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unklug

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

unklug adj. adv.

Bd. 24, Sp. 1094
unklug, adj. adv. , gth. v. klug. in den steigerungsformen ohne umlaut. seit dem 15. jh. langsam neben älterem unweise sich zur geltung bringend. mnd. unclouck stultus Diefenbach n. gl. 351b; Strodtmann Osnabr. 243; Bauer-Collitz 108a; Fr. Reuter. n. uklog. schwed. oklok. vgl.aber-, dünkel-, wahn-, halbklug, unklüglich. 11) gth. v. klug 5, u. zwar a) nicht gescheid, weltunklug, -unläufig (klug 5 a): ich bleibe ein unkluges kind Tieck 2, 276. b) gth. v. klug 5 b, c, wer sich auf seinen vortheil nicht versteht, unschlau, zu ehrlich, franz. impolitique, von sachen zweckwidrig, unangebracht u. ä.: von Cytharista, der seine verse nicht drucken läszt: entscheidet mir die frage, ob er mehr klug, mehr unklug ist Lessing 1, 31; Holtei erz. schr. 17, 169; einer ... in ihrer klugheit selbst unklugen .. despotie Göthe 49, 348, 15 W.; aber so u. war E. nicht, um zu einer bewegung die hand zu bieten, die ... Ranke 14, 216; sein unklug-heftiges verfahren 1, 270; unkluge ehrlichkeit G. Keller 6, 198; desto unkluger wäre es, wenn ... Raupach dram. werke ernster g. 5, 266; so hat er ... es u. angefangen Holtei erz. schr. 3, 82; u. (unrichtig) rechnen H. v. Barth kalkalpen; höchst unkluger weise Möser 2, 343. c) unvorsichtig, unüberlegt, unbesonnen, unbedacht, übereilt: man hat von jeher das unternehmen des jungen Konrads .. für u. und unüberlegt gehalten M. J. Schmidt gesch. d. Deutschen 3, 88; unkluger jüngling Schiller 13, 374; du muszt nichts unkluges, nichts unklug von ihm verlangen Göthe 8, 268, 2 W.; u. und unvorsichtig Fontane I 4, 441. vgl. unklugheiten indiscretions, étourderies. d) unverständig, dumm, ohne einsicht, thöricht, stultus Diefenbach n. gl. 351b: und was doch sunst nit ein unartig noch unkluog man G. Alt b. d. cronicken (1493) 132b; leute, die sonst nicht ganz u. waren G. Keller 4, 197; unkluges zeug Eichendorff 2, 383; adv. Weckherlin 1, 343, 2; subst. Gottsched d. neueste 4, 543; Herder 6, 200. vgl.klug 5 e. Adelung verlangte für die edlere schreibart unweise, das wir heute von unklug wie weise von klug (s.klug 3, 4) trennen. gelinder als dumm, thöricht, närrisch ( Campe), vielfach euphemisch empfunden (Adelung, Krünitz). e) nicht klug (s.klug 5 f α, γ) vielfach entsprechend, verrückt, nicht recht bei sinnen, bei troste u. dgl.: Bauer-Collitz 108, auch von einer rappeligen uhr 223; ihr wiszt, dasz unsre alte Gertrud seit einiger zeit krank und das ist, das man u. nennen musz Tieck 20, 350; frau! frau! ich werde u. im kopf! 5, 580. beliebt in mundartlicher rede, im hausdeutsch, in der umgangsspr., in redensarten, aber auch literatursprachlich: Bauer-Collitz 203a; dasz ich halb u. vom zeichnen ... bin, wird F. v. St. sagen Göthe IV 8, 261 W.; u. werden überschnappen Lichtenberg briefe 3, 172; Heine 3, 173; sind sie u., junger mann? Holtei erz. schr. 24, 75; sie sind u.! 37, 195; du bist wohl gar u.? 11, 357; 18, 177; unkluger B. Brentano an S. Mereau 1, 71. einem unklugen blitzkerl (des königs spaszmacher) A. W. Schlegel Shak. 3, 330 (Hamlet 5, 1); die schöne unkluge (pilgernde thörin) Göthe 24, 90, 19 W.; Tieck 11, 171; J. H. Voss krit. bl. 1, 390 (1 Sam. 21, 15); bei toll und u.! Grillparzer 6, [] 153; G. Keller 5, 115; wie ein unkluger, eine unkluge umherirren, rasen, laufen, lachen u. dgl.: Bauer-Collitz 223a; Engel 12, 205; G. Keller 4, 293. wie närrisch, rasend u. dgl. im nd. auch blosz steigernd 'sehr, stark' (Frommann mundarten 5, 184): de junge is gans unklauk klauk. abgeschwächt wie klug 5 f β 'unsinnig, verkehrt' u. dgl.: meines thörigen lebens, welches doch in der darstellung fast noch unkluger aussieht, als es an sich war Göthe IV 24, 73, 14 W.; J. H. Voss ged. 2, 280; Gervinus gesch. d. d. dicht. 5, 156. 22) gth. v. klug 9, nicht sparsam, verschwenderisch: u. mit dem köstlichen wein verfahren Göthe IV 29, 247, 12 W. (nach 1 c, d verstanden); vielleicht auch Chr. Bruno de officio mariti 12b. sonst unüblich. 33) vielfach bezieht sich u. wie klug 11 u. 5 a γ (vgl. schon unklug 1 b, c) auf den einzelnen fall, ohne wesenseigenschaft zu bezeichnen: als er u. von einem abschüssigen ufer herab die klare welle schöpfen will Göthe 49, 124, 12 W.; 2, 145 (Ilmenau 112); auf die thörichten jungfrauen des evangeliums anspielend: ein sehr unkluges fräulein Heine 6, 246; er ... war so u., sich gleich ... mathematische werke zu kaufen Herwegh briefe (1896) 361; wegen des unklugen und unzeitigen eifers Vischer ästhet. 1, 307; Rückert 2, 254. 44) sprichwörtlich: der klügste ist oft u. quisquis plus justo non sapit, ille sapit Stieler 987; unklok regerd de welt un de knüppel de hund (Rendsburg) Wander 4, 1462; Körte 204; Düringsfeld (1875) 1, 257b. Pansner schimpfwb. 73b. —
4761 Zeichen · 166 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Unklug

