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wirtschaften

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wirtschaften vb.

Bd. 30, Sp. 681
wirtschaften, vb. intr. mhd., ahd. wirtscheften, wirtskeften, aus vorahd. wirtscaftjan; as. wirtscapôn in uuirscapondis epulantis van Helten altniederfränk. psalmenfragm. (1902) 87 (zu psalm 41, 5); mnd. wer(t)schapen, wer(t)schoppen; mnl. wertscapen, nl. waardschapen. ableitung von wirtschaft, dessen einzelnen bedeutungen es, mit einigen sonderheiten, folgt. 11) ein gastmahl, mahl oder gelage halten, bzw. daran teilnehmen, schmausen, überhaupt essen und trinken. convivare Diefenbach gl. 149b; convivari gemma gemmarum (1508) 92a; epulari Diefenbach 205c; convesci ebda 149a; commensari, comessari ebda 135b. nie nach wirtschaft I A 1 'die bewirtung ausüben, ein gastmahl herrichten', daher auch nicht als 'häusliche arbeiten verrichten zur ermöglichung der mahlzeiten', die verbindung zu 3 herstellend; vgl. aber wirtschaft II B 1, insbesondere den beleg aus H. Sachs und wirten, sp. 653. — vom ahd. bis zum frühnhd. überaus selten, da durch verbale verbindungen wie (eine) wirtschaft haben, halten u. s. w. (vgl. wirtschaft I A 4) ersetzt; daher ausdrücklich: wirtschafften oder wirtschafft haben convivare voc. pr. pon. dict. (1513) k 4. in geistlichen übersetzungstexten meist für 'epulari': der (himmlische könig) hiute mit sinere gemâhelan mit ter heiligen cristinheit wârlichen und âna zwivel keistlichen wirtskeftit (epulatur) Diutiska 2, 280 Graff; subst. inf.: Jacob weste wol daz unde kunde, daz wirtscheften gar selden mac sich volenden an leitbejac Hiob 576 Karsten; häufiger in den vorreformatorischen bibelübersetzungen, nicht bei Luther, der 'epulari' mit 'fröhlich leben' wiedergibt: darum wir wirtschaften, nit in dem alten hefel, noch in dem hefel dez ubelz und in der schalkhait, wan in den derben der lauter und der warhait codex Teplensis 2, 26 Huttler; isse vor deim herren gott, und wirtschefft du vnd dein haus erste dtsche bibel 4, 181; ein mensche was rîche ... und wirtschefte tegelîchen und schînberlîchen Matth. von Beheims evangelienbuch Luc. 16, 19 (dafür Luther: lebte alle tage herrlich und in freuden); vgl. dazu wirtschaften opipare Diefenbach gl. 397c, sowie [] wirtschaft I A 5. auch weiterhin selten und mit wirtschaft I A 'mahl', auch in den maa., absterbend: und das einichs reichtmer nicht verborgen wern, so gepote er offenlich ze wirtschaften G. Alt buch d. chroniken (1493) 52b. 22) das gewerbe eines gastwirts ausüben; cauponari Aler dict. (1727) 2, 2201a, mit hinweis auf wirten (s. d.). selten; es scheint, dasz wirtschaft I B 'gewerbe, tätigkeit des gastwirts' keine selbständige verwendung des verbs nach sich gezogen hat, sondern dasz w. 'ein hauswesen verwalten' (s. u. 4) nur gelegentlich spezialisiert wird zu 'das hauswesen eines gastwirts verwalten': 'gast- oder schenkwirtschaft treiben, ein gast- oder schenkwirth seyn' Adelung 4, 1577; der gastwirth wird bald aufhören müssen zu wirthschaften Campe 5, 743b. — abweichend 'sich in wirtshäusern herumtreiben' d. reisenden 2 (1788) 183 bei Meier hallische studentenspr. 45 (a. d. j. 1788). 