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angehen

nhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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15 in 14 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

angehen

angehen

gehen Vb. ‘sich zu Fuß fortbewegen’. Im Paradigma von nhd. gehen sind die Formen von zwei verschiedenen, nicht miteinander verwandten Verben vereinigt. Das gemeingerm. starke Verb ahd. gangan (8. Jh.), mhd. gangen, asächs. aengl. gangan, mnl. ganghen, anord. ganga, got. gaggan gehört zu den reduplizierenden Verben und ist vielleicht als Rückbildung aus einem jan-Verb germ. *gangjan (vgl. ahd. zigengen ‘zergehen machen, vernichten’, um 1000, mhd. gengen ‘gehen machen, losgehen’, aengl. gengan ‘gehen, reisen, reiten’) anzusehen. Es ist verwandt mit 1Gang (s. d.) und außergerm. mit aind. jáṅghā ‘Unterschenkel’, jáṁhaḥ ‘Flügel, Schwinge’, lit. žeñgti ‘schreiten, gehen’ und vielleicht griech. kochṓnē (κοχώνη) ‘Stelle zwischen den Schenkeln, Hinterbacke’. Erschließbar ist ie. *g̑hengh- ‘schreiten, Schritt, Schenkelspreize, Schamgegend’. Auf dieses durch ahd. gangan vertretene Verb gehen das Prät. (ging) und das Part. Prät. (gegangen) von nhd. gehen zurück. Daneben steht gleichbed. ahd. gān (8. Jh.) und (zunächst nur bair. und frk.) gēn (8. Jh.), mhd. gān, gēn, asächs. -gān, mnd. aengl. gān, engl. to go, mnl. gaen, nl. gaan, anord. aschwed. , krimgot. geen, das ahd. nur durch den Infinitiv und athematisch gebildete Präsensformen (gām, gās(t), gāt usw. neben gēm, gēs(t), gēt usw.) belegt ist (vgl. aber aengl. Part. Prät. gegān), die Infinitiv und Präsens des nhd. Verbs gehen ergeben haben. Dieses Verb verbindet sich mit griech. (homerisch) kichā́nein (κιχάνειν) ‘erreichen, erlangen, antreffen’, aind. jíhītē ‘springt auf, begibt sich zu’ und führt auf eine Wurzel ie. *g̑hē-, *g̑hēi- ‘leer sein, fehlen, verlassen, fortgehen’, dann auch ‘gehen’, wobei eine Identität mit ie. *g̑hēi-, *g̑hē-gähnen, klaffen, offenstehen’ erwogen wird (s. gähnen), da sich ‘fortgehen’ aus ‘klaffend abstehen’ entwickelt haben kann. – abgehen Vb. ‘sich entfernen, fehlen, sterben, abschreiten’, ahd. abagangan, -gān ‘aufhören, vergehen’ (um 1000), mhd. abegān ‘abnehmen, etw. versagen, fehlen’; Abgang m. ‘Weggang, Tod, Weg nach unten’, mhd. abeganc ‘das Hinabgehen, ein hinabführender Weg, Mangel, Abfall’. angehen Vb. ‘beginnen, betreffen, um etw. bitten’, ahd. anagangan, -gān, -gēn (um 800), mhd. anegān ‘anfangen, hineingehen, folgen, angreifen’. aufgehen Vb. ‘sich öffnen, emporsteigen, sichtbar werden’, ahd. ūfgangan, -gān, -gēn (8. Jh.), mhd. ūfgān, -gēn ‘aufgehen, sich erheben, entstehen, gedeihen’; Aufgang m. ‘Erscheinen, Weg nach oben, Treppe’, ahd. ūfgang (8. Jh.), mhd. ūfganc. ausgehen Vb. ‘fortgehen, sich aufbrauchen, enden, abzielen auf etw.’, ahd. ūʒgangan, -gān, -gēn ‘hinausgehen, aufhören’ (8. Jh.), mhd. ūʒgān, -gēn ‘heraus-, hervorgehen, über die Ufer treten, zu Ende gehen, sich verlieren’; Ausgang m. ‘das Hinausgehen, Schluß, Ende, Weg nach