Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
koufman stM.
1.1 eigentl.
1.2 übertr.
2 ‘Käufer, Kaufwilliger’
3 ‘gekaufter Mann, Knecht, Sklave’ (vgl. AWB 5,354 mit Lit.)
1 ‘Kaufmann, Händler’ (als Übers. für lat. mercator SummHeinr 2:21,401; VocOpt 32.001; UrkCorp 477,35; Macc 2239, negotiator EvBeh Mt 13,45, institor Gl 3:409,62; Hiob 10729, fenerator PsSonnenb 35; bedeutungsverwandt sind mhd. kâwerzîn, marschant, wehselære, werbender man, z.B. ain kofman oder en [ein] werbent man UrkCorp (WMU) 2596,4; Iw 7197 (s.u. 1.2); Parz 352,16. 353,26; HvBer 6284. 6290 ) 1.1 eigentl.: ein chouf man, [...] der vert in vremedez lant, unt nimt den merz da, des er e niene hete, unt git den sinen dar widere, den er e hete PrRoth 63; manic koufman wâget über mer / sîn leben, daz er sîn guot gemêr Renner 8171; daz kindel kouften koufman Wh 283,3; swelch chaufman arwait mit altem gewande als mentler und chursner und leinwater und chramer und woller StRBrünn 374; [ ist ] unvride in dem lande unde muͦtet ein koufman geleites, daz mag im ein herre wol geben [...]. swaz dem koufman schaden geschiht, den sol im der gelten, der in da geleitet SchwSp 91a; beidiu an hâr und an wât / schuof er sich als ein koufman StrAmis 2057; [ sie riten ] glîch rîchen koufmannen / an allem ir geverte Flore (P) 3488; nâch koufmannes prîse Wh 133,25; [ sie ] fuoren in koufmannes amt ErnstD 4358; SM:Ga 1: 2,5; Tauler 291,3. – ein guoter koufman RvEGer 555; der höfsche koufman Tr 4055; die koufman wâren kurtoys Wh 283,21; ein harte richer koufman SpecEcclF B.I.1,15; Kchr 1798; Cäc 1386; die vremeden koufman Tr 2160; UrkCorp 477,35; der wîse koufman, der alle koufe zuo gewinne kêren kan DvASchr 352,16. – bûliute unt koufman Kchr 14557; ritâre und gebûre, / knehte unde koufman En 9251 (ähnl. ebd. 12152; SAlex 3906; PrBerth 1:146,14 ); burgere, / gebure unde koufman Herb 10461; ein purger, ein chaufman oder ein ander arm [gemeiner] man UrkCorp 1800B,37; swelher burger kaufman, wagenman oder karrenman NüP 106 (zum Verhältnis von ~ und burgære vgl. → koufliute); koufman und wercman: WälGa 2647; edler Abkunft: der koufman [...] was von ritters art erborn Wh 130,30; abhängig: daz er ein koufman wære / und trüege sînes herren krâm RvEBarl 1440. – knecht, gebur, koufman / musten ysen tragen an. / ir bleip wenic in der stat zu wer. / er sante sie alle in daz her Herb 9859; ‘muoter, ez ist ein koufman.’ / ‘nu füert man im doch schilde mite.’ / ‘daz ist vil koufliute site.’ Parz 352,16. 183,16; iron.: uns ist ein koufman komen: / swer nâch dem koufe gâhet, im wirt der lîp benomen OrtnC 300,4. 301,4. – ain abgot [Merkur] ungehiure, / daz hiezen si ir choufman Kchr 131 (vgl. → koufliute). – Schachfigur, Name des vierten Bauern: der vierde vende ûf dem spil, [...] / einn koufman hât er in genant / [...], der daz spil ervant HvBer 6262; daz velt für den koufman ebd. 10240; PfzdHech 354,34. 372,13. – als Bestandteil von Personennamen: Chuͦnrad der koufman UrkCorp (WMU) 676,26 u.ä., s. WMU 2,1036 1.2 übertr.: [Zweikampf Iweins und Gaweins:] sî wâren zwêne mære / karge wehselære [...]. / sî nâmen wuocher [...] / sam zwêne werbende man [...]. / dehein koufman hete ir site, / ern verdurbe dâ mite: / dâ wurden sî rîche abe. / si entlihen nieman ir habe, / in enwære leit, galt er in Iw 7197; der ist ein koufman gar / der durch gewin [und nicht durch milte ] gît WälGa 14331; minne ist ein behende caufmann, si gewinnit an deme viginde me dan an deme frunde Parad 89,10 2 ‘Käufer, Kaufwilliger’ [bei mehrfachem Verkauf] welcher der erst chaufman ist gewesen, dem schol man daz guet lazzen StRWien 65; [verfallenes Pfandgut soll der Pfandnehmer verkaufen;] mag aber er dheinen chauffman dar zuͦ vinden, so sol im der richter daz selb aygen antwurtten OberBairLdr 236; StRWorms 13; StRMünch 212,1. – mit Gen.d.S.: unt ist des choufman gewesen prueder Herman der chamerer UrkCorp (WMU) 1877,6; mit meines suͦns Peters jnsigel, der der sach chaufman und werfer gewesen ist UrkEnns 5,497 (a. 1327; anders DRW 7,624 unter VIII, vgl. aber ebd. 5,513 ); [ dhaine burger sol ] kains gastes guͦt [endungsloser Gen., vgl. Behaghel, Dt. Syntax 1,166] kaufman noch hingeber sein NüP 106 3 ‘gekaufter Mann, Knecht, Sklave’ (vgl. AWB 5,354 mit Lit.): empticius: choͮfman Gl 3:348,31. 3:428,3
MWB 3,2 509,3; Bearbeiter: Bohnert