lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Biegsamkeit

nhd. bis Lex. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
7 in 7 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
Verweise rein
7
Verweise raus
10

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Biegsamkeit

Biegsamkeit

biegen Vb. ‘in eine von der Geraden abweichende Form bringen, krumm machen’ (reflexiv) ‘sich krümmen, sich beugen’, intransitive Verwendung heute nur im Sinne von ‘bogenförmig die Richtung ändern, einen Bogen machen’, stets mit einer durch Präposition angeschlossenen Ortsangabe (z. B. um die Ecke, in eine Nebenstraße biegen). Ahd. biogan (8. Jh.), mhd. biegen ‘biegen, beugen, krümmen’ (und nicht gesichertes asächs. biogan) entspricht got. biugan ‘beugen’. In den übrigen westgerm. Sprachen weist das starke Verb ablautende Präsensformen (mit Dehnung der Tiefstufe) auf, vgl. asächs. būgan ‘sich beugen’, mnd. būgen ‘beugen, verbiegen, sich biegen, ausweichen’, mnl. būghen ‘beugen, wenden, unterwerfen, sich beugen, geneigt sein’, nl. buigen ‘biegen, beugen, sich biegen, sich beugen’, aengl. būgan ‘sich beugen, sich unterwerfen, sich wenden, nachgeben, zurückweichen, fliehen’ (woraus engl. to bow ‘beugen, krümmen, sich beugen, sich verneigen’ mit schwacher Flexion). Für das Anord. kann nach den belegten Präteritalformen bugu ‘sie bogen’, boginn ‘gebogen’ ein Infinitiv *bjūga oder *būga angesetzt werden (vgl. aber schwach flektierendes schwed. buga sig ‘sich verbeugen’, vielleicht unter mnd. Einfluß). Germ. *beug-, *būg- setzt ie. *bheugh- voraus, während außerhalb des Germ. aind. bhujáti ‘biegt, krümmt sich’ (Part. Perf. bhugna- ‘gebogen, krumm’) und wohl auch air. fidbocc ‘hölzerner Bogen’ auf ie. *bheug- zurückführen, das gleichfalls für semantisch entferntere Bildungen wie griech. phé͞ugein (φεύγειν), lat. fugere ‘fliehen’ und wohl auch für lit. bū́gti ‘erschrecken’ gilt. Wahrscheinlich muß von einer Wurzel ie. *bheug(h)- ‘biegen’ ausgegangen und eine spätere Bedeutungsentwicklung zu ‘zurückweichen, fliehen’ vermutet werden (vgl. auch ‘ausweichen’ im Mnd. und ‘zurückweichen, fliehen’ im Aengl.). Das ursprünglich intransitive germ. Verb, von dem das unter beugen (s. d.) dargestellte Kausativum abgeleitet ist, wird im Hd. (im Unterschied zu den meisten anderen germ. Sprachen, s. oben) seit Beginn der Überlieferung vorwiegend transitiv gebraucht; biegen stimmt daher in seinen Verwendungen oft mit beugen überein. Im älteren Nhd. konkurriert es mit diesem auch als grammatischer Terminus (biegen ‘flektieren’ vom 15. bis ins 18. Jh.). Zur Wortgruppe von biegen gehören ferner Bogen, Bucht, Bügel, bücken (s. d.). – Biegung f. ‘im Bogen verlaufende Stelle, Krümmung, Kurve’, namentlich in älterer Sprache auch als Vorgangsbezeichnung ‘das Biegen, Beugen’ (jetzt nur ‘bogenförmige Richtungsänderung’, vgl. eine Biegung machen), spätmhd. biegunge ‘das Beugen, Verbeugung’; als Fachwort der Grammatik (neben Beugung, s. d.) seit dem 15. Jh. ‘Flexion’, so bis ins 18. Jh. und gelegentlich noch im 19. Jh. Biege f. ‘Kurve, Bogen’ (2. Drittel 20. Jh.), eine wohl im Jargon der Flieger aufkommende, scherzhaft-lässige Bildung, die nicht unmittelbar an älter nhd. (16. bis 18. Jh.) Biege f., mhd. biege f. ‘Beugung, Biegung, Neigung’ (zuvor ahd. biogo m. ‘Biegung, Krümmung, Bogen, Bucht’, 10. Jh.) anschließt. biegsam Adj. ‘leicht zu biegen, geschmeidig’, mit Bezug auf Charaktereigenschaften ‘äußeren Einflüssen zugänglich, fügsam’, vereinzelt im 15. Jh. nachzuweisen (md. byegsam, 1440), geläufig seit Ausgang des 17. Jhs.; dazu Biegsamkeit f. ‘Elastizität, Geschmeidigkeit’ (18. Jh.).
3309 Zeichen · 94 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Biegsamkeit

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Biegsamkeit , plur. inus. der Zustand, in welchem eine Sache biegsam ist, in allen Bedeutungen des vorigen.

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Biegsamkeit

    Goethe-Wörterbuch

    Biegsamkeit a Schmiegsamkeit, Beweglichkeit, Elastizität, Anpassungsvermögen ein Kettchen .. | Das, ganz zur B. gewöhnt,…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Biegsamkeit

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Biegsamkeit , wachsähnliche, ein der Katalepsie (Starrsucht) eigenthümliches Symptom, welches darin besteht, daß während…

Verweisungsnetz

18 Knoten, 15 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 2 Kompositum 11 Sackgasse 5

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit biegsamkeit

1 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von biegsamkeit 2 Analysen

biegeln + -sam + -keit

biegsamkeit leitet sich vom Lemma biegeln ab mit Suffixen -sam und -keit, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Alternativen: biegsam+-keit

Ableitungen von biegsamkeit (1 von 1)

unbiegsamkeit

DWB

unbiegsamkeit , f. , gegentheil der biegsamkeit Frisch (1730) 618 . sinnlich: steifigkeit und unbiegsamkeit der fasern Hufeland kunst 457 ; …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „biegsamkeit". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 17. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/biegsamkeit/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „biegsamkeit". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/biegsamkeit/pfeifer_etym. Abgerufen 17. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „biegsamkeit". lautwandel.de. Zugegriffen 17. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/biegsamkeit/pfeifer_etym.
BibTeX
@misc{lautwandel_biegsamkeit_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„biegsamkeit"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/biegsamkeit/pfeifer_etym},
  urldate      = {2026-05-17},
}