33) haushalter sein, für haus und besitz sorgen, geld und gut verwalten, vgl. wirtschafften oeconomum esse Frisch (1741) 2, 453a; oeconomiae praeesse ebda; vornehmlich im sinne der guten fürsorglichen besitzverwaltung: Malovend liesz zwar sein theil des gemeinen schluszes (die nachhut des heeres) ihm sorgfältig angelegen sein ... und hielt ihn (den verfolgenden Stertinius) bald mit abwerffung der brücken, bald mit verhauung der bäume, bald mit kleinen treffen auf. weil er aber gar zu wol wirtschafften und Ingvionern nicht gerne viel land verderben wolte, versätzte ihm Stertinius ... einen unvermutheten streich Lohenstein Arminius (1689) 2, 1053a; deutlicher mit dem ursprünglichen sachbezug: es musz ein gouverneur und überhaupt die herren officiers vor der haushaltung ihrer soldaten bekümmert sein, damit sie wirthschafften lernen H. v. Fleming der vollk. teutsche soldat (1726) 427; doch wird der sachbezug auf 'haus' meist als secundär empfunden: es thun die eltern wohl, wenn sie ihren kindern biszweilen etwas geld in die hände geben, dasz sie dahinter kommen, auf was art sie wirthschafften und ihre sachen anstellen ebda 9; welches (geld) ... mir meine eltern gröstenteils darum mitgesendet hatten, damit ich möchte wirthschafften lernen der Leipziger avanturieur (1756) 1, 74; deutlicher im sinne der positiven wertung als 'sparsam, vorteilhaft wirtschaften': wann ich nicht ein wenig wirthschaftete, würden unsere sachen bald zu grund gehen samml. v. schauspielen (1764) 5, 4; wir werden sehr wirtschaften müssen, um bestehen zu können Christ schauspielerleben 308. übertragen: diese herren sind blutarm an gedanken, allein sie wissen zu wirthschaften. sie wärmen denselben kohl zu verschiedenen malen auf Fr. Nicolai literaturbr. (1759) 7, 29; er verstand nicht die kunst, mit dem genusze gut rath zu halten, zu wirthschaften Knigge roman meines lebens (1781) 3, 31; mit absonderung des sachbezuges durch zugesetztes präpositionales object: da hast du die fünfhundert thaler. wirthschafte so damit, dasz du es verantworten kannst Fr. Löwen schr. (1765) 4, 307; bildlich: ein blick auf die ... zusammenstellung beider motive wird leicht überzeugen, dasz ..., wenn Mozart mit dessen (Händels) capital wirthschaftete, arbeit und ertrag ihm angehören O. Jahn Mozart 4, 711; mit verdeutlichender bestimmung: da lag es kund und offen, aus welchem beutel ich gewirtschaftt hatte Schiller 12, 120 G. (Piccol. 2, 7); sie wirtschaftet gern aus dem vollen D. Fr. Strausz schr. 6, 261; im sachbezug sehr verallgemeinert: findet man in ihrer art zu leben und zu wirthschaften etwas mit grunde auszusetzen, ... Knigge umgang m. menschen (1796) 2, 146; wirthschaftet wie wir! reiset nicht so oft nach Paris! v. Ayrenhoff w. (1814) 3, 40; mit einer gröszeren lebenseinheit als subject: es ist für die nation unmöglich, in der bisherigen art weiter von armuth und edelsinn zu wirthschaften P. de Lagarde dtsche schr. 36. der positive sinn ist durch adv. oder adj. besonders betont: von der schuldigkeit (der leute), mit ihrem eigenen vermögen wohl zu wirthschaften Gottsched anmuthige gelehrsamkeit (1751) 5, 448; sein handeln sieht einem guten wirthschaften vollkommen ähnlich Göthe I 23, 219 W.; mit sparsamkeit w. [] A. v. Chamisso 1, 305; ordentlich