Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
grotesk
grotesk
Groteske f. künstlerische, besonders literarische Form, deren komische Wirkung auf phantastisch -verzerrender Darstellung der Wirklichkeit beruht. Das Substantiv ist zunächst allein in der bildenden Kunst (vom frühen 17. Jh. bis zur Mitte des 18. Jhs.) als terminologische Bezeichnung für ein aus Pflanzenteilen, Tieren und Menschengesichtern zusammengefügtes verschnörkeltes Wandornament üblich; es geht in dieser Verwendung über frz. grotesque f. (16. Jh.) zurück auf gleichbed. ital. grottesca, substantiviertes Femininum eines von ital. grotta ‘Grotte, Höhle, Wall’ (s. Grotte) abgeleiteten Adjektivs ital. grottesco ‘nach Art der Grottenbilder, seltsam, wunderlich’. Solche Malereien werden nämlich Ende des 15. Jhs. in verschütteten (und daher höhlenähnlichen) Räumen antiker römischer Thermen und Paläste entdeckt und von Renaissancekünstlern nachgeahmt. Jünger als das Substantiv ist im Dt. grotesk Adj. ‘wunderlich, absonderlich, durch Verzerrungen oder Übertreibungen lächerlich wirkend’ (Anfang 18. Jh. bis zur Jahrhundertmitte gleichfalls nur terminologisch), nach frz. grotesque ‘lächerlich, wunderlich, närrisch’ (17. Jh.); vgl. aber grubengrotteschisch ‘seltsam gestaltet’ schon bei Fischart 1575 als wohl unmittelbar an ital. grottesco anschließende Gelegenheitsbildung.