vorrichtung,
f. ,
das jetzt so auszerordentlich oft, jedenfalls weit öfter als vorrichten gebrauchte wort hat sich erst in neuerer zeit so verbreitet, Adelung
verzeichnet es noch ohne jede gebrauchsangabe. 11)
selten in rein verbaler anwendung: die vorrichtung,
la préparation, l'arrangement Schwan
nouv. dict. (1783) 2, 973
b; '
die handlung, da man etwas vorrichtet; ohne mehrzahl' Campe (
s. aber unten); und wird die vorrichtung zue der commissarii beywohnender discretion und aufrichtigkeit gestellet
verh. d. schles. fürsten u. stände 1, 121
Palm (
hier vielleicht für verrichtung). —
man sagt wohl: vorrichtung treffen, dasz ...; an gehöriger vorrichtung (
zum rasieren) fehlte nichts mehr Göthe 25, 172
W. —
prägnant: vorrichtung im bergbau ist die untersuchung der lagerstätte Lueger
lex. d. ges. technik (1894) 7, 817;
vgl. vorrichten 2 a. —
der verbale sinn kann besonders im plural hervortreten oder nachwirken: seine vorrichtungen dazu verdienen erzählt zu werden Göthe 44, 332
W.; nach solchen vorrichtungen weiht der symboliker seinem indischen Dionysos noch eine eigene betrachtung Voss
antisymbol. 1 (1824) 79; (
sie) hatte eine fuszreise angetreten. groszer vorrichtungen bedurfte sie nicht Holtei
erz. schr. (1861) 4, 143; die vorrichtungen zu dem ball heute abend hielten alles in athem Spielhagen (1877) 1, 514; nach dem trauerhause, dessen räume alle von den vorrichtungen des leichenmahles belebt waren G. Keller (1889) 1, 256. 22)
meistens aber nimmt das wort gegenständliche bedeutung an: '
dasjenige, was man, als zu einer arbeit nöthig vorher in stand setzt, die werkzeuge und geräthe und ihre nöthige einrichtung, stellung' Campe;
am vollkommensten wird der gegenständliche sinn erreicht, wenn etwas dauerndes, zu bestimmter leistung hergestelltes, zu einem ganzen gehöriges gemeint ist, so in unendlicher mannigfaltigkeit in der sprache der technik. vorrichtung an einem dampfkessel; bohr-, dreh-, fräsvorrichtung
u. s. w. das wort kann aber auch in einem freieren sinne gebraucht werden, wobei der sinn des vorbereitens für irgend einen besonderen, unter umständen einmaligen zweck hervortritt und auch die verbale grundbedeutung noch nachwirken kann. 2@aa) eine runde, von holz gedrehte vorrichtung mit zwey kreuzweis gelegten ... glasplatten Göthe IV 37, 47
W.; er nahm aus dem wandschranke ein lichtstümpfchen, steckte es in den hals einer flasche und ging mit dieser vorrichtung aus dem stegreife davon Immermann 1, 12
B.; (
töne,) die eine menschenhand mit nicht mehr als fünf fingern auf einer einfachen geige ohne vorrichtung hervorzubringen im stande ist Castelli (1844) 10, 142; die vorrichtung eines tropfbades hing an der decke Gutzkow
zauberer v. Rom (1858) 3, 219; feuerschiffe, welche die feindlichen vorrichtungen durchbrechen sollten Ranke (1867) 15, 209; räume, vorrichtungen oder gerätschaften, die er zur verrichtung der dienste zu beschaffen hat
bürgerl. gesetzb. § 618. 2@bb)
mit näherer charakterisierung: eine sehr sinnreiche vorrichtung Nicolai
reise durch Deutschland (1783) 1, 271; durch eine sehr geistreiche vorrichtung Göthe 25, 211
W.; vermöge einer sehr pfiffigen vorrichtung E. Th. A. Hoffmann 10, 24
Gr.; die beleuchtung dieses saales ging von einer sonderbaren vorrichtung aus Gutzkow (1872) 6, 184; eine einfache vorrichtung. 2@cc)
der besondere zweck kann auf verschiedene weise angegeben werden: vorrichtungen zum übersetzen (
zum springen auf dem reitplatz) Vieth
encycl. d. leibesübungen (1793) 2, 541; vorrichtung zur beischaffung (
der wölbsteine) Göthe 42, 1, 47
W.; die verschiedenen vorrichtungen zur ergründung des erdmagnetismus A. v. Humboldt
kosmos (1845) 2, 144; die vorrichtungen zum selbstgefälligen stiefelputzen Gutzkow (1872) 5, 311; allerlei vorrichtungen zur aufnahme des gepäcks G. Keller (1889) 5, 12. — (
im Delta) sind ungeheure vorrichtungen für die gräber gemacht worden Hegel (1832) 9, 225. — die zeit ist eine vorrichtung in unserm gehirn, um dem durchaus nichtigen daseyn der dinge und unserer selbst einen schein von realität ... zu geben Schopenhauer 5, 300
Gr.; nichts von einer vorrichtung ..., an der hauswand bis zum fenster hinaufzukommen W. Scholz
erz. (1924) 172. — eine vorrichtung, vermittelst welcher man wasser schöpfen konnte Smidt
mittheil. aus d. tageb. eines nord. seemannes (1830) 177. 33)
als erstes glied in zusammensetzungen: die aus- und