w. Meinecke Boyen 1, 131; übertragen: wie viel weiser und klüger würde dieser mit seinem leben gewirthschaftet haben Schiller 6, 74 G.; das forderte ein ganz knappes wirtschaften mit der zeit M. v. Ebner-Eschenbach ges. schr. 3, 88. in der studentensprache eigentümlich verallgemeinert 'ordentlich mit geld und zeit umgehen': er (der student) schenkt dem professor sein kolleg, obgleich er geopfert hat: er will lieber zeughalten und ordentlich wirtschaften Meier hallische studentensprache (1894) 45. gegenüber steht die negative wertung: hofart wirthschaftet schlecht Körte sprichw. 374; in vorigen zeiten, wo ich ein biszchen bunter wirthschaftete, konnte ich die stillen gläubiger am wenigsten leiden Göthe I 9, 119 W.; er hat übel mit seinem vermögen gewirthschaftet Knigge roman meines lebens 1, 23; wie arg auch die zinswucherer gewirtschaftet haben mochten Mommsen m. gesch. 3, 519; übertragen: er (Göthes vater) versicherte mir öfters ..., dasz er mit meinen anlagen sich ganz anders würde benommen und nicht so liederlich damit würde gewirthschaftet haben Göthe I 26, 45 W.; übliche redewendungen: unsere güter waren ... in grund und boden gewirthschaftet Spielhagen 1, 218; (sie) wirtschaftete überhaupt so in den tag hinein, dasz ich mit den 500 dukaten (bald) fertig war Christ schauspielerleben 143. 44) 'ein hauswesen, insbes. ein solches bäuerlicher art, überhaupt einen landwirtschaftlichen betrieb verwalten, d. h. die dazu gehörigen arbeiten verrichten'. nicht mehr als funktion und wesensäuszerung des wirtes wie unter 3, sondern als dessen oder irgendwelcher anderer personen concrete tätigkeit in haus und hof, vgl. wirtschaft II B. 4@aa) allgemein: so ein unglücksfall war der guten frau noch nicht begegnet, seitdem sie wirtschaftete Musäus volksmärchen 1, 47 H.; papa, ich bleib gleich bey meiner schwester, ich helf ihr wirthschaften A. Bäuerle kom. theater (1820) 1, 73; heiraten heiszt wirtschaften, ein geschäft führen, sparen für die kinder P. Dörfler die lampe der törichten jungfrau (1930) 359. specieller: daheim fand er schon alles weggekehrt und hergeputzt zum studieren, die mutter in einem statt der schürze vorgebundenen weiszen schnupftuch wirthschaftend Jean Paul w. 32, 47 H.; da sasz Barbara in der spiegelblanken küche, von stund an konnte sie wirtschaften, wie es der frächterin zukam K. H. Waggerl mütter (1935) 163; 'intensiv arbeiten': die braune magd waltete und wirthschaftete nun, als ob zwei gekommen wären, ... und lernte immer besser schaffen und arbeiten A. Stifter s. w. (1901) 5, 1, 268. — unter adverbialer anfügung des ortes der arbeit, also des hauses, zimmers u. s. w.: vor einem jahre bin ich zum letztenmal annoch in Leipzig gewesen, da Schurry indessen zu hause wirthschaften muste d. Leipz. avant. (1756) 2, 168; wo die mamsell Marie wirtschaftet, ... da fehlts nie O. Ludwig ges. schr. (1891) 2, 588; der prinz ... sasz am liebsten auf dem stuhl neben ihr und sah ihr freundlich zu, wie sie um den tisch wirthschaftete G. Freytag ges. w. (1886) 7, 8; als er ... ins haus trat, hörte er schon in der küche wirtschaften W. v. Scholz erz. (1924) 112. 