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gesinde

mhd. bis spez. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gesinde n.

Bd. 5, Sp. 4109
gesinde, n. das gefolge, die dienerschaft, ahd. gasindi, gisindi, coll. zum masc. gasint, s. das zweitvorhergehende wort, mhd. gesinde und einzeln auch sinde, altsächs. gisîði, ags. gesîðð, mnl. ghesinde, mnd. gesinde und sinde, entlehntn. gesinde, huusgesinde. durch angleichung entstand die nebenform gesinne heldenbuch 642, 11 Keller, gesinde vel gesinne, domus Melber g 7a, gesynne Dief.-Wülcker 616 (Frankf. a. M., 15. jahrh.), disz gesinn Morszheim spiegel d. reg. B 2b, hoffgesyn A 4b, gesin, familia Dief. 224b (15. jh.), auch mnd. dat gesinne, ingesinne gesamtabenteuer nr. 42, 50 fg., wie md. sin neben sind sp. 4108. mit gesteigertem vocal gesunde (d. i. gesünde) Dief. 224b, suppenschisseln fürs gesünde, gesündeschisseln Birlinger Augsb. wb. 193b aus dem Fuggerschen inv., wie sündel für sindel, gesindel: dô sprach der gezwerg usz zorn: ir sündel und ir affen. rosengarten künig Laurins (Straszb. 1509) 7a. 11) die gefolgschaft eines fürsten auf kriegsfahrt und reise, dann der hofstaat überhaupt: daʒ man mich (herzog v. Kärnten) sô swinde macht schadhaft an mînem gesinde. Ottokars reimchron. 82402 Seemüller; von Kernden daʒ gesinde. 82332; swaʒ Karlotten (Karls von Anjou) gesinde was, der deheiner des genas, er müest daʒ houbt verliesen. 4319; von rittern und von vrouwen ein selch gesinde. Iwein 5934; wie Ulysses gesinde in der Circe hause. Mathesius diluvium (1587) 407a; Circe habe mit ihrem zaubertrunk das Ulyssische gesinde verwandelt. Philander 1, vorr.; sein gesind, das mit im erzogen, stätigs umb in gewesen und gewont, hat in (kaiser Commodus) verfüert. Aventin. 4, 886, 14 Lexer; o welch ein seltzam gesinde ists umb einen solchen (gottseligen) hofediener, noch hat Saul der böse könig einen solchen (David) gehabt. Luther 3, 297b; das gesinde Pharao. 1 Mos. 45, 2; das gesinde des königs. 2 Sam. 16, 2; das hofgesind (des sultans). Schweigger reisbeschr. (1619) 77; auch die niedere hofdienerschaft: unsere (des herzogs) schneider, die bei uns wohnen auf dem hause oder unser gesinde sind. Liegnitzer urkundenbuch 119 Schirrmacher (von 1349); ein newer sangiachi (türk. statthalter) .. sein gsind waren maistthails raisige und bogenschützen. Rauwolff reise 44. vgl.hof-, jagdgesinde theil 4, 2, 1679. 2208. 22) das heergefolge, die heerschar, das kriegsvolk: ahd. kisindes, milicie Steinmeyer-Sievers gl. 1, 284, 1; reitgesinde, equitatus Williram 1, 9; mhd. fuoʒgesinde, fuszvolk Konr. v. Würzburg troj. krieg 30318; si kômen ûf die marke:die knehte zogten dan. Sîfrit der vil starkevrâgen des began 'wer sol des gesindesuns nu hüeten hie?' Nib. 176, 3; daʒ ir gesinde (das heer der Semegallen) was verlorn. livl. reimchron. 11331 Pf.; kais. majestäts gesind kompt gemach von statt. Schertlin briefe 11 (von 1532); er (der bär, d. h. Bern) sante so geswinde nach diener und eidgenossen, ein keiserlich gesinde (eine stattliche schaar). Justinger Bern. chron. 134, 16 Studer; daʒ si erfuren, ob icht gesindes da wer. Augsb. chron. 1, 27, anm. 4 (von 1372); gen Memmingen, do unser (der Augsburger) gesind lag. 85, anm. 2 (von 1388); und bracht das gesind (exercitus) unverletzt darvon. Tacius bei Fronsperger 3, 234b; der truchsäsz bevalhe, dasz sie (die haubtleut) sich mit irem raiszigen gesind (reiterei) allem von stund an berait machten und die nacht ob in irem harnasch bliben. Baumann quellen 1, 566; baldt darnach entgieng er im (der eingeschlossene Hasdrubal dem Römer Nero) auch mit dem ubrigen ringfertigen gesind (leichtbewaffneten kriegsvolk). Fronsperger 3, 175b; es sol kein hauptmann dem andern seine bestelte knecht ... annehmen, noch keiner dem andern sonst sein gesind abspannen. kaiser Maximilians II artickels-brieff art. 69. 