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Aber

ahd. bis spez. · 25 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Aber

Bd. 1, Sp. 14a
Aber, 1. Als Umstandswort der Zeit, wo es eine Wiederholung anzeigt und aus über entstanden zu sein scheint, wie aus Aberglaube und Aberwitz erhellet. (S. Beiträge zur weitern Ausbild. d. Deutsch. Spr. IX. 67.) Es lebt noch in O. D., kömmt auch noch in einigen Zusammensetzungen vor, als abermahls. Er hat es tausend und aber tausendmahl gehört. Zuweilen wird es noch von den Dichtern gebraucht. Ämsig rupfte sie jetzo des Kohls braungrünliche Blätter, Spülte sie aber und aber und schüttete in den Kessel. Voß. O weh und aber weh dem Mann.G. Jakobi. Lessing hat die Erneuerung dieses Gebrauchs den Dichtern mit Recht empfohlen: »Da er in Luthers Bibelübersetzung vorkömmt«, sagt er, »so hat er, wie fast alle ungewöhnliche Wörter derselben, etwas Feierliches, das der Dichter auch in ernsthaften Stellen sehr gut zu nützen weiß. »»Und aber erklang die Drommete.«« — »»Und aber schoß ein Strahl herab.«« — »»Und aber rief das Gespenst.«« I allen solchen Beispielen würde das gewöhnlichere abermahl (abermahls) sehr kahl (matt) klingen. Ja vielleicht ist zwischen aber und abermahl (abermahls) sogar ein kleiner Unterschied, nämlich dieser: daß aber iterum, und abermahl(s) iterumque bedeutet. Denn eben so wie das Lateinische iterum iterumque gebraucht Luther aber und abermahl (abermahls).« 2. Als Bindewort, in welcher Eigenschaft es meist im Nachsatze vorkömmt und eine nähere Bestimmung, eine Einschränkung, Bedingung u. s. w. bezeichnet. 1) Eine nähere Bestimmung, oft in Gestalt eines Gegensatzes. Er hat eine zwar nicht lange, aber vortreffliche Predigt gehalten. Sie ist nicht reich aber wirthschaftlich und gut. »Zwar kommen donnernde Wolken im segenvollen Sommer; aber murre nicht, wenn Zeus unter deine Hand voll Tage auch trübe Stunden mischet.« Geßner. »Was? eines Mordes wegen? — Ja, aber eines honetten (ehrlichen) Mordes.« Lessing. Oft bestimmt aber den Vordersatz in sofern näher, daß es den Grund angiebt, warum das darin Gesagte nicht Statt finde. Er könnte es sehr wohl thun, aber er will nicht. Ih möchte es gern thun, aber es ist verboten. Diese nähere Bestimmung ist oft eine Einschränkung des im Vordersatze Gesagten. Der Mensch wünscht zwar immer, aber seine Wünsche werden selten erfüllt. Er verspricht zwar viel, aber er hält schlecht Wort. Es ist schön, aber es wird nicht so bleiben. Oder auch frageweise, als Einwurf. Jetzt geht es gut, wird es aber auch immer so gehen? Noch ist er unverdorben, wird er es aber auch bleiben? Oft wird der Nachsatz, der mit aber anfängt, verschwiegen, wenn die darin ausgedruckte Einschränkung etwa nachtheilig oder bedenklich ist. Jetzt wird es noch eine Weile so gehen; aber aber —. Weil ein solcher einschränkender, bezweifelnder Nachsatz gewöhnlich mit aber anfängt, so sagt man auch, um eine solche Einschränkung, einen solchen Zweifel zu bezeichnen, es ist noch ein Aber dabei. Es ist nichts, wobei nicht ein Aber wäre. Ha! lachte der Kaiser, vortrefflicher Haber! Ir futtert die Pferde mit Wenn und mit Aber. Bürger. 2) Eine Bedingung. Jezt verzeihe ich dir noch einmahl, aber das sage ich dir  Besuche mich bald, aber allein. 3) Einen völligen Gegensatz. »Ih dachte immer die Kälte oder die Hitze würde ihm die Gedanken schwächen; aber nein! er blieb artig, ohne Unterlaß witzig.« Gellert. O sage was du willst, du liebst ihn doch im Stillen, Ih aber lieb' ihn nicht. Gellert. Gewöhnlich geht in allen diesen Bedeutungen dem aber ein zwar vorher, doch ist dies nicht nothwendig, wie viele der angeführten Beispiele zeigen. Sind die durch aber verbundenen Sätze nur klein, so trennt man sie gewöhnlich nur durch ein (,), sind sie aber etwas länger, durch ein (;). Allein das Wort aber verbindet nicht bloß kleine, durch Zwischenstriche getrennte Sätze auf gewisse Art, sondern auch größere durch Punkte getrennte Sätze, indem man den folgenden mit aber anfängt. Sehr häufig fängt man auch bloß einen Satz mit aber an, um vom vorigen nur einen Übergang zu erhalten. Dies geschieht besonders bei lebhaften Äußerungen, Fragen  Aber sagen Sie mir, was soll daraus endlich werden? »Aber sehen Sie einmahl, ihr Diener steht noch da!« Lessing. »Aber was hat Amintas zu dem Körbchen gesagt?« Geßner. I gemeinen Leben ist es besonders gebräuchlich, allerlei Sätze, die ohne Zusammenhang unter sich sind, mit aber anzufangen, so wie sie beifallen. Auch die Dichter stellen, wie Luther in der Bibelübersetzung, das Wort aber oft an die Spitze eines Satzes, ohne daß es auf den vorhergehenden Satz einen einschränkenden oder näher bestimmenden Bezug haben soll. Aber ein andres ersann —Voß. Aber der Küster steckte die Fasces des wichtigen Lehramts, Seine birkene Ruth' und den Stock an das schwitzende Fenster. Zachariä. Zuweilen dient auch aber die Bedeutung anderer Bindewörter zu verstärken, z. B. doch aber, jedoch aber; in oder aber, wo oder schon völlig hinreichend ist, steht es überflüssig. Ganz überflüssig und verwerflich sind gewisse Verbindungen mit aber in der Geschäftssprache mancher Rechtsgelehrten, als: und aber, unterdessen aber, dennoch aber und dieweil. Was übrigens die Stellung des aber betrifft, so ist nicht nothwendig, daß der Satz damit anfange; es können vielmehr ein oder mehrere Wörter demselben vorhergehen, je nachdem man auf aber oder auf ein anderes Wort den Nachdruck legen will.
5284 Zeichen · 75 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    aber

