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Gesinde

mhd. bis spez. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Wander
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27 in 20 Wb.
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Gesinde

Bd. 1, Sp. 1628
Gesinde 1. Am Gesind kennt man den Herren. – Henisch, 1563, 36; Petri, II, 13. 2. Beissig gesind machts nirgend gut, weder bei Gott, noch bei den Menschen. – Henisch, 1563, 10. 3. Bringt dein Gesinde dich in Zorn, thu, dass du bleibest unverworr'n. 4. Das Gesind acht keines Frommen noch Schaden. – Petri, II, 61; Henisch, 1252, 29. 5. Das gesind soll nit viel finden noch verlieren. – Henisch, 1563, 39; Petri, II, 61. 6. Das gesinde soll arbeiten; was im Hauss zu feyren ist, das können Herren vnd Frawen wol selbst verrichten. – Henisch, 1563, 37; Lehmann, 373, 143; Petri, II, 61; Simrock, 3536. 7. Das ist recht (Hudelmans) Gesind, das langsamb schafft (das lange schläft) vnnd trinckt geschwind. – Lehmann, II, 75, 17; Simrock, 3537. 8. Dass Gesind (vnnd Diener) soll man nehren, nicht mesten, sonst verschleicht sich die Narung. – Lehmann, 373, 150. 9. Die sich am Gesinde wollen reich sparen, gedeyen nit. – Henisch, 1407, 15; Petri, II, 143. 10. Durch böss gesind, wenns gleich was trägt, wirdt mehr verlohren denn hingelegt. – Henisch, 1563, 13. 11. Es ist schlimmes Gesind, das die Stricke schneidet, wo sie am dünnsten sind. 12. Gegen böss Gesinde ist die fridlichste straff, dass man sie mit der thür vnd langen ruthen schlage. – Henisch, 1563, 15; Petri, II, 326. 13. Gesind nimmermehr bedenckt, was schad vnd nutz im Hause bringt. – Henisch, 1563, 44; Lehmann, 373, 145; Petri, II, 335; Colerus, 274b. 14. Gesinde nummer bedenckt, wat schade und nutte im huse brengt; idt is en nicht gelegen daran, dewil se idt nicht vor egen han. – Ebstorf, 5. 15. Gesinde sol nicht vil finden. – Agricola I, 103; Gruter, I, 43; Körte, 2092. 16. Gesinde soll weder finden, noch verlieren. – Graf, 179, 211; Simrock, 3535. Da man das Gesinde nicht selten so lange ausnutzt, als es Arbeitskraft besitzt und, wenn diese dahin ist, entlässt; so denken die Leute mitunter an ihr trostloses Alter und vergessen die Treue, indem sie zu ihrem Nutzen verlieren und finden. Böhm.: Není dobré znamení, když čeládka mnoho tratí, aneb nachází. (Čelakovský, 381.) 17. Gut Gesinde ist die Stütze des Hauses. – Nass. Schulbl., XIV, 5. 18. Hüt dich für vnnötigem Gesind vnnd für vnnötigen Pferden. – Petri, II, 389; Henisch, 1563, 30. 19. Inn einem gesind ist nichts mehr zu loben, dann die trewe. – Henisch, 1563, 48. 20. Man straft gern am Gesind, was verbrochen hat das Kind. – Eiselein, 232; Braun, II, 497. 21. Man vernewert sich offt wol mit dem gesind, aber man verbessert sie nit allweg. – Henisch, 1563, 50; Petri, II, 470. 22. Mancher hette gern gesind, dass sey wie ein Han, der wol singt vnd vbel frisset. – Lehmann, 367, 47. 23. Soll 's Gesinde ehrlich sein, darf man keine Aufsicht scheun. 24. Soll 's Gesinde fleissig sein, muss selbst man bei der Arbeit sein. 25. Viel Gesinde, viel Zank (Feinde). – Simrock, 3539. 26. Vil gesindes, vil zufall. – Henisch, 1563, 29. 27. Was das gesind einbrocket, muss der Haussvatter aussessen. – Henisch, 1563, 55; Petri, II, 587; Körte, 2093; Braun, I, 773; Simrock, 3538. 28. Was man nicht öffentlich dem gesind gibt, das muss man heimlich lassen abzwacken. – Henisch, 1563, 57. 29. Wenn das Gesinde so frevelt, was werden die Herren thun? Lat.: Quid domini faciant, audent cum talia fures? (Virgil.) (Binder I, 1460; II, 2828; Kruse, 888; Faselius, 216; Philippi, II, 129; Seybold, 485; Wiegand, 943.) 30. Wenn ein Gesind was gutes rathet, soll es der Haussvatter nicht aussschlagen. – Lehmann, 366, 35. 31. Wer sein Gesind ins Gehör lobet, der verderbet es. – Lehmann, 367, 37. 32. Wie viel Gesind, so viel Feind. [Zusätze und Ergänzungen] Gesäinjt, dât vil verlîst, uch fäinjt. – Schuster, 418.
3643 Zeichen · 100 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gesindeswm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +9 Parallelbelege