33) in kirchlicher anwendung, von den himmlischen und höllischen heerscharen: ahd. daʒ Satanâʒses kisindi, das teufelsheer. Muspilli 8; mhd. der uns durch dich all hât erlôst von hellischem gesinde. Osw. v. Wolkenstein 114, 2, 4; des himils gesinde. genesis 17, 8 Diemer; si (Maria) is ruom allis himilischis gisindis. Wernher vom Niederrhein 58, 4; wis im genædic, herre got! wan tugenthafter gast kam in dîn gesinde nie. minnes. 1, 182a v. d. Hagen; sie (die weiber am grabe Jesu) suchten ihres herzens hort und finden sein gesinde (die engel). P. Gerhardt 'nun freut euch hier'; Mephistopheles (zu gott). so siehst du mich auch unter dem gesinde. Göthe 12, 22 (Faust 274 Weim.). 44) die gefolgschaft im allgemeinen, die begleiter, anhänger: ahd. (die magd zu Petrus) ih wânu, thu sîs rehtothesses mannes knehto, thes sînes gesindes (gefolges). Otfrid 4, 18, 8; mhd. dâ von gap unser herre Jhesus Christus dem romischen keiser von sînem gesinde (seinen jüngern) einen phenninc ze zinse. Schwabensp. c. 256 § 6 Gengler; nhd. unzeliche felle des todes, welche allzumal des teufels werck sind durch sich selbs oder sein gesinde. Luther 3, 384a; wer seins (des teufels) gesindes ist (vorher mörder, den leib zu würgen, lügener, die seele zu verfüren). ebenda; ende der tyrannen .. man spottet und lachet jr, wie man am bapst und seinem gesinde jtzt sihet. 3, 245b; Jörg Witzel das verlorne kindt felt von gott zu des bapsts gesindt. Alberus contrafactur A 1b; namentlich in der dichtersprache: ahd. gisindi, comitatus Steinmeyer-Sievers 2, 674, 53, gl. zu Virg. Aen. 12, 336, von den begleiterinnen des einherstürmenden kriegsgottes, der Formido, Ira, Insidia; das gefolge des todes, der minne u. s. w.: der tôt der suochte sêredâ sîn gesinde was. Nibel. 2161, 3; daʒ gesinde der minne. Tristan 17442; dô uns der kurze sumer sîn gesinde wesen bat. Walther 13, 22; ir wiʒʒet wol, daʒ der geitikeit gesinde ist karkeit und bosheit. Renner 5244; vil armuot ich empfinde teglîch auff diser erd mit mangerlai gesinde des mir das alder mêrt. Osw. v. Wolkenstein 119, 1, 7; die erzürnte wellen, von Aeols rasendem gesinde gepeitscht. Brockes ird. vergn. 7, 280; (gott) spannet auch die schnelle wind an seinen wolkenwagen, da lauft das schnaufend luftgesind. Spee trutzn. 151; mische dich zum luftigen gesinde (den Lamien). Göthe 41, 123 (Faust 7240 Weim.); der hunger ... mit seinem blassen mordgesind, den seuchen. Pfeffel poet. vers. 1, 8. 55) vom hofleben auf bürgerliche und bäuerliche verhältnisse übertragen, die dienerschaft. 5@aa) die diener der obrigkeit: vunde he des richteris nicht, so solde he manen die vrowe (des richters) oder sin gesinde. Freiberger stadtr. c. 12, 2; der stede ind der burgermeister gesinde yclichine einen gulden. Laurent Aach. stadtrechn. des 14. jh. 249, 24; es sol auch niemandts des raths gesind und knecht in raths geschefften ... nicht ubel anfaren. Jenaer stadtordn. von 1540 art. 144 Michelsen; von den gerichtsbeisitzern: alse sik de richter meth des richtes gesinde woll beraden hadde. Demminsche urk. von 1484 bei Dähnert 149b. 5@bb) die gesellen und lehrjungen der handwerksmeister: es sal kein goltsmid dem andern sein gesinde entspenen (abspenstig machen), es sei geselle addir junge. Freib. stadtr. 292, 19 Ermisch (um 1466); mnd. ock schall nemand holden des andern sinde. brem. wb. 4, 790, amtsrolle der goldschmiede; alle münsser, wehseler, goltsmide noch alles ire gesinde. Straszb. verordn. 392 Brucker (15. jahrh.); deheinem snyder oder tuochscherer, sinem wibe, kinde, gesinde. 446 (von 1494); denn er (herzog Georg) hat sichs gar nicht versehen, ... das zu Leipzig in der einigen stad solten so viel bürger (als ich höre, bei achtzigen, und mit jrem gesinde in die achthundert heupter) seinen zorn ... verachten. Luther 6, 14b; das handwerk- und knappen-gesind zu Kitzpüchl. Dukher salzb. chron. 240; im bergbau: 'gesinde wurden vor zeiten die gemeinen bergarbeiter in Böhmen genannt' Richter berg- u. hüttenlex. (1805) 1, 400, vgl. gesindel 1; das hammer-, salz-, kol-, schiffsgesind, das gesamte personal eines hammer- oder salzwerks, einer kohlenbrennerei, die schiffsmannschaft Schmeller2 2, 305, schon mhd. das schif- oder kielgesinde Jeroschin 7992. Tristan 2335. 