außen’, ahd. ūʒgang (um 800), mhd. ūʒganc ‘das Herausgehen, Ausgang, Ende’. begehen Vb. ‘besichtigen, entlanggehen, feiern’, ahd. bigangan, -gān, -gēn (8. Jh.), mhd. begān, -gēn ‘erreichen, antreffen, sorgen um etw., feiern, zu Grabe geleiten’. eingehen Vb. ‘hineingehen, eintreffen, sich mit etw. oder jmdm. beschäftigen, kleiner werden, schrumpfen, aufhören zu existieren’, ahd. ingangan, -gān, -gēn ‘hineingehen, ein-, betreten, eindringen, überfallen’ (8. Jh.), mhd. īngān, asächs. mnd. ingān, got. inngaggan. Eingang m. ‘Öffnung, Tür, Ankunft, Weg nach innen’, ahd. ingang (8. Jh.), mhd. īn-, inganc. entgehen Vb. ‘entkommen, nicht bemerkt werden’, ahd. intgangan, -gān, -gēn (9. Jh.), mhd. engān, -gēn ‘entkommen, fortgehen, verlorengehen, sich entziehen’. ergehen Vb. ‘angeordnet werden’, reflexiv ‘spazierengehen’, auch unpersönlich mir ergeht es gut, schlecht, ahd. irgangan, -gān, -gēn (9. Jh.), mhd. ergān, -gēn ‘zu gehen beginnen, kommen, geschehen, sich ereignen, einholen, zu Ende gehen’. hintergehen Vb. ‘betrügen, täuschen’, spätmhd. hindergān ‘von hinten herangehen, überfallen, betrügen’. übergehen Vb. ‘nicht beachten, übersehen, überlaufen, überfließen’, ahd. ubargangan, ubar(i)gān ‘überströmen, hinübergehen’ (8. Jh.), mhd. übergān, -gēn ‘übergehen, -fließen, vorübergehen, über etw. gehen, überfallen, übertreten’; Übergang m. ‘überführender Weg, das Überschreiten, Wechsel’, ahd. ubargang ‘das Herausgehen, Abweichung, Verderben, Seuche, Pest’ (8. Jh.), frühnhd. übergang ‘das Hinübergehen, Durchgang, Stelle, wo man hinübergeht’ (15. Jh.). untergehen Vb. ‘zugrunde gehen, versinken’, ahd. untargangan, -gān, -gēn (um 800), mhd. untergān, -gēn ‘dazwischentreten, überkommen, befallen, versperren’; Untergang m. ‘das Zugrundegehen, Scheitern, Sinken’, ahd. untargang (9. Jh.), mhd. underganc ‘Verderben, Sinken (der Sonne), Unterwerfung, Schiedsgericht’. vergehen Vb. ‘aufhören zu existieren, vorbeigehen, verstreichen’, reflexiv ‘gegen eine Norm verstoßen, ein Verbrechen an jmdm. ausführen’, ahd. firgangan, -gān, -gēn ‘vorwärtsgehen, verstreichen’ (9. Jh.), mhd. vergān, -gēn, auch ‘übergehen, meiden, auseinandergehen, sich verirren’; Vergehen n. ‘zu bestrafende Handlung, Verbrechen’ (18. Jh.), vgl. mhd. vergān ‘das Vorübergehen, Hinweggehen’; Vergangenheit f. ‘zurückliegende, verflossene Zeit’ (18. Jh.), in diesem Sinne grammatischer Terminus für Zeitformen des Verbs, die ein Geschehen oder Sein als vergangen darstellen (19. Jh.), vgl. di vergangen zeit (um 1400), die verlauffene Zeit (Anfang 17. Jh.). vorgehen Vb. ‘vorwärtsgehen, nach vorn gehen, den Vorrang haben, sich ereignen’, ahd. foragangan, -gān, -gēn (8. Jh.), mhd. vor-, vürgān ‘vorangehen, übertreffen’; Vorgang m. ‘Ereignis, Ablauf eines Geschehens, in den Akten festgehaltener Fall’, mhd. vor-, vürganc ‘das Vorausgehende, Einleitung, Vortritt, Fortschritt, Erfolg’; Vorgänger m. ‘in Amt oder Stellung Vorangegangener’, spätmhd. vorganger, -genger.
5719 Zeichen · 193 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Angehen

