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Grille

mhd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
25 in 18 Wb.
Sprachstufen
8 von 16
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Grille f.

Grille f.

Grille f. Der Name mehrerer zirpender, zu den Heuschrecken zählender Insekten lautet ahd. grillo (10. Jh.), mhd. grille, frühnhd. (und später noch obd.) Grill m., seit dem 15. Jh., wohl auf Grund der Pluralform, daneben Grille f. Diese Bezeichnung, die sich von Süden her ausbreitet und bodenständiges Heimchen (s. d.) zurückdrängt, beruht auf Entlehnung von gleichbed. lat. grillus, gryllus. Das lat. Substantiv, das meist als Übernahme aus dem Griech. angesehen wird, könnte auch eine den zirpenden Laut des Tieres nachahmende eigene Bildung sein und wäre dann nicht identisch mit dem ebenfalls onomatopoetischen griech. grýllos, grȳ́los (γρύλλος, γρῦλος) ‘Ferkel, Meeraal’, das erst byzant.-griech. (unter lat. Einfluß?) in der Bedeutung ‘Grille’ vorkommt; vgl. Corominas 2, 786. Seit dem 15. Jh., vereinzelt schon im 14. Jh. (Pseudo-Neidhart) wird Grille im Dt., ähnlich wie andere Insektennamen (s. Mücke), im Sinne von ‘wunderlicher Einfall, Laune’ verwendet; vgl. die Fügung Grillen im Kopf haben (15. Jh.) und den entsprechenden Gebrauch von mnd. grille, nl. gril, mfrz. grillon, ital. grillo, span. grilla. Die Übertragung wird vielleicht begünstigt durch gelehrte Kenntnis eines bei Plinius bezeugten lat. gryllus ‘groteske Menschen- und Tierdarstellung, Karikatur’ (mit deutlichem Bezug hierauf Grillen bei Fischart, 1575), dem wahrscheinlich ein von griech. grýllos ‘Ferkel’ zu trennendes, sonst aber unerklärtes griech. grýllos (γρύλλος) als Benennung für einen ausgelassenen Tanz zugrunde liegt. An die Wendung Grillen fangen ‘wunderlichen Gedanken nachhängen, verdrießlich sein’ (17. Jh.) schließt sich die Zusammenbildung Grillenfänger m. ‘wer sich trüber Stimmung hingibt’, älter auch ‘Phantast, Sonderling’ (17. Jh.) an.
1738 Zeichen · 49 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    grilleswm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    grille ( ahd. grillo Graff 4,320 ) swm. grille. cicada sumerl. 26,5. Diefenb. gl. 67. lieber mîn her grille Renner 5643.…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    grilleSb.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    grille , Sb. nhd. Hass, Zorn Hw.: s. grelle (1) E.: Herkunft ungeklärt? L.: MndHwb 1/2, 160 (grille), Lü 129a (grille)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Grille

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    2. Die Grille , plur. die -n, eine mühsame mit Nachdenken verbundene Beschäftigung des Gemüthes, in verschiedenen Fällen…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Grille

    Goethe-Wörterbuch

    Grille vereinzelt -y-; im Vers auch apokopiert; rund 250 Belege, meist in C A das (hell, durchdringend u ausdauernd zirp…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Grille

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

    Grille , s. Heimchen .

  6. modern
    Dialekt
    Grillef.

    Pfälzisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Grille f. : 1. 'Hausgrille', Grill (gril) [mancherorts südl. VPf vereinzelt übrige Pfalz (s. K. 168) verbr. Don Gal Buch…

  7. Sprichwörter
    Grille

    Wander (Sprichwörter)

    Grille 1. Den stechen leichtlich die Grillen, dems nicht geht nach seinem willen. – Lehmann, 898, 35. Die Russen: Grille…

  8. Spezial
    Grille

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Gril|le (Gryllidae) f. (-,-n) 1 ‹entom› grile (-li) m. , saioch (-oc) m. 2 ‹fig› (sonderliche Laune) löna (lönes) f. 3 c…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grille

87 Bildungen · 77 Erstglied · 10 Zweitglied · 0 Ableitungen

grille‑ als Erstglied (30 von 77)

Grille(n)

Idiotikon

Grille(n) Band 2, Spalte 730 Grille(n) 2,730

Grille(n)brueti

Idiotikon

Grille(n)brueti Band 5, Spalte 1009 Grille(n)brueti 5,1009

Grille II

RhWB

Grille II f.: 1. gril, –e-, –·l., Pl. -lə(n), –·l.ə(n) das Insekt, Cicade, bezeugt über das ganze Geb. hier u. da; doch erst aus der Schule …

Grillenberger

Meyers

grillen·berger

Grillenberger , Karl , sozialdemokrat. Politiker, geb. 22. Febr. 1848 zu Zirndorf in Bayern, gest. 19. Okt. 1897 in München, erlernte das Sc…

grillenbuch

DWB

grillen·buch

grillenbuch , n. , buch voll närrischer, seltsamer geschichten ( vgl. grille II B 2. 3): was aber demnach sein ( des Rabelais ) fürnemmen un…

grillenfänger

DWB

grillen·faenger

grillenfänger , m. , nur übertragen; in dem wort wiederholt sich z. t. die geschichte von grille. 1 1) zunächst von einem menschen, der phan…

grillenfängerei

DWB

grillen·faengerei

grillenfängerei , f. , namentlich im 18. jh. recht häufig. 1 1) meist in der bedeutung '( unfruchtbare ) grübelei, verworrene, abstruse, hal…

