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Schief

mhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Wander
Anchors
18 in 16 Wb.
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Schief

Bd. 3, Sp. 161
Schief 1. Ae Bissel schêf is engelsch. (Oberharz.) – Lohrengel, II, 1. 2. Ein bischen schief bringt unter die Haube. – Simrock, 8991. 3. Ein bischen schief ist ehrlich. (Berlin.) 4. Ein bischen schief ist Mode. (Berlin.) 5. En beten schêv is linkerst lêv. – Dähnert, 402b. Aus kleinen Fehlern macht sich die Liebe nichts. 6. En bettchen scheif hett Gott leiw, segt de scheife Wehrhahne. (Hildesheim.) – Hoefer, 1108; Peik, 258. »'N böäten schêw hät Gott lew, söä de schêwe Schnîder.« (Schlingmann, 1245.) 7. En bietken scheiw dat leiwet. (Westf.) Leiwen = lieben, auch: beliebt machen, gefallen. 8. Je schewer, je lewer, e grade hefft e jeder. – Frischbier2, 3286; für Holstein: Schütze, IV, 29. Als Trost für den, der eine schiefe oder bucklige Frau hat. 9. Je schewer, je lewer, naem Gerade kickt jitweder. – Frischbier2, 3286. 10. Je schewer, je lücke, je mehe de Lüd dana kicke. (Jerentowitz.) 11. 'N bäten schêf hett Godt lêw. – Goldschmidt, 114; Firmenich, I, 233, 68; Diermissen, 195; Schambach, II, 318; hochdeutsch bei Simrock, 8909. In Oldenburg, wo es auf dem Lande wenig oder keine alten Jungfern gibt, finden sogar Verwachsene, wenn sie nur arbeiten können, einen Witwer zum Mann, der dann wol über den Höcker oder das schiefe Bein seiner Erwählten scherzend das obige Sprichwort gebraucht. 12. 'N bäten schêf is vörnehm. (Oldenburg.) – Firmenich, I, 233, 69. 13. 'N bäten schêw is lîker (dennoch, gleichwol) lêw. (gen.) – A. Ruge, Aus früherer Zeit, I; für Strelitz: Firmenich, III, 72, 65; für Mecklenburg: Günther, II, 200, 43. 14. 'N bêt schêf is engelsch. (Pommern.) Frischbier2 (Nr. 307) hat es aus Elbing in der Schreibung: »Beit schäf öss englisch.« Das beigefügte Fragezeichen wird hier seine Erledigung finden. Die Redensart wird zwar auch auf Schiefgewachsene, aber vorherrschend dann angewandt, wenn jemand sagt, dass ein Kleidungsstück oder einem Frauenzimmer der Haarscheitel schief sitze. Da heisst es: Laot men, 'n bêt schêf is engelsch. 15. 'N bîtjet schêf swirt up best. – Bueren, 937. Was im übrigen Deutschland die Kirchweihen oder Kirmsen, sind in Ostfriesland, wo diese gänzlich unbekannt sind, die Jahrmärkte, wo in Wirthshäusern und grossen Buden, in denen Branntwein geschenkt wird (Sudeltelten), getanzt und gezecht wird. Dahin führt nun der Bursche sein Mädchen, das ihm oft ohne ernstliche Heirathsabsicht nur für diese Gelegenheit angehört und seine Marktsbrût, wie im übrigen Deutschland Kirchweihschatz heisst. Eine Marktsbrût auf diese Art zu Tanz führen und tractiren (freihalten) heisst: swiren, an d' Swir wäsen, und wer diesem Vergnügen stark ergeben ist, ist ein Swirbold. Swiren heisst aber auch mit seitwärts überhängendem Leibe in weiten Bogengängen nach links und rechts Schlittschuh laufen, sonst swäjen, butenbêns- lôpen genannt. In dem obigen Sprichwort scheint auf beide Bedeutungen von swiren angespielt zu werden und demgemäss zugleich schêf zweideutig zu sein, wie auch »schräg« und »schief geladen haben«, angetrunken sein heisst. (Vgl. Frommann, IV, 350 u. 360, 29.) Holl.: Een beetje scheef dat juffert (oder: zwiert) wel. (Harrebomée, I, 367b.) 16. Schêf as vierlanner Bên', seggen de Altonaer. – Hoefer, 13. 17. Schief hat sich auch lief. 18. Schief zu sein wäre mir unerträglich, sagte die buckelige Liese. Aehnlich russisch Altmann VI, 388. 19. So schéif as de Wéäg na Oaken. – Frommann, 163, 133. So schief wie der Weg nach Aachen. 20. So schèif as 'ne Bricke1. (Grafschaft Mark.) – Frommann, V, 162, 183. 1) Ein krummes Holz, an dem Schlachtvieh aufgehängt wird. 21. Wat scheif es, dat leiwet. (Sauerland.) 22. Wenn man auch schief sitzt, man muss doch gerade sprechen. – Schlechta, 60. 23. Wer schief ist, sieht den Buckel im Spiegel nicht. Die Russen: Wenn die Schiefe nackt vor dem Spiegel steht, übersieht sie ihren Buckel. (Altmann VI, 439.) 24. Da bist du schief gewickelt. Du bist im Irrthum, siehst die Sache falsch an. 25. Damit du nicht schief werdest. (Ostpreuss.) Bei scherzweisen Backenstreichen rechts und links. 26. Einen schief ansehen. – Braun, I, 3850. 27. Er hat schief geladen. (S. Oberstübchen 3.) – Masson, 377. Ist schwer betrunken. 28. Er sitzt schief zu Pferde. 29. Es geht schief. – Braun, I, 3850. 30. He löpt so scheif as ennen Hond van Aerdangen. (Meurs.) 31. Hei is schèiw wickelt. (Westf.) 32. Man wird schief angesehen. – Eiselein, 548.
4388 Zeichen · 129 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    SCHIEFadj.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    SCHIEF adj. schief, ungerade, verkehrt, falsch. vgl. schiec. er was getreten schief in ergerunge Pass. K. 204,84. wirfet…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schief

