Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
schief Adj.
schief Adj.
schief Adj. ‘seitwärts geneigt, nicht gerade’, mhd. (md.) schief, schīf ‘ungerade, verkehrt, falsch’. Das Adjektiv dringt wohl aus dem Mnd. ins Md. vor und ist zunächst selten und ungewöhnlich; vgl. aber schon vereinzeltes ahd. skief ‘nicht gerade, schief’ (11. Jh.). Die Schreibweise mit -ie- bzw. -ī- versucht, den geschlossenen langen ē-Laut des Nd. wiederzugeben. Doch sind Lautform und Schreibung bis ins 18. Jh. erheblichen Schwankungen unterworfen (vgl. schieb, schief, scheif, schef, schöf Stieler 1691, schäf, scheif, schief Frisch 1741). Erst in der 2. Hälfte des 18. Jhs. setzt sich schief durch, und das Wort gewinnt in der Literatursprache allmählich an Verbreitung. Mnd. schēf, mnl. scheyff, nl. scheef, aengl. scāf- (in scāffōt ‘plattfüßig’), anord. skeifr, schwed. skev sowie nhd. (mundartlich) scheib (germ. *skaifa-, *skaiba-) und (mit affektischer Konsonantendoppelung) schepp lassen sich mit lit. skybẽlė ‘Stück, Scheibe, Abschnitt’, (landschaftlich) skybas ‘keilförmiges Stück Land’, lett. šḳībs ‘schief’ und (nasaliertem) griech. skimbós (σκιμβός) ‘hinkend, lahm’ auf ie. *skē̌ip-, *skē̌ibh- ‘schief, hinkend’ zurückführen.