Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Eiland n.
Eiland n.
Eiland n. ‘Insel’. Das unter Aue (s. d.) dargestellte germ. *awjō ‘Aue, Insel’ wird vielfach durch Zusammensetzung verdeutlicht, so in mnd. ȫlant, afries. eiland, aengl. (angl.) ēgland, (westsächs.) īegland, īgland (woraus engl. island unter Einfluß von afrz. isle, lat. īnsula), anord. eyland, aschwed. öland (zum zweiten Kompositionsglied s. Land). Auf der afries. Bildung, deren erstes Glied ei- in selbständiger Verwendung nicht nachweisbar ist (vgl. aber den Namen der ostfriesischen Insel Norderney), beruhen die Entlehnungen mnl. nl. eiland, mnd. eylant, eiglant, einlant und wahrscheinlich mhd. einlant, selten (13./14. Jh.) eilant ‘Insel’; die Form mnd. mhd. einlant zeigt nachträgliche Umdeutung zu ‘alleinliegendes Land’, falls man in ihr nicht sogar eine abweichende, im Hd. entstandene Wortschöpfung dieses Sinnes zu sehen hat (vgl. mhd. eine, ein Adj. Adv. ‘allein, abgesondert’, s. 1ein Num.). Seit dem 16. Jh. allgemein verbreitetes Eiland (Plur. Eilande und daneben bis ins 19. Jh. Eiländer) wäre also zunächst ein aus dem nd.-nl. Bereich übernommener seemännischer Ausdruck in Reisebeschreibungen; Ende des 18. Jhs. gewinnt es in der Belletristik große Beliebtheit und bleibt bis in die Gegenwart in poetischer Sprache Synonym für Insel (s. d.).