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biegen

ahd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
22 in 19 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

biegen

biegen

biegen Vb. ‘in eine von der Geraden abweichende Form bringen, krumm machen’ (reflexiv) ‘sich krümmen, sich beugen’, intransitive Verwendung heute nur im Sinne von ‘bogenförmig die Richtung ändern, einen Bogen machen’, stets mit einer durch Präposition angeschlossenen Ortsangabe (z. B. um die Ecke, in eine Nebenstraße biegen). Ahd. biogan (8. Jh.), mhd. biegen ‘biegen, beugen, krümmen’ (und nicht gesichertes asächs. biogan) entspricht got. biugan ‘beugen’. In den übrigen westgerm. Sprachen weist das starke Verb ablautende Präsensformen (mit Dehnung der Tiefstufe) auf, vgl. asächs. būgan ‘sich beugen’, mnd. būgen ‘beugen, verbiegen, sich biegen, ausweichen’, mnl. būghen ‘beugen, wenden, unterwerfen, sich beugen, geneigt sein’, nl. buigen ‘biegen, beugen, sich biegen, sich beugen’, aengl. būgan ‘sich beugen, sich unterwerfen, sich wenden, nachgeben, zurückweichen, fliehen’ (woraus engl. to bow ‘beugen, krümmen, sich beugen, sich verneigen’ mit schwacher Flexion). Für das Anord. kann nach den belegten Präteritalformen bugu ‘sie bogen’, boginn ‘gebogen’ ein Infinitiv *bjūga oder *būga angesetzt werden (vgl. aber schwach flektierendes schwed. buga sig ‘sich verbeugen’, vielleicht unter mnd. Einfluß). Germ. *beug-, *būg- setzt ie. *bheugh- voraus, während außerhalb des Germ. aind. bhujáti ‘biegt, krümmt sich’ (Part. Perf. bhugna- ‘gebogen, krumm’) und wohl auch air. fidbocc ‘hölzerner Bogen’ auf ie. *bheug- zurückführen, das gleichfalls für semantisch entferntere Bildungen wie griech. phé͞ugein (φεύγειν), lat. fugere ‘fliehen’ und wohl auch für lit. bū́gti ‘erschrecken’ gilt. Wahrscheinlich muß von einer Wurzel ie. *bheug(h)- ‘biegen’ ausgegangen und eine spätere Bedeutungsentwicklung zu ‘zurückweichen, fliehen’ vermutet werden (vgl. auch ‘ausweichen’ im Mnd. und ‘zurückweichen, fliehen’ im Aengl.). Das ursprünglich intransitive germ. Verb, von dem das unter beugen (s. d.) dargestellte Kausativum abgeleitet ist, wird im Hd. (im Unterschied zu den meisten anderen germ. Sprachen, s. oben) seit Beginn der Überlieferung vorwiegend transitiv gebraucht; biegen stimmt daher in seinen Verwendungen oft mit beugen überein. Im älteren Nhd. konkurriert es mit diesem auch als grammatischer Terminus (biegen ‘flektieren’ vom 15. bis ins 18. Jh.). Zur Wortgruppe von biegen gehören ferner Bogen, Bucht, Bügel, bücken (s. d.). – Biegung f. ‘im Bogen verlaufende Stelle, Krümmung, Kurve’, namentlich in älterer Sprache auch als Vorgangsbezeichnung ‘das Biegen, Beugen’ (jetzt nur ‘bogenförmige Richtungsänderung’, vgl. eine Biegung machen), spätmhd. biegunge ‘das Beugen, Verbeugung’; als Fachwort der Grammatik (neben Beugung, s. d.) seit dem 15. Jh. ‘Flexion’, so bis ins 18. Jh. und gelegentlich noch im 19. Jh. Biege f. ‘Kurve, Bogen’ (2. Drittel 20. Jh.), eine wohl im Jargon der Flieger aufkommende, scherzhaft-lässige Bildung, die nicht unmittelbar an älter nhd. (16. bis 18. Jh.) Biege f., mhd. biege f. ‘Beugung, Biegung, Neigung’ (zuvor ahd. biogo m. ‘Biegung, Krümmung, Bogen, Bucht’, 10. Jh.) anschließt. biegsam Adj. ‘leicht zu biegen, geschmeidig’, mit Bezug auf Charaktereigenschaften ‘äußeren Einflüssen zugänglich, fügsam’, vereinzelt im 15. Jh. nachzuweisen (md. byegsam, 1440), geläufig seit Ausgang des 17. Jhs.; dazu Biegsamkeit f. ‘Elastizität, Geschmeidigkeit’ (18. Jh.).
3309 Zeichen · 94 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    biegên