    gesinde swm. einer der zu dem gesinde gehört, dienstmann. goth. gasinþa. gasinþja , ahd. gasindo Ulfil. wb. 159. Graff 6…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    gesindeN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    gesinde , N. nhd. Gesinde, fürstliche Begleiterschaft, Gefolge, ritterliche Mannschaft, Dienerschaft, Hausgenosse, zum H…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gesinde

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Das Gesinde , des -s, plur. car. ein Collectivum, welches 1) * überhaupt alle diejenigen Personen bedeutet, welche man i…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gesinde

    Goethe-Wörterbuch

    Gesinde gelegentl -sind’ 1 Gefolge, Anhängerschaft; in poet-mythol Sphäre mit (spöttisch-)distanzierendem Unterton [ Sph…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gesinde

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Gesinde , altdeutsch: Gefolge, Begleitung, jetzt = Dienstboten.

  6. modern
    Dialekt
    Gesinden.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Ge-sinde n. : 1. 'Knechte und Mägde des Bauern', G(e)sinn [verbr., auch Don Gal Buch Rußl], Gesenn [ WD-Niedkch ]. Zs.: …

  7. Sprichwörter
    Gesinde

    Wander (Sprichwörter)

    Gesinde 1. Am Gesind kennt man den Herren. – Henisch, 1563, 36; Petri, II, 13. 2. Beissig gesind machts nirgend gut, wed…

  8. Spezial
    Gesinde

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ge|sin|de n. (-s,-) fanc y fanceles pl. , famëia f. , sorvidú f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gesinde

148 Bildungen · 69 Erstglied · 78 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von gesinde

ge- + sinde

gesinde leitet sich vom Lemma sinde ab mit Präfix ge-.

Zerlegung von gesinde 2 Komponenten

ges+inde

gesinde setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gesinde‑ als Erstglied (30 von 69)

gesinde, gesint

MWB

gesinde, gesint stswM. aus ahd. gasindo und gasint. ‘Angehöriger eines Gefolges, Diener, Begleiter’ (s.a. ingesinde swM.): der tiufel durch …

gesindebier

DWB

gesinde·bier

gesindebier , n. geringes dünnes bier für das hausgesinde Stieler 146 . Frisch 1, 345 b .

gesindebrot

DWB

gesinde·brot

gesindebrot , n. gröberes brot für das hausgesinde Frisch 1, 345 b ; bildlich: er bisz nicht in das quitten- und himmelbrod der platonischen…

gesindeglocke

DWB

gesinde·glocke

gesindeglocke , f. glocke, die den knechten und mägden das zeichen zur mahlzeit gibt: um zwölf uhr wird die gesindeglocke geläutet. Gellert …

gesindehaus

DWB

gesinde·haus

gesindehaus , n. wohnhaus für die dienstboten eines gutes oder eines klosters: ( beim notzeichen des klosterglöckleins ) soll ein yde manspe…

gesindehûs

Lexer

gesinde·hus

ge-sinde-hûs stn. haus für das gesinde ( eines klosters ) Mone z. 1,189.

