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Ausgehen

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Campe
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13 in 13 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Ausgehen intrs., ntr., trs.

Bd. 1, Sp. 302a
Ausgehen, v. unregelm. (s. Gehen). I) intrs. mit sein, aus einem Orte gehen, gewöhnlich allein mit Verschweigung des Ortes. Er ist nicht da, er ist ausgegangen. An einem Orte viel aus= und eingehen. Sobald die Absicht, aus welcher man ausgehet, durch ein Grundwort ausgedruckt wird, so wird diesem das Verhältnißwort auf vorgesetzt. Er geht auf Beute, auf Abenteuer aus. Bei den Jägern, auf einen Luchs, einen Wolf ausgehen, in der Absicht ihn zu schießen  ausgehen. Von einem Orte ausgehen ist ungewöhnlich, ausgenommen in den Fällen, wo es darauf ankömmt, den Ort, aus welchem man ausgehet oder ausgegangen ist, genau zu bestimmen. Ih ging von Hause aus, da es eben sechs geschlagen hatte, und in einer Stunde war ich dort. Uneigentlich. Auf etwas ausgehen, etwas zur Absicht haben. Leer ausgehen, nichts erhalten. Frei ausgehen, ungestraft davon kommen. So auch, Х das wird dir nicht unbestraft, auch wol, nicht ungenossen ausgehen, das wird nicht ungeahndet bleiben. »Ih kann es zufrieden sein, daß man ihm auch jenes nicht für genossen ausgehen lässet.« Lessing. »Allein wenn der Mensch ein Raubthier werden und Unrecht üben will, so gehet es ihm nicht ungestraft aus.« Michaelis. I der Sprache der ältern Gottesgelehrten ist auch von einem Ausgehen des Sohnes vom Vater, und des heiligen Geistes vom Vater und Sohne die Rede, wo man unter ausgehen entweder ein Ausfluß sein, oder ausgesandt werden versteht. II) ntr. mit sein. 1) Aus einem Orte oder Lande gebracht, ausgeführt werden. »Narwa und Pernau haben viel ausgehende aber wenig einkommende Waaren.« Geist der Journ. 2) Nach außen zu gerichtet sein. Ein ausgehender Winkel; in Gegensatz des eingehenden. Uneigentlich, bekannt werden, seinen Ursprung in oder von etwas haben oder nehmen. Es ist ein Befehl ausgegangen. Eine Verordnung ausgehen lassen. — — und Licht und blendendes Glänzen Ging von ihm aus. — — Klopstock. Ungewöhnlich ist es in der Redensart geworden: Etwas in Druck ausgehen lassen, es durch den Druck bekannt machen. 3) Aus der Verbindung mit etwas gerathen. Die Haare gehen ihm aus, fal= len ihm aus. Das Geld ist mir ausgegangen, ich habe es ausgegeben. Die Waare ist mir ausgegangen, ist ganz verkauft worden. I der gemeinen Sprechart, die Seele, der Athem geht ihm aus, er stirbt. Es sind viele Bäume ausgegangen, abgestorben. Dann, so beschaffen sein, daß es aus einem Orte oder von einer Sache gebracht, geschafft werden kann. Die Stiefel gehen schwer aus, lassen sich nicht leicht ausziehen. Der Flecken wird nicht so leicht ausgehen. Eine Farbe, die bald ausgehet. 4) Erlöschen. Das Feuer geht aus. Das Licht ist ausgegangen. Uneigentlich sagt man Х von einem sanft Sterbenden, er geht aus wie ein Licht. 5) Sich enden, Bei den Bergleuten, der Flötz gehet zu Tage aus, zeigt sich gleich an der Dammerde. Das Ausgehende eines Ganges, das Ende desselben. Ungewöhnlich sind die von Ad. angeführten Redensarten. Das Wort gehet auf ein A aus, endigt sich mit einem A. Das Unglück wird über dich ausgehen, wird sich bei dir endigen. Eben so: »Es entstund (entstand) der Peloponnesische Krieg, der zum größten Nachtheil der Athenienser (Athener) ausgieng« (ausging) für ausschlug, endigte. Reinhard. 6) Х I Erfüllung gehen. »Wer weiß, geht dein Traum nicht heute aus.« Weiße. 7) Mit haben, so lange gehen, als nöthig ist; selten. Den Teig ausgehen lassen, ihn so lange gehen oder gähren lassen, als nöthig ist. 8) Ebenfalls mit haben, aufhören in die Höhe zu gehen. Der Teig hat ausgegangen. III) trs. 1) † Durch Gehen aufsuchen, ausfindig machen. Bei den Jägern, ein Wild ausgehen. I Bergbaue, einen Gang ausgehen, ihn mit der Wünschelruthe suchen. 2) Durch Gehen ausmessen. Einen Garten ausgehen. Dann auch, bis zum Ende einer Sache gehen. Die Felder ausgehen. 3) Х Wie austreten, einen Fußsteig ausgehen, ihn durch vieles Gehen machen. Auch, die Schuhe ausgehen, durch häufiges Gehen darin sie weiter, bequemer machen. — Das Ausgehen. Die Ausgehung, ist ungewöhnlich. S. auch der Ausgang.
3976 Zeichen · 79 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ausgehen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Ausgehen , verb. irreg. S. Adelung Gehen , welches in doppelter Gattung üblich ist. I. Als ein Neutrum, und zwar wiederu…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    ausgehen

    Goethe-Wörterbuch

    ausgehen rund 700 Belege A hinausgehen 1 mit persönl Subj a das Haus verlassen, weggehen; gelegentl mit einer best Absic…

  3. modern
    Dialekt
    ausgehenst.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    aus-gehen st. : 1. 'hinausgehen, das Haus verlassen'. a. Heit owend gehn mer aus, ins Gasthaus, ins Kino, auf ein Tanzve…

  4. Sprichwörter
    Ausgehen

    Wander (Sprichwörter)

    Ausgehen 1. Ausgegangen (ausgehen) war nie so gut, daheimgeblieben (bleiben) war besser. – Agricola, 720; Tappius, 174 a…

  5. Spezial
    ausgehen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    aus|ge|hen vb.intr. 1 (hinausgehen) jí fora 2 (enden) se rové, jí a finí, jí fora 3 (erlöschen) se destodé 4 (ausfallen:…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ausgehen

3 Bildungen · 1 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von ausgehen 2 Komponenten

aus+gehen

ausgehen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

ausgehen‑ als Erstglied (1 von 1)

Ausgehendes

Meyers

ausgehen·des

Ausgehendes , der an die Erdoberfläche heraustretende Teil einer Gesteinsmasse.

ausgehen als Zweitglied (2 von 2)

Hinausgehen

Campe

hinaus·gehen

Hinausgehen , v. intrs . unregelm. ( s. Gehen ) mit sein . 1) Aus einem Orte, wo man sich eben befindet, oder vom Redenden weg sich entferne…