    Althochdeutsches Wörterbuch

    biegên O s. biogên sw. v.

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    biegenstv. III.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +6 Parallelbelege

    biegen stv. III. BMZ md. bîgen biegen, beugen, krümmen, allgem. s. noch biuc imper. Pass. 282,69. die schefte biegen Tro…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Biegen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Biegen , verb. irreg. ich biege, du biegst, er biegt; ich bog; gebogen; welches in einer dreyfachen Gestalt vorkommt. I.…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    biegen

    Goethe-Wörterbuch

    biegen gelegentl subst, häufig refl, mehrf im Zustandsperf 1 (sich) verbiegen, krümmen, auch um-, zurecht-, durchbiegen;…

  5. modern
    Dialekt
    biegen

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    biegen Band 2, Spalte 2,754f.

  6. Sprichwörter
    Biegen

    Wander (Sprichwörter)

    Biegen 1. Besser biegen, als brechen. – Gaal, 211. Nachgeben ist besser, als Schaden nehmen. Engl. : Better to bow than …

  7. Spezial
    biegen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    bie|gen (bog, gebogen) I vb.tr. 1 (krümmen) doblié (-iëia), indoblié (-iëia) 2 intorje (-rj, intort) 3 storje (storj, st…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit biegen

35 Bildungen · 0 Erstglied · 31 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von biegen 2 Komponenten

bie+gen

biegen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

biegen als Zweitglied (30 von 31)

abbiegen

DWB

abbiegen , deflectere, ablenken, abweichen, ich biege ab, du beugst, er beugt ab, von wo man eu auf alle gestalten des worts erstreckt hat. …

abebiegen

KöblerMhd

abe·biegen

abebiegen , st. V. nhd. „abbiegen“, abbrechen Q.: LexerN (vor 1431) E.: s. abe, biegen W.: nhd. abbiegen, st. V., abbiegen, DW2 1, 51 L.: Le…

anbiegen

DWB

anbiegen , applicare, adjungere, nnl. aanbuigen. ein reis an den pfahl anbiegen; einen bogen papier an das buch anbiegen; aus der angebogene…

aufbiegen

DWB

auf·biegen

aufbiegen , sursum flectere, nnl. opbuigen: die oberlippe war bis zur nase aufgebogen. pers. rosenth. 1, 42; die rinde aufbiegen.

ausbiegen

DWB

aus·biegen

ausbiegen , flectere, deflectere, nnl. uitbuigen. 1 1) transitiv, auswärts biegen: ausgebogner rücken, mhd. hoveroht und ûʒ gebogen. Iw. 464…

Beybiegen

Adelung

bey·biegen

Beybiegen , verb. irreg. act. (S. Adelung Biegen ,) eine Sache an die andere biegen; doch nur in weiterer Bedeutung in den Kanzelleyen, für …

gebiegen

Lexer

geb·iegen

ge-biegen stv. III. BMZ En. Parz. du kanst dîn rede geb. Heinz. 111,346. die (tier) mac man wol geb. und zam machen Pass. 117,16. do er sich…

herūzbiegen

KöblerMhd

her·ūzbiegen

herūzbiegen , st. V. nhd. „herausbiegen“, sich herauswinden aus Q.: EckhIII (vor 1326) (FB herūz biegen) E.: s. herūz, biegen W.: nhd. herau…