4@bb) 'land- und forstwirtschaftliche arbeiten tun'; vgl. wirtschaft II B 2 b; vgl. Adelung 4, 1577 und: viele ... glauben auch, das rechte eigentliche wirtschafften werde vornehmlich auf dem lande mit dem feldbau und der viehzucht getrieben, und daher verstund man auch durch einen, der wirthschaft triebe, eigentlich einen landwirt Zincke ökon. lex. (1744) 3235: wenn er (Wielands sohn Karl) ein halbes jahr dort (auf einem gute) gesehen und gewirtschaftet hat, so hoff ich, ihn zu verdienst zu bringen Göschen an Böttiger (1802) 129 G.; man wirthschaftet nicht auf schlechtem wie auf gutem boden Schwerz prakt. ackerb. (1882) 891; die ... bevölkerung muszte ... in leibeigenschaft ihnen (d. Sybariten) wirthschaften Mommsen m. gesch. 1, 123; mit ortsbestimmung: Follau, ..., hat wirklich ein groszes gut ... am Bodensee gekauft und bereits diesen sommer dort gebauert und gewirtschaftet br. v. u. an Herwegh (1896) 38; pflanzer, die ... hier wirthschafteten Musäus volksmärchen 1, 6 H.auf die art und weise, die besonderen umstände der verwaltung und arbeitsverrichtung [] abzielend: zwölf jahre seitdem allein gewirtschaftet und jeden fusztritt erde lieben gelernt Cl. Viebig das schlafende heer 1, 89; wenn dem bauern das vieh steht und die frauen sterben, hat er leicht wirthschaften Düringsfeld sprichw. (1875) 1, 249a. — von forstwirtschaftlichen arbeiten: so viel haubares holz ..., dasz man wirtschaften ... kann, bis die jüngeren altersklassen hiebreif geworden sind Schwappach hdb. d. forst- u. jagdgesch. (1886) 1, 446. 4@cc) die dem modernen gebrauch von wirtschaft, nämlich II C, parallele verwendung von wirtschaften ist bislang selten: es war ein verhängnisvoller irrthum ..., dasz man den wirthschaftenden menschen als solchen, abgelöst von allen anderen lebensbethätigungen betrachten könne Bernhardt gesch. d. waldeigentums (1872) 1, 3; der nationalsozialistische staat lehnt es ab, selber zu wirtschaften, und beschränkt sich auf die lenkung der wirtschaft Meiszner-Kaisenberg staats- u. verwaltungsrecht im 3. reich (1935) 186. 55) 'hantieren, schalten und walten, arbeiten', besonders in zielloser, verworrener art. nach wirtschaft III; losgelöst vom sachbezug, kehrt wirtschaften den ihm innewohnenden begriff des mannigfaltigen, complexen hervor. bezeugt seit der mitte des 18. jhs., zuerst registriert von Adelung 4, 1577, jedoch wird von ihm wie von Campe 5, 743b nur die allerdings häufige und zur gegenwart hin immer stärker anklingende immanente negation bemerkt. 5@aa) von irgendwelchem concreten tätigsein: ich höre die kleinen singen und wirthschafften Göthe IV 3, 162 W.; ich hatte schon immer bemerkt, dasz sie heimlich in dem käfige wirthschaftete Tieck schr. (1828) 4, 155 (d. blonde Eckbert); statt Anetten wirthschaftete ihre mutter im laden A. v. Arnim w. (1853) 10, 277; während sie (die stickerin) zusammengebeugt und eingeknickt ... in den gefärbten wollknäueln wirthschaftet A. Stifter s. w. (1901) 1, 116; von geistigem arbeiten: ich wirthschaftete schon recht fleiszig im 3. teile des 'Witiko' ders. briefw. (1928) 5, 244 R. 