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Obers

nhd. bis Lex. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
5 in 5 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Obers

Obers

ober Adj. (heute nur mit Flexionsendung der obere, ein oberer) ‘oben befindlich, höher gelegen, auf höherer Stufe stehend, übergeordnet’, ahd. obaro (8. Jh.), mhd. ober ist wie das Adjektiv aengl. yferra ‘nachfolgend, höher’ und die Adverbien anord. ofar(r) ‘weiter oben’, got. ufarō ‘darüber’ eine komparativische Bildung mit r-Suffix zu der unter 1ob Präp. (s. d.) behandelten Ortsbestimmung. Die germ. Formen sind vergleichbar mit aind. úparaḥ ‘der untere, hintere, spätere’, awest. upara- ‘der obere, höhere, überlegene’, griech. hýperon, hýperos (ὕπερον, ὕπερος) ‘Mörserkeule’, lat. superus ‘der obere’, die einen Komparativ ie. *upero- fortsetzen. Neben ahd. obaro tritt ein gleichbed. ahd. (besonders obd.) obarōro (um 800) mit zusätzlicher Komparativendung; diesem entspricht der Superlativ ahd. obarōsto (8. Jh.), auch obaristo (11. Jh.), mhd. ob(e)rest, ob(e)rōst, ob(e)rist, öbrist ‘der oberste, höchste’. Substantiviertes mhd. die oberen Plur., frühnhd. ain ober (15. Jh., mit Bewahrung der endungslosen Nominativform des Mhd.) bezeichnet Personen von höherem Rang oder Stand, daher Ober m. ihrem Wert nach unter dem König stehende Spielkarte im deutschen Kartenspiel (Anfang 16. Jh., im Frühnhd. auch Oberbild, 15. Jh., Obermann, Oberbub, 16. Jh.), zu unterscheiden von Ober ‘Kellner’ (Ende 19. Jh.), einer jungen Kürzung aus Oberkellner ‘Zahlkellner’ (18. Jh., vgl. aber schon mhd. oberkelner ‘oberster Kellermeister’, 14. Jh.). Auf Substantivierung des Superlativs beruht Oberst m. ‘hoher militärischer Befehlshaber, Regimentskommandeur’, namentlich ‘im Rang unmittelbar unter dem General (major) stehender Offizier’ (16. Jh., bis ins 18. Jh. auch in der beim Adjektiv nicht mehr gebräuchlichen Form Obrist); daneben wird im älteren Nhd. (vom 15. Jh. an) außerhalb des militärischen Bereichs der Oberste ganz allgemein im Sinne von ‘Vorgesetzter, Vorsteher’ verwendet, ebenso die Oberste ‘Vorsteherin’ (16. Jh.), später ersetzt durch Oberin f. (Ende 18. Jh., seit dem 19. Jh. besonders für ‘Vorsteherin eines Klosters, Heimleiterin, leitende Krankenschwester’). Obers n. bair. öst. ‘Rahm, Sahne’ (17. Jh.), eigentlich Ober(e)s (der Milch), substantiviertes Neutrum von ober. Schlagobers n. ‘Schlagsahne’. – oberhalb Präp. mit Genitiv ‘über’, älter auch Adv. ‘weiter oben gelegen, darüber’, mhd. oberhalbe(n), oberhalp Adv. und Präp.; zum zweiten Glied s. -halb, -halben. Oberwasser n., seit dem 19. Jh. (besonders nordd. und md.) vor allem ‘Vorteil, günstige Position’ in Fügungen wie Oberwasser haben, bekommen, auch jmdm. Oberwasser geben; das zugrundeliegende Bild entstammt dem Mühlenwesen, wo von oben auf das Mühlrad fallendes Wasser (vgl. oberschlächtiges Rad) vorteilhafter für den Antrieb ist. Frühere Belege (vom 15. Jh. an) zeigen Oberwasser in wechselndem Gebrauch für ‘aufgestautes Wasser’, ‘Gebirgswasser’ oder ‘Oberlauf eines Gewässers’. Obrigkeit f. ‘Träger der staatlichen oder kirchlichen Macht, Regierung’ (16. Jh.), zuvor spätmhd. oberkeit, frühnhd. Ober-, Öberkeit in der Bedeutung ‘Herrschaft, Macht, Gewalt’, vgl. mnd. overicheit ‘Macht, Oberherrschaft, Behörde’.
3101 Zeichen · 103 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    ObersDas

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    † Das Obers , o. Umend. u. Mz . etwas das oben ist, in Österreich und Franken der Rahm auf der Milch.