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Angehen , verb. irreg. neutr. (S. Adelung Gehen ,) welches das Hülfswort seyn erfordert. 1. An etwas gehen, sich einer S…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    angehen

    Goethe-Wörterbuch

    angehen einmal ‘anegehen’ im Fastnachtsvers 42 2 ,457,23 ‘angehet’ B1,14,26 [Korr B50,203] B16,51,3 ‘angienge’ B(Wahl 1,…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Angehen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Angehen mit der Maschine, auf Schiffen die Maschine in Betrieb setzen.

  4. modern
    Dialekt
    angehenst.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    an-gehen st. : I. intrans. 1. 'sich in Bewegung setzen, in Gang kommen'. Die Gail gäihn nit aaⁿ 'ziehen nicht an' [LA-Ed…

  5. Sprichwörter
    Angehen

    Wander (Sprichwörter)

    Angehen 1. Das geht (ging) an, sagte die alte Frau, als ihr Rock lichterloh brannte. 2. Dat ging an, saed dumm Jürgen, '…

  6. Spezial
    angehen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    an|ge|hen I vb.tr. 1 revardé (reverda), injí (invá, injü), invalëi (invel, invalü) 2 (in Angriff nehmen) afonté (-tëia),…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit angehen

11 Bildungen · 9 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von angehen 2 Komponenten

ange+hen

angehen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

angehen‑ als Erstglied (9 von 9)

angehenck(e), angehenk

DWB2

ANGEHENKE , älter angehenck(e), angehenk n. zu gehenk(e) n. s. auch angehänge. ‘ das angehängte, an einer kette u.ä. getragenes schmuckstück…

angehend

FWB

1. ›hereinbrechend, beginnend, anbrechend‹; 2. ›zukünftig‹ (nur von Personen in amtlicher oder sonstiger rechtlicher Funktion sowie von Grem…

ANGEHENDE

DWB2

ange·hende

ANGEHENDE n. substantiviertes part. präs. von angehen (A 2). beginn, anfang: ⟨u1250⟩ daz van anegende minez lebenez der duifel mir vil leide…

angehende

FWB

1. ›Anfang, Beginn von etw. (allgemein)‹; speziell: ›Anbruch des Tages‹; 2. ›Schöpfung, Urbeginn (der Welt)‹.; 3. ›Gründung, Beginn, Anfang …

angehendig

DRW

ange·hendig

angehendig (Besitz) antretend baid, der abstendig und angeendig TirolLO. 1532 V 6 Volltext (und Faksimile)

angehends

DWB

angehends , adv. continuo, gebildet wie durchgehends, nachgehends, hernachgehends, eigentlich bedeutet es: immer an gehend, zu gehend, fort …

angehends

FWB

1. ›unmittelbar auf eine Bezugshandlung folgend, darauf; sofort, sogleich, jetzt‹; 2. ›anfangs, am Beginn‹

angehen als Zweitglied (2 von 2)

Drangehen

Wander

drang·ehen

Drangehen Geut man dran, so kümmt man auk davon. ( Lippe. )

vorangehen

DWB

voran·gehen

-gehen : gehe v., der bock geht v., hircus gregi praegreditur Stieler 627 ; vgl. Fischer schwäb. wb. 2, 1642 ; ten Doornkaat-Koolman 1, 537 …

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APA
Cotta, M. (2026). „angehen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 17. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/angehen/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „angehen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/angehen/pfeifer_etym. Abgerufen 17. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „angehen". lautwandel.de. Zugegriffen 17. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/angehen/pfeifer_etym.
BibTeX
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