Grillenfängerey

Adelung

grillenfang·e·rey

Die Grillenfängerey , plur. die -en. 1) Der Zustand des Gemüthes, da man Grillen fänget; in der zweyten Bedeutung des Wortes 2. Grille, und …

grillenfängerin

DWB

grillen·faengerin

grillenfängerin , f. , nicht ganz seltene movierung: gleichwohl gebe ich noch nicht alle hoffnung auf, dasz sie nicht ... unter dem namen de…

grillenfängerisch

DWB

grillen·faengerisch

grillenfängerisch , adj. , namentlich im 18. jh. ziemlich häufig: grüblerisch, unfruchtbaren speculationen nachhängend; so von politisch unz…

grillenfang

DWB

grillen·fang

grillenfang , m. , nur übertragen; zumeist wie grillen fangen ( s. grille II B 5 b) von trübseliger, miszvergnügter stimmung; seit dem 18. j…

grillenfangen

DWB

grillen·fangen

grillenfangen , n. , der substant. inf. ist namentlich im 18. jh. nicht selten: sie ist von lustigem gemüthe, das nichts aus grillenfangen m…

grillenfeder

DWB

grillen·feder

grillenfeder , f. , als zeichen des narren: die grillenfederen offentlich zuo tragen Lindener rastbüchl. 53 lit. ver.; vgl. grille II B 2. —

grillenfieber

DWB

grillen·fieber

grillenfieber , n. , grübelsinn, trübseligkeit: und der thäte gantz verkehrt welcher stets das grillenfieber und die freude nicht begehrt He…

grillenfrei

GWB

grillen·frei

grillenfrei sorgenfrei, unbelastet [ nach Schlegel für: unstuffed ] 9,204 RomJul 597 Syn sorgenfrei unbefangen Armin Giese A.G.

grillenfresser

DWB

grillen·fresser

grillenfresser , m. , was grillenfänger: was demnach die sawersehenden grillenfresser wieder die trunckenheit plappern und schnaddern Hegend…

grillenfüchsig

DWB

grillenfüchsig , adj. , hypochondrisch, wunderlich Fischer schwäb. 3, 835 . —

grillengedanke

DWB

grillen·gedanke

grillengedanke , m. : sich mit allerhand grillengedancken herum balgen haver' il capo pieno di giribizzi Kramer teutsch-ital. 1, 54 c . —

grillengeist

DWB

grillen·geist

grillengeist , m. , narr: der unbedachte und oftbelachte gauch, der sturmvolle grillengeist Harsdörfer poet. trichter 3, 359 . —

grillengesang

DWB

grillen·gesang

grillengesang , m. : ( der gesang des strandläufers ) klingt .. wie grillengesang Naumann naturgesch. d. vögel 7, 403 ; an warmen sommermitt…

grillengeschrei

DWB

grillen·geschrei

grillengeschrei , n. : was aber eigentlich derer nutzen seyn mag oder worinnen das glück bestehen soll, das von grillengeschrey herkomme? Sc…

grillengezirp

DWB

grillengezirp , n. : bei heiserem grillengezirp Voss ged. (1802) 2, 129 ; das leise rieseln des grillengezirpes Rosegger III 8, 105. —

grillengierig

DWB

grillen·gierig

grillengierig , adj. , nach schnurren verlangend ( vgl. grille II B 2): zu lieb den grillengirigen zeitbetrieger Fischart groszm. (1607) d 6…

grillengras

DWB

grillen·gras

grillengras , n. , andropogon gryllus, 'weil es die grillen lieben sollen' v . Perger 3, 83 ; vgl. grillenbartgras.

grillenhäuschen

DWB

grillen·haeuschen

grillenhäuschen , n. : grillehäusle kleiner behälter, in dem kinder grillen halten; auch: kleine hütte Fischer schwäb. 3, 835 ; er baute nie…

grillenhaft

DWB

grillen·haft

grillenhaft , adj. , lexicalisch seit dem ende des 17. jhs.: grillicht, grillenhaft cogitabundus, inquietus, cerebrosus, gestuosus Stieler 7…

grille als Zweitglied (10 von 10)

cyrogrille

Lexer

cyrogrille swm. cyrogrillus Mgb. 131,31.

Herrengrille

Wander

herren·grille

Herrengrille Herrengrillen kosten (verzehren) Bauernschweiss. Frz. : Au monde n'a si grant dommage que de seigneur à fol courage. ( Leroux, …

hirngrille

DWB

hirn·grille

hirngrille , f. name des baumläufers, certhia familiaris; vielleicht verstümmelung des fremden citrinella, was einen ähnlichen vogel bezeich…

zyrogrille

KöblerMhd

zyrogrille , sw. M. nhd. Igel Q.: BdN (1348/1350) I.: Lw. mlat. choerogryllus, cirogryllus E.: s. mlat. choerogryllus, cirogryllus, M., Igel…