5@cc) die dienstboten des hauses und hofes, knechte und mägde, vgl. hausgesinde 1, th. 4, 2, 667, jetzt auf dem lande mehr als in der stadt gebräuchlich: ich hatte grôʒ gesinde .. harte stolze knehte .. darzuo menge dirne. Martina 128a, 1; hat ein man gesinde gemietit, iʒ sî knecht oder mait, di mac he wol zuchtigen, ab si iʒ verdinen. Freib. stadtr. 256, 7 Ermisch; der wirt (hausherr) oder kein sines gesindes. 172, 17; ain eifrær, der .. gelebt nümmer güetleichen mit seiner hausfrawen noch mit seim gesind. Megenberg 237, 21; knecht, megede oder kellerin oder ander gesinde. Straszburger verordn. 467 Brucker (15. jh.); daher so grosze klag ist uber gesind und dienstleute in der welt. Luther 4, 115a; und war kein mensch vom gesinde des hauses dabei. 1 Mos. 39, 11; da trat Vidivitus, ein Alaner, herfür, der war der aller ansichteste (th. 1, 461 nachzutragen ansicht, adj. ansehnlich) unter inen allen, denn er hatte viel gesinde. Waissel chron. (1559) 12a; das eseltreibig, lonsorgig, augendienschafft gesind ist ihm (dem ehelosen) kaum gehorsam. Garg. 68b (115 Sch.); (sie) laufft hin und milckt die küh so bald als das gesinde. Opitz 1, 157; das wetter kennet man an dem wind, und den herren bei seinem gesind. Otho 665; das gesind machts der herrschaft nach. Schiller III, 358 (kab. 1, 1); ich rufe das gesinde. Göthe 7, 108; dort in der reinlichen stube, wo tags und bei nächtlicher leuchtung arbeitsam das gesinde verkehrete. Voss Luise 3, 2, 2. in Est- und Kurland heiszen gesinde auch die den dienstboten zur behausung dienenden, abgesondert vom gutshof gelegenen gehöfte und weiler: wir wollen in das gesinde fahren; nach seiner heimat gefragt, wies er auf ein nahe liegendes gesinde; jeder wirt werde sein gesinde als freien besitz erhalten; die pachtsumme für die gesinde erhöhen; gesinde verkaufen. 5@dd) die hausgenossenschaft überhaupt, die insassen eines hauses, s. hausgesinde 2, theil 4, 2, 667 und gesindevater: das gesind, da weder scham noch frommkeit nit ist, clausa domus pudori et sanctimoniae Maaler 175a; o wie mancher schöner palast und herliche und schöne geheuse die vor (vor der pest) mit edelm und wirdigem gesinde, groszen und kleinen, besessen waren. Bocc. 8, 16 Keller; Pharao sprach zu Joseph, sage deinen brüdern, nemet ewrn vater und ewr gesinde und kompt zu mir (nachher nemet zu euch wagen zu ewrn kindern und weibern). 1 Mos. 45, 18. 66) von einer einzelnen person, wofür früher das masc. gesinde sp. 4108. 6@aa) gefolgsmann, hofbediensteter: (ich) eins trewen fürsten hofgesind. turnierreim bei Hund bair. stammenbuch 1, 63b; so der ein lehen hat oder uberkömpt, der des bapsts oder cardinel gesind ist, oder so er zuvor ein lehen hat, und darnach bapsts oder cardinals gesind wird. Luther 1, 295a. 6@bb) der hausgenosse, mietwohner: wie ein man sein hausgesind geurlauben mag. hat ein (haus-)wirt einen yman oder ein hoffrawen in seiner herberg umb einen gedingten zins. wenn der wirt das ingesind nicht lenger halten (behalten) wil umb so getan schuld .. Ingolstadter stadtr. 73 (15. jahrh.) bei Heumann opusc. 162. 6@cc) diener, knecht oder magd: er sprach: müller, traut gesind, weiszt auf der burg nit neue mähr? wunderhorn 4, 222; (gott redt zum Adam und zuo Heva:) o Adam! Heva! liebs gesind! Ruff Adam u. Heva 1009; Abram sprach .. der son meines gesinds sol mein erbe sein. 1 Mos. 15, 3; ein from gesinde halte nicht wie einen hund und fuszhader. Mathesius Syr. 1, 41a; wenn gleich einem jedern gesinde seine besondere arbeit gehörte, warum solte es aber nicht im nothfall, wenn eines oder das andere nicht zur stelle were, den andern die hand reichen. Colerus hausb. 7; warumb solte nicht ein jedes gesinde seiner herrschafft nutz schaffen? ebenda; sie schickten ein gesinde. Opitz Argenis 1, 18; mit ungewöhnlichem plural: durch gäst' und gesinder gibt man aus die kinder. Auerbach dichter u. kaufmann (1840) 1, 24, sprichwörtlich. 77) verallgemeinert. 