    Althochdeutsches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    aber s. ehir st. n.

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    ABERadj.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +9 Parallelbelege

    ABER adj. trocken und warm nach der nässe und kälte. âberer wint zephyrus leseb. 772,31.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Aber

    Campe (1807–1813) · +9 Parallelbelege

    Aber , 1. Als Umstandswort der Zeit, wo es eine Wiederholung anzeigt und aus über entstanden zu sein scheint, wie aus Ab…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    aber

    Goethe-Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    3 aber- in Bed des Verkehrten, Unrichtigen, Abseitigen (s Aberglaube, abergläubisch, aberweise, Aberwitz, Aberzahn) vgl …

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Aber

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Aber-... (kelt., spr. äbber- ...), Vorsilbe in zahlreichen wallisischen und schottischen Ortsnamen, bedeutet »an der Mün…

  6. modern
    Dialekt
    aber

    Bayerisches Wörterbuch · +10 Parallelbelege

    aber Band 1, Spalte 1,35–36

  7. Sprichwörter
    Aber

    Wander (Sprichwörter)

    Aber 1. Aber, Wenn und Gar, sind des Teufels Waar'. 2. Das Aber ist ein Zaun, über den sich wenige traun. 3. Jeder hat s…

  8. Spezial
    aber

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    aber I conj. mo, indere II adv. sce mo, mefo, indere, propi III interj. pu, mo. ▬ unglaublich, aber wahr nia da crëie, m…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit aber

598 Bildungen · 417 Erstglied · 179 Zweitglied · 2 Ableitungen

aber‑ als Erstglied (30 von 417)

abermals

SHW

aber-mals Band 1, Spalte 19-20

Aberwachs

SHW

Aber-wachs Band 1, Spalte 21-22

Aberzain

SHW

Aber-zain Band 1, Spalte 23-24

aber

KöblerMhd

aber... , Präf. Vw.: s. abeer...

aberacht

DWB

aber·acht

aberacht , f. proscriptio superior, also für oberacht, überacht, im Ssp. 3, 34 richtig overachte, nicht wiederholte acht ( von aber wieder )…

Aberachtbrief

DRW

aberacht·brief

Aberachtbrief Gerichtsurkunde über die Aberacht vgl. Achtbrief als das soliche aberahtbriefe dorüber gegeben eigentlicher usswysen 1422 ZGO.…

aberada

LDWB1

aber·ada

aberada [a·be·rạ·da] f. (-des) Tränkgang m.

aberächter

DWB

aber·aechter

aberächter , m. ein mit der oberacht belegter, denn ahd. âhtâri, mhd. æhtære bezeichnen sowol den ächtenden als den geächteten ( Ben. 1, 17 …

aberæhter

Lexer

aber·aehter

aber-æhter stm. BMZ der mit der aberâhte belegt ist. Mz. 1, 574. Chr. 5, 313 anm. 5.