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Obers

    Goethe-Wörterbuch

    Obers der Rahm auf der Milch; im Bild B20,232,17 Eybenberg 4.12.08 [ Zit s v latte ] Syn der M.’) Rahm Sahne Schmant Sch…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Obers

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Obers , in Süddeutschland soviel wie Rahm.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit obers

318 Bildungen · 317 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

obers‑ als Erstglied (30 von 317)

Obersaal

Campe

ober·saal

Der Obersaal , — es, Mz. — säle , der obere Saal, ein Saal in einem obern Stockwerke. Stieler.

Obersachsen

Campe

obers·achsen

Obersachsen , — s , o. Mz . das obere Sachsen, einer der ehemahligen Deutschen Reichskreise, welcher vom Niedersächsischen, Oberrheinischen,…

obersächsisch

GWB

ober·saechsisch

obersächsisch auf die mitteldt Region Obersachsen bezogen a identifizierend [ betr Gespräch zwischen Goethe u den weimarischen Prinzen über …

obersäule

DWB

ober·saeule

obersäule , f. : oberseulen, antes, tigna transversaria Stieler 1694 .

Obersalzfaktor

DRW

ober·salzfaktor

Obersalzfaktor, m. Mitglied des Führungs- und Aufsichtspersonals eines Salzwerks daß der dritte theil von allen strafen ... zwischen dem ers…

Obersaône

Meyers

Obersaône ( Haute-Saône ), Departement im östlichen Frankreich, nach der obern Saône benannt, gebildet aus dem nördlichen Teil der Franche-C…

obersatz

DWB

ober·satz

obersatz , m. der die allgemeine regel enthaltende vordersatz eines syllogismus Kant 1, 454 ff. 4, 206. Trendelenburg log. untersuch. 3 2, 3…

Obersatzchopf

Idiotikon

Obersatzchopf Band 3, Spalte 415 Obersatzchopf 3,415

obersaum

DWB

ober·saum

obersaum , m. oberer saum: am hemde gestickter obersaum. Göthe 31, 219 ; in der baukunst das plättchen am ablauf unter dem halsglied des säu…

Obersavoyen

Meyers

ober·savoyen

Obersavoyen ( Haute-Savoie ), Departement im südöstlichen Frankreich, ist aus dem nördlichen Teil des ehemaligen Herzogtums Savoyen gebildet…

Obersch

PfWB

ober·sch

Obersch Gen.? : ' unordentlicher Haushalt '. »Die Frau hat e schöni Burg, wenn sie einen unordentlichen Haushalt hat. Gleichbedeutend damit …

Obersch(eⁿ)

Idiotikon

Obersch(eⁿ) Band 1, Spalte 54 Obersch(eⁿ) 1,54

Oberschach

PfWB

ober·schach

Ober-schach Gen.? : FlN, Oberschach [LA-Nußd ( Wilde 294)]; vgl. Mittelschachen . —

Oberschädel

GWB

ober·schaedel

Oberschädel [ betr Ausgrabungen am Romstedter Grabhügel ] erkläre ich hierdurch, daß ich für einen vollkommenen unbeschädigten O., der noch …

Oberschaf

PfWB

ober·schaf

Ober-schaf n. : 'besonders einfältiger Mensch', -schof [ LA-Nußd ]. —

Oberschaffer

DRW

obersch·affer

Oberschaffer, Oberschaffner, m. I Aufseher, Verwalter in leitender oder übergeordneter Position vgl. Oberaufseher vorsumet he [knecht] dat […

oberschafferin

DWB

ober·schafferin

oberschafferin , f. was oberschaffnerin, dann auch eine, die vorzugsweise etwas herbeizuschaffen versteht: soll geld geschaft sein, oberscha…

oberschaffner

DWB

obersch·affner

oberschaffner , m. , dazu das fem. die oberschaffnerin seines hauses. Wieland 39, 159 ; auf mittel- und norddeutschen eisenbahnen der zugfüh…

oberschaft

DWB

ober·schaft

oberschaft , f. superioritas: damit er dy oberschaft derselben kirichen bekenn. Haltaus 1439 ( aus Schöttgen-Kreysigs diplom. 1, 81 b vom j.…

oberschale

DWB

ober·schale

oberschale , f. was obertasse; bei den fleischern das obere stück ziem von der keule des rindes. Amaranthes frauenzimmerlex. 1348 ; die ober…

Ableitungen von obers (1 von 1)

obersê

Lexer

ober-sê stm. BMZ der obere see Zürch. jb., vgl. Öh. 56,25.

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APA
Cotta, M. (2026). „obers". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/obers/pfeifer_etym
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Cotta, Marcel. „obers". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/obers/pfeifer_etym. Abgerufen 15. May 2026.
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Cotta, Marcel. „obers". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/obers/pfeifer_etym.
BibTeX
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