7@aa) volk, leute: beim fürstlichen hochzeitsmahl gibt es zweierlei trachten speisen, die eine für frowen, grafen, ritter und edel personen, die andere für das gemein gesind. reimchronik des herz. Ulrich von Würtenberg 61 fg.; der sultan sammlet zusammen allerlei gesind, die waren zum theil mit waffen staffiert, ... in summa eilfftausent. Schweigger reisbeschreib. (1619) 77; kauffleut, reuter, papisten und solchs gesind. Luther 5, 314a; erzag nit ab jrem (der kinder Israel) angesicht, dann es ist ein widerspännig gesind. Züricher bibel (1530) 385b, quia domus exasperans est Ezech. 2, 6; unsre zeit und ihr gesinde fressen geitzig und geschwinde alles auff bisz an den grund. Logau 1, 1, 63; das menschliche, irdische gesinde, die menschen: damit er speist die blödigkait an menschlîchem gesind. Osw. v. Wolkenstein 98, 1, 8; wenn die guten fürsten geniusse sind, .. die der (götter) tafel, wo der nektar rinnt, sich begaben, blosz uns irdischem gesind' .. dann und wann ein tröpfchen zuzumessen. Wieland 9, 149 (an Olympia 3); das theaterpublicum: Jahn Panszer geht ein, ist wunderlich gekleid, ... und wenn das gesind lacht, so lacht er auch. Ayrer 2589, 8 Keller. 7@bb) gattung, art: die fünften liute, die in dem fünften amte sint unde zuo dem fünfte kôre geordent sint, daʒ sint alle die daʒ ertrîche bûwent, sie bûwen wîn oder korn ... daʒ ist alleʒ éin gesinde und éin amt. Berthold v. Regensburg 1, 151, 16 Pf.; der tiuvel unde die gîtigen unde die ketzer unde die wider den heiligen geist dâ sündent, daʒ ist alleʒ éin kumpanîe und éin gesinde. 1, 245, 17, mit verächtlichem nebensinn, vgl. c; hie fragestu weiter, ob denn auch bötel, hencker, juristen, fürsprecher und was des gesinds ist, christen sein mügen. Luther 2, 197a, am rande der oberkeit diener; die welt ist ein sardellensalat ... fischlein, würstlein ... kapern, so künftige blumen sind — man schluckt sie zusammen wie éin gesind. Göthe 47, 78. 7@cc) verächtlich, wie gesindel, pack, vgl. lumpengesinde theil 6, 1296, hudelmannsgesinde theil 4, 2, 1862, luntemannsgesinde, capita vilissima Stieler 2002, diebsgesinde theil 2, 1095: gesind, faex hominum Duez 193b; mhd. füeret in gegen dem galgen unde gegen des galgen gesinde (vorher die erhangenen unde die erslagenen). Berthold v. Regensburg 1, 395, 7 Pf.; damit von dem geböfel und mutwilligen gesind nit ain frevenlicher eingriff oder einfal in das frawencloster beschehe. Baumann quellen 2, 153; am meisten treibts das bauren gsind gantz grob und unbesunnen. Körner hist. volksl. 252; das unglaubig wtig türkisch gsindt. Schmelzl aussendung 14a; dieses schwartz, ungestaltet und wildschweiffige gesind (die zigeiner). Wurstisen 240; all schalknarren und suppenfresser ... und ander dergleichen gesind, so nur zu der püeberei tet raten und helfen. Aventin. 4, 912, 19 Lexer; spermologos im griechischen heiszen lotterbuben, tyriackskremer, freiheten und des gesindes, das mit unnützem gewesch hin und wider im lande sich neeret. Luther randgl. zu ap. gesch. 17, 18 bei Bindseil 7, 553; landfarer, kremer und betelgschlecht, ... dergleich gsind, so dausz auff der straszen. H. Sachs 4, 3, 56c; schlosz Wiserad, in welchem sich ein haufen los gesindes aufhielte. Schütze 61; es mag sich ein jeder hüten vor mägden, ammen, bettelvolck, kleider-umträgerin und dergleichen liederlichem gesinde. A. Gryphius 1, 918 (im jahre 1662); leyrendreher, sackpfeiffer, huren und buben, kesselflicker, seiltantzer, gauckeler und ander leichtfertig gesind. Schuppius 68 (Salomo viii); bettelprofeten und tänzer und gaukeler, all das gesind'. Voss Horaz sat. 1, 2, 1; von disem losen gesind (den loszforschern). Fischart Bodin. (1586) 188; das man mit schleiniger gerechtigkeit gegen disem gesind (zauberer und hexen) vollfahre. 618; woher kommt so viel närrisch und unsinniges gesind (hexen)? Simpl. 1, 178, 18 Kurz; dergleichen gottloses gesind (mörder und straszenräuber). Abr. a S. Clara gemisch gemasch 6; das raubgesind, das liederliche volk von unsern straszen zu vertreiben. Göthe 10, 243 (Claudine 2).
16097 Zeichen · 360 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gesindeswm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +9 Parallelbelege

