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Schlêppen

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
11 in 11 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Schlêppen

Bd. 3, Sp. 1524
Schlêppen, verb. reg. welches theils von schlaff, schlapp abstammet, theils auch das Intensivum von schleifen ist. Es ist in doppelter Gestalt üblich. I. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, schlaff auf der Erde nachschleifen, wo der Begriff des Schlaffen der herrschende ist. Das Kleid, der Mantel schleppt. Das Kleid schleppen lassen. Der Anker schleppt in der Schifffahrt, wenn er aus dem Grunde weicht und auf dem Boden des Meeres nachschleifet. Figürlich gebraucht man es auch von der Schreibart und der Art des Vortrages. Eine schleppende Schreibart, welche mit unnöthigen Wiederholungen und Nebenbegriffen überladen ist. II. Als ein Activum, wo es zunächst das Intensivum von schleifen ist, und den verstärkten Laut nachahmet, welchen ein schwerer Körper macht, wenn er geschleifet wird. 1. Eigentlich, wo es überhaupt von dem langsamen Ziehen schwerer oder widerstehender Dinge gebraucht wird. Die Pferde können den Wagen kaum aus dem Kothe schleppen. Jemanden fortschleppen, der Widerstand leistet. Ingleichen von dem Tragen schwerer Lasten, weil dieses dem äußern Anscheine nach mit einer Art des Ziehens verbunden ist. Etwas kaum fortschleppen können, kaum forttragen. Sich mit etwas schleppen, eine schwere Last tragen. 2. Figürlich. 1) Eine lästige unangenehme Sache, ingleichen eine verächtliche Sache bey sich führen, und in noch weiterer Bedeutung, mit solchen Personen oder Sachen verbunden seyn; da es denn als ein Reciprocum üblich ist. Sich mit jemanden schleppen, mit einer verächtlichen Person genau verbunden seyn, oder doch auf eine verächtliche Art mit derselben verbunden seyn. Sich mit Grillen, mit einer Krankheit schleppen, als mit einer lästigen, unangenehmen Sache. 2) Sehr häufig wird es im Hochdeutschen für das mehr Oberdeutsche schleifen gebraucht, auch von leichten Dingen, da denn wieder der Begriff der Schlaffheit der herrschende wird. Ein Band, einen Strick hinter sich her schleppen. Wo man doch in der anständigern Sprechart lieber schleifen gebraucht. So auch das Schleppen. Anm. Im Nieders. slepen, im Schwed. släppa, welches aber eigentlich nachlassen, schlaff machen bedeutet, im Böhm. sslepowati, ziehen. S. Schleifen, Schlaff und Schlapp.
2219 Zeichen · 36 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schlêppen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Schlêppen , verb. reg. welches theils von schlaff, schlapp abstammet, theils auch das Intensivum von schleifen ist. Es i…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schleppen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schleppen ( Bugsieren ), mit einem Dampfer Lastkähne, Baggerprähme, Leichterfahrzeuge oder Segelschiffe an einem Hanf- o…

  3. modern
    Dialekt
    schleppen

    Elsässisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    schleppe n 1. schleppen Obhergh. Ruf. Bf. Syn. schleife n 3. Zss. Schleppsack (Schlapps- Hag. ) 2. betrügen Str. — Bayer…

  4. Sprichwörter
    Schleppen

    Wander (Sprichwörter)

    Schleppen 1. Schleppe mich, ich gehe (ich thu's) gern. – Blass, 18. Von denen, die sich zu irgendeiner Sache aufgeforder…

  5. Spezial
    schleppen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    schlep|pen vb.tr. 1 (schwer schleppen) stracé (-cia), porté cun gran fadia 2 (hinter sich herziehen) streflé (strëfla), …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schleppen

31 Bildungen · 10 Erstglied · 16 Zweitglied · 5 Ableitungen

Zerlegung von schleppen 2 Komponenten

sch+leppen

schleppen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schleppen‑ als Erstglied (10 von 10)

schleppen II

RhWB

schleppen II -e- = zur Schleife binden s. schlippen bei Schlopp III.

