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ausgehen

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
13 in 13 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

ausgehen

Bd. 2, Sp. 1126
aus-gehen : 1. heraustreten, ohne Angabe des Zieles, aber stets nach einem entfernten Orte. a. mit persönl. Subj.; se (meine Frau) es eves usgegange etwa zum Einkauf, zum Besuch der Nachbarin; he es usgegange der Mann etwa zur Wirtschaft, zum Spaziergang; he geht mer vill zu winnig us in die Wirtschaft, zum Spiel; us Mäd (Magd) geht alle vierzehn Dag us an einem freien Sonntag Rip, Allg.; dat Vieh geht aus auf die Weide Hunsr; ist eine nähere Entfernung gemeint (etwa der Hofraum) oder soll nur der Begriff des Heraustretens betont worden, dann steht heraus-, hinaus- Rip, Allg.; nur Klevld ist die Konstr. de Kammer udgl. ütgohn aus der K. treten. RA.: Lihn (Lena, im Wortsp. zu lihnen leihen) äs en got Frau, wann se utgeht; äwer wann se wiər soll kuəme, dann dögt (taugt) se net leiht man einem Geld, dann ist man ein prächtiger Mensch; will man es aber wiederhaben, dann taugt man nicht MGladb. En as mat der Flauch (Fladengebäck) ausgangen ist ein Narr Bitb-Dudeld; den os mot dem Flad usgangen Prüm-Wischd. — Im bes. α. nach langer Krankheit a., wieder das Haus verlassen können; no dem langen Läger kann e noch lang net usg.; he ös widder op de Ben, äver dat Usg. wiərd noch jet dure Rip, Allg. — β. nach dem Wochenbette u. nach der Taufe des Kindes zur Aussegnung in die Kirche gehen; meng Frau ös düsen Morgen usgegange Rip, Allg. — γ. aus der Dienststelle treten, vom Gesinde Bergh-Elsd, Jül-Gevelsd, Grevbr-Allr. — δ. aus- u. eingehen, in einem Hause verkehren; do kanns bei mir us- on engohn, du bös mer emmer gefällig; et geht do us on en en dem Hus wie en em Duveschlag (Tauben-) Rip, Allg. — b. herauskommen, hervorbrechen, stets mit best. sachl. Subj. α. Sot (Saat) geht ut keimt hervor; de Komkommersot es nij utgegohn Geld-Sevelen, sonst opgohn, herauskommen. — β. Keimaugen gihn aus treiben; de Aue gihn got aus sagt der Winzer Mos. — γ. den Schwess (Dutschwess) as mer ausgang der Schweiss ist mir ausgebrochen Bitb, Mosfrk; sonst herauskommen, ausbrechen. — δ. das Grausen geht einem aus, man erschaudert Saar, WMosfrk; de Schudern gehn mir aus; de Gruseln (Griseln) gihn em (einem) aus; do semmer die Grosgrine ausgang; de Tronkenellen se mer ausgang; de Hihnerhaut geht mer aus (s. d. W.). — ε. et Lif (Leib) geht us bei Kindern fällt der Mastdarm, bei Kühen die Gebärmutter vor uWupp. — Dem geiht de Arsch met Grundeis aus Bernk. — c. hinausfallen, ausfallen unter völliger Trennung vom bisherigen Standort, mit best. sachl. Subj. α. Haare gehn aus, fallen aus; do söllen enem de Hor usgohn, auch usfallen! Rip, Allg. RA.: En der Zeckt (Zeit) gohn noch männicher Katz de H. aus ehe dies geschieht Prüm (s. Katze). Eich gen der en, dat der de Biərschten (Borsten) ausgehn! Merz-Wadern. — β. ein Zahn geht aus; doch meist ‘fällt aus’. — Am Rechen os en Zangk usgegange Rip, Allg. — γ. das Rad geht aus, fällt heraus Mosfrk sonst herausgehn, –fallen). RA.: Et as em e Rädchen ausgang er ist närrisch Trier-Mehring. — Man hört auch mach net, dat der de Still (Stiel) (aus der Hacke), de Stämpel (aus dem Stuhle) udgl. usgeht, doch meist herusgeht Rip, Allg. — δ. der Stiefel (Schuh) geht got (schlech) us trennt sich gut (schlecht) vom Fusse Rip, Allg. — ε. die Weidenpfeife geht aus, die Rinde lässt sich vom Holze trennen Allg. Bastlösespr.: Sipp, sapp, sieben; Kronen in den Schieben, Fische in dem Bach; Gott gib, dass mein Weidenpfeif ausgeht Eif 1856. Saf, S., Sitten, Schlangen en de Witten, Moken (Frösche) en de Bach, dät mein Hippchen ganz ausgäht! Merz. — 2. zielweisend, mit sachl. u. persönl. Subj. a. wat bret afängk, geht spötz us Schleid, Allg. — b. de Wies (Wod) a. der Grenze entlang das Gras niedertreten, zur Bezeichnung, bis wohin gemäht werden darf Mosfrk; den helzen Berg a. schlafen gehen Malm-Aldring; der Bom utgohn den Baum hinaufsteigen SNfrk. — c. auf etwas a., wie nhd; de geht op Strit ut Nfrk, Allg.; he geht drop us, widder ze hirode Rip, Allg. RA.: Männicher giht of Woll aus un kimmt geschor selwer no Haus Mos. Wer op Schnut (Freierei) usgeiht, weiss och, wo de Leider steiht Köln-Stdt. He mat (macht) e Gesicht wei en Kaz, wann se op Meis (Mäuse) äusgäht Saarbg-Cahren. — 3. zu Ende gehen. a. von der Zeit; dat Johr, dat su got afeng, sall wahl schlech usg. Rip, Allg.; den ganzen usgoəhdegen Dag vollständigen Tag Eup-Raeren; ten utgohnden Dag zum künftigen Frühjahr Ess-Werden. — Die Kirmes (oder eine sonstige Veranstaltung) geht aus; de Kirmes kann net ohne Schlägerei usg. (mehr vorüverg); de Pach geht op Märtesdag us (meist hürt op, es us) Rip, Allg. — Die Schule, Kirche geht aus, zu Ende Allg. RA.: Lihrer, lott (lass) de Schull utg., et send bald siəwen (elf) Uhren usf.! Nfrk. — Das Spiel geht aus Allg. — b. von Örtlichkeiten, bis zum Ende sich erstrecken; de Weg geht us (löf us) op de Haupstross; de Garde geht us oven an der Wis Rip, Allg. — c. mit oder ohne Erfolg verlaufen; dat wiərd net got usg.; die Sach sall wahl got (net g., schlech) u.; dat Spillche wiərd für dech noch schlech u.; he geht leddig us Rip, Allg. RA.: Dat gung üs we op Märgen (Blomen) Huchzett; do wor neust, un kom neust un bliff neust Daun-Neroth. — 4. vernichtet werden, verlöschen, nicht mehr vorhanden sein, mit best. sachl. Subj. a. das Feuer geht aus; et Für, de Lamp, et Lich, de Ove, de Pif (Tabakspfeife) geht us, ös am usg. erlöschen Rip, Allg. RA.: Dem es de Löch utgegohn er ist gestorben Duisb, Verbr.; dem geht et Lämpken (et Let) ut er fällt in Ohnmacht Nfrk; dem es de Stallater (-laterne) utgegange er kann nicht begreifen MGladb; dem es et Garn usgegange er ist am Ende seiner Leistungsfähigkeit Köln-Stadt. En es ausgang wie e Licht hat einen leichten Tod gehabt Mosfrk, Rees; et geht aus wie L. von einem, der langsam dem Tode entgegensieht Hunsr. E gingk duət (tot) us wurde ohnmächtig Sieg-ODollend. Jo, wenn mir net wöre, sät die Lanter (Laterne) zom Mond, do ging se us Jül-Linnich. Frauwe en Owes (Öfen) sölle nit ütg. Klev, Rees. — b. der Atem geht (einem) aus; de Odem, de Lof, de Pif geht mer bal us Rip, Allg.; die Keich geht mer aus Birkf-Herrst; de Küt geht em ut Elbf; et Spier geht em us Wippf-Lindlar. RA.: Treck dra, söns geəht dich de Pif us! eile, wenn du nicht in Unannehmlichkeiten geraten willst; auch Melodie des Zapfenstreiches Aach-Stdt, Rees. Do woər mech bal de Pif utgegange, sät der Mann (der am Galgen hing), du feil he dor der Stropp Kref-Osterath. — c. Brot, Speise, Geld udgl. geht aus; bei suner (solcher) Wirtschaf mag enem lech (leicht) et Geld usg.; et Holz es mer usgegange Rip, Allg. — d. Farbe, Flecken, Schrift udgl. geht aus; et Schrives es mech utgegonge verwischt oder völlig weg; de Färf es utgeg. verblichen oder völlig weg Kemp, Allg.; de Fleck geht ze Leve net us Rip, Allg. — e. Geduld, Mut udgl. geht einem aus; de Geduldsfarem es mer ausgang Hunsr; do geng em de Gedold us Rip, Allg.; de Fadem es em ausgang er wusste nicht weiterzusprechen Hunsr, Allg.; höm geət et Latin us sein Wissen hat ein Ende Aach, Rees; dem geht ene Löns ut er fällt aus der Rolle Kemp-SPeter.
7034 Zeichen · 154 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ausgehen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Ausgehen , verb. irreg. S. Adelung Gehen , welches in doppelter Gattung üblich ist. I. Als ein Neutrum, und zwar wiederu…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    ausgehen