    gesinde swm. einer der zu dem gesinde gehört, dienstmann. goth. gasinþa. gasinþja , ahd. gasindo Ulfil. wb. 159. Graff 6…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    gesindeN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    gesinde , N. nhd. Gesinde, fürstliche Begleiterschaft, Gefolge, ritterliche Mannschaft, Dienerschaft, Hausgenosse, zum H…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gesinde

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Das Gesinde , des -s, plur. car. ein Collectivum, welches 1) * überhaupt alle diejenigen Personen bedeutet, welche man i…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gesinde

    Goethe-Wörterbuch

    Gesinde gelegentl -sind’ 1 Gefolge, Anhängerschaft; in poet-mythol Sphäre mit (spöttisch-)distanzierendem Unterton [ Sph…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gesinde

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Gesinde , altdeutsch: Gefolge, Begleitung, jetzt = Dienstboten.

  6. modern
    Dialekt
    Gesinden.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Ge-sinde n. : 1. 'Knechte und Mägde des Bauern', G(e)sinn [verbr., auch Don Gal Buch Rußl], Gesenn [ WD-Niedkch ]. Zs.: …

  7. Sprichwörter
    Gesinde

    Wander (Sprichwörter)

    Gesinde 1. Am Gesind kennt man den Herren. – Henisch, 1563, 36; Petri, II, 13. 2. Beissig gesind machts nirgend gut, wed…

  8. Spezial
    Gesinde

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ge|sin|de n. (-s,-) fanc y fanceles pl. , famëia f. , sorvidú f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gesinde

148 Bildungen · 69 Erstglied · 78 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von gesinde

ge- + sinde

gesinde leitet sich vom Lemma sinde ab mit Präfix ge-.