gesindeken

KöblerMnd

gesin·deken

gesindeken , N. nhd. Gesinde, Gesindel E.: s. gesinde (1), ken W.: s. nhd. Gesindchen, N., Gesindchen, DW 5, 4121 L.: MndHwb 1/2, 87 (gesind…

gesindekoch

DWB

gesinde·koch

gesindekoch , m. koch für die hofdienerschaft: Cristan Ortner ... gesindkach ist gewesen. Beheim Wien. 70, 24 , im gegensatz zu des kaisers …

gesindeköchin

DWB

gesinde·koechin

gesindeköchin , f. die auf einem groszen landgut für das gesinde kocht. cod. dipl. Silesiae 4, 336 ( von 1790).

gesindel

FWB

1. s. gesinde (das) 2.; 2. s. gesinde (das) 3.; 3. s. gesinde (das) 4.; 4. s. gesinde (das) 5.; 5. ›Gesindel, das man entweder am Rande der …

gesindelach

MWB

gesinde·lach

gesindelach stN. ‘Gesindel’ do funden sie niht wen [...] vnde arme gesindelehe, / vnfletic vnde vnwehe Herb 1577 MWB 2 570,29; Bearbeiter: H…

gesindelæhe

Lexer

ge-sindelæhe stn. BMZ s. v. a. gesinde, doch verächtlich Herb. gesindlach Netz 12001 var.

gesindeleh

KöblerMhd

gesinde·leh

gesindeleh , st. N. nhd. Gesinde, Gesindel Q.: Herb (1190-1200), Netz E.: s. gesinde W.: s. nhd. Gesindel, N., Gesindel, DW 5, 4113 L.: Henn…

gesindelehe

BMZ

gesinde·lehe

gesindelehe stn. s. v. a. gesinde, doch verächtlich. dô funden sie niht wen wîbes namen u. arme gesindelêhe Herb. 1577 u. anm.

gesindeleilach

DWB

gesinde·leilach

gesindeleilach , n. betttuch für das hausgesinde: XI gesindeleilach. anz. d. germ. mus. 18, 16 ( Breslau, von 1431).

Gesind(e)+leinlachen

PfWB

gesindel·einlachen

Gesind(e) + -leinlachen n. : 'Bettlaken für das Gesinde'. a. 1571: 21 grober gesindt Leilacher, sein alle sampt gar zerhudlet [WerschwSchR].…

gesindelohn

DWB

gesinde·lohn

gesindelohn , m. dienstlohn Basl. rechtsquellen 1, 168 ( von 1457). Michelsen Mainzer hof 37 . Stieler 1175 .

gesindelôn

LexerN

gesinde·lon

gesinde-lôn stm. dienstlon Basl. rechtsqu. 1, 168 ( 1457 ). Mich. M. hof 37.

gesinde als Zweitglied (30 von 78)

Alpgesinde

DRW

alp·gesinde

Alpgesinde auf der Alpe beschäftigte Dienstboten Unger,SteirWsch. 16 Faksimile

Angesinde

DRW

anges·inde

Angesinde Gesinde angesinde, aulicus oJ. Diefenb.-Wülcker 62 Faksimile

Ausgesinde

DRW

aus·gesinde

Ausgesinde was nicht zum Gesinde gehört vgl. 1Ingesinde Lexer II 2041 Faksimile

borchgesinde

KöblerMnd

borch·gesinde

borchgesinde , N. nhd. Burggesinde, Mitglied der Burgbesatzung Hw.: vgl. mhd. burcgesinde E.: s. borch (3), gesinde L.: Lü 61b (borchgesinde…

brōtgesinde

KöblerMhd

brōt·gesinde

brōtgesinde , st. N. nhd. Brotgesinde, im Brot stehende Dienerschaft Q.: DRW (14. Jh.), Urk E.: s. brōt, gesinde (2) W.: nhd. (ält.) Brotges…

burcgesinde

MWB

burc·gesinde

burcgesinde stN. ‘Burgbesatzung; Burgbewohner’ daz burggesinde fraissan / gegen in schïssen began / mitt straullen vast uff daz mer GTroj 15…

bûw(ge)sinde

MNWB

bûw(ge)sinde (s. auch bouw- ) Feldarbeiter .