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Schief , -er, -este, adj. et adv. verschoben, das ist, von der Horizontal- oder Perpendicularlinie abweichend, und in we…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schief

    Goethe-Wörterbuch

    schief subst neutr Kleinschr B12,220,11 ; ‘s-e’ N8,162,23 nach LA II 9A,495 ‘Schärfe’ zu lesen 1 vom Senkrechten od Waag…

  4. modern
    Dialekt
    schief

    Schweizerisches Idiotikon · +4 Parallelbelege

    schief Band 8, Spalte 380 schief 8,380

  5. Sprichwörter
    Schief

    Wander (Sprichwörter)

    Schief 1. Ae Bissel schêf is engelsch. ( Oberharz. ) – Lohrengel, II, 1. 2. Ein bischen schief bringt unter die Haube. –…

  6. Spezial
    schief

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    schief I adj. 1 (krumm) stort (-rc, -a) 2 (geneigt) incliné (-ná, -nada), stort (-rc, -a) 3 cech (cec, ceca) 4 ‹fig› (un…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schief

231 Bildungen · 226 Erstglied · 3 Zweitglied · 2 Ableitungen

schief‑ als Erstglied (30 von 226)

Schiefansehen

GWB

schief·ansehen

*Schiefansehen von der Mittellinie abweichende, nicht rechtwinklige Blickrichtung des Auges; im opt Versuch zur Entstehung farbiger Ränder S…

Schiefbahn

Meyers

schief·bahn

Schiefbahn , Dorf im preuß. Regbez. Düsseldorf, Kreis Gladbach, an der Staatsbahnlinie Neuß-Viersen, hat eine kath. Kirche, Synagoge, bedeut…

schiefbein

DWB

schief·bein

schiefbein , n. schiefes bein; einer, der schiefe beine hat. Campe ; gewöhnlich im letzteren sinne, nd. schêfbên brem. wb. 4, 625. Danneil 1…

schiefbetel

DWB

schief·betel

schiefbetel , m. ein betel ( stemmeisen ), der gegen die schärfe etwas krumm zuläuft, und von blockdrehern gebraucht wird, um unebenheiten i…

schiefblick

DWB

schief·blick

schiefblick , m. : eine art von schiefblick in sittlichen dingen. Göthe 46, 359 ( im franz. original: une sorte de travers dans la vue moral…

schiefbruch

DWB

schief·bruch

schiefbruch , m. fractura obliqua, ausdruck der chirurgie, z. b. ein beinbruch mit schiefer oder unegaler bruchfläche. Jacobsson 7, 204 a .

schiefdenker

DWB

schief·denker

schiefdenker , m. : die schiefdenker, die überall gefahr sahen wo keine war, wissen sich jetzt viel mit ihrer scharfsichtigkeit — das schwer…

Schiefe Ebene

Meyers

schiefe·ebene

Schiefe Ebene , eine zur Horizontalebene AC (s. Figur ) geneigte Ebene AB. Denkt man sich von einem Punkt B der schiefen Ebene eine Senkrech…

schiefeln

DWB

schief·eln

schiefeln , verb. : scheiffelen, schieffelen, compotitori par pari non referre. Schottel 1396 ( studentenausdruck? ); bei Stieler 1779 im si…

schiefer

DWB

schi·efer

schiefer , m. festuca, lapis fissilis, scissilis. ahd. scivero, steinsplitter, mhd. schivere und schevere, in starker form auch schiver und …

schief als Zweitglied (3 von 3)

koverschief

MWB

kover·schief

koverschief stF. aus afrz. cuevrechief (Suolahti 1,130, Tobler/  Lommatzsch 2,1122); vgl. mnl. coeverkief (MNW3,1672). schleierartige Kopfbe…

windschief

DWB

wind·schief

windschief , adj. , zu winden, st. vb., volksetymologisch auf 1 wind bezogen; vgl. windschelch . 1 1) eigentlich vom holz, von bäumen, wofür…

Ableitungen von schief (2 von 2)

schiefe

DWB

schiefe , f. schiefe beschaffenheit, schiefe lage, schiefheit, obliquitas. Adelung : die schiefe der ecliptik, obliquitas eclipticae Frisch …

Verschiefen

Campe

○ Verschiefen , v. trs . schief machen. »Ein Gesicht, verschieft durch Stolz, Geiz « Lavater. Uneigentlich, eine schiefe, falsche  Richtun…