schleppenmesser

DWB

schleppen·messer

schleppenmesser , m. : ich brauche lieber bei damen keinen schleppenmesser, den ich an ihre schleppen anlege. J. Paul literar. nachlasz 4, 6…

schleppennatter

DWB

schleppen·natter

schleppennatter , f. eine asiatische natternart mit zwei gelblichen streifen auf dem rücken und braunen querbändern, coluber stolatus. Nemni…

schleppenschwanz

DWB

schleppen·schwanz

schleppenschwanz , m. schleppe ( wofür die ältere sprache swanz sagte, s. schleppe 1, a ): ach, feins mein lieb, nun spitz die füsz, wohl au…

schleppenträger

DWB

schleppen·traeger

schleppenträger , m. syrmatophorus Frisch 2, 197 a , der einer vornehmen person die schleppe nachträgt Adelung ; auch übertragen: schleppent…

schleppen als Zweitglied (16 von 16)

abschleppen

DWB

abschleppen , clam surripere, heimlich forttragen: die köchinnen haben gute freunde, die das essen abschleppen. durch tragen abnützen: kleid…

anschleppen

DWB

anschleppen , vi et clam trahere: schwere stein anschleppend. Voss Od. 14, 10 ; mühsam schleppt das wichtel eine kornähre auf der treppe an;…

ausschleppen

DWB

aus·schleppen

ausschleppen , extrahere, ausschleifen: eine ansteckende krankheit ausschleppen, verschleppen.

beschleppen

DWB

beschleppen , scheint wie schleppen für schleifen niederdeutsch, also für beschleifen, im koth herumschleifen gesetzt. s. anschleppen und an…

einschleppen

DWB

ein·schleppen

einschleppen , invehere, importare, nnl. inslepen, praet. insleepte, frühe schon vorkommende nebenform für einschleifen, wie eben unter dies…

fortschleppen

DWB

fort·schleppen

fortschleppen , 1 1) porro rapere, weiter schleppen. 2 2) abripere, wegschleppen: die feinde schleppen ihre todten mit sich fort; alle vorr…

herschleppen

DWB

hersch·leppen

herschleppen , verb. : warf ich ihm ein seil um den hals, aus drei mächtigen stricken, weiber-, fürstengunst und schmeichelei gedreht, und s…

Herumschleppen

Campe

herum·schleppen

Herumschleppen , v. trs . 1) Um einen Ort, um eine Sache, dem ganzen Umfange nach, schleppen. 2) Hin und her schleppen oder, bei sich tragen…

hinschleppen

DWB

hinsch·leppen

hinschleppen , verb. 1 1) hinwärts oder fort schleppen: ich hab einen mord begangen, .. den du mir nicht zumuthen wirst allein vor den richt…

nachschleppen

DWB

nach·schleppen

nachschleppen , n. : das beständige nachschleppen meiner fessel ist mir zur last. Schubart brf. 2, 81 .

verschleppen

DWB

versch·leppen

verschleppen , verb. schleifend entfernen ( an einen falschen ort ), mhd. mnd. nicht nachgewiesen. dem einfachen schleppen entspricht ein nd…

vorschleppen

DWB

vorsch·leppen

vorschleppen , verb. , vor- sive hervorschleppen, sublimem rapere foras, raptim extrudere Stieler 1807 ; vorwärts, nach vorn schleppen Adelu…

zuschleppen

DWB

zuschleppen , v. , in eigentlicher und uneigentlicher verwendung mit der vorstellung der last: da die teuffel ... sie zum hellischen fewer z…

ūsschleppen

Idiotikon

ūsschleppen Band 9, Spalte 619 ūsschleppen 9,619

Ableitungen von schleppen (5 von 5)

beschleppen

DWB

beschleppen , scheint wie schleppen für schleifen niederdeutsch, also für beschleifen, im koth herumschleifen gesetzt. s. anschleppen und an…

entschleppen

DWB

entschleppen , abripere, nnl. ontslepen: Bonn, Neus und Werl dem reich entschlept. postreuter 1591 E 1 a .

erschleppen

DWB

erschleppen , attrahere, heranschleppen: die lenden thun mir so weh, dasz sie mich kaum erschleppen können. Schoch stud. leben K; alles was …

verschleppen

DWB

verschleppen , verb. schleifend entfernen ( an einen falschen ort ), mhd. mnd. nicht nachgewiesen. dem einfachen schleppen entspricht ein nd…

zerschleppen

DWB

zerschleppen , verb. , zu schleppen ( th. 9, 642), auseinander schleppen: solches zerrissen, zerschleppt und zum fenster hinausgeworfen E. C…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schleppen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schleppen/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „schleppen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schleppen/adelung. Abgerufen 14. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schleppen". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schleppen/adelung.
BibTeX
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