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vereidigen

mhd. bis spez. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

vereidigen

vereidigen

Eid m. ‘feierliche Beteuerung der Wahrheit einer Aussage’. Ahd. eid (8. Jh.), mhd. eit ‘Eid, Schwur, Gelöbnis’, asächs. ēð, mnd. ēt, mnl. eet, nl. eed, aengl. āþ, engl. oath, anord. eiðr, schwed. ed, got. aiþs als gemeingerm. Ausdruck (germ. *aiþa-) der Rechtssphäre (vgl. langobard. aidos Plur. ‘Eideshelfer’, 7. Jh.) stimmt überein mit air. ōeth ‘Eid’; hierbei kann es sich um alte Verwandtschaft, aber auch um Entlehnung der germ. Bezeichnung aus dem Kelt. (wie bei anderen Rechtswörtern, s. Amt, Geisel, Reich) handeln. Die weitere Herleitung ist unklar. Bei einem Vergleich mit anderen Dentalbildungen zur Wurzel ie. *ei- ‘gehen’, z. B. mit aind. itíḥ ‘Gang, Wandel’, ityā́ ‘Gang’, lat. itio ‘Gehen’, iter ‘Weg, Gang, Reise’ und vielleicht auch griech. ó͞itos (οἶτος) ‘Los, Geschick, Schicksal’ ist die Bedeutungsentwicklung schwer nachzuvollziehen (vgl. aber schwed. edgång ‘Eidesleistung’), daher wird auch Zusammenhang mit griech. á͞inos, á͞inē (αἶνος, αἴνη) ‘bedeutsame Rede, Lob’, á͞inigma (αἴνιγμα) ‘dunkle Rede’ und folglich Rückführung auf ie. *ai-, *oi- ‘bedeutsame Rede’ erwogen. – beeidigen Vb. (15. Jh.), auch beeiden (16. Jh.) ‘durch Eid bekräftigen’ und vereidigen Vb. (15. Jh., verbreitet erst im 19. Jh.), älter auch vereiden (mhd. vereiden, bis Ende 18. Jh. gebräuchlich) ‘eidlich verpflichten’ sind Präfixbildungen zum Verb mhd. frühnhd. eiden, eidigen (letzteres schweiz. und obd. noch in jüngerer Zeit) ‘schwören, eidlich verpflichten, beschwören, Strafe leiden’, dem ahd. gieiden ‘eidlich verpflichten’ (10. Jh.) und eidōn ‘Strafe leiden’ (um 1000) vorausgehen. eidlich Adj. ‘durch einen Eid bekräftigt’ (16. Jh.). eidesstattlich Adj. ‘einer beeideten Aussage gleichwertig’, namentlich in Fügungen wie eine eidesstattliche Erklärung, Versicherung und etw. eidesstattlich erklären; junge Zusammenbildung (Mitte 19. Jh.) aus der formelhaften Wendung an Eides Statt (mhd. an eines eides stat, Anfang 14. Jh.), seit dem Frühnhd. auch in der Schreibung an Eidesstatt. Eidgenosse m. ‘Mitglied eines Bundes’, heute vor allem ‘Bürger der Schweiz’; mhd. eitgenōʒ(e) ‘Verschworener, Verbündeter’.
2112 Zeichen · 76 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    vereidigenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    ver-eidigen swv. dasselbe Beh. 194,11.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    vereidigenverb.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    vereidigen , verb. durch eid binden, zusammensetzung zu eidigen th. 3, 86, in älterer zeit selten, doch schon mhd. ( s. …

  3. modern
    Dialekt
    vereidigenschw.

    Pfälzisches Wb.

    ver-eidigen schw. : wie schd., umgspr. Am erschde April bin ich dann dorch de Borjemäschder veʳeidicht worr [ PS-Lu'wink…

  4. Spezial
    vereidigen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    ver|ei|di|gen vb.tr. fá dé joramënt.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit vereidigen

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Ableitung von vereidigen

ver- + eidigen

vereidigen leitet sich vom Lemma eidigen ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von vereidigen 2 Komponenten

ver+eidigen

vereidigen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Keine Komposita gefunden — vereidigen kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

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Cotta, M. (2026). „vereidigen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/vereidigen/pfeifer_etym
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Cotta, Marcel. „vereidigen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/vereidigen/pfeifer_etym. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „vereidigen". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/vereidigen/pfeifer_etym.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
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