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biegsam

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
9 in 9 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

biegsam

biegsam

biegen Vb. ‘in eine von der Geraden abweichende Form bringen, krumm machen’ (reflexiv) ‘sich krümmen, sich beugen’, intransitive Verwendung heute nur im Sinne von ‘bogenförmig die Richtung ändern, einen Bogen machen’, stets mit einer durch Präposition angeschlossenen Ortsangabe (z. B. um die Ecke, in eine Nebenstraße biegen). Ahd. biogan (8. Jh.), mhd. biegen ‘biegen, beugen, krümmen’ (und nicht gesichertes asächs. biogan) entspricht got. biugan ‘beugen’. In den übrigen westgerm. Sprachen weist das starke Verb ablautende Präsensformen (mit Dehnung der Tiefstufe) auf, vgl. asächs. būgan ‘sich beugen’, mnd. būgen ‘beugen, verbiegen, sich biegen, ausweichen’, mnl. būghen ‘beugen, wenden, unterwerfen, sich beugen, geneigt sein’, nl. buigen ‘biegen, beugen, sich biegen, sich beugen’, aengl. būgan ‘sich beugen, sich unterwerfen, sich wenden, nachgeben, zurückweichen, fliehen’ (woraus engl. to bow ‘beugen, krümmen, sich beugen, sich verneigen’ mit schwacher Flexion). Für das Anord. kann nach den belegten Präteritalformen bugu ‘sie bogen’, boginn ‘gebogen’ ein Infinitiv *bjūga oder *būga angesetzt werden (vgl. aber schwach flektierendes schwed. buga sig ‘sich verbeugen’, vielleicht unter mnd. Einfluß). Germ. *beug-, *būg- setzt ie. *bheugh- voraus, während außerhalb des Germ. aind. bhujáti ‘biegt, krümmt sich’ (Part. Perf. bhugna- ‘gebogen, krumm’) und wohl auch air. fidbocc ‘hölzerner Bogen’ auf ie. *bheug- zurückführen, das gleichfalls für semantisch entferntere Bildungen wie griech. phé͞ugein (φεύγειν), lat. fugere ‘fliehen’ und wohl auch für lit. bū́gti ‘erschrecken’ gilt. Wahrscheinlich muß von einer Wurzel ie. *bheug(h)- ‘biegen’ ausgegangen und eine spätere Bedeutungsentwicklung zu ‘zurückweichen, fliehen’ vermutet werden (vgl. auch ‘ausweichen’ im Mnd. und ‘zurückweichen, fliehen’ im Aengl.). Das ursprünglich intransitive germ. Verb, von dem das unter beugen (s. d.) dargestellte Kausativum abgeleitet ist, wird im Hd. (im Unterschied zu den meisten anderen germ. Sprachen, s. oben) seit Beginn der Überlieferung vorwiegend transitiv gebraucht; biegen stimmt daher in seinen Verwendungen oft mit beugen überein. Im älteren Nhd. konkurriert es mit diesem auch als grammatischer Terminus (biegen ‘flektieren’ vom 15. bis ins 18. Jh.). Zur Wortgruppe von biegen gehören ferner Bogen, Bucht, Bügel, bücken (s. d.). – Biegung f. ‘im Bogen verlaufende Stelle, Krümmung, Kurve’, namentlich in älterer Sprache auch als Vorgangsbezeichnung ‘das Biegen, Beugen’ (jetzt nur ‘bogenförmige Richtungsänderung’, vgl. eine Biegung machen), spätmhd. biegunge ‘das Beugen, Verbeugung’; als Fachwort der Grammatik (neben Beugung, s. d.) seit dem 15. Jh. ‘Flexion’, so bis ins 18. Jh. und gelegentlich noch im 19. Jh. Biege f. ‘Kurve, Bogen’ (2. Drittel 20. Jh.), eine wohl im Jargon der Flieger aufkommende, scherzhaft-lässige Bildung, die nicht unmittelbar an älter nhd. (16. bis 18. Jh.) Biege f., mhd. biege f. ‘Beugung, Biegung, Neigung’ (zuvor ahd. biogo m. ‘Biegung, Krümmung, Bogen, Bucht’, 10. Jh.) anschließt. biegsam Adj. ‘leicht zu biegen, geschmeidig’, mit Bezug auf Charaktereigenschaften ‘äußeren Einflüssen zugänglich, fügsam’, vereinzelt im 15. Jh. nachzuweisen (md. byegsam, 1440), geläufig seit Ausgang des 17. Jhs.; dazu Biegsamkeit f. ‘Elastizität, Geschmeidigkeit’ (18. Jh.).
3309 Zeichen · 94 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Biegsam

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Biegsam , -er, -ste, adj. et adv. was sich leicht biegen läßt. 1) Eigentlich. Ein biegsames Metall, Holz u. s. f. 2) Fig…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    biegsam

    Goethe-Wörterbuch

    biegsam auch superl a geschmeidig, elastisch, anpassungsfähig Längenfasern [ der Pflanze ], die wir als b-e Fäden zu dem…

  3. modern
    Dialekt
    biegsam

    Bayerisches Wörterbuch

    biegsam Band 2, Spalte 2,758

  4. Sprichwörter
    Biegsam

    Wander (Sprichwörter)

    Biegsam Er ist biegsamer als Wachs. ( Altröm. ) Von sehr Gelehrigen und Nachgiebigen.

  5. Spezial
    biegsam

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    bieg|sam adj. che se storj, flessibl (-i, -a), elastich (-cs, -ca), doblius (-sc, -iosa).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit biegsam

4 Bildungen · 1 Erstglied · 1 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von biegsam

biegeln + -sam

biegsam leitet sich vom Lemma biegeln ab mit Suffix -sam, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

biegsam‑ als Erstglied (1 von 1)

biegsamkeit

DWB

biegsam·keit

biegsamkeit , f. flexibilitas: die biegsamkeit eines gefälligen herzens ist gutartig. Kant 7, 391 ; er zeigte eine grosze biegsamkeit sowol …

biegsam als Zweitglied (1 von 1)

unbiegsam

DWB

unbiegsam , adj. adv. ; nicht, wenig oder nicht leicht biegsam; was sich nicht leicht biegt, biegen läszt, der biegsamkeit ermangelt; inflex…

Ableitungen von biegsam (2 von 2)

gebiegsam

DWB

gebiegsam , biegsam. Stieler 139 .

unbiegsam

DWB

unbiegsam , adj. adv. ; nicht, wenig oder nicht leicht biegsam; was sich nicht leicht biegt, biegen läszt, der biegsamkeit ermangelt; inflex…