Aberahne

DRW

aber·ahne

Aberahne overano, aberene, aberäne eigentlich "nochmals Ahne" vgl. Aberenkel, Aberurahnherr, Abervater "Urgroßvater" oJ. Frisch I 4c Faksimi…

aberâhte

Lexer

aber·ahte

aber-âhte stf. BMZ verderbt aus oberâhte ( diu übere âhte Ssp. 3. 34, 3 ) proscriptio superior, also nicht »wiederholte acht«. Mz. 1, 568. 5…

Aberaug

ElsWB

aber·aug

Aberaug [Âwəròik Geberschw. Hlkr. Dü. ] n. Nebenschoss an Reben, junge Triebe an den Gelenken, da wo die Blätter stehn; sie werden abgebroch…

Aberavon

Meyers

Aberavon (spr. äbberēwen), Hafenstadt ( municipal borough ) in Glamorganshire (Wales), an der Swanseabai des Kanals von Bristol, mit Kupfer-…

aberban

Lexer

aber·ban

aber-ban stm. BMZ gleichbed. mit aberâhte. Dwb. 1, 32.

aberbann

DWB

aber·bann

aberbann , m. gleichviel mit aberacht. Fischart im Garg. cap. 30 . acht und aberacht, bann und aberbann.

Aberbein

RhWBN

aber·bein

Aber-bein Bitb-Dudeld n.: anomale Bildungen an der Rückseite des Pferdebeines über dem Huf.

aberben

DWB

aber·ben

aberben , hereditate obtinere, von einem erben; er wollte es seinem bruder abkaufen, nun hat er es ihm abgeerbt. einem gespenste gleich unte…

Aberbeschwernis

DRW

aber·beschwernis

Aberbeschwernis und wo er nichts uff die acht wolt geben, so mag der lantrichter den geistlichen richter anruffen wider den antworter umb se…

aber als Zweitglied (30 von 179)

haber?

KöblerMhd

*haber? , st. M. Vw.: s. habere

knaber

KöblerMhd

*knaber , M. Vw.: s. *knabære?

schaber

KöblerMhd

*schaber , st. M. Vw.: s. boum- Hw.: vgl. mnd. *schāvære? E.: s. schaben (1) W.: s. nhd. Schaber, M., Schaber, Schabender, Schabgerät, DW 14…

Liebhaber

RDWB1

Liebhaber m любовник любитель Musikliebhaber - любитель музыки

Machthaber

RDWB1

Machthaber m повелитель, властитель, властелин устар. Machthaber Pl. - власть имущие идиом. , власти предержащие идиом.

Acherumhaber

Idiotikon

Acherumhaber Band 2, Spalte 932 Acherumhaber 2,932

Achthaber

Campe

acht·haber

◎ Der Achthaber , des — s, d. Mz. w. d. Ez.; die Achthaberinn, Mz. die — en, eine Person, die Acht hat oder giebt. »Das Heer der Aufpasser u…

alaber

Idiotikon

ala·ber

alaber Band 1, Spalte 187 alaber 1,187

Amtsbefehlshaber

DRW

amtsbefehl·s·haber

Amtsbefehlshaber 1559 Moser,KreisAbsch. I 112 Faksimile 1572 CAug. I 128 Faksimile 1586 Kern,HofO. II 55 1702 Planitz/Klingner II 643 Faksim…

Amtshaber

DRW

amts·haber

Amtshaber Amtsinhaber 1488 ArgauLsch. I 547 Faksimile 1743 RügenLR. 181

Anhaber

Idiotikon

Anhaber Band 2, Spalte 926 Anhaber 2,926

Araber

Campe

ara·ber

Der Araber , des — s, d. Mz. w. d. Ez. 1) Ein Bewohner Arabiens; die Araberinn, Mz. die — en. 2) Ein Arabisches Pferd.

Austernschaber

Adelung

austern·schaber

Der Austernschaber , des -s, plur. ut nom. sing. ein Werkzeug der Austernfischer mit einem Kasten und langen Stiele, die Austern damit von d…

Bagge(n)schaber

Idiotikon

Bagge(n)schaber Band 8, Spalte 18 Bagge(n)schaber 8,18

banhaber

Lexer

ban·haber

ban-haber swm. haber, welcher einem schirmherrn zur anerkennung seines vogteirechtes jährlich entrichtet wird Urb. 9,7. Schm. 1,176.

befehlshaber

DWB

befehl·s·haber

befehlshaber , m. 1 1) der bevollmächtigte, beauftragte: und bitten e. g. sie ( die gesandten ) in dem allen als die diener und befehlshaber…

Befëlch(s)haber

Idiotikon

Befëlch(s)haber Band 2, Spalte 927 Befëlch(s)haber 2,927

Beschaber

Idiotikon

Beschaber Band 8, Spalte 17 Beschaber 8,17

bevelhhaber

KöblerMhd

bevelhhaber , st. M. Vw.: s. bevelhhabære*

bewindhaber

DWB

bewindhaber , m. nnl. bewindhebber, befehlshaber, ein unhochdeutsches wort, das zuweilen für die holländische würde beibehalten wird, z. b. …

Ableitungen von aber (2 von 2)

Abere

PfWB

Abere , Äbere s. Augenbraue .

eraber

DWB

eraber , was erab: wenn ich denn schon eraber fiel, was kan mir das geschaden viel? Alberus controfactur B 1 b .