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Ausgang

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
13 in 13 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Ausgang

Ausgang

gehen Vb. ‘sich zu Fuß fortbewegen’. Im Paradigma von nhd. gehen sind die Formen von zwei verschiedenen, nicht miteinander verwandten Verben vereinigt. Das gemeingerm. starke Verb ahd. gangan (8. Jh.), mhd. gangen, asächs. aengl. gangan, mnl. ganghen, anord. ganga, got. gaggan gehört zu den reduplizierenden Verben und ist vielleicht als Rückbildung aus einem jan-Verb germ. *gangjan (vgl. ahd. zigengen ‘zergehen machen, vernichten’, um 1000, mhd. gengen ‘gehen machen, losgehen’, aengl. gengan ‘gehen, reisen, reiten’) anzusehen. Es ist verwandt mit 1Gang (s. d.) und außergerm. mit aind. jáṅghā ‘Unterschenkel’, jáṁhaḥ ‘Flügel, Schwinge’, lit. žeñgti ‘schreiten, gehen’ und vielleicht griech. kochṓnē (κοχώνη) ‘Stelle zwischen den Schenkeln, Hinterbacke’. Erschließbar ist ie. *g̑hengh- ‘schreiten, Schritt, Schenkelspreize, Schamgegend’. Auf dieses durch ahd. gangan vertretene Verb gehen das Prät. (ging) und das Part. Prät. (gegangen) von nhd. gehen zurück. Daneben steht gleichbed. ahd. gān (8. Jh.) und (zunächst nur bair. und frk.) gēn (8. Jh.), mhd. gān, gēn, asächs. -gān, mnd. aengl. gān, engl. to go, mnl. gaen, nl. gaan, anord. aschwed. , krimgot. geen, das ahd. nur durch den Infinitiv und athematisch gebildete Präsensformen (gām, gās(t), gāt usw. neben gēm, gēs(t), gēt usw.) belegt ist (vgl. aber aengl. Part. Prät. gegān), die Infinitiv und Präsens des nhd. Verbs gehen ergeben haben. Dieses Verb verbindet sich mit griech. (homerisch) kichā́nein (κιχάνειν) ‘erreichen, erlangen, antreffen’, aind. jíhītē ‘springt auf, begibt sich zu’ und führt auf eine Wurzel ie. *g̑hē-, *g̑hēi- ‘leer sein, fehlen, verlassen, fortgehen’, dann auch ‘gehen’, wobei eine Identität mit ie. *g̑hēi-, *g̑hē-gähnen, klaffen, offenstehen’ erwogen wird (s. gähnen), da sich ‘fortgehen’ aus ‘klaffend abstehen’ entwickelt haben kann. – abgehen Vb. ‘sich entfernen, fehlen, sterben, abschreiten’, ahd. abagangan, -gān ‘aufhören, vergehen’ (um 1000), mhd. abegān ‘abnehmen, etw. versagen, fehlen’; Abgang m. ‘Weggang, Tod, Weg nach unten’, mhd. abeganc ‘das Hinabgehen, ein hinabführender Weg, Mangel, Abfall’. angehen Vb. ‘beginnen, betreffen, um etw. bitten’, ahd. anagangan, -gān, -gēn (um 800), mhd. anegān ‘anfangen, hineingehen, folgen, angreifen’. aufgehen Vb. ‘sich öffnen, emporsteigen, sichtbar werden’, ahd. ūfgangan, -gān, -gēn (8. Jh.), mhd. ūfgān, -gēn ‘aufgehen, sich erheben, entstehen, gedeihen’; Aufgang m. ‘Erscheinen, Weg nach oben, Treppe’, ahd. ūfgang (8. Jh.), mhd. ūfganc. ausgehen Vb. ‘fortgehen, sich aufbrauchen, enden, abzielen auf etw.’, ahd. ūʒgangan, -gān, -gēn ‘hinausgehen, aufhören’ (8. Jh.), mhd. ūʒgān, -gēn ‘heraus-, hervorgehen, über die Ufer treten, zu Ende gehen, sich verlieren’; Ausgang m. ‘das Hinausgehen, Schluß, Ende, Weg nach außen’, ahd. ūʒgang (um 800), mhd. ūʒganc ‘das Herausgehen, Ausgang, Ende’. begehen Vb. ‘besichtigen, entlanggehen, feiern’, ahd. bigangan, -gān, -gēn (8. Jh.), mhd. begān, -gēn ‘erreichen, antreffen, sorgen um etw., feiern, zu Grabe geleiten’. eingehen Vb. ‘hineingehen, eintreffen, sich mit etw. oder jmdm. beschäftigen, kleiner werden, schrumpfen, aufhören zu existieren’, ahd. ingangan, -gān, -gēn ‘hineingehen, ein-, betreten, eindringen, überfallen’ (8. Jh.), mhd. īngān, asächs. mnd. ingān, got. inngaggan. Eingang m. ‘Öffnung, Tür, Ankunft, Weg nach innen’, ahd. ingang (8. Jh.), mhd. īn-, inganc. entgehen Vb. ‘entkommen, nicht bemerkt werden’, ahd. intgangan, -gān, -gēn (9. Jh.), mhd. engān, -gēn ‘entkommen, fortgehen, verlorengehen, sich entziehen’. ergehen Vb. ‘angeordnet werden’, reflexiv ‘spazierengehen’, auch unpersönlich mir ergeht es gut, schlecht, ahd. irgangan, -gān, -gēn (9. Jh.), mhd. ergān, -gēn ‘zu gehen beginnen, kommen, geschehen, sich ereignen, einholen, zu Ende gehen’. hintergehen Vb. ‘betrügen, täuschen’, spätmhd. hindergān ‘von hinten herangehen, überfallen, betrügen’. übergehen Vb. ‘nicht beachten, übersehen, überlaufen, überfließen’, ahd. ubargangan, ubar(i)gān ‘überströmen, hinübergehen’ (8. Jh.), mhd. übergān, -gēn ‘übergehen, -fließen, vorübergehen, über etw. gehen, überfallen, übertreten’; Übergang m. ‘überführender Weg, das Überschreiten, Wechsel’, ahd. ubargang ‘das Herausgehen, Abweichung, Verderben, Seuche, Pest’ (8. Jh.), frühnhd. übergang ‘das Hinübergehen, Durchgang, Stelle, wo man hinübergeht’ (15. Jh.). untergehen Vb. ‘zugrunde gehen, versinken’, ahd. untargangan, -gān, -gēn (um 800), mhd. untergān, -gēn ‘dazwischentreten, überkommen, befallen, versperren’; Untergang m. ‘das Zugrundegehen, Scheitern, Sinken’, ahd. untargang (9. Jh.), mhd. underganc ‘Verderben, Sinken (der Sonne), Unterwerfung, Schiedsgericht’. vergehen Vb. ‘aufhören zu existieren, vorbeigehen, verstreichen’, reflexiv ‘gegen eine Norm verstoßen, ein Verbrechen an jmdm. ausführen’, ahd. firgangan, -gān, -gēn ‘vorwärtsgehen, verstreichen’ (9. Jh.), mhd. vergān, -gēn, auch ‘übergehen, meiden, auseinandergehen, sich verirren’; Vergehen n. ‘zu bestrafende Handlung, Verbrechen’ (18. Jh.), vgl. mhd. vergān ‘das Vorübergehen, Hinweggehen’; Vergangenheit f. ‘zurückliegende, verflossene Zeit’ (18. Jh.), in diesem Sinne grammatischer Terminus für Zeitformen des Verbs, die ein Geschehen oder Sein als vergangen darstellen (19. Jh.), vgl. di vergangen zeit (um 1400), die verlauffene Zeit (Anfang 17. Jh.). vorgehen Vb. ‘vorwärtsgehen, nach vorn gehen, den Vorrang haben, sich ereignen’, ahd. foragangan, -gān, -gēn (8. Jh.), mhd. vor-, vürgān ‘vorangehen, übertreffen’; Vorgang m. ‘Ereignis, Ablauf eines Geschehens, in den Akten festgehaltener Fall’, mhd. vor-, vürganc ‘das Vorausgehende, Einleitung, Vortritt, Fortschritt, Erfolg’; Vorgänger m. ‘in Amt oder Stellung Vorangegangener’, spätmhd. vorganger, -genger.
5719 Zeichen · 193 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ausgang