börgergesinde

KöblerMnd

börgergesinde , N. Vw.: s. börgæregesinde*

börgæregesinde

KöblerMnd

börgæregesinde , N. nhd. „Bürgergesinde“, Dienstboten eines Bürgers Hw.: s. börgæresinde E.: s. börgære*, gesinde L.: MndHwb 1, 325 (börger[…

būwgesinde

KöblerMnd

būwgesinde , N. nhd. Feldarbeiter (Pl.), Ernteknechte Hw.: s. būwsinde E.: s. būwe (1), gesinde (1) L.: MndHwb 1, 386 (bûw[ge]sinde)

dienestgesinde

MWB

dienest·gesinde

dienestgesinde stN. ‘Dienstboten’ dasz sye uns dester paß mit unseren dienstgesinde nutzen 2DWB 6:1004,71 (a. 1346) MWB 1 1282,31; Bearbeite…

dorfgesinde

MWB

dorf·gesinde

dorfgesinde stN. ‘Dorfbewohner’ und nam fraw Metzen bi der hant: / er fuort si zu der linden. / do kam als dorffgesinde, / vier und dreissig…

erbehovegesinde

KöblerMhd

erbe·hovegesinde

erbehovegesinde , st. N. nhd. „Erbhofgesinde“ Q.: Dür (um 1418/1419) E.: s. erbe (2), hof, gesinde (2) W.: nhd. DW- L.: LexerN 3, 152 (erbeh…

gotesgesinde

KöblerMhd

gotes·gesinde

gotesgesinde , sw. M. nhd. Gottesdiener E.: s. got (1), gesinde W.: nhd. (ält.) Gottesgesinde, N., Gottesgesinde, DW- L.: Hennig (gotesgesin…

hausgesinde

DWB

haus·gesinde

hausgesinde , n. , mhd. hûsgesinde. 1 1) die zu einem hauswesen gehörende gesamte dienerschaft: das hauszgesind, dienstvolk, familia Maaler …

heregesinde

KöblerMhd

here·gesinde

heregesinde , sw. M. nhd. Dienstmann, Dienstmann im Krieg, Heergefolge, Gefolgsmann Hw.: s. heregesinde (1) Q.: NibB (Mitte 13. Jh.) E.: s. …

hergesinde

Lexer

herge·sinde

her-ge-sinde swm. BMZ dienstmann im kriege, pl. heergefolge. mit den hergesinden (mit dem hergesinde CD ) si giengen in den sal Nib. 1125,2 …

herrengesinde

KöblerMhd

herren·gesinde

herrengesinde , st. N. nhd. Herrengesinde Q.: WüP (1475) E.: s. hērre, gesinde (2) W.: nhd. DW- L.: DRW

hofgesinde

DWB

hof·gesinde

hofgesinde , n. 1 1) gesamtheit der dienstthuenden eines fürstlichen hofes, hofleute, mhd. hovegesinde: Herodes mit seinem hofgesinde. Luc. …

huobgesinde

KöblerMhd

huobgesinde , st. N. nhd. „Hufgesinde“ Q.: Urk (1417) E.: s. huobe, gesinde (2) W.: nhd. DW- L.: DRW

Ableitungen von gesinde (1 von 1)

ungesinde

DWB

ungesinde , n. : dis ist die aller sichrest statt von Engadi, die allem ungesind ( vgl. gesinde, n., 3) ist vor beschlossen Suso 553, 18 B.;…