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Unklug , -klüger, -klügste, adj. et adv. der Gegensatz von klug, welcher im gemeinen Leben oft als ein glimpflicher Ausd…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    unklug

    Goethe-Wörterbuch

    unklug [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    unklug

    Rheinisches Wb.

    un-klug: nach dem Nhd.

  4. Sprichwörter
    Unklug

    Wander (Sprichwörter)

    Unklug Unklok regerd de Welt, un de Knüppel de Hund. ( Rendsburg. )

  5. Spezial
    unklug

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    un|klug adj. 1 imprudënt (-nc, -a), malprudënt (-nc, -a), zënza ce 2 (töricht) da tec.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unklug

3 Bildungen · 1 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von unklug

un- + klug

unklug leitet sich vom Lemma klug ab mit Präfix un-.

Zerlegung von unklug 2 Komponenten

unk+lug

unklug setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

unklug‑ als Erstglied (1 von 1)

unklugheit

DWB

unklug·heit

unklugheit , f. , gth. der klugheit ( s. d. 2/3) u. mangel daran. schwed. oklokhet. dän. uklogskab: sein unklghait ... zwinget mich, das ic…

unklug als Zweitglied (1 von 1)

neunklug

DWB

neun·klug

neunklug , adj. gleich neungescheid: wo das übel sitzt, hat keiner dieser neunklugen gewahrt. F. L. Jahn merke zum deutschen volksthum 269 ;…

Ableitungen von unklug (1 von 1)

Unkluge

GWB

Unkluge [bisher nicht publizierter Wortartikel]