'aufräumen, ordnung schaffen': wenn ich mit meiner schere nur einmal unter dem gesindel wirthschaften dürfte, das hier im fetten lande schmaruzt Kotzebue s. dr. (1827) 7, 3. ohne die vorstellung concreter verrichtungen: dasz Bismarck mit den liberal-bureaucraten ... nicht ... wirtschaften könnte, war mir ... klar Roon denkwürdigkeiten (1892) 2, 651; in dieser zerrütteten welt sollten die Germanen wirthschaften G. Freytag ges. w. (1886) 17, 288. auf grund des intensivums übertragen: der alte holunderbusch wirtschaftete wie toll Ludwig ges. schr. (1891) 2, 178. 5@bb) 'ziellos, unordentlich handeln, hantieren, arbeiten'. da wirtschaften von haus aus eine ordnungstiftende und ordnungerhaltende tätigkeit ist, wird deutlich, dasz der negative accent sich aus dem ironischen gebrauch herleitet, vgl. wirtschaft III 2. 'sparsam sein' (s. o. 3) als ausgangspunkt, 'verschwenden, verschwenderisch leben': sein feiner herr, der hat uns gewirthschaftet, dasz es eine lust ist Ulr. Bräker s. schr. (1789) 1, 120; vermutlich wär er damit auf eine andere akademie gegangen und hätte von frischem angefangen zu wirthschaften Lenz ges. schr. 1, 47 Tieck; Ernst ... (er tritt vor die bilder): nein, wie ihr gewirthschaftet habt Hebbel w. 3, 175 W. (Agnes Bernauer 3, 1). — allgemein verächtlich für 'leben, tätig sein, handeln': das ist mir ein guter schlag von menschen, die jetzt auf der erde wirthschaften Klinger w. 3, 292; das heiszen sie aufklärung ..., wenn sie gottes paläste zumauern ... so haben sie lange gewirthschaftet, die aufgeklärten der deutschen nation S. Brunner erz. u. schr. (1864) 2, 154; bestimmter und verstärkt ironisch mit ursprünglich positivem adj.: die schweine haben im garten schön gewirthschaftet Campe 5, 743b; sonst gern mit negativ wertendem adj.: der teufel fuhr in die höhe und wollte übel wirthschaften brüder Grimm kinder- u. hausmärchen (1812) 1, 126; ähnl.: die töpfe waren alle leer, so hatte ich in der butter gewirthschaftet Immermann 2, 32 Boxb.von der unruhigen tätigkeit irgendwelcher kräfte, vorgänge oder als tätig vorgestellter [] gegenstände: die geistigen fähigkeiten erschlafften, die phantasie allein wirthschaftete, die phantasie des fiebers H. Laube ges. schr. (1875) 1, 264; die unruhe, so in mir gewirthschaftet, ist beschwichtiget Holtei erz. schr. 10, 158; was von tag zu tag, von woche zu woche durch die aufgeregte stadt quirlte und müsziggängerisch wirtschaftete O. Roquette siebzig jahre 1, 235. 'willkürlich herrschen und handeln, hausen': nach seiner entfernung waren die Gothen ... an der Donau meister und wirthschafteten so übel ... M. I. Schmidt gesch. d. Dtsch. (1778) 1, 133; ein ... man ... erzählte, wie nach dem dreiszigjährigen kriege ... die Moskowiter und die Tartaren gewirtschaftet J. H. Voss antisymb. (1824) 2, 184; wer die (die aufständ. weber) hat sehn wirtschaften, der weesz, was s geschlagen hat G. Hauptmann d. weber (1892) 108; namentlich erzählte der oheim, ... dasz das gewitter dort ... fürchterlich gewirthschaftet habe A. Stifter s. w. (1901) 3, 384; unterwegs sah ich noch ... den Greveplatz, wo die guillotine gewirthschaftet ... hat Fr. Hebbel br. 2, 301 Werner; tiefe stalaktitengrotten zeugen, wie das wasser hier gewirthschaftet E. Curtius lebensbild in br. (1903) 249.
15892 Zeichen · 356 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    wirtschaftenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +4 Parallelbelege