    Goethe-Wörterbuch

    ausgehen rund 700 Belege A hinausgehen 1 mit persönl Subj a das Haus verlassen, weggehen; gelegentl mit einer best Absic…

  3. modern
    Dialekt
    ausgehenst.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    aus-gehen st. : 1. 'hinausgehen, das Haus verlassen'. a. Heit owend gehn mer aus, ins Gasthaus, ins Kino, auf ein Tanzve…

  4. Sprichwörter
    Ausgehen

    Wander (Sprichwörter)

    Ausgehen 1. Ausgegangen (ausgehen) war nie so gut, daheimgeblieben (bleiben) war besser. – Agricola, 720; Tappius, 174 a…

  5. Spezial
    ausgehen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    aus|ge|hen vb.intr. 1 (hinausgehen) jí fora 2 (enden) se rové, jí a finí, jí fora 3 (erlöschen) se destodé 4 (ausfallen:…

Verweisungsnetz

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ausgehen

3 Bildungen · 1 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von ausgehen 2 Komponenten

aus+gehen

ausgehen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

ausgehen‑ als Erstglied (1 von 1)

Ausgehendes

Meyers

ausgehen·des

Ausgehendes , der an die Erdoberfläche heraustretende Teil einer Gesteinsmasse.

ausgehen als Zweitglied (2 von 2)

Hinausgehen

Campe

hinaus·gehen

Hinausgehen , v. intrs . unregelm. ( s. Gehen ) mit sein . 1) Aus einem Orte, wo man sich eben befindet, oder vom Redenden weg sich entferne…