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Befangen

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
12 in 10 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Befangen

Bd. 1, Sp. 788
Befangen, verb. irreg. act. S. Fangen, ein vornehmlich im Oberdeutschen übliches Wort, welches in dieser Mundart verschiedene Bedeutungen hat. Es bedeutete nehmlich, 1) * umgeben, in welchem Verstande bifangan häufig bey dem Ottfried und Tatian vorkommt. Hierher gehören auch das alte Bifang, welches eigentlich einen befriedigten oder umzäunten Ort und hernach einen jeden Hof bedeutete, und im mittlern Lateine durch Conceptio für Conseptio übersetzt wurde. Einen solchen Bifang oder Hof hatte Kaiser Carl der Große zu Vargala in Thüringen, den er daher in einer Urkunde terram conceptionis suae nennet, woraus ungeschickte Ausleger das Land seiner Empfängniß gemacht haben. 2) In sich fassen, in sich halten. Das ist schon mit darunter befangen, d. i. begriffen. Das ist nicht der in der Frage befangene Fall. 3) * Wie befallen in der figürlichen Bedeutung. Mit Schlaf, mit Furcht befangen seyn. Note diu[] mih pefangen habet, Notker. 4) * Sich bemächtigen, überwinden, gefangen halten. Friuntlih bevangen Hat mih ein roter munt Vnd zwei lichtue wangen, Herzog Johann von Brabant. 5) * In Verbindung stehen. Mit jemanden in naher Verwandtschaft befangen seyn. 6) * Empfangen; daher sagt man in Franken ein befangenes, d. i. bebrütetes, Ey. S. auch Unbefangen. Anm. Im Oberdeutschen ist befahen, bey dem Kero pivahen, in allen obigen Bedeutungen üblich, ja mit befangen eigentlich nur ein und eben dasselbe Wort, S. Fahen und Fangen. Von allen obigen Bedeutungen kommt im Hochdeutschen nur die zweyte, und auch diese nur selten vor.
1559 Zeichen · 29 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Befangen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Befangen , verb. irreg. act. S. Adelung Fangen , ein vornehmlich im Oberdeutschen übliches Wort, welches in dieser Munda…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    befangen

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    1 befangen Verb; etwa 90 Belege; meist im Zustandsperf 1 räuml umschließen, einschließen, einschränken; auch mit der sub…

  3. modern
    Dialekt
    befangen

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    be-fangen: 1. trans. b. sein. a. dat Kand as b. hat Leibschmerzen Wittl-Binsf . — b. et Perd (d e Koh) ös b. eine Art Lä…

  4. Spezial
    befangen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    be|fan|gen adj. 1 (schüchtern) spau (spaui, spauia) 2 (unsicher) malsigü (-sc, -da) 3 (verlegen) incomper (-pri, -pra) 4…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit befangen

4 Bildungen · 1 Erstglied · 2 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von befangen

be- + fangen

befangen leitet sich vom Lemma fangen ab mit Präfix be-.

befangen‑ als Erstglied (1 von 1)

befangenheit

DWB

befangen·heit

befangenheit , f. , nach befangen 3, er trat mit groszer befangenheit auf; konnte seine befangenheit in der rede nicht ablegen; es war geist…

befangen als Zweitglied (2 von 2)

unbefangen

DWB

unbe·fangen

unbefangen , adj. adv. , gegentheil des sich etwas später durchsetzenden befangen, das Adelung noch nicht verzeichnet; beides in der hauptve…

Ableitungen von befangen (1 von 1)

unbefangen

DWB

unbefangen , adj. adv. , gegentheil des sich etwas später durchsetzenden befangen, das Adelung noch nicht verzeichnet; beides in der hauptve…