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Oberin

nhd. bis spez. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Oberin

Oberin

ober Adj. (heute nur mit Flexionsendung der obere, ein oberer) ‘oben befindlich, höher gelegen, auf höherer Stufe stehend, übergeordnet’, ahd. obaro (8. Jh.), mhd. ober ist wie das Adjektiv aengl. yferra ‘nachfolgend, höher’ und die Adverbien anord. ofar(r) ‘weiter oben’, got. ufarō ‘darüber’ eine komparativische Bildung mit r-Suffix zu der unter 1ob Präp. (s. d.) behandelten Ortsbestimmung. Die germ. Formen sind vergleichbar mit aind. úparaḥ ‘der untere, hintere, spätere’, awest. upara- ‘der obere, höhere, überlegene’, griech. hýperon, hýperos (ὕπερον, ὕπερος) ‘Mörserkeule’, lat. superus ‘der obere’, die einen Komparativ ie. *upero- fortsetzen. Neben ahd. obaro tritt ein gleichbed. ahd. (besonders obd.) obarōro (um 800) mit zusätzlicher Komparativendung; diesem entspricht der Superlativ ahd. obarōsto (8. Jh.), auch obaristo (11. Jh.), mhd. ob(e)rest, ob(e)rōst, ob(e)rist, öbrist ‘der oberste, höchste’. Substantiviertes mhd. die oberen Plur., frühnhd. ain ober (15. Jh., mit Bewahrung der endungslosen Nominativform des Mhd.) bezeichnet Personen von höherem Rang oder Stand, daher Ober m. ihrem Wert nach unter dem König stehende Spielkarte im deutschen Kartenspiel (Anfang 16. Jh., im Frühnhd. auch Oberbild, 15. Jh., Obermann, Oberbub, 16. Jh.), zu unterscheiden von Ober ‘Kellner’ (Ende 19. Jh.), einer jungen Kürzung aus Oberkellner ‘Zahlkellner’ (18. Jh., vgl. aber schon mhd. oberkelner ‘oberster Kellermeister’, 14. Jh.). Auf Substantivierung des Superlativs beruht Oberst m. ‘hoher militärischer Befehlshaber, Regimentskommandeur’, namentlich ‘im Rang unmittelbar unter dem General (major) stehender Offizier’ (16. Jh., bis ins 18. Jh. auch in der beim Adjektiv nicht mehr gebräuchlichen Form Obrist); daneben wird im älteren Nhd. (vom 15. Jh. an) außerhalb des militärischen Bereichs der Oberste ganz allgemein im Sinne von ‘Vorgesetzter, Vorsteher’ verwendet, ebenso die Oberste ‘Vorsteherin’ (16. Jh.), später ersetzt durch Oberin f. (Ende 18. Jh., seit dem 19. Jh. besonders für ‘Vorsteherin eines Klosters, Heimleiterin, leitende Krankenschwester’). Obers n. bair. öst. ‘Rahm, Sahne’ (17. Jh.), eigentlich Ober(e)s (der Milch), substantiviertes Neutrum von ober. Schlagobers n. ‘Schlagsahne’. – oberhalb Präp. mit Genitiv ‘über’, älter auch Adv. ‘weiter oben gelegen, darüber’, mhd. oberhalbe(n), oberhalp Adv. und Präp.; zum zweiten Glied s. -halb, -halben. Oberwasser n., seit dem 19. Jh. (besonders nordd. und md.) vor allem ‘Vorteil, günstige Position’ in Fügungen wie Oberwasser haben, bekommen, auch jmdm. Oberwasser geben; das zugrundeliegende Bild entstammt dem Mühlenwesen, wo von oben auf das Mühlrad fallendes Wasser (vgl. oberschlächtiges Rad) vorteilhafter für den Antrieb ist. Frühere Belege (vom 15. Jh. an) zeigen Oberwasser in wechselndem Gebrauch für ‘aufgestautes Wasser’, ‘Gebirgswasser’ oder ‘Oberlauf eines Gewässers’. Obrigkeit f. ‘Träger der staatlichen oder kirchlichen Macht, Regierung’ (16. Jh.), zuvor spätmhd. oberkeit, frühnhd. Ober-, Öberkeit in der Bedeutung ‘Herrschaft, Macht, Gewalt’, vgl. mnd. overicheit ‘Macht, Oberherrschaft, Behörde’.
3101 Zeichen · 103 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    oberinf.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    oberin , f. durch ableitendes in aus der obere (ober) ins femininum moviert nach analogie von priorin, dessen verdeutsch…

  2. modern
    Dialekt
    Oberinf.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Oberin f. : ' Vorsteherin in einer religiösen Genossenschaft, Leiterin einer Ordensniederlassung ', Owerin (ōwərin) [ GH…

  3. Spezial
    Oberin

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Obe|rin f. (-,-nen) 1 superiura (-res) f. , monia superiura f. 2 (Oberschwester) capoinfermiera (-res) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit oberin

9 Bildungen · 8 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von oberin 2 Analysen

ober + -in

oberin leitet sich vom Lemma ober ab mit Suffix -in.

Alternativen: ob+-er+-in

Zerlegung von oberin 2 Komponenten

obe+rin

oberin setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

oberin‑ als Erstglied (8 von 8)

Oberinspektion

DRW

ober·inspektion

Oberinspektion, f. wie Oberaufsicht jedoch wo bereit [!] vor diesem sonderbare ordnung vorhanden, so lassen wir es mit vorbehalt unser haben…

Oberinspektor

DRW

ober·inspektor

Oberinspektor, m. Amtsperson, die mit der Oberinspektion betraut ist von dem ober-inspectore der schulen dieses fürstentuums 1651 Frankfurt …

Oberinspektorenamt

DRW

oberinspektor·en·amt

Oberinspektorenamt, n. Amtsgewalt eines Oberinspektors kraft des in heil. goͤttlicher schrift uns anbefohlenen ober-inspectoren-amts 1622 Ha…

Oberinstanz

DRW

oberin·stanz

Oberinstanz, f. wie Obergericht (II) von dem oberappellationsgerichte oder oberinstanz 1650 Gadebusch,Staatskunde I 8 Faksimile personen, we…

oberin als Zweitglied (1 von 1)

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „oberin". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/oberin/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „oberin". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/oberin/pfeifer_etym. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „oberin". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/oberin/pfeifer_etym.
BibTeX
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