen; in dem wort wiederholt sich z. t. die geschichte von grille. 1 1) zunächst von einem menschen, der phan…

grillenfängerei

DWB

grillen·faengerei

grillenfängerei , f. , namentlich im 18. jh. recht häufig. 1 1) meist in der bedeutung '( unfruchtbare ) grübelei, verworrene, abstruse, hal…

Grillenfängerey

Adelung

grillenfang·e·rey

Die Grillenfängerey , plur. die -en. 1) Der Zustand des Gemüthes, da man Grillen fänget; in der zweyten Bedeutung des Wortes 2. Grille, und …

grillenfängerin

DWB

grillen·faengerin

grillenfängerin , f. , nicht ganz seltene movierung: gleichwohl gebe ich noch nicht alle hoffnung auf, dasz sie nicht ... unter dem namen de…

grillenfängerisch

DWB

grillen·faengerisch

grillenfängerisch , adj. , namentlich im 18. jh. ziemlich häufig: grüblerisch, unfruchtbaren speculationen nachhängend; so von politisch unz…

grillenfang

DWB

grillen·fang

grillenfang , m. , nur übertragen; zumeist wie grillen fangen ( s. grille II B 5 b) von trübseliger, miszvergnügter stimmung; seit dem 18. j…

grillenfangen

DWB

grillen·fangen

grillenfangen , n. , der substant. inf. ist namentlich im 18. jh. nicht selten: sie ist von lustigem gemüthe, das nichts aus grillenfangen m…

grillenfeder

DWB

grillen·feder

grillenfeder , f. , als zeichen des narren: die grillenfederen offentlich zuo tragen Lindener rastbüchl. 53 lit. ver.; vgl. grille II B 2. —

grillenfieber

DWB

grillen·fieber

grillenfieber , n. , grübelsinn, trübseligkeit: und der thäte gantz verkehrt welcher stets das grillenfieber und die freude nicht begehrt He…

grillenfrei

GWB

grillen·frei

grillenfrei sorgenfrei, unbelastet [ nach Schlegel für: unstuffed ] 9,204 RomJul 597 Syn sorgenfrei unbefangen Armin Giese A.G.

grillenfresser

DWB

grillen·fresser

grillenfresser , m. , was grillenfänger: was demnach die sawersehenden grillenfresser wieder die trunckenheit plappern und schnaddern Hegend…

grillenfüchsig

DWB

grillenfüchsig , adj. , hypochondrisch, wunderlich Fischer schwäb. 3, 835 . —

grillengedanke

DWB

grillen·gedanke

grillengedanke , m. : sich mit allerhand grillengedancken herum balgen haver' il capo pieno di giribizzi Kramer teutsch-ital. 1, 54 c . —

grillengeist

DWB

grillen·geist

grillengeist , m. , narr: der unbedachte und oftbelachte gauch, der sturmvolle grillengeist Harsdörfer poet. trichter 3, 359 . —

grillengesang

DWB

grillen·gesang

grillengesang , m. : ( der gesang des strandläufers ) klingt .. wie grillengesang Naumann naturgesch. d. vögel 7, 403 ; an warmen sommermitt…

grillengeschrei

DWB

grillen·geschrei

grillengeschrei , n. : was aber eigentlich derer nutzen seyn mag oder worinnen das glück bestehen soll, das von grillengeschrey herkomme? Sc…

grillengezirp

DWB

grillengezirp , n. : bei heiserem grillengezirp Voss ged. (1802) 2, 129 ; das leise rieseln des grillengezirpes Rosegger III 8, 105. —

grillengierig

DWB

grillen·gierig

grillengierig , adj. , nach schnurren verlangend ( vgl. grille II B 2): zu lieb den grillengirigen zeitbetrieger Fischart groszm. (1607) d 6…

grillengras

DWB

grillen·gras

grillengras , n. , andropogon gryllus, 'weil es die grillen lieben sollen' v . Perger 3, 83 ; vgl. grillenbartgras.

grillenhäuschen

DWB

grillen·haeuschen

grillenhäuschen , n. : grillehäusle kleiner behälter, in dem kinder grillen halten; auch: kleine hütte Fischer schwäb. 3, 835 ; er baute nie…

grillenhaft

DWB

grillen·haft

grillenhaft , adj. , lexicalisch seit dem ende des 17. jhs.: grillicht, grillenhaft cogitabundus, inquietus, cerebrosus, gestuosus Stieler 7…

grille als Zweitglied (10 von 10)

cyrogrille

Lexer

cyrogrille swm. cyrogrillus Mgb. 131,31.

Herrengrille

Wander

herren·grille

Herrengrille Herrengrillen kosten (verzehren) Bauernschweiss. Frz. : Au monde n'a si grant dommage que de seigneur à fol courage. ( Leroux, …

hirngrille

DWB

hirn·grille

hirngrille , f. name des baumläufers, certhia familiaris; vielleicht verstümmelung des fremden citrinella, was einen ähnlichen vogel bezeich…

zyrogrille

KöblerMhd

zyrogrille , sw. M. nhd. Igel Q.: BdN (1348/1350) I.: Lw. mlat. choerogryllus, cirogryllus E.: s. mlat. choerogryllus, cirogryllus, M., Igel…