Hinbiegen

Campe

hin·biegen

Hinbiegen , v. ntr . mit haben u. rec . unregelm. ( s. Biegen ), eine gebogene Richtung hinwärts nehmen, haben. — welcher (Pfad) sich schräg…

kniebiegen

DWB

knie·biegen

kniebiegen , genieulari. voc. inc. teut. n 3 b , voc. th. 1482 q 8 b , für das knie biegen, wie mlat. genuflexio zusammengewachsenes genufle…

niderbiegen

KöblerMhd

nider·biegen

niderbiegen , st. V. nhd. „niederbiegen“, niederbeugen, herunterbiegen Hw.: vgl. mnl. nederbugen Q.: Tauler (vor 1350), WernhMl (FB nieder b…

umbiegen

DWB

umb·iegen

umbiegen , vb. 1 1) trennbar, durch biegen in eine andere richtung bringen. 1@a a) contortus, ut contorta cornua ... gekrümbt, umbgebogen Fr…

underbiegen

Lexer

under·biegen

under-biegen stv. BMZ refl. sich beugend unterwerfen Tauler im leseb. 859,7.

verbiegen

DWB

verbi·egen

verbiegen , verb. , ahd. mhd. nicht nachgewiesen, vgl. ags. forbûgan; s. unter verbeugen. 1 1) transitiv, durch drücken eine veränderte rich…

vorbiegen

DWB

vor·biegen

vorbiegen , verb. , in älterer spr. daneben fürbiegen ( th. 4, 1, 1, sp. 664) nach vorn, vorwärts biegen Adelung ( unter vorbeugen); Campe ;…

zerbiegen

DWB

zer·biegen

zerbiegen , verb. , beugen: ein ... mensch ..., welcher lincks und rechts seinen puckel ... zerbiegete und zerkrmmete Lindenborn Diog. 2, 3…

zubiegen

DWB

zubiegen , v. , selten, aber schon bei Frisius 293 a ; Diefenbach nov. gloss. 11 a , mhd. nicht belegt. 1) zu ist richtungsadv.: endlich hei…

Zusammenbiegen

Campe

zusammen·biegen

Zusammenbiegen , v . unregelm. ( s. Biegen ). I) trs . durch Biegen die Theile ganz dicht oder doch sehr nahe bringen und dadurch verbinden.…

în biegen

MWB

în biegen stV. ‘etw./sich nach innen biegen, eindellen’ swâ der helm was în gebogn, / da engein daz houbet was erzogn, / daz man die würfe e…

īnbiegen

KöblerMhd

īnbiegen , st. V. Vw.: s. inbiegen

ūfbiegen

KöblerMhd

ūfbiegen , st. V. nhd. „aufbiegen“, hochbiegen, krümmen, aufsteigen Hw.: vgl. mnd. upbȫgen (1) Q.: Mar (1172-1190), LvReg (FB ūf biegen), Kr…

Ableitungen von biegen (4 von 4)

erbiegen

DWB

erbiegen , flectere: ich kann es nicht erbiegen.

gebiegen

Lexer

ge-biegen stv. III. BMZ En. Parz. du kanst dîn rede geb. Heinz. 111,346. die (tier) mac man wol geb. und zam machen Pass. 117,16. do er sich…

verbiegen

DWB

verbiegen , verb. , ahd. mhd. nicht nachgewiesen, vgl. ags. forbûgan; s. unter verbeugen. 1 1) transitiv, durch drücken eine veränderte rich…

zerbiegen

DWB

zerbiegen , verb. , beugen: ein ... mensch ..., welcher lincks und rechts seinen puckel ... zerbiegete und zerkrmmete Lindenborn Diog. 2, 3…