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Ausgang , des -es, plur. die -gänge. 1. Das Ausgehen, als das Abstractum dieses Wortes, und größten Theils ohne Plur…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Ausgang

    Goethe-Wörterbuch

    Ausgang 1 Abschluß, Ende a Ergebnis, endgültiger Verlauf einer gefahrvollen Unternehmung, unvorhersehbare Wendung eines …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Ausgang

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Ausgang (franz. Sortie ), bei Festungen der zu einem Tor oder einer Poterne gehörende Ausschnitt aus dem Glacis, der geg…

  4. modern
    Dialekt
    Ausgangm.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Aus-gang m. : 1. 'Erlaubnis zum Ausgehen' (s. ausgehen 1). 's Dinschtmäre 'Dienstmädchen' hat Ausgang [Kaislt, allg. (19…

  5. Sprichwörter
    Ausgang

    Wander (Sprichwörter)

    Ausgang 1. Der Ausgang ist das Haupt des Geschäfts. (S. Ende.) ( Türk. ) 2. Der Ausgang ist oft besser als der Anfang. F…

  6. Spezial
    Ausgangm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Ausgang , m отступ , м → FiloSlov Lautabsatz, m → FiloSlov Abglitt, m

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ausgang

39 Bildungen · 38 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von ausgang 2 Komponenten

aus+gang

ausgang setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

ausgang‑ als Erstglied (30 von 38)

Ausgangsfest

Campe

ausgangs·fest

○ Das Ausgangsfest , des — es, d. Mz. ungew. das Fest mit welchem der Ausgang der Hebräer aus Ägipten gefeiert wird (Passah).

Ausgangslehre

Campe

ausgangs·lehre

○ Die Ausgangslehre , o. Mz. in der Sprache der ältern Gottesgelehrten, die Lehre, daß Kristus vom Vater, und daß der heilige Geist vom Vate…

Ausgangspforte

Campe

ausgangs·pforte

Die Ausgangspforte , Mz. die — n, eine Pforte, durch welche man ausgehet. ○ Uneigentlich gebraucht es Tiedge für Tod.

ausgangspunct

DWB

ausgangs·punct

ausgangspunct , m. : ihr seid von einem richtigen ausgangspuncte in eine falsche folgerung gerathen. Dahlmann franz. rev. 315 ; der erste au…

Ausgangsrecht

DRW

ausgangs·recht

Ausgangsrecht Hafengebühr wird ein schiff ... bey entrichtung der aus- und eingangsrechte ... angehalten ... 1766 PreußAssekuranz- u. Havere…

Ausgangsschachte

Meyers

ausgangs·schachte

Ausgangsschachte aus Maschinen- und Kesselräumen von Dampfschiffen, sind oben und unten mit je einer meist wasser- und dampfdichten Tür, die…

AUSGANGSSPERRE

DWB2

ausgangs·sperre

AUSGANGSSPERRE f. amtl.-militär anweisung, (in einem festgelegten zeitraum) das haus oder ein gelände nicht zu verlassen. zu ausgang 1: 1954…

AUSGANGSSTELLUNG

DWB2

ausgangs·stellung

AUSGANGSSTELLUNG f. anfangs-, ursprungsposition, von der weitere aktionen beginnen, militär. u. in d. sportspr.; zu ausgang 4 : 1917 da die …

Ausgangsstück

Campe

ausgangs·stueck

Das Ausgangsstück , des — es, Mz. die — e, ein Tonstück, welches beim Ausgange gespielt wird, z. B. auf der Orgel, beim Ausgange aus der Kir…

ausgang als Zweitglied (1 von 1)

Salzausgang

DRW

salza·usgang

Salzausgang, m. Abverkauf und/oder Abtransport des Salzes vom Gewinnungsort vgl. Hallfahrt deren hammerwerch, so den außerischen salzaußgang…