Zerlegung von gesinde 2 Komponenten

ges+inde

gesinde setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gesinde‑ als Erstglied (30 von 69)

gesinde, gesint

MWB

gesinde, gesint stswM. aus ahd. gasindo und gasint. ‘Angehöriger eines Gefolges, Diener, Begleiter’ (s.a. ingesinde swM.): der tiufel durch …

gesindebier

DWB

gesinde·bier

gesindebier , n. geringes dünnes bier für das hausgesinde Stieler 146 . Frisch 1, 345 b .

gesindebrot

DWB

gesinde·brot

gesindebrot , n. gröberes brot für das hausgesinde Frisch 1, 345 b ; bildlich: er bisz nicht in das quitten- und himmelbrod der platonischen…

gesindeglocke

DWB

gesinde·glocke

gesindeglocke , f. glocke, die den knechten und mägden das zeichen zur mahlzeit gibt: um zwölf uhr wird die gesindeglocke geläutet. Gellert …

gesindehaus

DWB

gesinde·haus

gesindehaus , n. wohnhaus für die dienstboten eines gutes oder eines klosters: ( beim notzeichen des klosterglöckleins ) soll ein yde manspe…

gesindehûs

Lexer

gesinde·hus

ge-sinde-hûs stn. haus für das gesinde ( eines klosters ) Mone z. 1,189.

gesindeken

KöblerMnd

gesin·deken

gesindeken , N. nhd. Gesinde, Gesindel E.: s. gesinde (1), ken W.: s. nhd. Gesindchen, N., Gesindchen, DW 5, 4121 L.: MndHwb 1/2, 87 (gesind…

gesindekoch

DWB

gesinde·koch

gesindekoch , m. koch für die hofdienerschaft: Cristan Ortner ... gesindkach ist gewesen. Beheim Wien. 70, 24 , im gegensatz zu des kaisers …

gesindeköchin

DWB

gesinde·koechin

gesindeköchin , f. die auf einem groszen landgut für das gesinde kocht. cod. dipl. Silesiae 4, 336 ( von 1790).

gesindel

FWB

1. s. gesinde (das) 2.; 2. s. gesinde (das) 3.; 3. s. gesinde (das) 4.; 4. s. gesinde (das) 5.; 5. ›Gesindel, das man entweder am Rande der …

gesindelach

MWB

gesinde·lach

gesindelach stN. ‘Gesindel’ do funden sie niht wen [...] vnde arme gesindelehe, / vnfletic vnde vnwehe Herb 1577 MWB 2 570,29; Bearbeiter: H…

gesindelæhe

Lexer

ge-sindelæhe stn. BMZ s. v. a. gesinde, doch verächtlich Herb. gesindlach Netz 12001 var.

gesindeleh

KöblerMhd

gesinde·leh

gesindeleh , st. N. nhd. Gesinde, Gesindel Q.: Herb (1190-1200), Netz E.: s. gesinde W.: s. nhd. Gesindel, N., Gesindel, DW 5, 4113 L.: Henn…

gesindelehe

BMZ

gesinde·lehe

gesindelehe stn. s. v. a. gesinde, doch verächtlich. dô funden sie niht wen wîbes namen u. arme gesindelêhe Herb. 1577 u. anm.

gesindeleilach

DWB

gesinde·leilach

gesindeleilach , n. betttuch für das hausgesinde: XI gesindeleilach. anz. d. germ. mus. 18, 16 ( Breslau, von 1431).

Gesind(e)+leinlachen

PfWB

gesindel·einlachen

Gesind(e) + -leinlachen n. : 'Bettlaken für das Gesinde'. a. 1571: 21 grober gesindt Leilacher, sein alle sampt gar zerhudlet [WerschwSchR].…

gesindelohn

DWB

gesinde·lohn

gesindelohn , m. dienstlohn Basl. rechtsquellen 1, 168 ( von 1457). Michelsen Mainzer hof 37 . Stieler 1175 .

gesindelôn

LexerN

gesinde·lon

gesinde-lôn stm. dienstlon Basl. rechtsqu. 1, 168 ( 1457 ). Mich. M. hof 37.

gesinde als Zweitglied (30 von 78)