    wirt-schaften , wirt-scheften swv. BMZ ein gastmal, eine gasterei halten, schmausen, convivare, epulari Dfg. 149 b . 205…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    wirtschaftenvb.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    wirtschaften , vb. intr. mhd., ahd. wirtscheften, wirtskeften, aus vorahd. wirtscaftjan; as. wirtscapôn in uuirscapondis…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    wirtschaften

    Goethe-Wörterbuch

    wirtschaften [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Wirtschaften

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Wirtschaften , ältere Bezeichnung für Maskenspiele (s. d.).

  5. modern
    Dialekt
    wirtschaften

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Wossidia wirtschaften 1. einen Haushalt, einen Betrieb führen: dee (Ziegler) wirtschaft'ten all' nah een Bok nach der gl…

  6. Spezial
    wirtschaften

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    wirt|schaf|ten vb.intr. 1 (verwalten) aministré (-rëia) 2 (Haus halten) tigní la ciasa, tigní i cunc.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wirtschaften

15 Bildungen · 0 Erstglied · 11 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von wirtschaften 3 Komponenten

wirt+(schaf+ten)

wirtschaften setzt sich aus 3 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

wirtschaften als Zweitglied (11 von 11)

ABWIRTSCHAFTEN

DWB2

DWB2 ABWIRTSCHAFTEN vb. DWB2 DWB2 DWB2 1 DWB2 in wirtschaftlichen ruin geraten, pleite gehen; häufig abgewirtschaftet haben: 1855 ein schlec…

auswirtschaften

GWB

aus·wirtschaften

auswirtschaften ‘mit jdm a.’ iSv bis zum Ende gemeinsame Sache machen, durchhalten [ Faust: ] Mir wühlt es Marck und Leben durch, das Elend …

bewirtschaften

DWB

bewirtschaften , administrare, ein gut in haus und feld bewirtschaften.

erwirtschaften

DWB

erwirtschaften , administranda re familiari lucrari: viel oder wenig erwirtschaften; geld erwirtschaften; das erwirtschafte getreid. Wallens…

gewirtschaften

MeckWB

Wossidia gewirtschaften herumwirtschaften: dat is 'n Gejaukel un Gewirtschaften wääst von der Wilden Jagd Wi Wismar@Sternberg Sternb .

herauswirtschaften

PfWB

heraus·wirtschaften

heraus-wirtschaften schw. : 'Gewinn erzielen'; e große Profit (e)rausweʳtschafde [verbr.]; vgl. PfWB herausschlagen 1 b, PfWB -springen 2, P…

herumwirtschaften

PfWB

herum·wirtschaften

herum-wirtschaften schw. : 'ohne Unterlaß tätig sein', -weʳtschafde [verbr.]. Sie hot de ganze Dag im Haus erumgeweʳtschaft [RO-Dielkch, ver…

herunterwirtschaften

RDWB1

herunter·wirtschaften

herunterwirtschaften (Lakune) довести дела до разорения, ввергнуть экономику в состояние тяжёлого кризиса

verwirtschaften

DWB

ver·wirtschaften

verwirtschaften , vb. , durch wirtschaften verbrauchen: was sie beide ehegemächt mit einander verwürthschaften qu. a. d. j. 1703 bei Fischer…

Ableitungen von wirtschaften (4 von 4)

bewirtschaften

DWB

bewirtschaften , administrare, ein gut in haus und feld bewirtschaften.

erwirtschaften

DWB

erwirtschaften , administranda re familiari lucrari: viel oder wenig erwirtschaften; geld erwirtschaften; das erwirtschafte getreid. Wallens…

gewirtschaften

MeckWB

Wossidia gewirtschaften herumwirtschaften: dat is 'n Gejaukel un Gewirtschaften wääst von der Wilden Jagd Wi Wismar@Sternberg Sternb .

verwirtschaften

DWB

verwirtschaften , vb. , durch wirtschaften verbrauchen: was sie beide ehegemächt mit einander verwürthschaften qu. a. d. j. 1703 bei Fischer…