Alpgesinde

DRW

alp·gesinde

Alpgesinde auf der Alpe beschäftigte Dienstboten Unger,SteirWsch. 16 Faksimile

Angesinde

DRW

anges·inde

Angesinde Gesinde angesinde, aulicus oJ. Diefenb.-Wülcker 62 Faksimile

Ausgesinde

DRW

aus·gesinde

Ausgesinde was nicht zum Gesinde gehört vgl. 1Ingesinde Lexer II 2041 Faksimile

borchgesinde

KöblerMnd

borch·gesinde

borchgesinde , N. nhd. Burggesinde, Mitglied der Burgbesatzung Hw.: vgl. mhd. burcgesinde E.: s. borch (3), gesinde L.: Lü 61b (borchgesinde…

brōtgesinde

KöblerMhd

brōt·gesinde

brōtgesinde , st. N. nhd. Brotgesinde, im Brot stehende Dienerschaft Q.: DRW (14. Jh.), Urk E.: s. brōt, gesinde (2) W.: nhd. (ält.) Brotges…

burcgesinde

MWB

burc·gesinde

burcgesinde stN. ‘Burgbesatzung; Burgbewohner’ daz burggesinde fraissan / gegen in schïssen began / mitt straullen vast uff daz mer GTroj 15…

bûw(ge)sinde

MNWB

bûw(ge)sinde (s. auch bouw- ) Feldarbeiter .

börgergesinde

KöblerMnd

börgergesinde , N. Vw.: s. börgæregesinde*

börgæregesinde

KöblerMnd

börgæregesinde , N. nhd. „Bürgergesinde“, Dienstboten eines Bürgers Hw.: s. börgæresinde E.: s. börgære*, gesinde L.: MndHwb 1, 325 (börger[…

būwgesinde

KöblerMnd

būwgesinde , N. nhd. Feldarbeiter (Pl.), Ernteknechte Hw.: s. būwsinde E.: s. būwe (1), gesinde (1) L.: MndHwb 1, 386 (bûw[ge]sinde)

dienestgesinde

MWB

dienest·gesinde

dienestgesinde stN. ‘Dienstboten’ dasz sye uns dester paß mit unseren dienstgesinde nutzen 2DWB 6:1004,71 (a. 1346) MWB 1 1282,31; Bearbeite…

dorfgesinde

MWB

dorf·gesinde

dorfgesinde stN. ‘Dorfbewohner’ und nam fraw Metzen bi der hant: / er fuort si zu der linden. / do kam als dorffgesinde, / vier und dreissig…

erbehovegesinde

KöblerMhd

erbe·hovegesinde

erbehovegesinde , st. N. nhd. „Erbhofgesinde“ Q.: Dür (um 1418/1419) E.: s. erbe (2), hof, gesinde (2) W.: nhd. DW- L.: LexerN 3, 152 (erbeh…

gotesgesinde

KöblerMhd

gotes·gesinde

gotesgesinde , sw. M. nhd. Gottesdiener E.: s. got (1), gesinde W.: nhd. (ält.) Gottesgesinde, N., Gottesgesinde, DW- L.: Hennig (gotesgesin…

hausgesinde

DWB

haus·gesinde

hausgesinde , n. , mhd. hûsgesinde. 1 1) die zu einem hauswesen gehörende gesamte dienerschaft: das hauszgesind, dienstvolk, familia Maaler …

heregesinde

KöblerMhd

here·gesinde

heregesinde , sw. M. nhd. Dienstmann, Dienstmann im Krieg, Heergefolge, Gefolgsmann Hw.: s. heregesinde (1) Q.: NibB (Mitte 13. Jh.) E.: s. …

hergesinde

Lexer

herge·sinde

her-ge-sinde swm. BMZ dienstmann im kriege, pl. heergefolge. mit den hergesinden (mit dem hergesinde CD ) si giengen in den sal Nib. 1125,2 …

herrengesinde

KöblerMhd

herren·gesinde

herrengesinde , st. N. nhd. Herrengesinde Q.: WüP (1475) E.: s. hērre, gesinde (2) W.: nhd. DW- L.: DRW

hofgesinde

DWB

hof·gesinde

hofgesinde , n. 1 1) gesamtheit der dienstthuenden eines fürstlichen hofes, hofleute, mhd. hovegesinde: Herodes mit seinem hofgesinde. Luc. …

huobgesinde

KöblerMhd

huobgesinde , st. N. nhd. „Hufgesinde“ Q.: Urk (1417) E.: s. huobe, gesinde (2) W.: nhd. DW- L.: DRW

Ableitungen von gesinde (1 von 1)

ungesinde

DWB

ungesinde , n. : dis ist die aller sichrest statt von Engadi, die allem ungesind ( vgl. gesinde, n., 3) ist vor beschlossen Suso 553, 18 B.;…